Aufwachsen im goldenen Käfig
Trag das Feuer weiterIn diesem Roman wird die Familiengeschichte der Protagonistin erzählt.
In einem armen Land wächst sie zusammen mit ihrer Schwester nicht nur in einer privilegierten Familie auf sondern auch in einer Art ...
In diesem Roman wird die Familiengeschichte der Protagonistin erzählt.
In einem armen Land wächst sie zusammen mit ihrer Schwester nicht nur in einer privilegierten Familie auf sondern auch in einer Art goldenen Käfig. Die Armut der anderen Menschen und ihre Sorgen und Nöte bekommt sie wenn überhaupt nur am Rande mit. Sie wächst wohl behütet auf. Besucht eine der besten Schulen. Wird dadurch auch mit westlichen Werten sozialisiert.
Durch ihre Orientierung ist sie gezwungen sich zu verstellen. Was teils groteske Züge annimmt und sie charakterlich für mich eher unsympathisch macht. Sie stellt sich extrem fordernd und aneignend da. Zudem in vielen Fällen auch sehr über griffig.
Mit ihrem Verhalten als Kind und Jugendliche hatte ich teils erhebliche Problem. Aber Rückblickend kann man dies schlicht und einfach damit erklären, dass die Eltern beide ihrer Erziehungsarbeit nicht wirklich nachgekommen sind.
Das eigentliche Ziel die Familiengeschichte respektive die Figur ihres Vaters schärfer zu zeichnen, mehr über ihn zu erfahren, wird verfehlt. Grund hierfür ist der Vater selbst, der seine eigene Vergangenheit verleugnet und abgestreift hat. Das wenige was man über ihn erfährt ist jedoch bemerkenswert. Zum einen scheint er aus sehr ärmlichen Verhältnissen zu stammen. Hat sich bis ganz nach oben in einer Bank gearbeitet und dafür den Kontakt zu seiner Familie rigoros abgebrochen. Auch integer, weitblickend und Zukunftsgewand war er.
Durch all diese Privilegien hatte die beiden Schwestern die Möglichkeit ihre Zukunft in Europa zu finden und sich dort zu integrieren. Gerade noch rechtzeitig genug bevor ihr eigentliches Heimatland kollabierte und ihre Familie in Ungnade fiel.
Fazit: Ein wirklich interessanter Roman, der es dem Leser ermöglicht in einen anderen Kulturkreis einzutauchen und einer Familiengeschichte nachzuspüren. Auch wenn die Protagonistin eher unsympathisch ist, ist der Roman absolut lesenswert.