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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.06.2026

Skurril, chaotisch, unterhaltsam

Hope Joanna
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Mit „Hope Joanna“ zeigt Horst Evers einmal mehr seinen besonderen Humor. Der Roman verbindet Krimi, Satire und Berliner Großstadtchaos zu einer Geschichte, die sich angenehm anders anfühlt als typische ...

Mit „Hope Joanna“ zeigt Horst Evers einmal mehr seinen besonderen Humor. Der Roman verbindet Krimi, Satire und Berliner Großstadtchaos zu einer Geschichte, die sich angenehm anders anfühlt als typische Ermittlerromane.

Im Mittelpunkt steht Hope Joanna Marlow, eine Polizistin mit ungewöhnlicher Vergangenheit, die plötzlich stärker in der Öffentlichkeit steht, als ihr lieb ist. Während Berlin zunehmend aus dem Gleichgewicht gerät, muss sie sich mit einem Fall beschäftigen, der schnell immer größere Ausmaße annimmt.

Besonders gelungen ist die Atmosphäre des Buches. Der Berliner Humor zieht sich durch die gesamte Geschichte, viele Dialoge sind trocken, pointiert und voller kleiner Beobachtungen aus dem Alltag. Gleichzeitig schafft es der Autor, aktuelle gesellschaftliche Themen locker in die Handlung einzubauen, ohne dass es belehrend wirkt.

Der größte Pluspunkt ist definitiv der Stil. Das Buch liest sich leicht, schnell und oft sehr unterhaltsam. Die Mischung aus Krimi und absurdem Humor funktioniert überraschend gut. Allerdings muss man sich auf die teils sehr überdrehte Handlung einlassen können. Nicht jede Szene wirkt komplett rund, manche Figuren bleiben etwas oberflächlich und zwischendurch verliert sich die Geschichte kurzzeitig in ihrem eigenen Chaos.

Wer einen klassischen, düsteren Krimi sucht, wird hier vermutlich nicht ganz glücklich. Wer aber Lust auf eine schräge, humorvolle und ungewöhnliche Geschichte mit viel Berliner Flair hat, dürfte mit „Hope Joanna“ viel Spaß haben.

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.03.2026

Spannender YA-Krimi mit kleinen Schwächen, aber starkem Finale

Missing Page - Tödliche Worte
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„Missing Page – Tödliche Worte“ von Katie Kento hat mich insgesamt gut unterhalten, auch wenn ich beim Lesen ein paar gemischte Gefühle hatte.

Der Einstieg in die Geschichte ist eher ruhig. Man lernt ...

„Missing Page – Tödliche Worte“ von Katie Kento hat mich insgesamt gut unterhalten, auch wenn ich beim Lesen ein paar gemischte Gefühle hatte.

Der Einstieg in die Geschichte ist eher ruhig. Man lernt zunächst die verschiedenen Figuren und das Setting kennen, was zwar wichtig ist, sich für mich aber stellenweise etwas gezogen hat. Auch im Mittelteil hatte ich das Gefühl, dass sich einige Passagen etwas in die Länge ziehen. Es werden viele Theorien aufgestellt und wieder verworfen, wodurch es mir manchmal schwerfiel, den Überblick zu behalten und einzuschätzen, was wirklich relevant ist.

Was das Buch für mich aber definitiv rausgerissen hat, war der letzte Abschnitt. Hier zieht die Spannung deutlich an und es passiert gefühlt Schlag auf Schlag. Die vielen Wendungen haben mir gut gefallen, vor allem weil ich mit meinen eigenen Vermutungen nicht richtig lag. Besonders gelungen fand ich, wie sich am Ende die verschiedenen Handlungsstränge zusammenfügen und ein Gesamtbild ergeben.

Das Setting des abgelegenen Herrenhauses und die düstere Atmosphäre konnten mich von Anfang an abholen. Auch die Grundidee mit dem Schreibworkshop und dem Wettbewerb um das Erbe fand ich sehr spannend. Die Figuren bleiben lange undurchsichtig, was gut zum Miträtseln einlädt, auch wenn ich zu einigen Charakteren keine ganz tiefe Verbindung aufbauen konnte.

Insgesamt ist „Missing Page“ für mich ein solider YA-Thriller mit einer starken Auflösung, kleinen Längen im Mittelteil und einer durchgehend interessanten Grundidee. Kein absolutes Highlight, aber definitiv lesenswert für alle, die gerne miträtseln.

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  • Spannung
Veröffentlicht am 21.03.2026

Zwischen zwei Welten

Der Prinz des Nachtreichs 1. Midnight Spy
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„Midnight Spy“ hat mir einfach richtig viel Spaß beim Lesen gemacht. Es ist so ein Buch, in das man schnell reinkommt und das sich dann ganz leicht weglesen lässt.

Besonders gefallen hat mir die Idee, ...

„Midnight Spy“ hat mir einfach richtig viel Spaß beim Lesen gemacht. Es ist so ein Buch, in das man schnell reinkommt und das sich dann ganz leicht weglesen lässt.

Besonders gefallen hat mir die Idee, dass Letty zwischen ihrem normalen Leben in Nottingham und ihrer Rolle als Spionin im Nachtreich pendelt. Diese Mischung aus Alltag und düsterer Fantasywelt hat für mich total gut funktioniert und hat dafür gesorgt, dass ich immer neugierig geblieben bin, was als Nächstes passiert.

