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anika_hlt

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.05.2026

Geschmacksexplosion

Fermentieren – Twist your Taste!
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Ich muss gestehen, dass ich anfangs etwas skeptisch gegenüber dem Thema Fermentieren eingestellt war. Mir kam direkt meine Oma in den Sinn, die immer ihre Küchenzeile mit verschiedensten Gläsern voller ...

Ich muss gestehen, dass ich anfangs etwas skeptisch gegenüber dem Thema Fermentieren eingestellt war. Mir kam direkt meine Oma in den Sinn, die immer ihre Küchenzeile mit verschiedensten Gläsern voller fermentiertem Gemüse geschmückt hat. Nadine Schürmann hat mich mir ihrem Buch nun aber vollends abgeholt und mein Interesse für das Wunderwerk der Fermentation neu entfacht! Twist your taste ist modern, ein echter Hingucker im Regal und nimmt einem die Angst vor dem großen 'Blubbern' im Glas.
Was mir besonders gut gefällt, ist der Fokus auf den Geschmack in den einzelnen Rezepten. Hier geht es der Autorin nicht nur darum, die Haltbarkeit der Lebensmittel zu verlängern, sondern um die komplett andere geschmackliche Entfaltung durch Fermentation. Dabei sind die Rezepte kreativ und gleichzeitig ganz leicht nachzumachen, da man keine ausgefallenen Zutaten braucht.
Wer also Lust auf gesundes Soulfood und moderne Geschmackserlebnisse hat, braucht dieses Buch. Ein echtes Must-have für die Küche!

Veröffentlicht am 30.03.2026

Identität

Melken
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Sanna Samuelssons Debüt „Melken“ hat mich ziemlich überrascht. Die Geschichte beginnt mit einem klassischen Break-up: Ellen wird von ihrer Freundin Diana verlassen und weiß nicht, wohin mit ihrem Schmerz. ...

Sanna Samuelssons Debüt „Melken“ hat mich ziemlich überrascht. Die Geschichte beginnt mit einem klassischen Break-up: Ellen wird von ihrer Freundin Diana verlassen und weiß nicht, wohin mit ihrem Schmerz. Kurzerhand flieht sie aus der Stadt zurück auf den Bauernhof ihrer Kindheit. Das Spannende ist, dass der Hof längst verkauft wurde. Ellen verschafft sich trotzdem Zutritt und fängt an, dort heimlich zu leben.
Was mir an dem Buch besonders gefallen hat, ist die Atmosphäre. Es ist kein kitschiger Roman über das Landleben, sondern eher eine ehrliche und fast schon körperliche Erzählung. Man spürt förmlich die Hitze des Sommers und riecht den Stallgeruch, der immer noch in den Wänden hängt, obwohl die Kühe längst weg sind. Die Autorin beschreibt sehr treffend dieses seltsame Gefühl, wenn man an einen Ort zurückkehrt, der sich nach „Zuhause“ anfühlt, einem aber gar nicht mehr gehört.
Auch die Begegnung mit ihrem alten Freund Max ist interessant, weil sie zeigt, wie weit sich Ellen von ihren Wurzeln entfernt hat. Der Roman stellt die wichtige Frage: Wer bleibt man eigentlich, wenn die Welt, aus der man kommt, verschwunden ist?
Ein starkes und modernes Buch über Herkunft und Verlust. Es ist melancholisch, ein bisschen eigenwillig und absolut lesenswert für alle, die Geschichten über die Suche nach dem eigenen Platz in der Welt mögen.

Veröffentlicht am 04.02.2026

Lesenswert

Schleifen
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Elias Hirschl hat mit „Schleifen“ ein Buch geschrieben, das mich richtig erwischt hat – nicht wegen komplizierter Theorie, sondern weil es zeigt, wie sehr Sprache unter die Haut gehen kann. Die Idee, dass ...

