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Veröffentlicht am 30.08.2025

In Dunkelheit

Heart of Night and Fire
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Heart of Night and Fire hat es wirklich in sich. Die Geschichte ist extrem spannend, weil viele bereits bekannte Fantasy-Elemente aufgegriffen und neu zusammengesetzt wurden. Teilweise durch neue Namensgebungen, ...

Heart of Night and Fire hat es wirklich in sich. Die Geschichte ist extrem spannend, weil viele bereits bekannte Fantasy-Elemente aufgegriffen und neu zusammengesetzt wurden. Teilweise durch neue Namensgebungen, teilweise durch das Vermischen verschiedener Wesen oder das Hinzufügen neuer Kräfte entsteht eine Welt, die vertraut wirkt und dennoch ganz eigenständig ist.

Schon das Cover ist ein Highlight. Es sieht nicht nur wunderschön aus, sondern spiegelt für mich perfekt die Hauptstadt wider, wie sie im Buch beschrieben wird: magisch, leuchtend hell und voller bunter Farben. Genau dieser Eindruck findet sich auch im Farbschnitt wieder.



Die Protagonistin

Zarya ist eine sehr starke Hauptfigur, die ihr bisheriges Leben an einem einzigen Ort verbracht hat. Dieser Ort bot ihr zwar Komfort und Sicherheit, doch war es für sie kein richtiges Leben. Deshalb ist ihr Wunsch nach Freiheit absolut nachvollziehbar. Einerseits empfindet sie Dankbarkeit für die Menschen, die sie beschützt haben, andererseits auch Enttäuschung, weil sie so lange im Verborgenen bleiben musste.



Manchmal ist mir ihr Verhalten etwas schwergefallen. Von einer Protagonistin wünsche ich mir, dass sie Mitgefühl und Loyalität zeigt, vor allem gegenüber denjenigen, die immer für sie da waren. Ich hatte hier das Gefühl, dass sie das nicht immer ausreichend tut. Hinzu kommt, dass sie Fremden manchmal zu schnell vertraut, was für mich nicht ganz natürlich wirkte. Auch eine Ihre Beziehungen zu dem anderen (Vikram und deinen Bruder) entwickelt sich für meinen Geschmack zu rasch gerade in Fantasygeschichten wünsche ich mir da etwas mehr Zeit, um echte Gefühle wachsen zu sehen.

Die zwischenmenschliche Beziehungen die nicht eine „Liebesbeziehung“ andeuten sind da wesentlich natürlicher und wirken echt.

Trotzdem mochte ich ihre Entwicklung sehr. Besonders im Umgang mit einigen wichtigen Figuren erkennt man, dass sie reifer wird und ihre Haltung überdenkt. Sie lernt, über sich selbst hinauszuwachsen, und das hat mir gut gefallen.



Die Welt und ihre Wesen

Das zentrale Thema des Romans ist eine geheimnisvolle Bedrohung „Seuche“ die viel Raum für Kreativität bietet. Sie wird genutzt, um neue Wesen und Kreaturen einzuführen, die das Worldbuilding noch vielfältiger machen. Die Mischung aus mythischen Gestalten und neuen Interpretationen sorgt dafür, dass man immer wieder überrascht wird.



Allerdings gibt es unglaublich viele Namen, Kräfte und Wesen, die neu eingeführt werden. Das ist einerseits spannend, andererseits aber auch herausfordernd, weil man leicht den Überblick verliert. Bis zur letzten Seite musste ich mich immer wieder neu orientieren, um alle Zusammenhänge richtig zu erfassen. Hätte ich mir den Glossar früher angeschaut wäre mir das sicher leichter gefallen.



Trotz dieser Komplexität ist das Worldbuilding für mich das absolute Highlight. Es ist einzigartig, bunt, schillernd und voller Details, die das Lesen zu einem bildhaften Erlebnis machen. Man kann sich die Schauplätze genau vorstellen, alles wirkt magisch und lebendig. Besonders die Peri fand ich unglaublich niedlich und liebevoll beschrieben.



Stärken und Schwächen

Was ich besonders gelungen fand, ist die Art, wie die Magie erklärt wird. An einer bestimmten Stelle bekommt man durch ein Buch, das die Protagonistin findet, endlich einen tieferen Einblick in die Funktionsweise der Welt. Das hat nicht nur Zarya geholfen, sondern auch mir als Leserin, die manchmal von den vielen neuen Begriffen und Bezeichnungen verwirrt war.



