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Veröffentlicht am 12.04.2026

Wenn ein Spiel bitterer Ernst wird

Darkly
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„Darkly“ macht eine Serie hochgefeierter Rätselspiele und deren Spielemacherin zum Plot eines düsteren, spannenden Jugendthrillers.

Um was geht es?
Die 17-jährige Arcadia „Dia“ Gannon kann ihr Glück kaum ...

„Darkly“ macht eine Serie hochgefeierter Rätselspiele und deren Spielemacherin zum Plot eines düsteren, spannenden Jugendthrillers.

Um was geht es?
Die 17-jährige Arcadia „Dia“ Gannon kann ihr Glück kaum fassen. Sie hat einen der weltweit begehrten sieben Praktikumsplätze in der Louisiana Veda Stiftung ergattert. Louisiana Veda – eine Frau, die Dia verehrt, hat sie doch die legendären Darkly-Spiele entwickelt und vertrieben. Rätselspiele, die so besonders und unendlich schwierig sind, dass viele daran scheitern. Spiele, deren Prototypen ein Vermögen wert sind und deren Entwicklerin viel zu früh verstorben ist. Als Dia zu ihrem Praktikum in London antreten will, ist sie überrascht. Sie wird zusammen mit den anderen sechs Praktikanten auf eine Insel abseits von London zur Darkly-Fabrik gebracht. Dort sollen sie „Walküre“ spielen, das legendäre 29. Darkly, das auf der Veröffentlichungsfeier gestohlen wurde. Schon bald befinden sich die Praktikanten in höchster Gefahr. Werden sie das Spiel gewinnen und das Rätsel um Louisiana Veda lösen?

Protagonistin des Buches ist die 17-jährige Dia, ein wenig beliebtes, hochintelligentes Mädchen, zielstrebig und für ihr Alter äußerst verantwortungsbewusst. Das liegt sicher auch am flatterhaften Wesen ihrer Mutter, die das gemeinsame Familiengeschäft „Prologus“ mit ihren Spontankäufen immer wieder vor wirtschaftliche Herausforderungen stellt, denen sich Dia stellen muss. Dabei hilft ihr ihr Improvisationstalent und ihre Zuversicht für alles eine Lösung zu finden. Ihre Passion sind die Darkly-Spiele, etwas, das sie ebenfalls dem „Prologus“ zu verdanken hat. Die stets selbstlose Dia ist nur einmal „egoistisch“ – bei ihrem Praktikum, das sie ganz zum Missfallen ihrer Mutter antritt. Doch ihre Charaktereigenschaften sind genau das, was sie braucht, um in „Walküre“ voranzukommen und ihre Mitpraktikanten zu durchschauen. Zusätzlich Würze im Buch bringen die Beziehungen und Interaktionen mit den sehr unterschiedlichen und teilweise durchtriebenen Nebencharakteren und den Hauch von Liebe, den Choke Newington mit einbringt.

Das Buch liest sich leicht und flüssig. Als Leser kann man sich sehr gut in die Protagonistin hineinversetzen, erlebt die Aufregung und Spannung während des Spielens von „Walküre“ und den Ermittlungen in der realen Welt als wäre man selbst ein Teil davon. Ich wurde regelrecht in den Sog von Ereignissen mit hineingezogen, hatte einen Film vor dem inneren Auge, der ablief, habe mitgefiebert und mitgelitten. Ich bin durch die Seiten geflogen, habe unerwartete Wendungen gefeiert, mich über erwartetes gefreut und viele schöne, spannende, aber auch düstere Lesestunden verbracht. Das Ende hat mich sehr überrascht, war aber absolut plausibel und hat mich zufrieden zurückgelassen.

Fazit:
„Darkly“ ist ein Jugendthriller, der sich leicht und flüssig liest und einem viele spannende und düstere Lesestunden beschert. Die Protagonistin Dia ist sehr sympathisch und schafft es, dass man mit ihr mitfiebert und leidet. Die Geschichte hat eine tolle, mal etwas andere Grundidee, die sich über das ganze Buch weiterentwickelt und in einem überraschenden Finale endet. Ich kann das Buch jedem Thrillerfan – egal ob jung oder alt – weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Spannender Auftakt der schwedischen Krimi-Trilogie

Doppelspiel
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Das Autorenduo Dahl / Moström legt mit „Doppelspiel“ den Grundstein zu einer spannenden Krimi-Trilogie, in der Fiktion auf einmal Wirklichkeit wird.

