Wenn Perfektion plötzlich ziemlich gefährlich wird
No Place Left to HidePerfekte Fassade, reiche Familie, Yale Zusage und darunter ein Nervenkostüm, das schon beim kleinsten Klingeln vom Handy „Nein danke, ich steige aus“ ruft. No Place Left to Hide ist genau so ein Thriller, ...
Perfekte Fassade, reiche Familie, Yale Zusage und darunter ein Nervenkostüm, das schon beim kleinsten Klingeln vom Handy „Nein danke, ich steige aus“ ruft. No Place Left to Hide ist genau so ein Thriller, bei dem man am Anfang denkt: Joa, hübsches Chaos mit Geheimnissen. Und plötzlich sitzt man innerlich mit im Auto und fragt sich, warum zur Hölle niemand einfach mal zuhause bleibt.
Brooke wirkt nach außen wie dieses Mädchen, das alles im Griff hat. Gute Noten, gutes Aussehen, gute Zukunft. Nur blöd, dass hinter dieser Hochglanzversion ein ziemlich kaputter Albtraum lauert. Seit dem Tod ihrer besten Freundin Claire wird sie terrorisiert, und diese Mischung aus Drohanrufen, Angst und wachsendem Misstrauen macht ordentlich Druck.
Besonders gut funktioniert die Dynamik zwischen Brooke und Jena. Da ist Freundschaft, Panik, Überforderung und dieses ständige Gefühl: Kann ich dir wirklich trauen oder bist du Teil des Problems? Genau solche Fragen machen den Reiz aus. Man liest weiter, weil man Antworten will, auch wenn man gleichzeitig ahnt, dass diese Antworten vermutlich nicht gemütlich mit Tee und Keksen serviert werden.
Für mich ist das kein perfekter Thriller, aber ein verdammt solider. Schnell, düster, jugendlich, dramatisch und mit genug Tempo, um nicht gemütlich einzuschlafen. Manche Wendungen fühlen sich genretypisch an, aber die Atmosphäre zieht. Dieses Buch ist wie eine nächtliche Autofahrt mit zu vielen Geheimnissen im Kofferraum: nicht immer elegant, aber definitiv unangenehm spannend.