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Veröffentlicht am 16.05.2026

Nimmt einen mit in ein junges Leben

Hard Land
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Das Buch hat mich von der ersten Seite an berührt. Die Gedanken und Erfahrungen eines Heranwachsenden nehmen einen mit und lassen die eine oder andere eigene Erinnerung mit Höhen und Tiefen wieder aufsteigen. ...

Das Buch hat mich von der ersten Seite an berührt. Die Gedanken und Erfahrungen eines Heranwachsenden nehmen einen mit und lassen die eine oder andere eigene Erinnerung mit Höhen und Tiefen wieder aufsteigen. Seite für Seite liest sich einfach weg. Die Erzählung handelt von Beginn und Ende, von Freundschaft und Verlust. Emotionen kochen in den Protagonisten hoch und lassen den Leser auch nicht kalt. Klare Leseempfehlung!

Der Roman spielt in Missouri, im Jahr 1985 und erzählt von einem wichtigen Jahr - vielleicht dem wichtigsten Jahr überhaupt - im Leben von Sam. Während seine ältere Schwester Jean an der Westküste lebt, wohnt Sam mit seinen Eltern in der Kleinstadt Grady. Sams Mutter, eine außergewöhnliche Frau, ist schwer krank, das lastet auf der ganzen Familie und Sam versucht es zu verdrängen. Als in sich gekehrter Einzelgänger mit wenig Selbstbewusstsein und geheimen Ängsten fällt es ihm schwer, Freunde zu finden. Im örtlichen Kino lernt er dann 3 ältere Mitschüler kennen, mit denen er den Sommer verbringt. Besondere Freundschaften entstehen, intensiv gelebte Momente verbinden die vier jungen Leute. So wie der Beginn der Freundschaften, ist auch deren mögliches Ende schon absehbar, da die Älteren aufs College gehen werden und Sam noch zwei weitere Jahre zur Schule gehen wird. Jeder in dieser Gruppe hat zudem seine eigene Geschichte. Zu Kirstie, der einzigen jungen Frau in der Gruppe, entwickelt Sam eine besondere Zuneigung. Diese wird auch erwidert, aber nicht so, wie es ein Junge auf der Schwelle zum Mann erhofft. Sam feiert seinen 16. Geburtstag mit seinen Freunden, am nächsten Tag stirbt seine Mutter…

Für Sam endet in diesem Jahr die Kindheit, er entdeckt sich und auch seine Familie neu. Andere Blickwinkel erschließen sich ihm und er lernt auch seinen Vater besser zu verstehen. Nicht nur die Menschen selbst oder die Sicht auf den einzelnen Menschen verändert sich. Auch die Kleinstadt ist Veränderungen unterworfen. Alles ist vergänglich, die Jugend erlebt man nur einmal. Erinnerungen bleiben.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Kochen macht glücklich

Maries Glücksküche – Die Schule am Meer
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Marie zieht mit ihrer Familie nach Südfrankreich, weil ihre Mutter dort eine Stelle als Köchin in der Schule annimmt. In dem kleinen Ort am Meer lebt auch ihre französische Großmutter, die eine ganz besondere ...

Marie zieht mit ihrer Familie nach Südfrankreich, weil ihre Mutter dort eine Stelle als Köchin in der Schule annimmt. In dem kleinen Ort am Meer lebt auch ihre französische Großmutter, die eine ganz besondere Kochkunst beherrscht. Während sich ihr älterer Bruder schnell gut einlebt, fällt Marie der Start noch etwas schwer. Als ihre Großmutter anfängt, Marie in das Familiengeheimnis einzuweihen, ändert sich alles.
Ein farbenfrohes Cover lenkt gleich den Blick auf das Buch. Dazu kommen schöne schwarz-weiße Illustrationen im Buch. Schriftsatz und Kapitellänge sind für die Altersgruppe passend. Die Geschichte ist eingängig. Marie ist von Beginn an sympathisch - wie ihre ganze Familie. Das Buch liest sich kurzweilig und einige französische Begriffe sorgen für Lokalkolorit. Ebenso die Szene auf dem Wochenmarkt trägt zum Frankreich-Feeling bei. Die vielen kleinen Ideen einschließlich der Rezepte am Buchende sorgen auch für viel Lesespaß. Kindern wird es nicht langweilig werden, da viel in rascher Folge passiert. Maries neue Freundin Coco wird wichtig für sie und beide zusammen geben bald ein gutes, eingeschworenes Team ab. Von den übrigen Charakteren spielt vor allem Oma Aveline eine wichtige Rolle. Der Schluss bildet einen schönen und familientauglichen Ausklang für die Geschichte. Für sich gesehen ist die Geschichte erst einmal abgeschlossen, aber das Buch schreit einfach nach einer Fortsetzung! Ich werde demnächst auch mal mit den Kräutern tanzen, vielleicht hilft es ja, beim Kochen eine besondere Note zu "zaubern". Eine liebenswerte Geschichte, besonders passend für die Sommerferien!