Um was geht es?
Tom Borg ist gefeierter Bestsellerautor ...

Das Autorenduo Dahl / Moström legt mit „Doppelspiel“ den Grundstein zu einer spannenden Krimi-Trilogie, in der Fiktion auf einmal Wirklichkeit wird.

Um was geht es?
Tom Borg ist gefeierter Bestsellerautor der Thrillerreihe rund um Nic Castillo. Nachdem er seinen Protagonisten hat sterben lassen, befindet er sich in einer tiefen Schreibblockade. Lediglich zwei, konzeptlose Seiten eines Klima-Thrillers hat er bis jetzt zustande gebracht. Der Kern: Ein Nachtclub, ein Jacuzzi, eine Sexarbeiterin, eventuell ein Umweltminister und ein Mord. Doch eine wirkliche Idee zum Plot hat Tom Borg noch nicht. Bis er in seiner Lesung Nicole kennenlernt, eine Frau, die ihn fasziniert und in einem Nachtclub arbeitet. Die mit ihm in diesem Nachtclub in einen Jacuzzi steigt und dort vor seinen Augen ermordet wird. Deren Mord ihm in die Schuhe geschoben werden soll. Tom versucht fortan seine Spuren zu verwischen und selbst den Täter und das Motiv ausfindig zu machen. Denn die Tat ähnelt zu sehr seinem zweiseitigen Manuskript. Doch die Ermittlerinnen Olivia und Nazrin sind ihm schon dicht auf den Fersen.

Protagonist des Buches ist Tom Borg, gefeierter Bestseller-Autor, der sich in einer waschechten Schreibkrise befindet. Er ist Klima-Influencer auf YouTube und möchte in seinem neuen Roman die Klimakrise im Thriller-Format den Menschen näherbringen. An sich ein interessanter Gedanke, hätte er nur den Funken einer Idee, wie. Das macht ihn schwer depressiv und irgendwie haltlos. Als er sich plötzlich in seinem eigenen, zweiseitigen, schlecht zusammengeschusterten Manuskript wiederfindet, agiert er teilweise kopflos, teilweise aber auch sehr überlegt. Von Depression keine Spur mehr, sondern er ist voller Energie und Ideen. Dieser Zweispalt in seinen Handlungen zieht sich durch die ganze Story. Im Verlauf des Krimis gerät er mehr als einmal mit seinen eigenen Werten und Moralvorstellungen in Konflikt. Das zeigt sich auch immer wieder in Gesprächen mit seinem Freund Lennart oder der Interaktion mit anderen Nebencharakteren sowie seinen eigenen Gedanken. Wichtigster Nebencharakter ist die Ermittlerin Olivia, die mit inneren Dämonen kämpft, eine clevere Polizistin ist, sich durch ihre fehlende Impulskontrolle aber gerne mal selbst im Weg steht. So entsteht ein interessantes Spannungsfeld zwischen Jäger und Gejagtem.

Das Buch selbst liest sich leicht und flüssig und bereitet viele spannende Lesestunden. Ab und an sind regelrechte Action-Szenen enthalten, die manchen Lesern zu unrealistisch vorkommen mögen, mich aber gut unterhalten haben. An der einen oder anderen Stelle haben mich die Reaktionen von Tom etwas irritiert. Aber letztlich wirkt er im ganzen Buchverlauf wie ein zwiegespaltener, etwas haltloser Charakter und insofern ist das für mich gut erklärbar. Das Ende des Krimis hat mich nicht so überzeugt. Letztlich habe ich mir das aber damit erklärt, dass „Doppelspiel“ Auftakt einer Trilogie ist und ich denke, dass die entstehenden offenen Handlungsfäden sich in den nächsten beiden Bänden auflösen werden. Deswegen war das okay für mich und ich freue mich schon auf die Folgebände und hoffentlich ähnlich spannende Lesestunden.

Eine Anmerkung noch: Ich habe den Krimi im Rahmen einer Leserunde gelesen. Einige der Teilnehmer sind davon ausgegangen, dass in dem Krimi das Thema Klima / Klimakrise eine größere Rolle einnimmt, es sich vielleicht sogar um einen Klima-Krimi handelt. Dem ist nicht so. Deswegen besser die Finger davonlassen, wenn Ihr einen echten Klima-Thriller mit entsprechendem Plot lesen wollt.