Etwas schade fand ich, dass manche Enthüllungen sehr abrupt erzählt werden. Über viele Seiten hinweg wird Spannung aufgebaut, und dann werden die wichtigsten Antworten in wenigen Seiten präsentiert. Da hätte man für meinen Geschmack mehr daraus machen können.



Dafür punktet die Geschichte mit einem sehr hohen Spannungsbogen, vor allem im letzten Drittel. Hier überschlagen sich die Ereignisse, und auch wenn mir das ein wenig zu geballt vorkam, war es doch unglaublich fesselnd zu lesen.



Fazit

Heart of Night and Fire überzeugt vor allem mit seiner farbenfrohen, detailreichen Welt und einer starken Protagonistin, die im Laufe der Geschichte eine spürbare Entwicklung durchmacht. Die Fülle an Wesen, Kräften und Namen kann zwar manchmal verwirrend sein, doch gleichzeitig ist es genau das, was die Geschichte so einzigartig macht.

Für mich ist das Buch ein spannender Mix aus Abenteuer, Magie, Geheimnissen und lebendigen Beschreibungen. Wer Lust hat, in eine magische Welt voller mythischer Kreaturen, bunter Schauplätze und intensiver Emotionen einzutauchen, wird mit Heart of Night and Fire auf jeden Fall ein besonderes Leseerlebnis haben.

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Veröffentlicht am 11.04.2025

Guter Band mit kleinen Schwächen

Die Elite von Ashriver - Broken Lies
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Ich hab mich nach dem ersten Teil wirklich auf die Fortsetzung gefreut vor allem, weil ich wissen wollte, wie es mit Riley und Ezra weitergeht. Und ja, ich bin ganz gut in die Geschichte reingekommen, ...

Ich hab mich nach dem ersten Teil wirklich auf die Fortsetzung gefreut vor allem, weil ich wissen wollte, wie es mit Riley und Ezra weitergeht. Und ja, ich bin ganz gut in die Geschichte reingekommen, aber zwischendurch hat’s dann doch ein bisschen gehakt. Der Mittelteil war für meinen Geschmack etwas zäh, und manchmal hatte ich das Gefühl, die Handlung tritt ein wenig auf der Stelle.

Was mir aufgefallen ist: Riley bleibt für mich irgendwie ein bisschen schwammig. Ich konnte nicht immer nachvollziehen, warum sie so handelt, wie sie handelt. Ezra dagegen fand ich deutlich greifbarer seine Gedanken und Entscheidungen haben für mich viel Sinn ergeben, und ich konnte besser mit ihm mitfühlen.

Die Beziehung der beiden hat schon was – dieses langsame Annähern, das Knistern zwischen den Zeilen, das mochte ich. Aber an manchen Stellen ging es mir dann doch etwas zu schnell oder wirkte ein bisschen abrupt. Da hätte ich mir etwas mehr Tiefe und Zeit gewünscht.

Gegen Ende wird’s dann nochmal richtig spannend – fast schon zu rasant. Plötzlich passieren ganz viele Dinge auf einmal, und ich hätte mir gewünscht, dass sich manches davon mehr entfalten darf. Es bleiben auch einige Fragen offen, was vielleicht so gewollt ist, um den dritten Teil vorzubereiten.

Insgesamt fand ich den Band solide, mit Luft nach oben. Das Setting hat mir gefallen, die Grundidee sowieso, und ich bin definitiv neugierig, wie’s weitergeht. Also ja – ich bleib dran!

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Veröffentlicht am 19.06.2024

Einfach magisch ohne zu magisch zu sein

Divine Rivals
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Ich hatte mich im Vorfeld nicht wirklich über das Buch informiert. Das Einzige, was ich wusste, war, dass es ein Fantasybuch ist und einen starken Hype auf TikTok hatte. Deshalb war ich anfangs etwas enttäuscht, ...

Ich hatte mich im Vorfeld nicht wirklich über das Buch informiert. Das Einzige, was ich wusste, war, dass es ein Fantasybuch ist und einen starken Hype auf TikTok hatte. Deshalb war ich anfangs etwas enttäuscht, als ich merkte, dass der Fantasy-Anteil gar nicht so groß ist. Das hat sich jedoch schnell gelegt, weil die Geschichte einfach sehr kreativ und anders ist. Eine solche Handlung habe ich in dieser Richtung noch nicht gelesen.

