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Veröffentlicht am 01.05.2017

Tod à la Provence

Tod à la Provence
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Pascal Chevrier will nicht länger als Polizist in der Großstadt Verbrecher jagen und so zieht es ihn hinaus aufs Land, in einen beschaulichen Ort in der Provence, im Luberon. Dort wird er als Polizeichef ...

Pascal Chevrier will nicht länger als Polizist in der Großstadt Verbrecher jagen und so zieht es ihn hinaus aufs Land, in einen beschaulichen Ort in der Provence, im Luberon. Dort wird er als Polizeichef eines kleinen Ortes arbeiten und die Landluft und die gute Küche genießen. Eine Unterkunft findet er bei der Familie Perieux, einer alteingesessenen Familie, die Wein anbaut und überall hoch angesehen ist. Bei einem Abendessen im Hause Perieux macht Pascal die Bekanntschaft von Elaine, die er sehr anziehend und attraktiv findet.

Aus der gedachten Beschaulichkeit wird jedoch für Pascal dann zunächst nichts. Nach größeren Unruhen und Disputen unter den Dorfbewohnern bezüglich eines geplanten größeren Bauvorhabens, eines Golf-Resorts, wird der Bauherr dieses Projektes tot aufgefunden. Pascal ermittelt. Dabei stößt er auf diverse Machenschaften und Geldgeschäfte und taucht auch in die dunklen Seiten der gehobenen französischen Küche, der Immobilienbranche und der Politik ein.

„Tod à la Provence“ ist ein schöner Krimi, der nicht nur spannend, sondern auch mit kulinarischen Genüssen daher kommt. Pascal ist ein sympathischer Kerl mit leichten Schwächen, dem man aber seine kleinen Fehler schnell wieder verzeihen kann.

Der Autor hat ein Buch für Frankreich Fans und solche die es werden soll geschrieben. Schöne Landschaft, Wein und Genuss stehen im Mittelpunkt und werden begleitet von einigen interessanten und spannenden Details, die ganz typisch eben für diese Region Südfrankreichs sind. Es bleibt zu hoffen, dass Pascal Chevrier in seiner neuen Wahlheimat schon ganz bald wieder ermitteln darf.

Copyright © 2017 by Iris Gasper

Veröffentlicht am 22.02.2017

Dein perfektes Jahr

Dein perfektes Jahr
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Hannah ist eine sympathische und vor allen Dingen optimistisch ins Leben blickende junge Frau. Sie hat die Idee für die „Rasselbande“, ein außergewöhnliches Kinderbetreuungsangebot, gehabt und es gemeinsam ...

Hannah ist eine sympathische und vor allen Dingen optimistisch ins Leben blickende junge Frau. Sie hat die Idee für die „Rasselbande“, ein außergewöhnliches Kinderbetreuungsangebot, gehabt und es gemeinsam mit ihrer Freundin umgesetzt. Nun hofft sie auf eine lebenslange gemeinsame Zeit mit ihrem Freund Simon. Doch es kommt anders, denn Simon macht ihr nicht den erhofften Heiratsantrag, sondern beendet die Beziehung wegen einer unheilbaren Erkrankung. Hannah ist am Boden zerstört, doch sie gibt nicht auf. Mit einem Kalender für ein ganzes Jahr will sie ihren Freund wieder motivieren nach vorne zu blicken, sich der Krankheit zu stellen und dem Leben jeden Tag etwas Positives abzugewinnen.

Jonathan N. Grief ist der Inhaber eines renommierten Verlages für gehobene Literatur. Zu tun hat er nicht viel, denn um die Geschäfte kümmert sich sein Geschäftsführer. Jonathan verbringt seine Zeit mit regelmäßig wiederkehrenden Aktivitäten, gesundem Essen und Feststellungen über die Unzulänglichkeiten seiner Mitmenschen. Ihn dürfte man eher als langweiligen, vielleicht sogar pessimistisch eingestellten Charakter empfinden. Doch dann findet Jonathan an seinem Fahrrad einen Kalender mit Aktivitäten für ein ganzes Jahr. Zunächst sucht er noch nach dem Besitzer des Kalenders, doch mehr und mehr findet er Gefallen daran, genau das zu tun, was der Kalender ihm vorschlägt und so verändert sich sein Alltag.

Die Idee eine Geschichte mit zwei sehr unterschiedlichen Charakteren zu starten, die sich dann im Verlauf der Handlung begegnen, ist sicher nicht neu, aber sie wird hier auf eine so harmonische und interessante Weise umgesetzt, dass man einfach begeistert sein muss. So sind die Kapitel mal aus der Sicht von Hannah und mal aus der Sicht von Jonathan geschildert und allesamt sehr abwechslungsreich. Wo Hannah etwas von ihrem Optimismus zu verlieren scheint, gewinnt Jonathan ihn hinzu.

„Dein perfektes Jahr“ ist ein Blick auf viele Facetten des Lebens, auf Trauer und Glück, auf Job und Arbeitslosigkeit, auf Krankheiten, Armut und Reichtum und auf Menschen, die veränderbar sind und sich auch stetig verändern, wenn sie es denn zulassen. Ein Buch für die perfekte Unterhaltung an jedem Tag des Jahres.

Copyright © 2016 by Iris Gasper

Veröffentlicht am 01.04.2026

Ein spannender Blick auf verschiedene Seiten einer Geschichte

Flora Brimble und der verlorene Frühling
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Flora ist ein eher trauriges Mädchen, aber wen wundert das; denn ihre Mutter ist vor langer Zeit verschwunden und sie lebt allein mit ihrem kranken Vater in einem kleinen Dorf. Oft reicht das Geld kaum ...

