Das Buch beginnt spannend mit bretonischen Todesmythen, und wirklich stirbt die alte Tante von Kadeg. Als dieser nochmals in ihr Haus-gelegen in einer alten Abtei mit wunderschönem Garten und herrlichen ...
Das Buch beginnt spannend mit bretonischen Todesmythen, und wirklich stirbt die alte Tante von Kadeg. Als dieser nochmals in ihr Haus-gelegen in einer alten Abtei mit wunderschönem Garten und herrlichen Apfelbäumen-will, wird Kadeg überfallen und schwer verletzt. Dupin sucht mit seinem Team nach dem Täter, doch erst als auch der Gärtner der Tante ermordet wird und dessen Frau um ihr Leben kämpft, erscheint auch der Tod der alten Frau in einem anderen Licht. Und wer hat die Äpfel aus ihrem Garten vor der Zeit geerntet?
Dupin verdächtigt Kadegs Verwandte, eine Schwester der Toten und deren Tochter- beide Ornithologinnen, die nach einem als ausgestorben geglaubten Vogel suchen. Auch der Bruder der Verstorbenen und dessen Sohn-Besitzer einer Cidrerie und in wirtschaftlichen Problemen, sind im Visier der Ermittler. Aber erst ein profaner Satz bringt Dupin zur Lösung. Und hier wird der Schluss schwierig zu verstehen: Das Motiv der Tat war auf einen schnellen Erfolg ausgerichtet- so wie Jean-Luc Bannalec es beschreibt, würde es wohl Jahre dauern, bis ein- sehr ungewisser-Erfolg eintritt.
Trotzdem: Ein großteils spannender Krimi, bretonische Eigenarten werden etwas weniger als in den vorigen Romanen behandelt, mit wirklich stimmungsvollem Cover und im typischen Bannalec Erzählstil.
Die international bekannten SPIEGEL Bestseller- Autoren Arne Dahl und Jonas Moström haben mit “Doppelspiel” den ersten Band einer Trilogie vorgelegt, dessen Handlung in Stockholm angesiedelt ist. Nicht ...
Die international bekannten SPIEGEL Bestseller- Autoren Arne Dahl und Jonas Moström haben mit “Doppelspiel” den ersten Band einer Trilogie vorgelegt, dessen Handlung in Stockholm angesiedelt ist. Nicht nur Verbrechen, sondern auch die Faszination des Schachspiels bestimmen diesen Kriminalroman. Schon das geheimnisvolle Cover zeigt eine atemlose Flucht, der dreiseitige Farbschnitt ergänzt die hochwertige Ausstattung des Buches.
Tom, ein international gefeierter Autor, leidet bereits seit drei Jahren an einer Schreibblockade. Die damals fertig gestellte Verfilmung seines letzten Romans verschafft ihm auch jetzt noch große Popularität. Doch eigentlich ist Tom Umweltschützer, der gerne einen Roman mit Tiefgang schreiben würde. Seiner Verlegerin legt er nur ein kurzes Exzerpt seines neuen Kriminalromanes vor, was ihm fehlt, ist der Bezug zum realen Leben. Doch der kommt schneller als gedacht, als Tom Nicole kennenlernt, rothaarig wie seine Romanfigur, und sich mit ihr in einem Whirlpool in einem dubiosen Club wiederfindet, wieder wie in seinem Romanentwurf. Als Nicole getötet wird, steht Tom unter Verdacht. Nunmehr befindet er sich ständig auf der Flucht vor dem Mörder, der noch weitere Verbrechen begeht und den man am Tattoo einer Schachfigur an seinem Handgelenk erkennt, verfolgt von der Polizei, denn alles deutet auf Tom als Mörder hin.
Arne Dahl und Jonas Moström haben interessante Protagonisten erschaffen und diese in ihrer Rolle lebendig, aber nicht immer glaubhaft dargestellt. Toms Verfolgerin ist die Polizistin Olivia, die in einer gewalttätigen Ehe lebt, obwohl sie selbst MMA Kämpferin ist. Und die ein Merkmal mit einer Frau gemeinsam hat, die Männer überfällt, um an ihnen die Taten zu rächen, die sie Frauen angetan haben. Toms Freund Lennart ist behindert, dennoch ein großer Frauenschwarm. Er unterstützt Tom in jeder Hinsicht und bleibt sein einziger Vertrauter. Lennart benutzt eine KI, um seinen Alltag zu meistern und um mit ihr Schach zu spielen. Tom stößt bei seinen Recherchen, selbst den Mörder zu stellen, immer wieder auf Schachsymbole. Auch erhält er von Unbekannten ein Angebot, einen Roman über den Klimawandel schreiben. Soll Tom zusagen? Bald wird er seine Entscheidung bitter bereuen!
Leider weisen die Charaktere der Protagonisten Widersprüche auf, die irritieren. Tom als Autor mit Schreibblockade changiert zwischen Naivität und Verzweiflung, die Polizistin Olivia ist einerseits gewalttätig, andererseits unterwürfig. Die Rolle von Lennart bleibt undurchsichtig. Die Entwicklung des Geschehens ist nicht nachvollziehbar, offen bleibt, welche mörderische Gruppe hinter den Gewalttaten steht. Da der Roman in Stockholm spielt, werden sich vor allem Kenner der Stadt freuen, denn der Roman enthält immer sehr genaue Ortsangaben, so dass man das Geschehen und Toms Flucht minutiös verfolgen kann. Wer die Stadt nur oberflächlich kennt, wird hier vielleicht überfordert sein.
