Platzhalter für Profilbild

Kado82

Lesejury Star
offline

Kado82 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Kado82 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.03.2026

Das perfekte Licht

Im Licht der Lofoten
0

Wenn der Mare Verlag eines kann, dann sind es großartige Bücher. 😊
Schon Titel und und Cover haben sofort meine Aufmerksamkeit geweckt, und nach dem Klappentext war klar: Dieses Buch muss ich lesen.

'Im ...

Wenn der Mare Verlag eines kann, dann sind es großartige Bücher. 😊
Schon Titel und und Cover haben sofort meine Aufmerksamkeit geweckt, und nach dem Klappentext war klar: Dieses Buch muss ich lesen.

'Im Licht der Lofoten' von Sophie van der Linden, übersetzt von Valerie Schneider, erzählt - mir zum ersten Mal - von der schwedischen Malerin Anna Boberg. Mit einer eindrucksvollen, beinahe malerischen Sprache zeichnet die Autorin ein lebendiges Porträts dieser Künstlerin. Wunderschöne Naturbeschreibungen lassen die raue Landschaft der Lofoten vor dem inneren Auge entstehen, während zugleich die Dringlichkeit spürbar wird, jene perfekten Farben zu finden, die Boberg endlich die verdiente internationale Anerkennung bringen sollen. Es ist eine Geschichte von der rastlosen Suche nach dem idealen Licht - und von einer Frau, die ganz in ihrer Kunst aufgeht.

Anna Boberg ist tief verliebt in die wilde Schönheit der Lofoten. Jahr für Jahr zieht es sie hinaus in eine einsame Hütte, die ihr Ehemann, der berühmte Architekt Ferdinand Boberg, für sie gebaut hat. Dort lebt und arbeitet sie, stets auf der Suche nach den perfekten Bedingungen, getrieben von ihrer großen Leidenschaft: der Malerei.

Vor der Lektüre war mir Anna Boberg kein Begriff, doch das hat sich schnell geändert - und ich habe mich im Anschluss neugierig weiter mit ihr beschäftigt. Ihre Werke gefallen mir sehr, ebenso wie ihre selbstbewusste, mutige Persönlichkeit. Besonders berührt haben mich auch die leisen, aber spürbaren Gedanken zu ihrem Ehemann und die tiefe Verbundenheit zwischen den beiden. Dass er sie in ihrem künstlerischen Schaffen unterstützt und ihr den nötigen Freiraum lässt, habe ich mit großer Freude gelesen.

Und natürlich: dieser atemberaubende Schauplatz - die Lofoten. Einfach überwältigend.

Ein schmales Buch mit großer Wirkung. Ich kann es euch nur wärmstens ans Herz legen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.03.2026

Wenn die Worte fehlten

Moosland
0

Kleine Info vorneweg: Ich konnte wirklich sofort ganz tief in diesen tollen Roman eintauchen und war richtig traurig als er zu Ende war.

Wir befinden uns im Jahr 1949, in der Nachkriegszeit. Überall herrscht ...

Kleine Info vorneweg: Ich konnte wirklich sofort ganz tief in diesen tollen Roman eintauchen und war richtig traurig als er zu Ende war.

Wir befinden uns im Jahr 1949, in der Nachkriegszeit. Überall herrscht Mangel. Auch in Island fehlen Arbeitskräfte auf den Höfen - und potenzielle Ehefrauen. Viele Frauen sind nach den Krieg mit amerikanischen Soldaten fortgegangen. Um diesem Problem entgegenzuwirken, wurde ein Aufruf gestartet: Deutsche Frauen sollten nach Island kommen, um dort ein neues Leben zu beginnen. So machten sich knapp 300 von ihnen auf den Weg - mit Hoffnung im Gepäck, aber auch mit Trauer, Verlust und großen inneren Wunden.

Auch unsere Protagonistin Elsa gehört zu ihnen. Sie ist schwer traumatisiert, voller Hoffnungslosigkeit und zunächst kaum in der Lage zu sprechen. Selbst einfache Worte fallen ihr schwer, und es dauert lange, bis sie ihre eigene Stimme - und gleichzeitig eine fremde Sprache - (wieder)findet.