Flora ist ein eher trauriges Mädchen, aber wen wundert das; denn ihre Mutter ist vor langer Zeit verschwunden und sie lebt allein mit ihrem kranken Vater in einem kleinen Dorf. Oft reicht das Geld kaum aus, denn ihr Vater ist als Fischer auch nicht gerade erfolgreich. Eine große Freude ist es jedoch für Flora Geschichten zu schreiben und so freut sie sich sehr, als sie von ihrem Vater zum Geburtstag Geld für neue Tinte bekommt. Diese Tinte und Floras Geschichten sind der Beginn einer magischen Geschichte, die Flora zu ihren eigenen erfundenen Figuren bringt.

Auf ihrem Abenteuer wird Flora von wundersamen Figuren begleitet wie z. B. Parzival dem Eichhörnchen und Grisold dem Kobold. Und dann ist da noch die Hexe Ych…

Der Roman ist wundervoll gestaltet. Sowohl das Cover als auch der farbige Buchschnitt laden sofort zum Lesen ein. Die Geschichte selbst ist fantastisch. Sie ist spannend und lustig, abenteuerlich und manchmal auch traurig. Sie spielt in anderen Welten und wirft einen Blick auf die Schönheit der Natur und die Kraft der Freundschaft und Verbundenheit.

Eine fantasievolle Geschichte für Alt und Jung, zum Lesen und Vorlesen.

Copyright © 2026 by Iris Gasper

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Veröffentlicht am 12.01.2025

Augen auf in der virtuellen Welt

Was wir nicht kommen sahen
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Ada ist eine junge Erwachsene. Sie steht kurz vor dem Schulende. In ihrer Familie scheint alles einen völlig normalen Gang zu gehen. Doch dann verlässt Ada eines Abends das Haus und kehrt nicht zurück. ...

Ada ist eine junge Erwachsene. Sie steht kurz vor dem Schulende. In ihrer Familie scheint alles einen völlig normalen Gang zu gehen. Doch dann verlässt Ada eines Abends das Haus und kehrt nicht zurück. Sie nimmt sich das Leben. Im Raum steht die Frage nach dem Warum.
Die trauernde Mutter macht sich daran dieser Frage auf den Grund zu gehen. Sie ist verzweifelt und will verstehen, warum ihre Tochter das getan hat. Die Flucht ihres Mannes in seine Arbeit verstärkt sie noch darin.

„Was wir nicht kommen sahen“ ist für die Leserschaft harter Tobak. Mehr als einmal wird darauf deutlich hingewiesen. In dieser Geschichte geht es um Mobbing im Netz. Es geht um Dinge, denen wir alle ungeschützt ausgesetzt sind, wenn wir uns in der virtuellen Welt bewegen. Es geht darum, dass es viele einfacher ist einen Menschen zu verletzten, den wir real gar nicht kennen.

Die Autorin ist in dieser Welt groß geworden. Sie kennt diese Welt. Das merkt man sehr deutlich.

Für Leser unterschiedlichen Alters wird die Geschichte daher anders wirken. Sie ist vielleicht Neuland und sie ist vielleicht bekanntes Pflaster. Aber in jedem Fall ist sie berührend, ist sie heftig und manchmal kaum auszuhalten. Und gerade deshalb gilt: Lesen!

Dieser Roman geht unter die Haut und zeigt uns deutlich welche Gefahren das Netz birgt.

Copyright © 2025 by Iris Gasper

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Veröffentlicht am 20.05.2024

Schwere Zeiten, starke Frauen

Unter dem Moor
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In diesem Roman entführt uns die Autorin Tanja Weber ans Stettiner Haff. Wir lernen dort in drei unterschiedlichen Zeitsträngen drei verschiedene Frauen kennen, die ihren Weg durchs Leben suchen.

Im ...

In diesem Roman entführt uns die Autorin Tanja Weber ans Stettiner Haff. Wir lernen dort in drei unterschiedlichen Zeitsträngen drei verschiedene Frauen kennen, die ihren Weg durchs Leben suchen.

Im Jahr 1936 verschlägt es die junge Gine zum Landjahr ans Stettiner Haff. Dort verbringt sie eine Zeit voller harter Arbeit und Entbehrungen. Leider muss sie darüber hinaus noch viel mehr ertragen.

Zu DDR-Zeiten lebt die junge Sigrun am Stettiner Haff. Sie träumt von einem anderen Leben. Es bereitet ihr Schwierigkeiten nicht sagen zu dürfen, was sie wirklich denkt. Und hin und wieder schlägt sie über die Stränge.

In der Gegenwart treffen wir auf die Berliner Ärztin Nina, die sich in ihrem Job und Alltag überfordert fühlt, in einem Burnout steckt. Sie nimmt sich eine Auszeit und zieht für vier Wochen ans Haff. Ihr Hund Ayla begleitet sie. Der Hund lebt dort förmlich auf und er macht im Wald einen gruseligen Fund.

Eine direkte Verbindung dieser drei Frauen gibt es nicht, aber sie alle drei sind auf der Suche. Sie alle verbindet der Handlungsort: Das Stettiner Haff und eine dort lebende Familie. Und sie alle drei sind stark, sie suchen ihren Weg auch in schwierigen Zeiten.

Als Leserin hat es mir sehr gefallen diese drei Frauen zu begleiten. Ihr Schicksal hat mich sehr berührt. Die Autorin versteht es jede einzelne Zeit und ihre Probleme darzustellen. Und ganz nebenbei klärt sich noch das Verschwinden einer jungen Frau vor einigen Jahren auf.

„Unter dem Moor“ ist ein toller Spannungsroman, den man nicht aus der Hand legen möchte.

Copyright © 2024 by Iris Gasper

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