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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.04.2026

Der Weg ist das Ziel

Die Reisenden der Hankyu-Bahn
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Mir hat das Erzählkonzept, bei dem die Charaktere immer die Interaktionen der Figuren vor ihnen in der Bahn beobachten, nur um dann selbst in den Fokus zu rücken, so wie die Stationen der Bahn voranschreiten, ...

Mir hat das Erzählkonzept, bei dem die Charaktere immer die Interaktionen der Figuren vor ihnen in der Bahn beobachten, nur um dann selbst in den Fokus zu rücken, so wie die Stationen der Bahn voranschreiten, richtig gut gefallen. So ist alles im steten Fluss. Die Kapitel sind angenehm kurz und leicht zu lesen.

Es geht bei all den Begegnungen und Geschichten um zwischenmenschliche Beziehungen unterschiedlicher Art, wobei vor allem romantische Beziehungen im Fokus stehen. Ich finds sehr spannend, wie sich hier Bekanntschaften und Beziehungen anbandeln, welchen Konventionen und Regeln dabei gefolgt wird.

Dabei ist der Leser so ein bisschen Zaungast dieser Interaktionen, die wie Schlaglichter beleuchtet werden. Und obwohl sich diese Episoden natürlich eher oberflächlich abspielen, lernt man doch auch einiges über die Figuren, ihre Gedanken und Gefühle. Das fand ich schön inszeniert und habe mich zum Beispiel Shoko sehr verbunden gefühlt.

Ein schönes Buch mit sehr greifbaren, alltäglichen Geschichten. Mir hats gut gefallen.

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Veröffentlicht am 06.04.2026

starkes Buch, authentisches Thema

Ausradiert
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Percival Everett lesen ist, wie eine Geschenkpackung zu öffnen: man weiß nie was einen erwartet. Dieses Buch hat mir wieder richtig gut gefallen, auch wenn ich die Erzählung, mit den verschiedenen Einschüben ...

Percival Everett lesen ist, wie eine Geschenkpackung zu öffnen: man weiß nie was einen erwartet. Dieses Buch hat mir wieder richtig gut gefallen, auch wenn ich die Erzählung, mit den verschiedenen Einschüben von Monks diversen Ideen nicht immer so ansprechend fand. Ist aber mal eine andere Art zu erzählen und es fiel mir leicht, mich darauf einzulassen, weil es in den Kontext der Geschichte des erfolglosen, aber ambitionierten Autors passt, der sich unbedingt abseits der Konventionen beweisen will.

Ich war überrascht wie sogartig mich die Erzählung rund um Thelonious direkt von Anfang an gefangen nahm. Ich gebe zu zum Beispiel den Inhalt seines Vortrag übersprungen zu haben, weil ich damit inhaltlich nichts anfangen konnte. Da dieser Exkurs aber, wie seine Romanideen losgelöst von der Handlung steht, macht es nichts aus. Und auch seine sonstigen Romanideen lesen sich nicht unbedingt ansprechend, was natürlich wieder den Kern der Geschichte untermauert, dass er einfach nicht für die Massen und nicht kommerziell genug schreibt. Ich fand das übergreifende Thema rund die Arbeit als Autor, der Erwartungshaltung der Leserschaft und dessen, was als kommerziell erfolgreich gilt, interessant angelegt.

Ein genialer Kniff war für mich die Geschichte in der Geschichte. Und die ist, wenn auch sehr klischeehaft angelegt, echt packend, auch wenn Mona selbst das nicht unbedingt eingestehen will.
Es geht innerhalb der Story zwar viel um Thelonious Arbeit als Autor, trotzdem ist das Buch über weite Strecken auch einfach eine Familiengeschichte. Und Thelonious Familie hält einiges an Tragödien bereit, sodass der Leser eigentlich nie zur Ruhe kommt.. Zwischendurch bekommt man das Gefühlt die einzige Person bei Verstand ist die Haushälterin, die scheinbar noch gerade rechtzeitig den Absprung schafft.

Everett lesen ist für mich immer so ein kleines Erlebnis für sich. Die Geschichte hatte wieder einiges an Skurrilität, aber hat irgendwie auch einen Nerv getroffen. Fands gut, werde mir jetzt auch die Verfilmung ansehen.

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Veröffentlicht am 29.03.2026

Grenzte an Tortur den beiden zuzusehen

The Night We Met
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Disclaimer: der Titel meiner Rezension ist keine negative Kritik, aber dieses Buch hat mich wahnsinnig gemacht. Ich hab unfassbar mitgefiebert, aber manchmal hats fast körperlich wehgetan, wie die beiden ...

Disclaimer: der Titel meiner Rezension ist keine negative Kritik, aber dieses Buch hat mich wahnsinnig gemacht. Ich hab unfassbar mitgefiebert, aber manchmal hats fast körperlich wehgetan, wie die beiden umeinander herumgeschlichen sind und vor allem auch wie schmerzlich Larissas Beziehung zwischenzeitlich war und was für toxische Tendenzen sie angenommen hat.
Ich finds aber so so schön, dass es Überschneidungen bei den Büchern von Abby Jiménez gibt und man als Leser so nochmal auf bereits bekannte Figuren trifft.