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Veröffentlicht am 22.04.2026

Exorbitant gut

Die Känguru-Rebellion (Die Känguru-Werke 5)
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Ich kenne alle Vorgängerbände und konnte auch bereits meinen Neffen dafür begeistern! Ein aufrührerisches Cover in Pink, mit dem Känguru in Pose, das ist schon ein echter Hingucker. Und schon der Einstieg, ...

Ich kenne alle Vorgängerbände und konnte auch bereits meinen Neffen dafür begeistern! Ein aufrührerisches Cover in Pink, mit dem Känguru in Pose, das ist schon ein echter Hingucker. Und schon der Einstieg, die Frage nach der Weltlage, und der Antwort „Fang doch nicht gleich mit so ’nem Downer an. So würdest du doch auch nicht dein neues Buch beginnen“ Doch, genauso!
Die Anmerkungen treffen auf den Punkt, es steckt viel an Wahrheiten in den bemerkenswert gut formulierten Texten. Ich bedauere es sehr, dass gerade die Menschen, die es nötig hätten sich mit diesen Ausführungen zu befassen, das Buch leider nicht lesen werden. Marc-Uwe Kling geht nicht zimperlich vor, gerade das gefällt mir. Bei den vielen Wahrheiten sollte man beim Lesen immer mal eine Pause machen, um alles für sich selbst einzuordnen. Sonst würden einige Gedanken in der Flut untergehen. Von daher haben mich auch einige Redundanzen nicht gestört, denn viele Gedankengängen sind eine Wiederholung wert. Ich habe die Lektüre mit den entstandenen Bildern, die sich beim Lesen im Kopf breit gemacht haben, genossen und mich dabei auch amüsiert. Und dies in dem Wissen, dass viele Realitäten nicht zum Lachen sind.
Bei den vielen Faktenfeinden (sehr treffender Begriff) braucht die Welt gerade dieses Buch und eine Känguru-Rebellion! Ich bin dabei!

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Albtraumhaftes Geschehen und fast jede(r) verfolgt seine eigenen Ziele

Missing Page - Tödliche Worte
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Zum Inhalt:
Antonia, genannt Toni, nimmt in Schottland an einem Schreibworkshop eines erfolgreichen, aber exzentrischen Autors teil. Außer ihr sind fünf weitere jugendliche Teilnehmer - und abgesehen von ...

Zum Inhalt:
Antonia, genannt Toni, nimmt in Schottland an einem Schreibworkshop eines erfolgreichen, aber exzentrischen Autors teil. Außer ihr sind fünf weitere jugendliche Teilnehmer - und abgesehen von dem Hausherrn - noch vier Bedienstete auf dem Anwesen zugegen. Der Autor, Richard Giffard, weckt Erwartungen, denn er will sein gesamtes Vermögen dem überzeugendsten Schreibtalent unter den jugendlichen Aspiranten vermachen.
Ein Sturm zieht auf, sie werden von der übrigen Welt abgeschnitten. Seltsame Erscheinungen, ein Einbruch und weitere zunächst nicht zu erklärende Vorkommnisse bis hin zu einem Todesfall schaffen eine Atmosphäre voller Misstrauen. Für Schlafwandlerin Toni verwischen, nicht zuletzt auch aufgrund ihrer Alpträume, Traum und Wirklichkeit. Letztendlich fängt sie an, an ihrer eigenen Wahrnehmung zu zweifeln.