Besonders mochte ich die Bauernfamilie, bei der Elsa schließlich unterkommt: den ruppigen Bauern und seine Frau, ihre beiden erwachsenen Söhne, eine verschwundene Tochter - und meine absolute Lieblingsfigur, den Knecht Halldór.
Diese Menschen rau, direkt und sehr echt. Genau wie die Natur Islands selbst: wunderschön, aber auch unerbittlich.

An 'Moosland' von Katrin Zipse habe ich vieles geliebt: die bildhaften Naturbeschreibungen, die eingewobenen isländischen Wörter und diesen kleinen sprachlichen Clou rund um die Namen der Isländer (der sich im Laufe der Geschichte entfaltet). Besonders berührt hat mich auch die leise, vorsichtige Annäherung zwischen den Figuren und die sensible Art, wie Elsas Verhalten und Entwicklung beschrieben werden.

Ein kleines bisschen mehr Hintergrund zu ihrem Erlebnis mit Sola hätte ich mir gewünscht - das wird nur angerissen. Außerdem endet die Geschichte für meinen Geschmack etwas abrupt. Ich hätte wirklich gerne noch weitergelesen.

Wie ihr vermutlich schon rauslesen konntet: Mir hat dieses atmosphärische Buch sehr gut gefallen und daher gibt es eine ganz, ganz große Leseempfehlung meinerseits. 😃

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.01.2026

Wer bin ich

Mutters Sprache
0

Ich liebe es, wie mein Lesejahr 2026 beginnt. 😏
Gleich zum Auftakt steige ich mit einer Cover-Schönheit ein - und dann ist es auch noch inhaltlich ein Volltreffer.
Ich bin echt zufrieden.

In 'Mutters ...

Ich liebe es, wie mein Lesejahr 2026 beginnt. 😏
Gleich zum Auftakt steige ich mit einer Cover-Schönheit ein - und dann ist es auch noch inhaltlich ein Volltreffer.
Ich bin echt zufrieden.

In 'Mutters Sprache' von Wlada Kolosowa begleiten wir drei Frauen mit russischen Wurzeln auf ihrem Weg zur und durch gewollte wie ungewollte Mutterschaften. Der Roman erzählt von Tragödien und Entwurzelung, von queerer Sehnsucht, tiefer Liebe und stellt immer wieder die großen Fragen: Woher komme ich? Und wo gehöre ich hin?
Dabei werden sowohl die politische Lage in Russland als auch das Thema Mutterschaft ohne Beschönigung und fernab der rosarote Brille beleuchtet.

Lisa ist frischgebackene Mutter - und plötzlich beginnt ihre bis dahin so fest verankert 'deutsche' Fassade zu bröckeln. Die lange verdrängten russischen Wurzeln kommen wieder zum Vorschein. Ihre Hebamme Aljona spielt dabei eine entscheidende Rolle: Sie vermittelt Lisa ein Gefühl von Heimat und weckt zugleich eine bislang unbekannte Begierde. Aus unterschiedlichen Motiven heraus begeben sich die beiden gemeinsam auf eine Reise zurück nach Nikel, Lisas Geburtsort jenseits des Polarkreises - dorthin, wo um Soldaten geworben wird.

Parallel dazu erfahren wir von Aljonas Vergangenheit, und auch Taja, Lisas Mutter, konfrontiert uns mit ihrer eigenen Geschichte - eine die sprachlos macht. Umso schmerzhafter ist es, dass Taja diese Sprachlosigkeit gegenüber ihrer Tochter und deren Herkunft bewahrt.

Dieser Roman spiegelt eindrücklich die Zerrissenheit mehrerer Generationen von Frauen wider, denen durch politische Umstände und nicht zuletzt durch patriarchale Strukturen und Denkweisen ihre Identität genommen wurde.

Ein beeindruckendes Buch, dem ich aus voller Überzeugung eine ganz klare Leseempfehlung ausspreche.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.12.2025

Weihnachts-Highlight

Wunder einer Winternacht
0

Ich dachte wirklich, ich hätte meinen Favoriten unter den Weihnachtsbüchern bereits vorher gefunden - doch ich wurde eines Besseren belehrt.
'Wunder einer Winternacht' von Marko Leino ist in Sachen Gefühl ...