Fazit:
„Doppelspiel“ hat mir viele spannende Lesestunden beschert und mich gut unterhalten. Das Ende ist sehr offen gestaltet und mit vielen losen Handlungsfäden, die erst kurz vor Schluss entstehen. Mich persönlich hat das nicht gestört, da ich bereits im Vorfeld wusste, dass „Doppelspiel“ der Auftakt einer Krimi-Trilogie ist. Wer das nicht mag, sollte dringend die Finger von dem Krimi lassen. Außerdem ist das Buch nicht für Leser geeignet, die sich hier einen Schwerpunkt auf das Thema Klimakrise erhoffen.

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  • Spannung
Veröffentlicht am 01.02.2026

Fitzek wie man ihn kennt – ein Garant psychologischer Thriller-Spannung

Der Nachbar
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Im aktuellen Thriller von Sebastian Fitzek erlebt die Protagonistin Sarah die Sonnen- und Schattenseiten eines überfürsorglichen „Nachbarn“.

Um was geht es?
Sarah ist nach traumatischen Erlebnissen in ...

Im aktuellen Thriller von Sebastian Fitzek erlebt die Protagonistin Sarah die Sonnen- und Schattenseiten eines überfürsorglichen „Nachbarn“.

Um was geht es?
Sarah ist nach traumatischen Erlebnissen in ihrer Vergangenheit mit ihrer Tochter Ruby nach Berlin gezogen. Statt weiterhin als Strafverteidigerin zu arbeiten, betreibt sie einen Späti. Auf einmal geschehen seltsame Dinge in ihrem Umfeld. Ihr Kühlschrank ist voll, obwohl sie nicht einkaufen gehen konnte. Sie fühlt sich beobachtet und verfolgt. Und auf einmal geschieht in ihrem Umfeld ein erster Mord – einen, den sie selbst in ihrem therapeutischen Dunkelbuch beschrieben hat. Dreht sie langsam durch oder gibt es doch einen ominösen „Wohltäter“, der über das Ziel hinausschießt?

Protagonistin des Buches ist die ehemalige Strafverteidigerin Sarah, die in ihrem Leben schon viel Schlimmes erlebt hat und deswegen bereits seit ihrer Kindheit in Therapie ist. Hat sie doch aus Versehen ihren kleinen Bruder getötet. Auch ihr Ex-Mann und Vater ihrer Tochter Ruby war ein Psychopath, der Säuglinge mit Säure verätzt hat. Alle diese Erlebnisse haben sie aus der Bahn geworfen und sie kämpft mit ihrem täglichen Leben, auch wenn sie im Alltag zu funktionieren scheint. Ihr Charakter stellt eine interessante Mischung dar: Verunsicherung und People-Pleasing auf der einen Seite, ein Kämpferherz und intelligentes Taktieren auf der anderen Seite, insbesondere wenn es darum geht, ihre Lieben zu schützen. Das Verhalten des „Nachbarn“ holt dabei immer mehr ihre kämpferische, selbstsichere Seite hervor und es macht großen Spaß, ihre persönliche Entwicklung im Verlauf des Buches und ihre Interaktionen mit den zahlreichen Nebencharakteren zu verfolgen – seien es ihre beste Freundin, die Polizisten oder ihr Lebensgefährte.

Fitzek schafft es wie gewohnt, innerhalb kürzester Zeit in seinem aktuellen Psychothriller eine unglaubliche Spannung aufzubauen. Wir erleben fast die gesamte Story aus Sicht von Sarah. Trotzdem gibt es immer wieder kurze Zwischenepisoden, die entweder Ausflüge in die Vergangenheit darstellen oder das Leiden der aktuellen Opfer aufzeigen, die bestialisch gequält werden. Die Geschichte lässt viel Raum für Spekulationen, was den weiteren Verlauf und den Täter angeht. Das liebe ich sehr. Ich finde auch, dass dieses Buch im Vergleich zu den letzten Fitzek-Thrillern positiv hinsichtlich Spannung und Storyentwicklung hervorsticht. Eigentlich war es für mich ein klares 5/5-Sterne Buch, wäre da nicht das Ende gewesen. Dieses fand ich persönlich ein Stück weit zu konstruiert. Aus diesem Grund muss ich einen Stern in meiner Gesamtbewertung abziehen.

