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Veröffentlicht am 28.05.2026

Graphic Novel für Kinder zum Miträtseln

Licht ins Dunkel
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Als erstes möchte ich auf das großartige Layout des Comics "Licht ins Dunkel. Ein Gruselkrimi zum Mitraten” von Steffen Gumpert (erschienen im Carlsen-Verlag im April 2026) eingehen. Die dominierenden ...

Als erstes möchte ich auf das großartige Layout des Comics "Licht ins Dunkel. Ein Gruselkrimi zum Mitraten” von Steffen Gumpert (erschienen im Carlsen-Verlag im April 2026) eingehen. Die dominierenden Farben sind Rot- und Türkistöne, akzentuiert mit schwarz, weiß und fahlem Gelb. Durch diese gedämpfte, doch sehr einheitliche Farbigkeit wirkt die Graphic Novel hochwertig und besonders. Außerdem wird der Grusel-Aspekt damit farblich toll umgesetzt.

Inhaltlich steht über allem die Frage, wo Ruperts Vater ist und warum er scheinbar spurlos verschwunden ist. Also beginnt Rupert Nachforschungen anzustellen. Begleitet wird er dabei von seinem Kater Igor. Die beiden begegnen auf Ihrer Suche allerlei Monstern, Geistern und anderen mysteriösen Kreaturen.

Auf jeder Doppelseite gilt es ein Rätsel zu lösen oder Rupert dabei zu unterstützen, eine Aufgabe zu bewältigen. Die Auflösung folgt jeweils zu Beginn der nächsten Doppelseite. Mal haben wir es beispielsweise mit einem Suchbild zu tun, an anderer Stelle muss ein Irrgarten bezwungen werden, oder auch ein Buchstabenrätsel entwirrt werden. Die Rätsel sind sehr abwechslungsreich und gut auf das Lesealter ab 8 Jahren zugeschnitten.

Alles in allem ist “Licht ins Dunkel” spannend, kreativ, witzig, originell und auch ein bisschen gruselig – aber nicht so viel, dass man nach der Lektüre nicht mehr schlafen kann; eben genau das richtige Gruselmaß.

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Veröffentlicht am 28.05.2026

Kein klassischer Krimi und gerade deshalb so spannend

Giftiger Grund
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Joran, Charu und Edda sind die drei ProtagonistInnen des Romans Giftiger Grund von Thomas Knüwer, erschienen im März 2026 bei Droemer Knaur. Alle drei sind Außenseiter und haben mit erheblichen, wenn auch ...

Joran, Charu und Edda sind die drei ProtagonistInnen des Romans Giftiger Grund von Thomas Knüwer, erschienen im März 2026 bei Droemer Knaur. Alle drei sind Außenseiter und haben mit erheblichen, wenn auch sehr unterschiedlichen Problemen zu kämpfen.
Joran hat sich als junger Erwachsener mit den falschen Freunden eingelassen und musste nach einem missglückten Raubüberfall auf einen Tankstelle sieben Jahre ins Gefängnis. Während dieser Zeit wurde die Tankstelle geschlossen, sein Heimatort vom Fortschritt abgehängt und die Tankstelle selbst zu einem Lost Place. Nach seiner Haftentlassung kehrt Joran an den Ort seiner Verbrechens zurück.
Dort trifft er auf Charu, eine Content Creatorin, die versucht ihren Lebensunterhalt mit Videos von verlassenen Orten zu finanzieren. Das verlassene Tankstellengebäude dient aber auch der kleinen Edda als Unterschlupf, die sich nachts dort versteckt. Zufall oder Schicksal kreuzen die Wege der drei nun ausgerechnet an diesem verlassenen Ort.
Die Kapitel sind jeweils aus der Perspektive einer der frei Figuren geschrieben, was dem Roman eine besondere Tiefe und Authentizität verleiht. Giftiger Grund ist kein Thriller oder Krimi im klassischen Sinne: So gibt er nicht die Frage wer etwas getan hat. Es gibt keine Ermittlerinnen, keine Spurenauswertung, keine Zeugenaussage. Und dennoch ist der Roman äußerst spannend und mitreißend
Völlig zu Recht ist Thomas Knüwer 2024 mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet worden. Sein Schreibstil ist packend und empathisch, rasant und gleichzeitig sehr einfühlsam. Besonders gelungen ist, wie sich die Sprache je nach Perspektive verändert. Erst nach und nach fügt sich das Gesamtbild zusammen.
Ich war sehr begeistert von der Lektüre und möchte das Buch wärmsten empfehlen: 5/5 Sternen

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Veröffentlicht am 28.05.2026

Eines der berührendsten Bücher, die ich seit langem gelesen

Solange ein Streichholz brennt
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Die Geschichte um die junge Fernsehjournalistin Alina und den Obdachlosen Bohm hat mich zutiefst berührt und wird noch lange in mir nachhallen. Alina hat von ihrem TV-Sender den Auftrag eine Reportage ...

