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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.04.2026

Fast zu bizarr, um wahr zu sein ...

Poyais. Ein Land, das es nie gab
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Schon vor einigen Wochen war ich auf dieses besondere Buch bei der Durchsicht der Neuerscheinungen gestoßen und sofort war meine Neugier geweckt. Ein Land, das es nie gab, aber in das von einem Mann dennoch ...

Schon vor einigen Wochen war ich auf dieses besondere Buch bei der Durchsicht der Neuerscheinungen gestoßen und sofort war meine Neugier geweckt. Ein Land, das es nie gab, aber in das von einem Mann dennoch hunderte von Menschen mit der Hoffnung auf ein neues und besseres Leben geschickt wurden? Wie skrupellos musste man sein?

So ließ ich mich also ein auf das Abenteuer „POLYAIS“ und den Kaziken Gregor MacGregor, der es verstand, Menschen um den Finger zu wickeln und ihnen ihr hartverdientes Geld im Tausch gegen ein nichtexistierendes Stück Land und eine Handvoll polyaische Dollar einzutauschen. Die unterschiedlichsten Leute fallen auf den Trick herein, unter anderem auch Carl und Julie, zwei junge Menschen, die sich lieben, deren Liebe aber aufgrund des Standesunterschieds nicht geduldet ist. In einem weiteren Erzählstrang, der einige Jahre in der Vergangenheit liegt, lerne ich den General MacGregor und seine Militärtaktivitäten kennen. Schnell wird klar, dass so wie er dort mit seinen Untergebenen umgeht, er später auch mit den Auswanderern verfahren wird. Ganz nach dem Motto „When the going gets tough …“ versteht er es, sich dünn zu machen und kommt trotzdem immer wieder als Ritter mit der glänzenden Rüstung aus der Affäre heraus. Wird ihm auch diesmal der Schachzug glücken, nachdem wirklich Hunderte der armen Polyais Reisenden ihr Leben aufgrund von Hunger, Krankheit und Verzweiflung ihr Leben lassen müssen?

Geschickt verwebt die sympathische Autorin Uli Aechtner in ihrem Buch Wahrheit mit Fiktion und nimmt ihre Leser mit auf die Abenteuerreise ihres Lebens! Sehr bildhaft zeichnet sie die damaligen Umstände, so dass man als Leser meint mit den Soldaten Seite an Seite auf dem Schlachtfeld zu stehen, das Schlingern des Auswanderungsschiffs unter den Füßen spüren zu können und die Gnadenlosigkeit des Dschungels in „Polyais“ miterleben zu müssen. Für mich war dieses Buch eine Geschichte, in die ich ganz tief eintauchen konnte und die mich zu eigenen Recherchen im Internet inspiriert hat. Für diesen rundum gelungenen, spannenden, teils traurigen, aber auch inspirierenden Roman vergebe ich deshalb fünf sehr verdiente Sterne. Tolle Idee, liebe Uli … gerne lese ich weitere Bücher aus deiner Schreibfeder und werde das Buch im Freundeskreis weiterempfehlen!

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Veröffentlicht am 24.04.2026

Als ihr Haus in Flammen stand ...

Dunkelwald
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Auch in ihrem dritten Band der nordischen Krimireihe rund um die Ermittlerin Hanna Duncker bleibt die Autorin ihrem Schreibstil treu. Als Hörerin wurde ich wieder mit einem zweigeteilten Plot zu ihrem ...

Auch in ihrem dritten Band der nordischen Krimireihe rund um die Ermittlerin Hanna Duncker bleibt die Autorin ihrem Schreibstil treu. Als Hörerin wurde ich wieder mit einem zweigeteilten Plot zu ihrem aktuellen Fall konfrontiert, bei dem es sich um einen sogenannten Cold Case handelt. Es geht um einen Leichenfund im Wald. Aber auch Hannas ganz persönliche Aufklärung rund um das Verbrechen, in das ihr Vater involviert war, tritt zumindest für die ehrgeizige Ermittlerin wieder stark in den Vordergrund. Nach dem Brandanschlag auf sie und ihr Haus, scheint die Zeit immer mehr zu drängen hier endlich einen Knopf dran machen zu können!