Fazit:
Fans von Fitzek werden dieses Buch lieben, generell werden alle Fans von Thrillern und Psychothrillern voll und ganz auf ihre Kosten kommen. Viele spannende Lesestunden sind garantiert und das Buch lässt sich nur schwer aus der Hand legen. Lediglich das Ende hat mir persönlich nicht so gut gefallen, da es mir zu konstruiert war. Deswegen insgesamt sehr gute vier Sterne 😊

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Veröffentlicht am 17.01.2026

Eine spannende Story, ein ungewöhnlicher Ermittler – Jo Nesbø, wie wir ihn lieben

Minnesota
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Im neuen Kriminalroman „Minnesota“ von Jo Nesbø ermittelt der psychisch angeschlagene Ermittler Bob Oz in einer Verbrechensserie, die ihren Ursprung in der Vergangenheit zu haben scheint.

Um was geht ...

Im neuen Kriminalroman „Minnesota“ von Jo Nesbø ermittelt der psychisch angeschlagene Ermittler Bob Oz in einer Verbrechensserie, die ihren Ursprung in der Vergangenheit zu haben scheint.

Um was geht es?
Der Ermittler Bob Oz wird zu einem Tatort gerufen. Das vermeintliche Opfer: Marco Dante, illegaler Waffenhändler, der die Gangs in Minnesota beliefert. Vor Ort entdeckt Bob nicht nur, dass Dante noch lebt, sondern auch, dass hier ein Profi mit einem Scharfschützengewehr am Werk gewesen sein muss. Ist der legendäre Auftragskiller Lobo wieder aktiv? Zumindest sagt Bob Oz untrügerischer Polizeiinstinkt, dass mehr hinter dem Attentat stecken muss. Und schon geschieht das nächste Verbrechen.

Protagonist im Krimi „Minnesota“ ist Ermittler Bob Oz – engagiert und genial in seinem Job. Gleichzeitig trinkt er zu viel, ist unfreundlich bis unverschämt, schleppt reihenweise Frauen ab und hat definitiv ein Problem mit seiner Impulskontrolle. Da verwundert es kaum, dass er nach einem Gewaltausbruch in der Polizeiwache suspendiert wird. Doch er kann nicht anders – er muss trotzdem in seinem aktuellen Fall weiterermitteln, auch wenn das seine Probleme noch verschlimmert. Ganz nebenbei erfahren wir im Verlauf der Hauptstory auch nach und nach die persönliche Geschichte von Bob, entwickeln Mitleid und Verständnis für ihn und drücken ihm die Daumen, dass er den „Bogen kriegt“. Ob er das schafft, wird hier nicht verraten. Aber wir erleben viele spannende Interaktionen mit seinen Mitmenschen. Von Fremdschämen bis überraschend Positives ist hier alles dabei. Ich persönlich liebe das.

Nesbø treibt seine Geschichte über mehrere Handlungsstränge voran. Da ist zum einen ein Autor, der ein True Crime Buch über den Fall aus 2016 schreiben möchte, um den es schwerpunktmäßig in „Minnesota“ geht. Er besucht „nur“ einige Orte, gibt der Geschichte aber auf diese Weise Erzähl-Struktur. Das Jahr 2016, in dem die Hauptstory spielt, erleben wir aus zwei verschiedenen Perspektiven: einmal aus Sicht des Ermittlers Bob Oz und einmal aus Sicht des rachsüchtigen Attentäters. Zusätzlich gibt es noch Rückblenden in die persönliche Geschichte von Bob Oz – eine spannende Nebenhandlung, die aber nie die Hauptstory stört, sondern eher unterstützt. Scheinen die psychischen Probleme von Bob Oz ähnlich denen des Attentäters in einem früheren Stadium zu sein. Obwohl wir diese unterschiedlichen Handlungsstränge und Zeitschienen haben, ist das Buch so clever aufgebaut und strukturiert, dass man sich als Leser leicht zurechtfindet und die Spannung dadurch gesteigert wird, bis man das Buch nicht mehr weglegen will.

Schön fand ich auch das abschließende Kapitel, in dem das weitere Leben der wichtigsten Personen des Buches beschrieben wird. Das lässt mich zu dem Schluss kommen, dass wir es hier mit einem Stand-Alone und nicht mit dem Auftakt einer Reihe zu tun haben.