Meine Meinung:
Adressiert an die Leserinnen und Leser von Y/A-Literatur kann der Thriller durchaus Begeisterung bei der älteren Generation auslösen, denn wer Lust am Miträtseln hat, ist bei diesem Buch richtig. Es braucht einen Moment, bis man sich mit den Protagonisten vertraut gemacht hat, aber wenn man in der Geschichte angekommen ist, will man mit dem Lesen nicht mehr aufhören. Katie Kentos Schreibstil ist locker und flüssig, sie fängt die unterschiedlichen Charaktere gut ein und versteht es, uns die Personen nahe zu bringen. Besonders gut gelingt dies bei Toni, die im Mittelpunkt steht und aus deren Sicht uns die Handlung erzählt wird. Sehr gut gelungen ist die Verbindung zwischen Toni und ihrer toten Mutter, zu der sie den inneren Dialog sucht. Ihre Mutter war Kommissarin und so versucht Toni sich als Ermittlerin auf ihren Spuren. Ja, viel von Tonis Handeln wird bestimmt von dem Andenken an ihre Mutter.
Das Buch punktet zudem durch die über weiten Strecken erhaltene Spannung und die unterschiedlichen Motivlagen, die die Leserschaft immer wieder auf vermeintlich eindeutige Spuren führen. Die zarte Liebesbeziehung spielt zwar eine Rolle, aber dominiert nicht die Handlung, ist wohldosiert. Da ich keine Freundin von Liebesromanen bin, ist mir dies positiv aufgefallen. Am Ende überrascht die Auflösung. Mit während des Lesens nicht angedachten Verbindungen und in der Manier eines Hercule Poirot wird uns das Ergebnis präsentiert, welches mich zufrieden das Buch beiseite legen ließ. Dazu trug auch der gelungene Epilog am Ende bei. Bleibt noch zu erwähnen, dass das Buch optisch auch ein Highlight ist.

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Veröffentlicht am 14.03.2026

Magisch, märchenhaft, melancholisch, aber auch mutmachend

Flora Brimble und der verlorene Frühling
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Der Winter ist hartnäckig und Flora entschließt sich an ihrem 13. Geburtstag die Maikönigin zu suchen, um endlich den Frühling in ihren Ort zurückzubringen - den Frühling, den sie so wunderbar in ihren ...

Der Winter ist hartnäckig und Flora entschließt sich an ihrem 13. Geburtstag die Maikönigin zu suchen, um endlich den Frühling in ihren Ort zurückzubringen - den Frühling, den sie so wunderbar in ihren Geschichten beschreibt. Auf der abenteuerlichen Reise wird sie von dem Eichhörnchen Parzival und Kobold Grisold begleitet, lernt dabei Harriet aus ihren eigenen Geschichten kennen und muss gegen die böse Hexe Ych bestehen.
Das Buch wirkt wie aus einer anderen Zeit, der erzählende Schreibstil ist ganz besonders, die Formulierungen sind ausgefeilt und erinnern an eine Märchengeschichte. Über weite Strecken wirkt das Buch beklemmend und scheinbar ohne Hoffnung. Aber nur scheinbar, denn Flora trägt die Hoffnung in sich. Die Reisegefährten bringen Leichtigkeit und Humor mit und tragen dazu bei, dass die Geschichte sich gut, flüssig und interessant liest. Mir kamen dabei die Matroschkas in den Sinn, die verschachtelten Puppen, denn auch die Geschichte in der Geschichte wirkt feingesponnen und in sich verflochten. Neben dem Wert von Freundschaft geht es dabei darum, die eigenen Ängste zu überwinden, mutig zu sein und seine Ziele nicht aus den Augen zu verlieren. Schon Floras Augen auf dem Cover ziehen einen in den Bann und dies macht auch die Geschichte, von der man sich gerne verzaubern lässt.

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