Die relativ kurz angelegten Kapitel mit einem jeweiligen Szenenwechsel, halten die Spannung stets auf einem hohen Level und somit gelingt es Johanna Mo hervorragend einen packenden Kriminalfall zu kreieren, bei dem man aber bald merkt, dass hier das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist. Komplexe Charaktere verbunden mit einer verzwickten Geschichte lassen mich jetzt schon mit Vorfreude auf den nächsten Band schielen. Von mir gibt es mit fünf Sternen auch diesmal die Bestnote!

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Veröffentlicht am 01.04.2026

Ein ganz wunderbares Buch, das zum Nachdenken anregt ...

Ein weites Leben
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Wie schon der erste Roman - „Das Licht zwischen den Meeren“ - der australischen Autorin M. L. Stedman hat mich auch ihr neuestes Werk wieder tief berührt. Nach eigener Aussage hat sie lange daran gefeilt ...

Wie schon der erste Roman - „Das Licht zwischen den Meeren“ - der australischen Autorin M. L. Stedman hat mich auch ihr neuestes Werk wieder tief berührt. Nach eigener Aussage hat sie lange daran gefeilt und das Ergebnis kann sich meiner Meinung nach mehr als sehen lassen!

Die Familie MacBride steht im Mittelpunkt dieses kraftvollen Familienepos. Deren Leben – wie schon das vorangegangener Generationen – scheint vorgezeichnet. Die riesige Schaffarm „Meredith Downs“ wird seit ihrer Gründung vom jeweils ältesten Sohn der Familie geführt und so ist auch Sohn Warren für diese Rolle vorgesehen. Doch ein schrecklicher Unfall macht den MacBrides einen grausamen Strich durch diese Rechnung und tötet dabei Warren und seinen Vater Phil. Der überlebende jüngste Spross braucht lange, um sich den Weg zurück ins Leben zu kämpfen und nur die unvoreingenommene Liebe von Mutter Lorna und Schwester Rose lässt ihn langsam genesen. Als sich schließlich endlich wieder eine vorsichtige Normalität einzustellen zu scheint, schlägt das Schicksal erneut mit voller Wucht zu …

Obwohl ich selbst noch nie in Australien war, fiel es mir durch die bildhafte Sprache leicht, mich schnell im Outback auszukennen. Mit einer Wortgewalt, die mich an den Seiten kleben ließ, entführt mich die Autorin in eine Geschichte, die eher ruhig und dennoch so kraftvoll ist, dass sie mich beim Lesen oft zum Nachdenken zwang. Ich bin begeistert von diesem Roman, der einen solch schwierigen Weg aufzeigt, dass es mir oft in der Seele wehtat. Das irgendwie versöhnliche Ende gab mir aber wieder neuen Mut und somit möchte ich von Herzen kommende fünf leuchtende Sterne vergeben. M. L. Stedman hat es geschafft, mir einen tiefen Blick in die Seele ihrer besonderen Charaktere zu gewähren. Von mir gibt es dafür ein uneingeschränkte Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Es ist bitterkalt im Nachkriegsberlin, in dem ein Mörder sein Unwesen treibt ...

Die weiße Nacht
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Aus heutiger Sicht fällt es oft schwer sich vorzustellen, wie es gewesen sein muss nach dem verheerenden Zweiten Weltkrieg, der so viel Tod und Leid in die Leben zu vieler Menschen gebracht hat. Umso interessanter ...