Ich mochte Letty wirklich gern. Sie wirkt authentisch, trifft nicht immer perfekte Entscheidungen und genau das macht sie so greifbar. Und Will… den habe ich sowieso direkt ins Herz geschlossen. Man merkt einfach, wie eng die beiden miteinander verbunden sind, immerhin kennen sie sich schon seit ihrer Kindheit. Diese Vertrautheit zwischen ihnen fand ich richtig schön, weil sie sich so natürlich und selbstverständlich anfühlt.

Gerade bei Will hatte ich oft das Gefühl, dass da schon länger mehr ist, während Letty sich dessen nicht ganz bewusst ist. Diese unausgesprochene Spannung zwischen den beiden hat mir richtig gut gefallen. Es ist kein großes Drama, sondern eher dieses leise Mitfiebern im Hintergrund, das sich durch die Geschichte zieht, bis es am Ende dann doch einen Moment gibt, der alles ein bisschen verändert.

Beim Lesen hatte ich oft dieses Gefühl von „nur noch ein Kapitel“, weil es einfach angenehm geschrieben ist. Der Schreibstil ist locker und flüssig, sodass man schnell durch die Seiten kommt und komplett in die Geschichte eintauchen kann. Gerade für zwischendurch ist das einfach perfekt.

Die Welt rund um das Nachtreich fand ich super spannend und atmosphärisch. Gleichzeitig hätte ich mir an manchen Stellen noch etwas mehr Tiefe gewünscht – sowohl bei den Kreaturen als auch bei den Regeln dieser Welt. Auch einige Nebencharaktere bleiben eher im Hintergrund, obwohl da eigentlich noch viel Potenzial gewesen wäre.

Trotzdem hat mich das Buch insgesamt wirklich gut unterhalten. Es ist witzig, spannend, leicht zu lesen und hat genau die richtige Mischung aus Fantasy und Romance für YA, ohne überladen zu wirken.

Für mich ein gelungener Auftakt, der Lust auf mehr macht und bei dem ich auf jeden Fall weiterlesen möchte.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.03.2026

Wenn ein Fluch das Herz zu lenken versucht

Wicked Souls (Bd. 1)
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Wicked Souls – Verhexte Prophezeiungen war für mich insgesamt ein solides Buch, das sich sehr angenehm lesen lässt, mich aber nicht vollständig überzeugen konnte. Der Fokus der Geschichte liegt klar auf ...

Wicked Souls – Verhexte Prophezeiungen war für mich insgesamt ein solides Buch, das sich sehr angenehm lesen lässt, mich aber nicht vollständig überzeugen konnte. Der Fokus der Geschichte liegt klar auf der Liebesgeschichte rund um den Fluch und genau dieser Teil ist auch am stärksten ausgearbeitet. Die romantische Entwicklung wirkt nachvollziehbar und emotional, wodurch sich das Buch insgesamt eher an ein jüngeres Publikum richtet.

Der Spannungsaspekt konnte mich dagegen weniger abholen. Die mysteriösen Ereignisse am Institut waren für mich recht vorhersehbar und boten nur wenig echte Überraschungen. Auch der magische Anteil blieb hinter meinen Erwartungen zurück, da die Geschichte deutlich mehr Gewicht auf zwischenmenschliche Beziehungen als auf Magie oder Weltenbau legt.

Etwas gestört haben mich die häufigen Anspielungen auf eine andere Buchreihen der Autorin. Zwar ist es nicht notwendig, diese zu kennen, um der Handlung folgen zu können, dennoch fühlte sich das für Leser*innen ohne Vorkenntnisse stellenweise wie beiläufige Werbung an und hat meinen Lesefluss gelegentlich unterbrochen.

Der Schreibstil ist flüssig und leicht, wodurch sich das Buch schnell lesen lässt. Besonders für Einsteigerinnen und Einsteiger im Romantasy-Bereich eignet sich die Geschichte gut. Ob ich den zweiten Band lesen werde, weiß ich aktuell noch nicht, da mir für echte Begeisterung etwas Spannung und Tiefe gefehlt haben.

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Veröffentlicht am 25.02.2026

Wie gut kennst du den Menschen neben dir?

This Story Might Save Your Life
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This Story Might Save Your Life hat mich leise abgeholt und mit jeder Seite stärker hineingezogen. Was zunächst wie ein spannender Vermisstenfall wirkt, entwickelt sich schnell zu einer sehr emotionalen ...

This Story Might Save Your Life hat mich leise abgeholt und mit jeder Seite stärker hineingezogen. Was zunächst wie ein spannender Vermisstenfall wirkt, entwickelt sich schnell zu einer sehr emotionalen Geschichte über Freundschaft, Vertrauen und die Frage, wie gut wir die Menschen wirklich kennen, die uns am nächsten stehen.

Besonders berührt hat mich die Verbindung zwischen Joy und Benny. Ihre gemeinsame Vergangenheit fühlt sich echt an, ihre Dynamik glaubwürdig und nahbar. Während in der Gegenwart die Spannung langsam steigt, entfaltet sich in der Rückschau eine Beziehung voller unausgesprochener Gefühle und komplizierter Entscheidungen.

Die Geschichte lebt weniger von spektakulären Wendungen als von zwischenmenschlicher Intensität. Themen wie Kontrolle, Abhängigkeit und Loyalität werden eindringlich, aber sensibel erzählt. Ich mochte besonders, dass die Spannung sich Schritt für Schritt aufbaut und nicht auf schnelle Effekte setzt.

Das Ende war für mich stimmig und rund. Es ist kein Nervenkitzel-Thriller, sondern eine Mischung aus psychologischer Spannung und emotionaler Tiefe, die mich nach dem Zuklappen noch beschäftigt hat.

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