Die Geschichte um die junge Fernsehjournalistin Alina und den Obdachlosen Bohm hat mich zutiefst berührt und wird noch lange in mir nachhallen. Alina hat von ihrem TV-Sender den Auftrag eine Reportage über obdachlose Menschen zu drehen. Auf diese Weise kreuzen sich die Wege der beiden.
Christian Huber zeichnet das Leben auf der Straße ungeschönt, ohne dabei ins Reißerische zu verfallen. Entbehrungsreich und mitunter die Grenzen der Legalität deutlich überschreitend schlägt Bohm sich von Tag zu Tag durch. Er lebt ohne Pläne und Perspektive, nur getrieben von einer Vergangenheit, vor der er sich zu verstecken versucht.
Doch auch Alinas bürgerliches Leben ist nicht frei von Sorgen. Sie steckt mit Ihrer Karriere in einer Sackgasse und muss sich dem zunehmend übergriffigeren Verhalten ihres Vorgesetzten erwehren.
Besonders eindrücklich ist die Begegnung dieser beiden so unterschiedlichen Menschen, die einander überraschend vorurteilsfrei und auf Augenhöhe begegnen. Gerade in dieser leisen Annäherung liegt die Stäke des Romans.
Ohne Klischees, Plattitüden oder Vorurteile entfaltet sich die Liebesgeschichte, die uns zeigt, dass es sich oftmals lohnt, einen Blick hinter die Fassade zu blicken und Menschen auf einer menschlichen Ebene zu begegnen.
Abschließend überzeugt der Roman durch seine stille Intensität und die glaubwürdige Zeichnung seiner Figuren. Eine berührende, klug erzählte Geschichte, die lange nachwirkt, daher von mir 5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 27.03.2026

Eine Geschichte, die nachdenklich macht.

Frankie – Unter Menschen
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Im zweiten Band rund um Kater Frankie geht dieser verloren und begegnet einem Mädchen, das aus ihrer Heimat vor einem Krieg fliehen musste. Auch aus dem Flüchtlingsheim ist sie geflohen und schlägt sich ...

Im zweiten Band rund um Kater Frankie geht dieser verloren und begegnet einem Mädchen, das aus ihrer Heimat vor einem Krieg fliehen musste. Auch aus dem Flüchtlingsheim ist sie geflohen und schlägt sich nun allein auf der Straße durch. Der Kater und das Mädchen schließen sich zusammen und erleben sowohl Schlimmes und als auch Gutes. Dabei stoßen sie auf menschliche Abgründe und erleben aber auch unerwarteten Nächstenliebe und Güte.

Klug, tiefsinnig, humorvoll, traurig, abscheulich und wundervoll – all diese Adjektive beschreiben den zweiten Band rund um Kater Franke sehr treffend. Jochen Gutsch hat mit Frankie – Unter Menschen (erschienen bei Penguin im März 2026) einen Roman geschrieben, der zum Nachdenken anregt, ohne dabei schwer oder gar belehrend zu wirken. Es ist eine berührende Geschichte über Freundschaft, Höhen und Tiefen, Angst und Freude und das Überleben in einer von Widersprüchen geprägten Welt, erzählt aus der Perspektive des Katers.

In lockerem, zugänglichem Ton schildert Frankie seine Eindrücke von Menschen und Tieren. Ehrlich, direkt und unverstellt spricht er, wie ihm das Maul gewachsen ist und bricht komplexe Themen auf einfache Gedanken runter. Gerade in der sprachlichen Schlichtheit liegt die Stärke des Romans, denn er schafft es große Fragen greifbar zu machen, ohne sie jedoch zu bagatellisieren. Gerade lässt die Geschichte lange nachhallen und hat mich nachdenklich gemacht.