Was ich auch sehr schön fand, war die Erzählform, weil man aus beiden Perspektiven viel mitbekommen hat. Es war nicht immer in Kapiteln unterteilt, wer wann redet, sondern es war wirklich schön gemacht, sodass man immer den stetigen Wechsel zur Handlung hatte. An sich fand ich die gesamte Storyline wirklich sehr schön. Auch, dass er ihr gefolgt ist, dass sie ihm verziehen hat, dass er ihr nicht gestanden hat, wer er wirklich ist, aber auch die ganzen Nebencharaktere, wie Attie und Marisol, waren wirklich schön. Was mich auch noch etwas mehr gepackt hat, waren die vielen Wechsel der Orte, weil es dadurch nie langweilig wurde und man sich immer wieder Neues vorstellen konnte.

Das Einzige, was ich vielleicht ein bisschen übertrieben fand, war, dass Roman und Iris sich so schnell entschlossen haben zu heiraten. Ich verstehe zwar die Umstände, aber fand es dennoch ein wenig flott. Dass Forrest am Ende noch auftauchen würde, damit hatte ich gerechnet. Ich finde es allerdings schade, dass er ihr nicht die Unterstützung angeboten hat, die sie gebraucht hätte. Logisch, damit das Buch weitergehen kann, muss ja noch mal etwas Neues passieren. Und dass Roman jetzt bei Dacre gefangen ist, gibt dem Ganzen eine neue Handlung und mehr Spielraum, ist aber trotzdem sehr enttäuschend und hat doch noch mal ein großes, offenes Ende gelassen. Deshalb bin ich wirklich froh, dass ich den zweiten Teil schon zur Hand habe.

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Veröffentlicht am 28.03.2026

Zwischen Wellen und Wahrheit

Born of Salt and Storm
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Born of Salt and Storm entführt in eine faszinierende Welt zwischen Wasser und Erde. Im Zentrum steht die Sperrfischerin Tavi, die durch den Fund eines seltenen Artefakts untrennbar mit Eero, einem Wellengeborenen, ...

Born of Salt and Storm entführt in eine faszinierende Welt zwischen Wasser und Erde. Im Zentrum steht die Sperrfischerin Tavi, die durch den Fund eines seltenen Artefakts untrennbar mit Eero, einem Wellengeborenen, verbunden wird. Gemeinsam begeben sie sich auf die Suche nach der Bedeutung dieses Objekts und stoßen dabei nicht nur auf Geheimnisse rund um das Artefakt, sondern auch auf verborgene Wahrheiten über ihre eigenen Völker.

Die Grundidee der Geschichte hat mir wirklich gut gefallen. Die Verbindung zweier so unterschiedlicher Welten birgt enormes Potenzial und schafft eine spannende Grundlage. Allerdings hatte ich über weite Teile des Buches das Gefühl, dass sich die Handlung sehr in die Länge zieht. Der Spannungsbogen bleibt lange relativ konstant, ohne große Ausschläge nach oben oder unten. Es fehlen markante Wendepunkte oder Momente, die einen wirklich fesseln oder überraschen. Erst in den letzten etwa 100 Seiten gewinnt die Geschichte deutlich an Tempo und Intensität hier konnte mich das Buch dann endlich richtig packen.

Optisch ist das Buch hingegen ein echtes Highlight. Das Cover überzeugt mit wunderschönen Blau- und Grüntönen, die ineinander verlaufen und sich zu einem stimmigen Türkis verbinden. Es spiegelt die Unterwasserwelt perfekt wider und wird durch den passenden Farbschnitt zusätzlich aufgewertet. Insgesamt wirkt das Buch sehr hochwertig und ansprechend.

Der Schreibstil ist grundsätzlich angenehm und leicht verständlich. Dennoch wird der Lesefluss immer wieder durch die Vielzahl an neuen Begriffen, Namen und Wesen unterbrochen. Besonders auffällig ist, dass sehr viel Wert auf das Worldbuilding gelegt wird. Die Welt ist detailliert und liebevoll ausgearbeitet, was einerseits beeindruckend ist, andererseits aber auch dazu führt, dass die eigentliche Handlung zeitweise in den Hintergrund rückt. Manche Passagen wirken dadurch etwas ausgeschmückt und bremsen das Tempo der Geschichte.

Tavi ist eine interessante und vielschichtige Protagonistin. Sie ist stark, zielstrebig und glaubt fest an das, was sie erreichen möchte. Gleichzeitig zeigt sie auch Schwächen: Sie handelt oft impulsiv, denkt nicht immer an die Konsequenzen für andere und wirkt stellenweise naiv. Diese Eigenschaften machen sie jedoch menschlich und nachvollziehbar.