Mit der Lovestory habe ich dieses Mal so ein bisschen gestruggelt. Right Person, wrong time gefällt mir zwar echt gut, aber wie Chris sich für Larissa krumm macht, teilweise seinen Freund die Lorbeeren dafür einheimsen lässt und beide generell ziemlich umeinander herumschleichen, fühlte sich für keine der Figuren fair an. Das war definitiv nicht gesund und hat mich zwischenzeitlich echt gestört. Dafür ging es dann am Ende fast schon zu schnell und leicht

Gleichzeitig mochte ich aber, was für gute Freunde die beiden werden, wie viele Gemeinsamkeiten gaben und wie herzlich und witzig ihre Interaktionen sind. Habs geliebt wie Chris Larissas größter Fan ist und wirklich bedingungslos hinter ihr steht. Mein persönliches Highlight an dieser Geschichte waren trotzdem Wufferines animalische Entgleisungen. So witzig dieser Hund.

Hab das Buch, wie eigentlich jedes der Autorin, so ziemlich in einem Rutsch gelesen, weil es einfach super locker geschrieben ist und Spaß. Ernstere Themen werden zwar angeschnitten, aber eher oberflächlich behandelt und auch überraschend leicht aufgelöst. So richtig authentisch finde ich das nicht, aber von Büchern dieser Art erwarte ich auch eher leichte Unterhaltung. Und die bekommen man hier definitiv

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Veröffentlicht am 29.03.2026

Cool gemacht

Empire of Whispers and Shadows
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Wie klischeehaft ist bitte eine Liebesgeschichte zwischen einer nach Rache dürstenden Assassinin und dem Mörder ihrer Eltern?! Sehr, bin ich ehrlich. Ich finde Saya lässt ihre Deckung insgesamt viel zu ...

Wie klischeehaft ist bitte eine Liebesgeschichte zwischen einer nach Rache dürstenden Assassinin und dem Mörder ihrer Eltern?! Sehr, bin ich ehrlich. Ich finde Saya lässt ihre Deckung insgesamt viel zu schnell fallen, dafür wie lange ihr Groll schon in ihr schwelt. Funktioniert das ganze hier aber trotzdem hervorragend? Ja, weil die beiden sich eine gemeinsame Basis aufbauen, sich verwundbar machen und plötzlich gegen gemeinsame Feinde kämpfen müssen in einem Spiel, in dem sie eigentlich nur einander trauen können, wenn sie überleben wollen.

Ich mochte das Worldbuilding rund um die Stadt, wo Saya und Teno nicht nur herausfinden müssen, wie sie die Assassinenprüfung bestehen, sondern auch, wer es auf sie abgesehen hat. Und dabei wird es gefährlich, abenteuerlich und machmal führt es zu unerwarteter Nähe zwischen den beiden Protagonisten, die doch eigentlich Feinde sein sollten. Aber auch Sayas Kräfte, die alten Götter und das Schicksal der Gezeichneten selbst fand ich interessant angelegt.

Zwischendurch blitzt auch immer mal was aus der Vergangenheit der beiden Protagonisten durch, Erlebnisse, die sie geformt und zu diesen unerbittlichen Killern gemacht haben. Gleichzeitig offenbart es auch viel über ihre jeweiligen seelischen Verletzungen, ohne Schwachpunkte und was sie menschlich ausmacht. Ich fand die Entwicklung der beiden jeweils für sich, aber auch als Team, richtig cool angelegt.

Es passiert eigentlich durchweg etwas, sodass der Spannungsbogen konstant gehalten wird. Und das Ende war ja mal absolut mindblowing. Ich brauch ganz dringend den nächsten Band, weil ich unbedingt weiterlesen will.

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Veröffentlicht am 29.03.2026

Beziehungen und andere Lebenskrisen

Keeping it casual
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Keeping it casual trifft mit seinen Klischees rund um die Themen Beziehung, Dating, Freundschaft und Treue schon ziemlich den Nerv der Zeit und kam mir dadurch sehr nahbar und authentisch vor. Vor allem ...

Keeping it casual trifft mit seinen Klischees rund um die Themen Beziehung, Dating, Freundschaft und Treue schon ziemlich den Nerv der Zeit und kam mir dadurch sehr nahbar und authentisch vor. Vor allem die Idee der Online-Brieffreundschaft hat mir gut gefallen und ich habe den flirty-witzigen Schlagabtausch zwischen Max und Johnny sehr genossen.



Ich finds richtig cool, dass die Rezepte aus dem „auf die Löffel“- Projekt hinten im Buch abgedruckt sind, denn bin ehrlich, bei den Beschreibungen der Gerichte bekommt man nicht nur Hunger, sondern auch Lust aufs Kochen.



Ungefähr in der Hälfte des Buches hatte ich nen halben Herzinfakt, weil ich dachte Mac könnte einen wahnsinnig großen Fehler machen, aber zum Glück kommt alles genauso, wie so soll. Ich mochte den Vibe rund um das Thema „das Leben auskosten“. Die Geschichte wirkte schon auch wie ein kleiner Befreiungsschlag und ich habe sehr mit Max mitgefühlt und mitgefiebert.



Kleines Manko: am Ende fügt sich alles irgendwie zu schnell. Es gibt keine Aussprachen, keine Konfrontationen oder weiterführenden Erklärungen. Das fand ich ein bisschen schade, weil es den Schluss doch irgendwie auch unauthentisch und zu glatt macht, nachdem man Max zu Anfang fast schon kleinteilig bei allem begleitet.



Das Buch ist wahnsinnig kurzweilig, durch die teilweise schrägen Dialoge aber witzig und unterhaltsam. Es ist ein eher oberflächlicher Roman, der durch seine lockere Art besticht. Habs gern gelesen, auch wenn ichs thematisch etwas überladen und dadurch nicht ausreichend aufgearbeitet fand.

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