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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.10.2018

Wahnsinn! An nur einem Tag durchgelesen. Was für ein Leseerlebnis!

Queen and Blood
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Kjell ist ein Krieger, groß, stark, unnahbar. Er ist es gewöhnt, seine eigenen Bedürfnisse denen anderer unterzuordnen und die zu beschützen, die er liebt. Eines Nachts heilt er mit seiner Gabe die schwerverletzte ...

Kjell ist ein Krieger, groß, stark, unnahbar. Er ist es gewöhnt, seine eigenen Bedürfnisse denen anderer unterzuordnen und die zu beschützen, die er liebt. Eines Nachts heilt er mit seiner Gabe die schwerverletzte Sklavin Sasha. Auch sie verfügt über eine Gabe, nämlich die des Vorhersehens. Sie erkennt Kjell aus ihren Visionen wieder und begleitet ihn von nun an auf Schritt und Tritt. Dabei ist sie unfassbar unterwürfig, liebenswert, geduldig und schafft es mit ihrer unentwegt freundlichen Art und ihren märchenhaften Geschichten Kjells gesamte Truppe zu verzaubern. Ich meine, wer Sasha nicht mag, wirft wahrscheinlich auch Steine nach niedlichen Welpen. Die Figur ist einfach so angelegt, dass einen ihr Schicksal berührt. Man will unbedingt erfahren, wie es ihr gelingt, Stück für Stück Kjells harte Schale zu erweichen. Aus diesem Grund habe jedenfalls ich an den Seiten geklebt und konnte das Buch keinen Moment aus den Händen legen.

Einen leichten Knick erfährt die Handlung, als Sasha ihre Erinnerung an ihre Vergangenheit und ihre wahre Identität wiedererlangt. Daraufhin ist sie eine völlig andere Person und auch Kjell entwickelt sich ein bisschen zur unterwürfigen Klette. Hat mir nicht so gefallen, denn ich bin mehr der Happy-End-Typ und diese zusätzliche Verwicklung und Verzögerung der Handlung hat ein bisschen genervt. Aber das Ende war echt spannend und die Geschichte ergab eine schöne, runde Sache.

Kurz, ich hatte schon lange kein Buch, das mich derart fesseln konnte. Dabei kannte ich nicht einmal Band 1. Aber da beide Bände voneinander unabhängige und in sich abgeschlossene Geschichten erzählen, stellte das kein Problem dar. Die Fantasy-Welt ist nicht zu komplex aufgebaut. Strukturen, Geografie und wichtige Personen auch aus dem Vorgängerband werden noch einmal vorgestellt. Man taucht von der ersten Seite an in Amy Harmons Welt ein und erst auf der letzten Seite wieder auftaucht, ohne zwischendurch Luftholen zu müssen. Eine wunderschöne Liebesgeschichte.

Veröffentlicht am 01.04.2026

Das größte Maul vom Seerosenteich

Großmaul
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Der Frosch ist sich sicher: Am Seerosenteich hat niemand ein größeres Maul als er. Also schnappt er sich kurzerhand eine Fliege und fühlt sich dabei ziemlich cool. Doch lange kann er seinen Triumph nicht ...

Der Frosch ist sich sicher: Am Seerosenteich hat niemand ein größeres Maul als er. Also schnappt er sich kurzerhand eine Fliege und fühlt sich dabei ziemlich cool. Doch lange kann er seinen Triumph nicht auskosten. Denn kurz darauf taucht ein Storch auf und verschluckt den Frosch, der die Fliege verschluckt hat. Und dann kommt der Fuchs. Und danach ein noch größeres Tier. So steigert sich die Geschichte von Seite zu Seite, bis schließlich jemand auftaucht, der zwar das größte Maul hat, aber mit der Angeberei wenig anfangen kann und dem Ganzen endlich ein Ende setzt.