Fazit:
Bei „Minnesota“ handelt es sich um einen typischen Krimi à la Jo Nesbø – gut strukturiert, eine spannende Story, ein düsterer Ermittler. Wer Nesbø mag, wird „Minnesota“ lieben. Aber auch generell werden Krimifans auf ihre Kosten kommen und viele spannende und schöne Lesestunden mit dem Buch verbringen. Besonders schön fand ich die Nebenhandlung mit Bob Oz persönlicher Geschichte, die aber keinesfalls die Haupthandlung gestört hat. Wer Nebenhandlungen oder psychisch instabile Ermittlertypen nicht mag, sollte vielleicht besser die Finger von dem Buch lassen oder seine Erwartungen etwas reduzieren.

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Veröffentlicht am 02.08.2025

Nichts ist so, wie es scheint

Das heimliche Zimmer: Thriller
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In „Das heimliche Zimmer“ ermittelt Laura Kern im Mord an einem Jugendlichen, der nicht so leicht aufzuklären ist, wie es zuerst wirkt.

Um was geht es?
Der 16-jährige Finn wird tot in einer verlassenen ...

In „Das heimliche Zimmer“ ermittelt Laura Kern im Mord an einem Jugendlichen, der nicht so leicht aufzuklären ist, wie es zuerst wirkt.

Um was geht es?
Der 16-jährige Finn wird tot in einer verlassenen U-Bahn-Station gefunden – mit Kabelbindern gefesselt und erstochen. Er hat dort mit ein paar Freunden eine illegale Party gefeiert, unter anderem mit seinem Kumpel Leon. Dieser kämpft mit einem Filmriss, doch seine Erinnerungsfragmente verheißen nichts Gutes. Hat er im Drogenrausch seinen Freund wegen 100 Euro ermordet? Doch dann geschieht ein weiterer Mord, im Umfeld der Freundes-Clique. Steckt wirklich Leon dahinter oder ist alles anders als es auf den ersten Blick scheint?

Wieder ein bewährter Thriller aus der Laura-Kern-Reihe und doch irgendwie anders. Protagonistin ist natürlich unsere Ermittlerin Laura Kern. Gewohnt engagiert ermittelt sie in dem schrecklichen Mord an Finn und stellt wie immer ihre Arbeit über das Privatleben. Ihre privaten Dämonen in Form ihres Kindheitstraumas und daraus resultierender Eifersucht und Selbstzweifeln begleiten sie auch dieses Mal, sind aber weniger als sonst im Vordergrund. Das gilt auch für die Eheprobleme ihres Partners Max. Dieses Mal gibt es aber noch einen weiteren Hauptcharakter – Leon. Der Junge mit Blackouts wegen Drogenkonsums, der fürchtet, dass er während seines Filmrisses zum Mörder geworden ist. Dazu gibt es zahlreiche Nebencharaktere aus der gesamten Freundesclique inklusive der zugehörigen Teenager-Probleme, Obdachlose, Drogendealer und Lehrer. So ergeben sich jede Menge Spannungsfelder, Konflikte und weitere Tatverdächtige. Und wer Catherine Shepherd kennt, weiß, dass am Ende nichts ist, wie es zunächst scheint.

Die Kapitel sind allesamt kurz, was ich persönlich immer sehr schätze. Denn man kann auch mal weiterlesen, wenn man nur ein kurzes Zeitfenster hat – insbesondere, wenn es spannend ist. Die Kapitel sind primär aus der Sicht von Laura Kern und Leon geschrieben. Aber es gibt auch kurze Kapitel aus Sicht der Opfer. Die Geschichte ist gut konstruiert. Selten war ich so lange so ratlos, wer der Mörder sein könnte. Aber was sage ich – wie immer wartet Catherine Shepherd auch dieses Mal mit einer großen Überraschung zum Schluss auf und macht alles Rätselraten zunichte. Trotzdem ist das Ende absolut logisch.

Was ich ein bißchen schade finde: Der Titel passt für mich nicht wirklich zum Buch. Zwar lässt Titel und Klappentext darauf schließen, dass das heimliche Zimmer einen wichtigen Part einnimmt. Aber es kommt nur ganz am Rande vor und spielt keine Schlüsselrolle.

Fazit:
Auch der 10. Band der Laura-Kern-Reihe liefert wieder gewohnte Thrillerspannung à la Catherine Shepherd. Eine gut konstruierte Story, ein überraschendes, aber logisches Ende und eine besondere Note durch die Kapitel aus Sicht des möglichen Mörders. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt. Alle Catherine-Shepherd-Fans werden wieder voll auf ihre Kosten kommen und auch die Einsteiger werden sich gut unterhalten fühlen 😊

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