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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.03.2026

Mein bisher liebster Band

Sörensen geht aufs Haus
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Endlich wieder Sörensen – und dieses Mal trifft es mich besonders.
In „Sörensen geht aufs Haus“ holt die Vergangenheit den grantigen, ängstlichen und gleichzeitig so liebenswerten Kommissar mit voller ...

Endlich wieder Sörensen – und dieses Mal trifft es mich besonders.
In „Sörensen geht aufs Haus“ holt die Vergangenheit den grantigen, ängstlichen und gleichzeitig so liebenswerten Kommissar mit voller Wucht ein. Sein kranker Vater zieht bei ihm ein, plötzlich steht ein alter Schulfreund vor der Tür und hinter dem Haus werden menschliche Überreste gefunden. Aus einem alten Cold Case wird ganz schnell ein sehr aktueller Fall.
Was ich an der Reihe so sehr liebe: Hier steht nicht der große Action-Krimi im Vordergrund, sondern die Menschen. Die zwischenmenschlichen Momente, die kleinen Alltagsneurosen, die wunderbar trockene norddeutsche Art und dieser feine, intelligente Humor, der einen immer wieder schmunzeln lässt. Sven Stricker schreibt so klug, verschachtelt und gleichzeitig herzerwärmend, dass man das Gefühl hat, man sitzt selbst in Katenbüll mit am Tisch.
Der sechste Band ist für mich bisher der persönlichste und – komischerweise – mein absoluter Favorit der gesamten Reihe. Sörensen darf noch mehr Mensch sein, noch mehr hadern, noch mehr wachsen. Und genau das macht ihn so unvergesslich.
Tipp von Herzen: Hört unbedingt die Hörbücher! Sven Stricker spricht sie selbst ein und der Hamburger Dialekt plus seine tolle Stimme passen einfach perfekt. Es fühlt sich an, als würde Sörensen persönlich mit einem reden.
Danke, Sven, für diese wunderbare Reihe. Wer Sörensen noch nicht kennt: unbedingt nachholen. Ihr verpasst was. ❤️

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Veröffentlicht am 22.02.2026

Wer Psychothriller mit Tiefgang, realistischen Figuren und permanenter Peripetie sucht: Hier ist er.

Die Fremden - Nimm niemanden mit
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Manche Bücher fesseln einen Die Fremden von C. M. Ewan gehört zweifellos in diese Kategorie. Von der ersten Seite an spürt man diese subtile, aber unaufhaltsame Beklemmung.
Alles beginnt mit einer scheinbar ...

Manche Bücher fesseln einen Die Fremden von C. M. Ewan gehört zweifellos in diese Kategorie. Von der ersten Seite an spürt man diese subtile, aber unaufhaltsame Beklemmung.
Alles beginnt mit einer scheinbar banalen, doch moralisch nachvollziehbaren Entscheidung: Abi und Ben nehmen bei strömendem Regen und undurchdringlichem Nebel eine gestrandete Familie mit – eine junge Mutter mit Babyschale, ihren Partner und das schlafende Kind. Was als Akt von Empathie und Anstand startet, mutiert nach und nach zu einem psychologischen Minenfeld, aus dem es scheinbar kein Entrinnen gibt.
Der Schreibstil von Ewan ist ein flüssig, präzisen und von einer solchen Sogkraft, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Man liest und liest – und plötzlich sind es doch mehr Abschnitte geworden. Die Spannung entsteht nicht durch laute Effekte, sondern durch eine permanente Eskalation der Ungewissheit: Jede Wendung fühlt sich authentisch und doch völlig überraschend an. Es kommt immer anders, als man denkt – und genau das macht den Nervenkitzel aus.
Besonders brillant gelingt Ewan die Innenwelt von Abi. Ihre Gedanken sind so realistisch nachvollziehbar, so quälend ehrlich in ihrer Mischung aus Panik, schlechtem Gewissen, Selbstzweifeln und verzweifelter Hoffnung, dass man als Leser förmlich mit ihr mitfiebert. Man leidet mit, man schreit sie innerlich an, man fleht – und doch treibt der Autor manche Entscheidungen bis an jenen Punkt, an dem man als Leser bereits kapituliert: „Hier gibt es keinen Ausweg mehr.“ Und genau dann wendet sich das Blatt erneut – atemberaubend, clever, atemlos.
Die Atmosphäre ist dicht und greifbar: das enge Auto, das isolierte Haus, der endlose Nebel, das Misstrauen, das sich wie Gift in jede Interaktion frisst. Alles wirkt plausibel – und genau das macht den Thriller aus. Kein überflüssiger Gore, keine billigen Schocks – nur pure, intelligente, nervenaufreibende Spannung auf höchstem Niveau.
Die Fremden ist für mich der Inbegriff eines modernen Pageturners: fesselnd, raffiniert, emotional fordernd und bis zur letzten Zeile konsequent. Ein Buch, das man nicht nur liest – man erlebt es. Und danach braucht man erst einmal ein paar tiefe Atemzüge, um wieder in die reale Welt zurückzufinden.

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Veröffentlicht am 14.02.2026

Ruhig - aber dennoch spannend

Tödliches Angebot
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Okay. Ich sag’s jetzt einfach mal so, wie es ist: Das war nicht von schlechten Eltern!!

Die Geschichte beginnt so harmlos Und dann… dann passiert es.
Schleichend.
Unmerklich.
Am Anfang dachte ich noch: ...


Okay. Ich sag’s jetzt einfach mal so, wie es ist: Das war nicht von schlechten Eltern!!