Aus heutiger Sicht fällt es oft schwer sich vorzustellen, wie es gewesen sein muss nach dem verheerenden Zweiten Weltkrieg, der so viel Tod und Leid in die Leben zu vieler Menschen gebracht hat. Umso interessanter war es für mich, mich von Anne Stern – die übrigens zu meinen Lieblingsautorinnen gehört – in diese Welt entführen zu lassen. So finde ich mich im zerstörten Berlin des Jahres 1946 wieder, in dem nicht nur der Hunger, sondern auch die klirrende Kälte vorherrschend ist. In eben dieser Kälte streicht die Fotografin Lou Faber um die Häuser, immer auf der Suche nach einem neuen Motiv. Diesmal stößt sie dabei auf eine Frauenleiche, die mit gefalteten Händen steifgefroren in den Ruinen liegt. Der eigenwillige Kommissar Alfred König, der immer noch unter den Auswirkungen des Krieges und den Nachwehen des NS-Regimes leidet, beginnt seine Ermittlungen. Bald schon taucht die nächste Leiche auf und ein gemeinsames Schema scheint sich heraus zu kristallisieren …

Anne Stern ist für ihren eindringlichen Schreibstil bekannt und dieser findet sich auch in diesem historischen Kriminalroman wieder. Atmosphärisch dicht und sehr bildhaft lässt sie ihre Leserschaft eintauchen in ein Berlin, das noch immer nazigeprägt ist und in dem jeder Tag auf Neue ein Kampf ums Überleben ist. Doch langsam, aber sicher weckt sie auch wieder Hoffnung und gibt einem beim Lesen stets den Eindruck, dass dieser tägliche Kampf nicht umsonst ist. Das ungleiche Ermittlerpaar bestehend aus Lou Faber und Alfred König ist mir schnell ans Herz gewachsen und so freue ich mich schon heute auf den nächsten Band. Aber erstmal möchte ich hier für Teil eins fünf sehr verdiente Sterne vergeben verbunden mit einer uneingeschränkten Leseempfehlung. „Die weiße Nacht“ hat mir eine äußerst spannende Reise in die Vergangenheit geschenkt, vielen lieben Dank dafür.

Veröffentlicht am 28.03.2026

Es wird eiskalt im hohen Norden ...

Nordlicht - Das kalte Grab
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Die zuständigen Ermittler stoßen auf der dänischen Insel Als auf ein grausames Szenario: zwei Leichen, brutal ermordet, werden blutüberströmt und an einen Heizkörper gefesselt in ihrem abgelegenen Haus ...

Die zuständigen Ermittler stoßen auf der dänischen Insel Als auf ein grausames Szenario: zwei Leichen, brutal ermordet, werden blutüberströmt und an einen Heizkörper gefesselt in ihrem abgelegenen Haus gefunden. Es handelt sich um das deutsche Ehepaar Konrad Dahlmann und seine Frau, die, wie sich in den folgenden Ermittlungen immer mehr rauskristallisiert, nicht besonders beliebt waren an der jütländischen Küste. Was führte zu ihrer Ermordung, war es ein verunglückter Raubüberfall oder gab es ein anderes Motiv? Als eine weitere Leiche gefunden wird, ändert sich der Blickwinkel der ermittelnden Kommissare Boisen und Nyborg, denn die Morde scheinen mit Vorfällen im Eiswinter 1978/79 zusammenzuhängen. Eine spannende Mörderjagd beginnt …
Zum nun bereits sechsten Mal zieht das ungleiche Ermittlerduo bestehend aus Vibeke Boisen und Rasmus Nyborg für mich als Leserin in den Kampf gegen das Verbrechen. Auch die persönliche Entwicklung der Beiden nimmt wieder ihren rechtmäßigen Platz in diesem kalten Thriller ein ohne je überbordend zu wirken. Ich liebte auch diesmal mal wieder den wie immer flüssigen und sehr bildhaften Schreibstil der begabten Autorin Anette Hinrichs, der mich auch die fünf Vorgängerbände verschlingen ließ. Es war mal wie immer ein wenig wie heimkommen - mit dem spröden Ermittlerteam habe ich gerne ein wenig beim Lesen gefroren und gebibbert. Natürlich gibt es von mir mit fünf Sternen die absolute Bestnote verbunden mit einer vorbehaltlosen Leseempfehlung an alle Fans von solider Kriminalliteratur!

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