Besonders eindrücklich ist Frankies naiver, zugleich aber erstaunlich kluger Blick auf die Welt. Als das Mädchen ihm beispielsweise erklärt, dass sie “illegal” sei, reagiert er mit entwaffnender Selbstverständlichkeit: "Klar, illegal. Na und? Jeder hat so seine Macken. Ich bin zum Beispiel genial. Da kannst Du auch 'n bisschen illegal sein. So lange es nicht ansteckend ist oder was. Illegal, Rübezahl, Silberaal. Mann, ist mir doch egal." Wer hätte das schöner formulieren können als ein kleiner Streuner?

Trotz seiner vielen Stärken ist der Roman stellenweise sehr schlicht erzählt, was nicht für alle Leser gleichermaßen ansprechend sein dürfte. Wer jedoch bereit ist, sich auf diese Perspektive einzulassen, wird mit einer eindringlichen und nachhaltigen Geschichte belohnt.

Ich empfehle diesen Roman sehr – besonders Leserinnen und Lesern, die Geschichten schätzen, die leise daherkommen und gerade dadurch lange nachwirken, denn manchmal muss man die Welt durch die Augen anderer sehen, um sie zu verstehen. 5/5 Sternen

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Veröffentlicht am 14.03.2026

Achtsamkeit mit Nebenwirkungen

Einatmen. Ausatmen.
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In seinem neuesten Roman Einatmen. Ausatmen., erschienen im März 2026 bei Kiepenheuer & Witsch, stellt Maxim Leo Menschen in den Mittelpunkt, die unbewältigte Krisen und Probleme mit sicher herumtragen, ...

In seinem neuesten Roman Einatmen. Ausatmen., erschienen im März 2026 bei Kiepenheuer & Witsch, stellt Maxim Leo Menschen in den Mittelpunkt, die unbewältigte Krisen und Probleme mit sicher herumtragen, oft ohne sich dessen selbst wirklich bewusst zu sein. Solang das Leben in seinen gewohnten Bahnen verläuft und niemand daran rüttelt, scheint alles in Ordnung. Doch sobald das kleinste Steinchen in Getriebe des Lebens gerät, droht alles zu zerbrechen.
Marlene Buchholz ist Topmanagerin des Aviola-Konzerns, und nun steht der nächste Schritt in ihrer Karriere an: CEO! Doch in selbem Maße, in dem sie fachlich für diese Leitungsposition brilliert, hat sie Schwierigkeiten mit Empathie und zwischenmenschlicher Interaktion. Zahlreiche Beschwerden der Mitarbeiten stehen nun zwischen ihr und der Beförderung. Daher muss Marlene zunächst zwei Wochen Achtsamkeitstraining absolvieren.
Geleitet wird die die Akademie, in die Marlene geschickt wird, von Alex Grow. Er hat sich über Jahre hinweg einen großen Namen in der Szene gemacht und ein beachtliches Zentrum mit weit über hundert Mitarbeitenden aufgebaut. Doch Alex ist nach Jahren der unermüdlichen Arbeit ausgebrannt. Zudem plagen ihn Geldsorgen, denn um seine Academy steht es wirtschaftlich nicht zum Besten. Sollte es ihm jedoch gelingt, Marlene so zu coachen, dass der Aufsichtsrat ihrer Ernennung zur CEO zustimmt, winken ihm und seiner Academy lukrative Aufträge, die all seine wirtschaftlichen Sorgen mit einem Schlag beseitigen würden.
Maxim Leos Schreibstil ist unterhaltsam, leicht zugängig und dennoch tiefgründig. Mit großer Präzision auf der einen Seite und viel Leichtigkeit auf der anderen beschreibt er die Narben, die das Leben bei seinen Figuren hinterlassen hat. Er fängt ihr Marotten und Spleens ein und versteht es immer eine gehörige Portion Humor einfließen zu lassen, ohne Themen zu bagatellisieren oder die Ernsthaftigkeit zu schmäler. Für mich macht gerade dieses Gleichgewicht aus feiner Beobachtungsgabe, psychologischer Genauigkeit und ironischer Distanz den Reiz des Romans aus.
Ich habe die Lektüre sehr genossen, habe mit den beiden Protagonisten mitgefühlt, über ihre Eigenheiten geschmunzelt und ihre inneren Konflikte gebannt verfolgt. Gerade die Mischung aus Ernsthaftigkeit und Humor macht diesen Roman zu einer ebenso klugen wie unterhaltsamen Lektüre, die noch eine Weile nachwirkt. 5/5 Sternen!

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