Das Prinzip der Handlung ist ziemlich simpel: Immer kommt noch ein Tier dazu, das größer ist als das vorherige. Meine Kinder sind mit Begeisterung dabei, weil sich die Geschichte durch dieses einfache Schema leicht erschließt und schnell ein Mitsprech-Rhythmus entsteht. Besonders witzig fanden sie außerdem, dass man das nächste Tier häufig schon auf den Bildern entdecken kann, bevor es überhaupt ins Geschehen eingreift. Dieses gemeinsame Suchen und Entdecken hat beim Vorlesen fast noch mehr Spaß gemacht als der eigentliche Text.

Der Text selbst ist knapp gehalten und arbeitet viel mit Wiederholungen. Das sorgt dafür, dass Kinder schnell ein Gefühl für den Aufbau bekommen und sich die Passagen einprägen. Nach kurzer Zeit konnten meine Kinder die „Verschluck-Kette“ schon mitsprechen und hatten sichtlich Freude daran, die Reihenfolge selbst weiterzuführen. Insbesondere für das empfohlene Alter ab drei Jahren passt das sehr gut.

Die Illustrationen von Sabine Kranz greifen den Humor der Geschichte schön auf. Sie sind farbenfroh, etwas frech gestaltet und bieten einige Details. Besonders die Gesichtsausdrücke der Tiere haben uns immer wieder schmunzeln lassen. Inhaltlich bleibt die Geschichte bewusst einfach. Die Handlung konzentriert sich ganz auf die sich steigernde Kette der „Großmäuler“. Das reicht den Kiddies, auch wenn ich mir an manchen Stellen ein wenig mehr gewünscht hätte. Die Geschichte ist recht schnell erzählt und auch das Ende kommt zügig.

Schön ist außerdem, dass trotz des „Verschluckens“ der Tiere alles leicht und humorvoll bleibt. Es entsteht keine unangenehme Spannung, sondern vielmehr ein spielerischer Wettstreit, der am Ende freundlich aufgelöst wird. Die kleine Pointe zum Schluss sorgt zusätzlich noch einmal für ein Schmunzeln.

„Großmaul“ ist ein kurzweiliges Bilderbuch, das besonders durch seinen wiederkehrenden Aufbau und die humorvollen Illustrationen überzeugt. Beim Vorlesen mit meinen Kindern hat die Geschichte vor allem durch das Mitsprechen und Entdecken der verschiedenen Tiere funktioniert. Ein unkomplizierter Bilderbuchspaß für zwischendurch.

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Neuanfang, Meeresluft und eine Prise Magie

Maries Glücksküche – Die Schule am Meer
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Ein Umzug in ein anderes Land ist nie einfach, und Marie tut sich mit der neuen Situation ganz schön schwer. Neue Schule, neue Sprache und keine Freundinnen in Sicht. Während ihr Bruder schnell Anschluss ...

Ein Umzug in ein anderes Land ist nie einfach, und Marie tut sich mit der neuen Situation ganz schön schwer. Neue Schule, neue Sprache und keine Freundinnen in Sicht. Während ihr Bruder schnell Anschluss findet und das Leben am Meer genießt, fühlt sich Marie zunächst ziemlich verloren. Dass ihre Familie in einer umgebauten Turnhalle wohnt, macht die Situation nicht unbedingt leichter.

Zum Glück gibt es Oma Aveline. Sie ist warmherzig, lebensfroh und hat ein Geheimnis, in das sie Marie einweiht. Mit den richtigen Zutaten kann man beim Kochen kleine magische Effekte erzielen. Für Marie klingt das nach einer guten Möglichkeit, ihre Startschwierigkeiten in den Griff zu bekommen. Doch natürlich läuft nicht alles nach Plan. Ihr erster Versuch sorgt für ordentliches Chaos und plötzlich steht sogar der Job ihrer Mutter auf dem Spiel.

