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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.05.2026

Ein unvergesslicher Sommer

Restsommer
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Gestern beendet - und danach einfach noch im Bett gelegen und an Domi und Biff gedacht. 🥹

Mit 'Restsommer' hat Kea von Garnier einen unglaublich schönen Coming-of-Age-Roman geschaffen. Dominik führt ein ...

Gestern beendet - und danach einfach noch im Bett gelegen und an Domi und Biff gedacht. 🥹

Mit 'Restsommer' hat Kea von Garnier einen unglaublich schönen Coming-of-Age-Roman geschaffen. Dominik führt ein ganz 'normales' Teenagerleben: Er lebt recht dörflich, Schule, Freunde treffen, Bandproben und nebenbei hilft er seinem Vater im Bestattungsinstitut - und irgendwie scheint damit auch sein weiterer Lebensweg schon vorgezeichnet zu sein.

Doch dann taucht Benjamin, genannt Biff, aus dem großen Berlin in Domis Clique auf und plötzlich öffnen sich ganz neue Sehnsüchte, Wünsche und Möglichkeiten.

Die Autorin hat den Vibe dieses Alters und dieser Zeit einfach perfekt eingefangen und sich so authentisch in die Perspektive der Jungs hineinversetzt. Alles fühlt sich unglaublich natürlich und echt an - beim Lesen war ich sofort wieder ein Stück jünger.

Der Schreibstil ist locker, leicht und wunderbar flüssig; man fliegt nur so durch die Seiten. Und die Figuren? So toll gezeichnet, dass ich wirklich alle ins Herz geschlossen habe - außer vielleicht Biffs Vater. 🤬

Diese zarte queere Lovestory hat mich komplett abgeholt. Domi und Biff sind mir so ans Herz gewachsen, dass ich das Buch nur sehr widerwillig zugeschlagen habe.

Für alle Fans von Coming-of-Age Geschichten: absolute Herzens-Empfehlung. 🩵
Ihr werdet 'Restsommer' lieben.

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Veröffentlicht am 23.04.2026

Grausam schönes Meer

Unter Wasser
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Wow - genau deshalb liebe ich das Lesen. Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut und es hat mich völlig mitgerissen und erst wieder losgelassen, als ich die letzte Seite beendet hatte.

Wir befinden ...

Wow - genau deshalb liebe ich das Lesen. Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut und es hat mich völlig mitgerissen und erst wieder losgelassen, als ich die letzte Seite beendet hatte.

Wir befinden uns im Jahr 2012: Marissa streift durch ein New York, das sich auf einen drohenden Hurrikan vorbereitet. Überall Warnungen - doch sie ist wie so oft in Gedanken versunken. Gedanken, die sie zurückführen zu ihrer Freundschaft mit Arielle, die am 26. Dezember 2004 in Phuket ihr tragisches Ende findet. Die meisten wissen, welches verheerende Ereignis sich hinter diesem Datum verbirgt. Der fürchterliche Tsunami, der so vielen Menschen das Leben nahm.

So schwer dieses Thema auch ist - es dominiert den Roman nicht. Im Gegenteil: Ein Großteil der Geschichte ist von einer beinahe greifbaren Leichtigkeit getragen. Man spürt die Sonne Thailands auf der Haut, taucht mit Arielle und Marissa ins Meer ein und erlebt ihre Freundschaft in all ihren Facetten - intensiv, lebendig und zutiefst berührend.

Mit 'Unter Wasser' ist Tara Menon ein vielschichtiger Roman gelungen, der große Emotionen einfängt, ohne je überladen zu wirken. Die Balance zwischen Schönheit und Schmerz ist fein abgestimmt und wirkt lange nach.
Wer Geschichte über Freundschaft, das Meer und die Tiefe menschlicher Verbindungen liebt - und auch vor melancholischen Momenten nicht zurückschreckt - sollte dieses Buch unbedingt lesen. Absolute Empfehlung.

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Veröffentlicht am 19.04.2026

Drei schräge Vögel für Leo

Pina fällt aus
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Ich habe mich riesig gefreut, als der neue Roman von Vera Zischke angekündigt wurde - 'Ava liebt noch' hat mir damals schon so gut gefallen, und auch die sympathische Art der Autorin mag ich sehr.

Und ...

Ich habe mich riesig gefreut, als der neue Roman von Vera Zischke angekündigt wurde - 'Ava liebt noch' hat mir damals schon so gut gefallen, und auch die sympathische Art der Autorin mag ich sehr.

Und was soll ich sagen: Ich reihe mich definitiv in die begeisterten Stimmen zu 'Pina fällt aus' ein. 💛

Die Geschichte dürfte vielen bekannt sein: Der autistische Leo lebt mit seiner Mutter Pina in der Hansastraße 20 - in seiner ganz eigenen, gut strukturierten Welt. Die beiden sind ein eingespieltes Team, und Pina weiß genau, was Leo braucht, damit es ihm gut geht. Doch wie so oft bei pflegenden Angehörigen bleibt sie selbst dabei auf der Strecke ... bis es zum großen Knall kommt und Pina plötzlich ausfällt.

Auf einmal sind es die so unterschiedlichen Nachbarn, die einspringen:
Inge, die ihre Wohnung nicht mehr verlässt und eigentlich nur noch auf das Ende wartet.
Zola, wütend, sechzehn und auf der Suche nach sich selbst.
Wojtek, eigenbrötlerisch, verliebt und meist alleine vor seinem PC.