Elias Hirschl hat mit „Schleifen“ ein Buch geschrieben, das mich richtig erwischt hat – nicht wegen komplizierter Theorie, sondern weil es zeigt, wie sehr Sprache unter die Haut gehen kann. Die Idee, dass Franziska jedes Wort direkt als Krankheit am eigenen Körper spürt, ist einerseits kreativ verrückt und gleichzeitig total beklemmend. Man fühlt beim Lesen richtig mit, wie schutzlos sie ihrer eigenen Wahrnehmung ausgeliefert ist.

Zusammen mit dem Mathematiker Otto Mandl flüchtet sie sich in die Logik, um sich gegen die Welt zu immunisieren. Das ist mal spannend, mal aber auch sehr traurig, weil man merkt, dass die beiden eine Rettung suchen, die es vielleicht gar nicht gibt. Hirschl schreibt das so leichtfüßig, dass man den Wiener Kreis fast vergisst und einfach nur wissen will, ob die beiden in ihren „Sprach-Schleifen“ glücklich werden. Ein kluges Buch, das einen emotional ordentlich durchschüttelt.

Veröffentlicht am 04.02.2026

Wichtige Lektüre

Deinen Selbstwert bestimmst nur du
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Deinen Selbstwert bestimmst nur du von Yoon Hong Gyun entfaltet eine klare und zugleich tiefgehende Perspektive auf ein Thema, das viele Menschen begleitet: die Abhängigkeit vom Urteil anderer.
Der Autor ...

Deinen Selbstwert bestimmst nur du von Yoon Hong Gyun entfaltet eine klare und zugleich tiefgehende Perspektive auf ein Thema, das viele Menschen begleitet: die Abhängigkeit vom Urteil anderer.
Der Autor verbindet psychologisches Fachwissen mit einer einfühlsamen, fast schon beruhigenden Erzählweise. Besonders überzeugend ist, wie er komplexe innere Muster verständlich erklärt und aufzeigt, dass ein stabiles Selbstwertgefühl kein unerreichbares Ideal, sondern vielmehr ein gut erlernbarer Prozess ist.
Die zahlreichen Beispiele aus seiner Praxis schaffen Nähe und Glaubwürdigkeit. Die vorgestellten Strategien wirken recht alltagstauglich, was mir gut gefällt. Das Buch lädt dazu ein, Verantwortung für das eigene innere Fundament zu übernehmen und eröffnet eine Perspektive, die Mut macht, sich von äußeren Bewertungen zu lösen und die eigene Stärke wiederzufinden.

Veröffentlicht am 09.12.2025

Wundervoll

Ins hohe Gras
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„Ins hohe Gras“ von Trevor Noah ist eine Kindergeschichte, die mich überrascht hat, weil sie trotz ihrer Einfachheit eine große Tiefe entfaltet. Noah erzählt hier nicht wie gewohnt aus seinem eigenen Leben, ...

„Ins hohe Gras“ von Trevor Noah ist eine Kindergeschichte, die mich überrascht hat, weil sie trotz ihrer Einfachheit eine große Tiefe entfaltet. Noah erzählt hier nicht wie gewohnt aus seinem eigenen Leben, sondern schafft eine kleine Welt, die Kinder direkt anspricht und gleichzeitig Erwachsenen etwas mitgibt. Die Geschichte wirkt wie ein Spaziergang durch Fantasie und Natur – leicht verständlich, mit Bildern, die Kinder sofort greifen können. Dabei geht es nicht nur ums Abenteuer im hohen Gras, sondern auch ums Staunen, ums Fragenstellen und ums Entdecken der eigenen Sicht auf die Welt. Was mir gefallen hat: Die Sprache ist klar und kindgerecht, aber nicht banal. Sie lädt dazu ein, gemeinsam zu lesen und danach ins Gespräch zu kommen. Es ist eine Geschichte, die Geborgenheit vermittelt und gleichzeitig Neugier weckt. Für mich fühlt es sich an wie ein kleines Geschenk: warm und voller Möglichkeiten, die Welt durch Kinderaugen neu zu sehen.