Die Grundidee von Maries Glücksküche – Die Schule am Meer hat mir sofort gefallen. Zauberkochen, ein Neuanfang an der französischen Küste und eine sympathische Hauptfigur. Das alles bringt eine schöne Wohlfühlatmosphäre mit sich. Besonders die Szenen rund ums Kochen und die magischen Zutaten haben mir gefallen. Hier steckt viel Liebe zum Detail drin und einige Einfälle sind wirklich herrlich witzig.

Gleichzeitig bleibt die Geschichte insgesamt eher überschaubar. Viele Themen werden angerissen, ohne sehr ausführlich erzählt zu werden. Das betrifft sowohl Maries Eingewöhnung in der neuen Schule, die Nebenfiguren als auch das Zauberkochen, das durchaus noch mehr Raum hätte bekommen können. Allerdings passt das gut zur Zielgruppe. Die Geschichte bleibt dadurch leicht zugänglich, übersichtlich und angenehm zu lesen. Gerade für Kinder ab etwa neun Jahren ist das so ideal.

Marie selbst ist eine sympathische Hauptfigur. Ihre Unsicherheit, ihr Wunsch dazuzugehören und ihr vorsichtiger Neuanfang wirken nachvollziehbar. Besonders die Beziehung zu ihrer Oma hat mir gut gefallen.

Auch die Schwarz-Weiß-Illustrationen lockern den Text schön auf und passen gut zum Ton der Geschichte. Die Rezepte am Ende sind zudem eine nette Ergänzung und greifen die Idee der Glücksküche noch einmal auf. Omas Magi(e) ist zum schieflachen.

Maries Glücksküche – Die Schule am Meer ist ein ruhiger, unkomplizierter Reihenauftakt mit einer guten Portion Magie und einem überschaubaren Handlungsrahmen. Eine angenehme Lektüre für Kinder ab etwa 9 Jahren und für alle, die Geschichten mit Wohlfühlatmosphäre und einem kleinen magischen Twist mögen.

Ich bin gespannt, wie sich Marie und ihre Glücksküche in den nächsten Bänden weiterentwickeln.

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Veröffentlicht am 25.03.2026

Eine Familie für 2 Pinguine

Disko im Zoo
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Einmal im Jahr wird der Zoo zur Disko. Dann werfen sich die Tiere in Schale und veranstalten eine riesige Party. Zwischen Konfetti und Tanz verlieben sich Ping und Pong, zwei Pinguinmännchen, die sich ...

Einmal im Jahr wird der Zoo zur Disko. Dann werfen sich die Tiere in Schale und veranstalten eine riesige Party. Zwischen Konfetti und Tanz verlieben sich Ping und Pong, zwei Pinguinmännchen, die sich bald nichts sehnlicher wünschen als eine eigene Familie. Nur fehlt dafür etwas EntschEIdendes. Aber dafür findet sich noch in der Diskonacht eine überraschend simple Lösung.

Die Geschichte ist durchgehend gereimt. Allerdings ist der Rhythmus an manchen Stellen etwas komplizierter und so wurde es beim Vorlesen teils etwas holprig. Dazu kommt, dass die Handlung für ein Bilderbuch recht umfangreich ist. Es passiert – abgesehen von der wilden Partynacht – noch einiges mehr und ich habe es bei meiner Vorlesegruppe deutlich gemerkt, wie die Aufmerksamkeit bei einigen Kindern abnahm, auch wenn der Einstieg mit der Diskonacht zunächst große Begeisterung ausgelöst hatte.

Die Illustrationen sind farbenfroh und lebendig. Überall gibt es kleine Szenen zu entdecken. Manche Details fallen erst beim zweiten oder dritten Durchblättern auf.

Neben der bunten Diskostimmung entwickelt sich die eigentliche Geschichte eher nebenbei. Ping und Pong wünschen sich eine eigene Familie. Die Frage ist nur, woher die beiden ein Ei bekommen sollen. Die Lösung kommt recht schnell, denn Pinguindame Marei gibt gerne eines ihrer Eier ab, sie legt schließlich ohnehin immer zwei. Für Kinder ist das völlig stimmig. Sie hat 2, die anderen haben keines, selbstverständlich wird da geteilt. Als Erwachsener stutzt man da doch immerhin kurz. Gleichzeitig passt diese Leichtigkeit wiederum gut zur fröhlichen Grundstimmung des Buches und vermittelt ja auch einen netten Grundgedanken.