Die Geschichte beginnt so harmlos Und dann… dann passiert es.
Schleichend.
Unmerklich.
Am Anfang dachte ich noch: ach komm, Margo ist doch süß. Bisschen verbissen, bisschen perfektionistisch, typische Frau, die alles im Griff haben will.
Dann dieses verdammte, zuckersüße, von-nebenan-Getue… .
Die ganze Zeit.
Während sie plant.
Während sie manipuliert.
Während sie zerstört.
Während sie tötet.
Es baut sich so langsam auf. So heimtückisch. Wie Gift, das man tropfenweise in den Tee rührt, während man fröhlich plaudert. Anfänglich merkt man es nicht. Und wenn, dann ist es schon zu spät. Als wäre es… normal.

Kritikpunkt? Ja, gibt’s einen.
Der Roman fokussiert sich zwar auf Margo und ihr Handeln, aber am Ende tappt man ziemlich im Dunkeln, warum sie so tickt. Es gibt Andeutungen, aber kein richtiges „Aha, deshalb“.
Für manche Leser wird das reichen. Für mich hätte ich mir da ein kleines Stück mehr gewünscht – nicht viel, nur ein, zwei starke Szenen oder Rückblenden mehr.
Aber wisst ihr was?
Das ändert nichts an der Wirkung.
Das hier ist ein guter Psychothriller.
Ich hoffe, ich begegne nie einer Margo.

Die ist ein Buch, das zeigt, wie nah Normalität und Wahnsinn wirklich beieinanderliegen können – und wie charmant Wahnsinn manchmal lächeln kann.

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Veröffentlicht am 18.01.2026

Einfach ein Highlight

To Tempt a God
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Wow! Was für überwältigender Auftakt zur Götterlicht-Saga. „To Tempt a God“ hat mich vom ersten Kapitel an mitgerissen. Anna Benning erschafft mit ihrem herausragenden Worldbuilding eine Welt, die sich ...

Wow! Was für überwältigender Auftakt zur Götterlicht-Saga. „To Tempt a God“ hat mich vom ersten Kapitel an mitgerissen. Anna Benning erschafft mit ihrem herausragenden Worldbuilding eine Welt, die sich beim Lesen fast greifbar anfühlt – atmosphärisch, detailreich und absolut einzigartig. Ich hatte ständig Bilder im Kopf und wollte gar nicht mehr aufhören zu lesen. Die angenehm kurzen Kapitel sorgen für einen tollen Lesefluss. zudem ist der Schreibstil wahnsinnig angenehm und flüssig.

Aurora als Erzählerin hat mich sofort für sich gewonnen. Ihre inneren Konflikte, ihre Unsicherheit und gleichzeitig ihr Mut wirken so echt, dass man mit ihr mitfühlt. Colden ist für mich – authentisch, loyal und vielschichtig. Die Dynamik zwischen den beiden ist intensiv und emotional, ohne kitschig zu werden. Auch die Nebenfiguren sind toll eingearbeitet und geben der Geschichte zusätzliche Tiefe.

Nebenbei kamen die moralischen Aspekte gut zur Sprache ohne sich in den Vordergrund zu stellen: Machtverhältnisse, Ungleichheit, die Abgründe der menschlichen Psyche. Diese Themen haben mich oft zum Nachdenken gebracht.

Mehrere überraschende Plot-Twists halten die Spannung konstant hoch – und dann dieser Cliffhanger!

Fazit: Emotional, spannend und intelligent erzählt. Eine klare Leseempfehlung – ich freue mich auf Band 2!

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Veröffentlicht am 03.01.2026

Ein absoluter Meisterthriller

Minnesota
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Jo Nesbø hat es wieder geschafft – mit „Minnesota“ liefert er einen wahnsinnig starken und intelligenten Thriller ab,. Die Story ist einfach genial: Nichts ist, wie es auf den ersten Blick scheint, und ...

Jo Nesbø hat es wieder geschafft – mit „Minnesota“ liefert er einen wahnsinnig starken und intelligenten Thriller ab,. Die Story ist einfach genial: Nichts ist, wie es auf den ersten Blick scheint, und Nesbø spielt meisterhaft mit Erwartungen und Wendungen. Es ist unvorhersehbar bis zur letzten Seite, voller ständiger Cliffhanger, die mich ans Buch fesselten. Die Spannung hält bis zum Ende an, mit einem tollem Tempo, und vielen einzelnen Schicksalen, die die Geschichte für mich komplett machen.
Der Schreibstil ist absolut toll – knapp, präzise und doch lebendig. Du bewegs dich quasi inmitten dieser düsteren, pulsierenden Atmosphäre. Die Protagonisten werden eigentlich relativ sparsam beschrieben, und dennoch sind sie voll im Fokus und wirken unglaublich greifbar. Mit dem Ermittler Bob Oz bin ich am Anfang nicht ganz so warm geworden – er wirkt rau und distanziert –, aber je weiter die Geschichte voranschreitet, desto sympathischer wird er mir. Man versteht nach und nach seine Dämonen, seine Motivationen.
Auch die Kapitelstruktur passt perfekt: Meist haben sie eine gute, überschaubare Länge, die den Lesefluss super hält. Ein paar sind länger, aber dann wird zwischen unterschiedlichen Sichtweisen (mit klaren Absätzen) gewechselt, was die Geschichte wiederum dynamischer und vielschichtiger macht.
Für mich ist „Minnesota“ ein absolut starker Thriller, der alles hat, was man für einen spannenden Leseabend erwartet – und sogar ein bisschen mehr. Wer spannende, intelligente Krimis liebt, die einen nicht mehr loslassen, sollte hier zugreifen. Klare Leseempfehlung.

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