Eero hingegen bleibt lange schwer greifbar. Zu Beginn konnte ich ihn nur schwer einschätzen, was es mir nicht leicht gemacht hat, eine Verbindung zu ihm aufzubauen. Im Verlauf der Geschichte wird er jedoch offener und verständnisvoller, wodurch sich auch seine Beziehung zu Tavi verändert. Dennoch bleibt er bis zum Schluss in gewisser Weise geheimnisvoll vor allem, weil wir ihn nur durch Tavis Perspektive erleben.

Auch die Nebencharaktere sowie die verschiedenen Machtstrukturen innerhalb der Welt sind spannend gestaltet. Besonders interessant ist, dass es keine klaren Grenzen zwischen Gut und Böse gibt. Sowohl die Anführer der Menschen als auch die der Wellengeborenen handeln teilweise egoistisch, impulsiv und risikoreich. Diese moralische Grauzone verleiht der Geschichte mehr Tiefe.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Entwicklung der Beziehungen und Dynamiken im Verlauf der Handlung. Besonders die Beziehung zwischen Tavi und Eero ist von Höhen und Tiefen geprägt. Mal sind sie sich sehr nah, dann wieder distanziert dieses Wechselspiel sorgt für Spannung und lässt viel Raum für eigene Interpretationen.

Das Ende des Buches konnte mich schließlich überzeugen. Es beantwortet viele offene Fragen, bringt gleichzeitig aber auch neue auf. Beziehungen verschieben sich, Rollen verändern sich und man bleibt mit einer gewissen Unsicherheit zurück, wie es weitergehen wird.

Fazit:
Ein atmosphärisch dichtes Fantasy-Buch mit einer starken Grundidee, interessanten Charakteren und beeindruckendem Worldbuilding das jedoch durch Längen und einen lange gleichbleibenden Spannungsbogen etwas an Dynamik verliert.

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Veröffentlicht am 13.11.2025

Die zwei Erlen

Two Twisted Crowns - Die Magie zwischen uns
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Die Zwei-Erlen
In diesem gelungenen zweiten Band der Shepherd-King-Dilogie erleben wir zwei zentrale Handlungsorte mit jeweils zwei Perspektiven: Elm und Ione sowie Ravyn und Elspeth.



Elm & Ione haben ...

Die Zwei-Erlen
In diesem gelungenen zweiten Band der Shepherd-King-Dilogie erleben wir zwei zentrale Handlungsorte mit jeweils zwei Perspektiven: Elm und Ione sowie Ravyn und Elspeth.



Elm & Ione haben mich besonders positiv überrascht. Ihre gemeinsame Geschichte ist faszinierend erzählt, auch wenn sich der Spannungsbogen durch die Suche nach der „Zwei-Erlen-Karte“ streckenweise etwas in die Länge zieht. Ione zeigt zunehmend ihre menschliche Seite – trotz der Kontrolle durch die Karte, die sie gefangen hält. Ihre Beziehung zu Elm vertieft sich spürbar und endet für mich sehr zufriedenstellend. Besonders eindrucksvoll sind die Rückblicke durch Iones Gedanken, die viel über ihre gemeinsame Vergangenheit mit Hauth und dessen Wesen verraten. Elm durchläuft eine bemerkenswerte charakterliche Entwicklung, wirkt aber bisweilen noch leichtgläubig und unbedacht – hier hätte ich mir manchmal ein schlaueres Vorgehen gewünscht. Auch Ione hätte in ihrem komatösen Zustand vielleicht erkennen sollen, dass sie sich Hauth nicht mehr nähern sollte – ein Charakter, der bereits im ersten Band extrem unsympathisch war und sich im zweiten noch weiter etablierte.



Ravyn & Elspeth (bzw. der Hirtenkönig) sind weiterhin interessante Figuren. Ravyn bleibt ein angenehmer, kämpferischer Charakter, dessen Hingabe an seinen Weg und seine Schwester Jespyr sehr berührend ist. Besonders spannend fand ich seine Entwicklung während der Suche nach der Zwei-Erlen-Karte, die ihn über sich hinauswachsen lässt. Jespyr – die Schwester – ergänzt ihn wunderbar als ruhender Pol.



Elspeth tritt in der ersten Hälfte eher in den Hintergrund, da ihr Körper vom Hirtenkönig (dem „Nightmare“) übernommen wird. Ihre Szenen in seinen Erinnerungen empfand ich etwas langweilig und wenig zentral für den Gesamtverlauf. Doch der Hirtenkönig macht gegen Ende einen beeindruckenden Entwicklungssprung – und wirkt positiv verändert.



Insgesamt bereichert dieser Band das Worldbuilding mit neuen Wesen, Abenteuern und einer düsteren, stimmungsvollen Magie, die hervorragend in die Welt eingebettet ist.

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