Es läuft nicht alles glatt - ganz im Gegenteil. Aber genau darin liegt die Stärke dieser Geschichte: im echten, manchmal unbeholfenen, aber ehrlichen Zusammenhalt. Und am Ende profitieren alle voneinander.

Und dann ist da noch Sam, der Intensivpfleger - mein heimlicher Lieblingscharakter. 🫶🏻

Ein wunderbar geschriebener Roman: unterhaltsam, witzig, schonungslos und ehrlich. Er zeigt, was passieren kann, wenn die Kraft nicht mehr reicht und kein stabiles Netz auffängt. Und er macht auch schmerzhaft klar, dass es eben nicht oft eine "Hansastraße 20" gibt ...

Es gäbe so viele kluge und schöne Zitate, die ich hier teilen können - aber ehrlich: Lest das Buch einfach selbst, es lohnt sich. 😉

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Veröffentlicht am 18.04.2026

Frauen und das Meer

Heldinnen der Meere
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Dies ist mit Abstand das schönste Buch in meinem Regal - eine absolute Augenweide und dazu noch unglaublich hochwertig verarbeitet. Ich habe es tatsächlich mehrmals einfach nur in den Händen gehalten und ...

Dies ist mit Abstand das schönste Buch in meinem Regal - eine absolute Augenweide und dazu noch unglaublich hochwertig verarbeitet. Ich habe es tatsächlich mehrmals einfach nur in den Händen gehalten und bewundert.

Doch nicht nur optisch überzeugt das Buch: Auch inhaltlich kann sich die Sammlung von Erzählungen über insgesamt 16 beeindruckende Frauen mehr als sehen lassen. 'Heldinnen der Meere' von Kerstin Ehmer, illustriert von Astrid und Robert Nippoldt, ist in vier Abschnitte gegliedert - "Am Strand", "Nah der Küste", "Auf hoher See" und "Am Meeresgrund" - und vereint darin ebenso vielfältige wie faszinierende Geschichten.

Nur wenige der porträtierten Frauen waren mir zuvor bekannt, und gerade das machte die Lektüre so spannend. Die Auswahl der Persönlichkeiten ist außergewöhnlich: von Göttinnen über Künstlerinnen bis hin zu Schwimmerinnen, Schriftstellerinnen und vielen mehr.

Besonders in Erinnerung geblieben sind mir Pat de Groot, die sich nie um Konventionen scherte, Zoe Lucas, die unermüdlich Müll aus dem Meer katalogisierte, Thurídur Einarsdottir, die sich in einer von Männern dominierten Welt behauptete, sowie Gertrude Ederle, die als erste Frau den Ärmelkanal durchschwamm. Aber eigentlich - wenn ich ehrlich bin - haben mich fast alle Geschichten begeistert. 😃

'Heldinnen der Meere' ist ein unterhaltsames, lehrreiches und zugleich wichtiges Buch - und dabei auch noch außergewöhnlich schön gestaltet. Eine klare Empfehlung für dieses Schmuckstück aus dem Mare Verlag. Und für alle, die das Meer lieben, ist es eigentlich ein absolutes Muss. 😃

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Veröffentlicht am 29.03.2026

Das perfekte Licht

Im Licht der Lofoten
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Wenn der Mare Verlag eines kann, dann sind es großartige Bücher. 😊
Schon Titel und und Cover haben sofort meine Aufmerksamkeit geweckt, und nach dem Klappentext war klar: Dieses Buch muss ich lesen.

'Im ...

Wenn der Mare Verlag eines kann, dann sind es großartige Bücher. 😊
Schon Titel und und Cover haben sofort meine Aufmerksamkeit geweckt, und nach dem Klappentext war klar: Dieses Buch muss ich lesen.

'Im Licht der Lofoten' von Sophie van der Linden, übersetzt von Valerie Schneider, erzählt - mir zum ersten Mal - von der schwedischen Malerin Anna Boberg. Mit einer eindrucksvollen, beinahe malerischen Sprache zeichnet die Autorin ein lebendiges Porträts dieser Künstlerin. Wunderschöne Naturbeschreibungen lassen die raue Landschaft der Lofoten vor dem inneren Auge entstehen, während zugleich die Dringlichkeit spürbar wird, jene perfekten Farben zu finden, die Boberg endlich die verdiente internationale Anerkennung bringen sollen. Es ist eine Geschichte von der rastlosen Suche nach dem idealen Licht - und von einer Frau, die ganz in ihrer Kunst aufgeht.

Anna Boberg ist tief verliebt in die wilde Schönheit der Lofoten. Jahr für Jahr zieht es sie hinaus in eine einsame Hütte, die ihr Ehemann, der berühmte Architekt Ferdinand Boberg, für sie gebaut hat. Dort lebt und arbeitet sie, stets auf der Suche nach den perfekten Bedingungen, getrieben von ihrer großen Leidenschaft: der Malerei.

Vor der Lektüre war mir Anna Boberg kein Begriff, doch das hat sich schnell geändert - und ich habe mich im Anschluss neugierig weiter mit ihr beschäftigt. Ihre Werke gefallen mir sehr, ebenso wie ihre selbstbewusste, mutige Persönlichkeit. Besonders berührt haben mich auch die leisen, aber spürbaren Gedanken zu ihrem Ehemann und die tiefe Verbundenheit zwischen den beiden. Dass er sie in ihrem künstlerischen Schaffen unterstützt und ihr den nötigen Freiraum lässt, habe ich mit großer Freude gelesen.

Und natürlich: dieser atemberaubende Schauplatz - die Lofoten. Einfach überwältigend.

Ein schmales Buch mit großer Wirkung. Ich kann es euch nur wärmstens ans Herz legen.

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