Ich dachte wirklich, ich hätte meinen Favoriten unter den Weihnachtsbüchern bereits vorher gefunden - doch ich wurde eines Besseren belehrt.
'Wunder einer Winternacht' von Marko Leino ist in Sachen Gefühl und Sinn der Weihnacht kaum zu übertreffen. Zum Jahresende nochmal ein absolutes Highlight - und das ist keineswegs übertrieben. 🥹

Der kleine Nikolas steht nach einem schweren Schicksalsschlag im Alter von gerade einmal fünf Jahren ganz alleine da. Wie schön, dass es die warmherzige Dorfgemeinschaft des kleinen Fischerörtchens Korvajoki gibt. Obwohl jede Familie selbst von Jahr zu Jahr ums Überleben kämpft, treffen sie gemeinsam eine ungewöhnliche Entscheidung: Nikolas soll jeweils ein Jahr bei einer Familie leben und immer an Weihnachten weiterziehen.

Anfangs leidet der Junge sehr unter dieser Situation, doch mit der Zeit helfen ihm die liebevollen Menschen, Vertrauen zu fassen und langsam zu heilen. Als stillen Dank schnitzt Nikolas jedes Jahr kleine Holzgeschenke für die Kinder seiner jeweiligen Gastfamilie - eine liebevolle Geste , die zeigt, wie viel Wärme und Mitgefühl trotz aller Entbehrungen in ihm stecken.

Nach einigen Jahren jedoch kommt ein wirtschaftlich besonders schlechtes Jahr - und der einzige, der Nikolas aufnehmen kann, ist der mürrische, eigenbrötlerische Tischler Iisakki. Für ihn ist Nikolas zunächst nichts weiter als eine billige Arbeitskraft. Doch dann geschieht ein kleines Weihnachtswunder.

Mehr möchte ich gar nicht verraten, denn gerade die leisen, überraschenden Momente machen diese Geschichte so unglaublich zauberhaft.
Während des Lesens war ich traurig, freudig überrascht, voller Mitgefühl und mehrfach zu Tränen gerührt - ein Wechselbad der Gefühle.

Eine wunderschöne Weihnachtsgeschichte, die sich tief in mein Herz eingebrannt hat. Von mir eine ganz klare Leseempfehlung.

Den Film habe ich mir im Anschluss ebenfalls angesehen, doch für mein Empfinden fehlt dort einiges. Vor allem konnte das besondere Gefühl des Buches bei Weitem nicht so intensiv transportiert werden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.12.2025

Das Weihnachts-Geheimnis

Das Geheimnis der Weihnachtskiste
0

'Das Geheimnis der Weihnachtskiste' war thematisch vielfältiger, als ich erwartet hatte - und genau das hat mir besonders gut gefallen.
Es steckt ganz viel Wohlfühlatmosphäre darin, mit einer wunderbaren ...

'Das Geheimnis der Weihnachtskiste' war thematisch vielfältiger, als ich erwartet hatte - und genau das hat mir besonders gut gefallen.
Es steckt ganz viel Wohlfühlatmosphäre darin, mit einer wunderbaren Kulisse in Husum. Gleichzeitig greift die Geschichte auch ernstere Themen auf, die mir das ein oder andere Tränchen entlockt haben. Dennoch bleibt alles in einem Rahmen, der mich am Ende eher beseelt als traurig zurückgelassen hat.

Rike erfährt völlig überraschend, dass ihre Mutter Vally die alte Fischerkate - ihr Elternhaus - verkaufen möchte. Trotz des Weihnachtstrubels organisiert Rike alles um und reist nach Husum, um ihre Mutter zu unterstützen. Da Mutter und Tochter in ihrer Einstellung zu Weihnachten kaum unterschiedlicher sein können, sind Konflikte vorprogrammiert. Doch es passiert noch soviel mehr: Rike kommt überraschend zu einem Aushilfsjob in einer ganz besonderen Location, trifft einen alten Schwarm wieder und ihre Mitarbeit an einer Beitragsreihe für die Husumer Zeitung lässt ein lange verborgenes Geheimnis erahnen.

Die Autorin Lisa Ahland hat hier einen Weihnachtsroman geschaffen, der cozy ist, ohne kitschig zu wirken. Es passiert viel, aber nichts fühlt sich überladen an. Weihnachtsfeeling kommt auf, auch wenn nicht alles heile Welt ist - und genau das macht die Geschichte so besonders.

'Das Geheimnis der Weihnachtskiste' war für mich das perfekte Weihnachtsbuch und ich kann es euch wirklich von Herzen empfehlen. 🎄✨️

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere