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Veröffentlicht am 28.04.2026

Und alles zerbricht

Und alles zerbricht (Paper Hearts 1)
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"Und alles zerbricht" von Maxine Reuker ist in der Hörbuchfassung von Hannah Schepmann und Louis Friedemann Thiele gesprochen. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, bei diesem ...

"Und alles zerbricht" von Maxine Reuker ist in der Hörbuchfassung von Hannah Schepmann und Louis Friedemann Thiele gesprochen. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, bei diesem Buch beinahe in doppelter Geschwindigkeit. Mir sind Hörbücher meist zu langsam eingesprochen. Die Stimme der Sprecherin und des Sprechers kann ich daher nur bedingt einschätzen, aber auch bei höherer Geschwindigkeit waren diese noch sehr angenehm zu hören. Betonungen kamen gut heraus und haben den Inhalt unterstützt.
Die grundlegende Story hat mir gut gefallen, den Fokus aufs Thema Ess-Störungen finde ich auch sehr wichtig, ein Teil der Story spielt in einer spezialisierten Klinik. Ich fand hier besonders gut Dynamiken einer solchen Erkrankung und mögliche Entstehungsursachen sehr solide und authentisch herausgearbeitet. Protagonistin Mila hat einige Päckchen zu tragen, bestimmte Gedankenmuster festigen sich und sie sucht nach Halt und Kontrolle. Hier war viel Authentizität in den Darstellungen zu spüren. Auch die Schilderungen des Klinikalltags fand ich nachvollziehbar und realitätsnah. Auch die grundlegenden Charakterisierungen von Protagonistin Mila und aber auch den weiteren Charakteren fand ich gut gelungen. Die Charaktere waren mehrdimensional und vielschichtig.
Was mich weniger mitnehmen konnte, war die sich entwickelnde Beziehung innerhalb des Klinikaufenthaltes. Die Nähe und Vertrautheit war mir zu schnell zu unbegründet, vielleicht auch ein "typischer Teenie-Crush", der hier aber durchaus ernsthafte Konsequenzen mit sich zieht. Hier ist mir zu schnell zu viel passiert, auch das Machtgefälle zwischen den beiden hat einen gewissen Beigeschmack. Ich konnte die Dynamik der 'Beziehung' nicht gut greifen. Zwischenzeitlich habe ich die Ernsthaftigkeit der Gefühle zueinander bezweifelt, zum Ende des Buches hin konnte ich etwas mehr davon überzeugt werden, dass es sich um eine ernst gemeinte Anziehung handelt.
Das Ende ist bewusst offen gewählt und lässt einige Fragen für den zweiten Band offen,..

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Die strikteste Grenze ist die eigene Vernunft

Statt aus dem Fenster zu schauen
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Nachdem ich schon sehr viel Gutes über dieses Buch gehört hatte, war ich umso gespannter es selbst zu lesen. Die Thematik klingt auf dem Klappentext vielversprechend.
Tatsächlich hatte ich dann auf dem ...

Nachdem ich schon sehr viel Gutes über dieses Buch gehört hatte, war ich umso gespannter es selbst zu lesen. Die Thematik klingt auf dem Klappentext vielversprechend.
Tatsächlich hatte ich dann auf dem ersten Drittel meine Probleme mit dem Buch. So richtig wollte mir der Einstieg in die Story nicht gelingen, ich fand die Story zäh und die langwierigen inneren Gedankenketten von Protagonistin Sophie wenig mitnehmend. Glücklicherweise habe ich dem Buch eine Chance gegeben und weitergelesen. Denn im Verlauf konnte ich immer weiter und besser in die ostdeutsche Provinz, Sophies Leben im baufälligen Haus und den Schwierigkeiten der Lebensgestaltung eintauchen. Die letzten zwei Drittel habe ich in einem Rutsch durchgelesen, so sehr hatte mich die Story im Bann.
Auch wenn die Auseinandersetzung mit den angestoßenen Themen teils oberflächlich blieb und ich mich nur bedingt mit dem Ende arrangieren konnte, habe ich das Buch mit einem guten Gefühl beendet.
Sophie ist eine spannende Protagonistin, die sich bewusst von den ihr engsten Personen abgrenzt. Ihren Eltern verschweigt sie den Hauskauf, auch wenn sie immer wieder eine gute Beziehungen zu ihnen proklamiert. Diese Beziehung zwischen Sophie und den Eltern wirkte wenig greifbar und passte irgendwie nicht ganz ins Bild, ohne dass ich genau benennen könnte, was mich daran stört. Allgemein blieben die Nebencharaktere eher blass, der Fokus der Erzählung liegt klar auf Sophies innerem Erleben.
Eine Stärke dieses Buches liegt in der Sprache und der Ruhe. Es passiert selten, dass ich Sätze mehrfach lese, weil sie mir so gefallen - hier gleich mehrfach. Immer wieder kommen kluge Reflexionen, die etwas in der restlichen Handlung untergehen oder nicht weiter verfolgt werden. Dennoch stößt dies auch bei der lesenden Person eine innere Reflexion zur Lebensgestaltung an.
Insgesamt habe ich "Statt aus dem Fenster zu schauen" gern gelesen, auch wenn ich meine Startschwierigkeiten mit dem Buch hatte. Trotz einiger unrunden Aspekte sind Atmosphäre und Grundgedanke lesenswert!

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Veröffentlicht am 29.03.2026

absurd und einprägsam

Es war nicht anders möglich
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Nach dem Lesen kann ich meine Gefühle zu diesem Buch noch nicht so richtig einordnen. Die Stimmung ist düster und melancholisch, es wird schnell deutlich, wie sehr Protagonistin Martina leidet. Andererseits ...

Nach dem Lesen kann ich meine Gefühle zu diesem Buch noch nicht so richtig einordnen. Die Stimmung ist düster und melancholisch, es wird schnell deutlich, wie sehr Protagonistin Martina leidet. Andererseits scheint sie sich selbst auch aufgegeben zu haben, lässt sich ziellos treiben und kämpft nicht für sich. Sie ist nicht in der Lage Verantwortung für sich oder ihr Handeln zu übernehmen. Im Verlauf der Handlung wird dies immer deutlicher und diesem Zerfall durch die Perspektive der Protagonistin beizuwohnen ist für mich schwer auszuhalten gewesen.
Dabei ist M. als Erzählerin ziemlich unzuverlässig, ihre Perspektive getrübt durch Substanzkonsum, Trauer und Dissoziation, psychischen Krisen und Verzerrung der Realität. Die geschilderten Inhalte mit einer anderen Perspektive wären vermutlich noch weniger aushaltbar. Damit ist diese Erzählperspektive wirklich interessant, denn so klar ist nie, was nun M.s Wahrnehmung oder die Realität ist. Auf diese Unzuverlässigkeit und generell aber auch Absurdität der Schilderungen musste ich mich aber erst ein mal einstellen und ich bin mir noch immer nicht sicher, ob es mir schlussendlich gefallen hat. Der Erzählfluss ist aufgrund der eigenwilligen Perspektive stockend und teils unzusammenhängend - das ist im großen Gesamtbild stimmig, im direkten Lesen jedoch auch immer wieder eine Unterbrechung.
Vorrangig hatte ich während des Lesens Mitleid mit M. und ich wünschte mir, dass sie sich ein bisschen besser zusammenbekommt - andererseits war ich auch überrascht, dass sie noch so selbstständig leben kann, wie es beschrieben ist.
Insgesamt tut mir M. einfach nur leid. Sie hat keinerlei soziales Netz, das sie auffangen könnte. Sie wirkt ankerlos und damit auch in sich recht verloren.

"Es war nicht anders möglich" ist auf jeden Fall ein Buch, das sich abhebt und einige Zeit in Erinnerung bleiben wird…

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Vierzig Gefangene

Ich, die ich Männer nicht kannte
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Das Setting dieses Buches ist wahrlich dystopisch und auch durch die Erzählperspektive ziemlich speziell: Die Erzählerin lebt ihr gesamtes Leben, an das sie sich erinnern kann auf einem Planten mit anderen ...

Das Setting dieses Buches ist wahrlich dystopisch und auch durch die Erzählperspektive ziemlich speziell: Die Erzählerin lebt ihr gesamtes Leben, an das sie sich erinnern kann auf einem Planten mit anderen Frauen, zunächst eingesperrt in einem Käfig. Die Geschichte wird rückblickend erzählt, die Erzählerin schaut auf ihr Leben zurück und berichtet von ihren Erlebnissen.
Die Story bleibt ruhig, die Handlung zieht sich gemächlich, ohne nennenswerte Spannungsspitzen. Das passt zum Gesamtbild, hatte für mich dadurch aber auch einige Längen und Wiederholungen.
Autorin Jacqueline Harpman schrieb dieses Buch bereits 1995 und unter dieser Gegebenheit sollte es auch gelesen werden: Es finden sich viele analytische und gesellschaftskritische Elemente. Es geht vor allem auch um eine Auseinandersetzung mit dem Sinn und Zweck der Gesellschaft, auf einer übergeordneten Ebene auch um den Sinn des Lebens und der Frage nach Freiheit. Hier stößt Harpman viele Fragen an und lässt den Großteil davon unbeantwortet.
Insgesamt ist "Ich, die ich Männer nicht kannte" ein sehr leiser und nachdenklicher Roman, der existenzielle Fragen in dystopischen Setting aufwirft.

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Veröffentlicht am 25.02.2026

Therapie und Übertragung

Happiness Forever
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"Happiness Forever" ist ein Roman von Adelaide Faith. Am Klappentext hat mich der Humor interessiert, auch die Grundstory über die Obsession mit der Therapeutin klang sehr interessant. Übersetzt wurde ...

"Happiness Forever" ist ein Roman von Adelaide Faith. Am Klappentext hat mich der Humor interessiert, auch die Grundstory über die Obsession mit der Therapeutin klang sehr interessant. Übersetzt wurde das Buch durch Henriette Zeltner-Shane.
Vorneweg muss ich sagen, dass ich den Humor, den der Klappentext einbringt im restlichen Buch weniger ausgeprägt erlebt habe. Das fand ich etwas schade. Dennoch war der Stil angenehm zu lesen. Die Story dreht sich um die Obsession von Protagonistin Sylvie mit ihrer Therapeutin. Von Beginn an scheint dieses Ungleichgewicht merkwürdig an. Sylvie selbst ist eine Person, die nicht gut in ihrem Leben angekommen ist. Durch viele skizzierte Therapiesitzungen werden vergangene, missbräuchliche Erfahrungen beschrieben. Spannend fand ich, dass die Obsession der Therapeutin kommuniziert wird, diese das sehr entspannt nimmt und mit Übertragung argumentiert, Durch diese Einordnung entstand für mich keine sonderliche Dynamik in dieser Beziehung, Sylvies Empfindungen liefen in luftleeren Raum. Interessanter fand ich dafür die Entwicklung der Freundschaft zu Chloe, wenngleich viele vage Stellen in den Beschreibungen zu finden sind.
Insgesamt hat mich dieses Buch eher verwundert als begeistert. Die eigenliche Handlung kann dem Teaser des Klappentextes nicht ganz gerecht werden. Dennoch ist die ruhige und durchaus besonnene Handlung gut zu verfolgen - ich hätte mir mehr Charakterentwicklung gewünscht, denn Weiterentwicklung sieht man bei Sylvie eher nicht.

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