“Doppelspiel” ist ein zu Beginn spannender, flüssig geschriebener Kriminalroman mit nur teilweise stringenter Handlung. Die Organisation, die sich immer wieder eines Schachsymbols als Erkennungszeichen bedient, würde bei den heutigen technischen Möglichkeiten nach meinem Dafürhalten eher nicht auf einen Autor zurückgreifen, um ihre verbrecherischen Ziele zu erreichen, auch wenn ein bekanntes Gesicht als Testimonial hilfreich sein kann. Dennoch passt das Grundthema dieses Buches in die heutige Zeit und unterstreicht, welche Probleme und politischen Ambitionen die Gesellschaft heute bewegen. Ich gehe davon aus, dass in der Fortsetzung noch offene Handlungsstränge verknotet werden. Auch die Bedeutung des Schachspiels ist noch nicht aufgeklärt. Lesende, die ein nordisches Setting mögen und bereit sind, die Auflösung der Kriminalfälle in diesem Band nicht als final zu betrachten, haben hier das für sie richtige Buch gefunden. Ich hätte mir jedoch von diesem Buch, das von zwei renommierten Autoren stammt, mehr erwartet.
Mit “Nachtschattengewächse” hat die bekannte Autorin Jill Johnson einen etwas anderen Krimi geschrieben, in dem Giftpflanzen und ihre Gärtnerin eine Hauptrolle spielen. Schon das gelungene Hardcover stellt ...
Mit “Nachtschattengewächse” hat die bekannte Autorin Jill Johnson einen etwas anderen Krimi geschrieben, in dem Giftpflanzen und ihre Gärtnerin eine Hauptrolle spielen. Schon das gelungene Hardcover stellt einige dieser oft wunderschönen Pflanzen vor, die durch ihre Eigenheiten bezaubern, aber auch den Tod bringen können.
Ich-Erzählerin und Hauptfigur ist Professorin Eustacia Rose, eine anerkannte Kapazität auf dem Gebiet der Pflanzentoxikologie. Wer sie allerdings am Anfang dieses Buches trifft, wird von ihrer skurrilen Persönlichkeit überrascht sein. Sie trägt die Anzüge ihres verstorbenen Vaters auf, züchtet in ihrem Dachgarten Giftpflanzen, aber beobachtet auch von dort mittels eines starken Teleskops ihre Nachbarn. Eine junge Frau hat es ihr besonders angetan, Eustacia verfolgt sie und versucht sie zu beschützen. Denn bei Psycho, so hat sie die junge Frau nach einer Giftpflanze getauft, gehen eigenartige Männer ein und aus. Doch dann scheint es, dass Psycho entführt wurde….
Der Roman braucht einige Zeit, bis sich die Geschichte entwickelt, und hier sind verwirrende Vorkommnisse an der Tagesordnung. Ist Psycho wirklich Simone, wie sie sich nennt? Wonach sucht sie und warum hat sie Professorin Rose in ihrem Dachgarten besucht? Ist Eustacia in Gefahr? Und wer sind die Männer, die die junge Frau bedrohen, schlagen und sie zur Gewalt auffordern? In ihrem Abscheu ihnen gegenüber hat Eustacia allen Männern die Namen von Giftpflanzen gegeben. Doch der Schlimmste von allen lebt mit Eustacias Jugendliebe zusammen, Mary, die jetzt im Rollstuhl sitzt. Doch woher kennt Simone Marys Sohn und welche Rolle spielt der heruntergekommene Künstler?
Als ein Mord geschieht, bei dem Gift im Spiel ist, steht Professorin Rose unter Verdacht, denn schon einmal hatte sie mit der Polizei zu tun und damals hat sie dieses Vorkommnis ihren Job gekostet.
Jill Johnson hat mit “Nachtschattengewächse” einen Kriminalroman vorgelegt, der die Lesenden teilweise überfordert. Wer sich eine stringente Krimihandlung erwartet hat, wird enttäuscht sein. Zu viele und zu undurchsichtige Figuren, die schemenhaft bleiben, kommen in ihrem Buch vor. Professorin Rose selbst bleibt eine Gestalt mit vielen Eigenheiten, die es für sie schwer machen, Empathie zu empfinden. Doch Liebe kennt sie bis zur Obsession, früher zu ihrer ersten Liebe Mary, jetzt zu Psycho, die vielleicht eine ganz Andere ist. Lesende, die Interesse an Giftpflanzen haben und vielleicht wissen möchten, was bei ihnen auf dem Fensterbrett oder im Garten so wächst,- gerne Blauer Eisenhut, Engelstrompete oder Eibe- finden hier durchaus gelungene botanische Erläuterungen.
Der Roman hat ein offenes Ende, einerseits versöhnlich, andererseits wird ein begangener Mord nicht abschließend aufgeklärt. Dieses Buch ist geeignet für Lesende, die sich eine Hauptfigur mit vielen speziellen Eigenarten wünschen und wissen, dass Rache ein süßes Gift ist.