Spannender Auftakt
The Wolf King (Wolf King 1)Schon das Cover von „The Wolf King“ hat mich sofort überzeugt. Und das Marketing? Funktioniert. Man kommt aktuell wirklich kaum an diesem Buch vorbei. Überall wird es empfohlen, ständig taucht es auf und ...
Schon das Cover von „The Wolf King“ hat mich sofort überzeugt. Und das Marketing? Funktioniert. Man kommt aktuell wirklich kaum an diesem Buch vorbei. Überall wird es empfohlen, ständig taucht es auf und irgendwann war ich dann auch neugierig genug. Dank Netgalley durfte ich das Buch schließlich als Rezensionsexemplar lesen.
Der Schreibstil ist angenehm leicht und flüssig zu verfolgen. Man kommt schnell durch die Seiten und findet gut in die Geschichte hinein. Allerdings sind mir einige Wiederholungen aufgefallen besonders Beschreibungen wie die „starken Arme“ oder der „starke Rücken“ tauchen doch recht oft auf und verlieren dadurch irgendwann etwas ihre Wirkung.
Da ich das Buch als Hörbuch gehört habe, möchte ich auch unbedingt noch etwas zur Sprecherin sagen. Insgesamt hat sie mir wirklich gut gefallen, vor allem weil sie den verschiedenen Charakteren eigene Stimmen gegeben hat. Dadurch konnte man die Figuren sehr gut auseinanderhalten und die Dialoge wirkten lebendig. Allerdings liest sie insgesamt ziemlich langsam, weshalb ich das Hörbuch dauerhaft auf anderthalbfacher Geschwindigkeit gehört habe. Außerdem sollte man die Lautstärke besser nicht zu hoch einstellen, denn sie liest unglaublich emotional. Wenn im Buch geschrien wird, dann schreit sie auch wirklich mit voller Stimme teilweise schon fast hysterisch. Das war zwar manchmal etwas intensiv, hat aber definitiv zur Atmosphäre beigetragen.
Rory fand ich als Protagonistin sehr interessant. Sie stammt aus einem Königreich, in dem Frauen kaum Mitspracherecht haben, was stark an das England des 19. Jahrhunderts erinnert. Umso spannender war der Kontrast zu den Wölfen. Dort wirken die Frauen deutlich selbstbewusster und stärker eingebunden. Niemand lässt sich dort die Butter vom Toast nehmen. Dieses ganze Wolfssetting hatte stellenweise etwas von Schottland – inklusive Kilts was der Atmosphäre wirklich gutgetan hat.
Besonders schön fand ich Rorys Entwicklung im Laufe der Geschichte. Sie wächst spürbar an ihren Erfahrungen und wird immer stärker. Callum war für mich dabei von Anfang bis Ende eine absolute Greenflag. Wirklich ein Charakter, den man einfach gerne liest. Blake dagegen treibt einen regelmäßig in den Wahnsinn und Sebastian… den konnte ich irgendwann nur noch abgrundtief verabscheuen.
Wenn man ehrlich ist, passiert in diesem ersten Band gar nicht so wahnsinnig viel, zumindest nicht bezogen auf die große Gesamtgeschichte. Der Fokus liegt deutlich stärker auf emotionaler Entwicklung, Beziehungen und Dynamik zwischen den Figuren. Trotzdem wurde es für mich nie langweilig. Und das Ende? Das hat nochmal einiges rausgerissen. Manche Entwicklungen konnte man zwar vorhersehen, weil sie mehrfach angedeutet wurden, aber insgesamt hat mir das Finale wirklich gut gefallen.
Ich bin auf jeden Fall gespannt auf Band zwei und werde die Reihe sehr gerne weiterverfolgen.