Insgesamt also ein farbenfrohes Bilderbuch mit einer ungewöhnlichen Idee und vielen lebendigen Szenen. Die Reime und die etwas längere Handlung machen das Vorlesen nicht immer ganz leicht, bieten aber gleichzeitig genug Stoff zum Reden und Entdecken.

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Veröffentlicht am 13.03.2026

Ruhiger Gesundheitsratgeber für Alltagswehwehchen

Bye-bye Beschwerden
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Es sind selten die spektakulären Notfälle, die einen verunsichern. Viel häufiger sind es diese merkwürdigen Zwischenzustände, wie ein Ziehen im Rücken, das sich seltsam anfühlt. Ein Druck im Kopf, der ...

Es sind selten die spektakulären Notfälle, die einen verunsichern. Viel häufiger sind es diese merkwürdigen Zwischenzustände, wie ein Ziehen im Rücken, das sich seltsam anfühlt. Ein Druck im Kopf, der anders ist als die letzte Migräne. Ein Mückenstich, der auf seine zehnfache Größe anschwillt. Nichts, weshalb man sofort ins Krankenhaus fährt, aber doch beunruhigend genug. Und häufig gibt Doktor Google eine überaus beängstigende Diagnose, die nur noch mehr verunsichert.

Bye-bye Beschwerden sammelt 77 solcher Situationen und bringt sie in eine übersichtliche Ordnung. Das Buch ist nach Körperregionen sortiert, jede Beschwerde wird kurz erklärt, mögliche Ursachen werden genannt, dazu gibt es konkrete Hinweise, was man selbst tun kann. Vor allem wird auch die Frage geklärt, ob man weiter beobachten oder lieber ärztlich abklären lassen sollte.

Viele Ratschläge kennt man bereits: Kühlen hilft bei Schwellungen, viel trinken bei Kopfschmerzen, Ruhe bei Erschöpfung. Das Buch enthält kein revolutionäres Wissen oder eine Anleitung zur Wunderheilung. Aber es ist hilfreich, alles gebündelt vor sich zu haben, ohne dass Panik geschürt und das Gefühl vermittelt wird, gerade an einer seltenen Tropenkrankheit dahinzusiechen.

Man merkt, dass hier Arzt und Apothekerin mit viel Fachwissen schreiben. Der Ton bleibt sachlich, aber nicht trocken. Die Einschätzungen sind durchdacht und auf den Punkt gebracht. Besonders hilfreich finde ich die klaren Hinweise, wann man eben nicht einfach weitermachen sollte. Diese Grenze ist im Alltag oft schwer einzuschätzen.

Gegen Ende weitet sich der Blick noch etwas und streift auch Themen wie Schlafprobleme oder psychische Belastungen. Natürlich lassen sich solche komplexen Bereiche auf wenigen Seiten nur anreißen, aber als kurzer Überblick passt das gut zum Konzept des Buches und rundet den Ratgeber sinnvoll ab.

Als Lektüre von vorne bis hinten ist das Buch weniger spannend. Nach spätestens zehn Einträgen merkt man, dass der Aufbau sich wiederholt – was bei einem Nachschlagewerk natürlich sinnvoll ist. Es geht nicht um literarische Abwechslung, sondern um schnelle Orientierung.

Neu erfunden hat dieses Buch die Hausapotheke nicht. Aber es nimmt die kleinen Beschwerden ernst, ohne sie größer zu machen als sie sind. Für mich ist das kein Buch, das man begeistert weiterempfiehlt, weil es einen umgehauen hat. Es ist eher eines, das man irgendwann dankbar aus dem Regal zieht, wenn der eigene Körper mal wieder eine dieser kleinen, rätselhaften Beschwerden produziert.

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