Spannend
Wo der Wind die Namen trägtDie 85jährige Inge erhält eine Einladung zum Klassentreffen. Sofort kehren alte Erinnerungen zurück, die sie doch so gut verdrängt hatte. 1946 hat sie im Wald eine Leiche entdeckt. Es wurde niemand dafür ...
Die 85jährige Inge erhält eine Einladung zum Klassentreffen. Sofort kehren alte Erinnerungen zurück, die sie doch so gut verdrängt hatte. 1946 hat sie im Wald eine Leiche entdeckt. Es wurde niemand dafür zur Rechenschaft gezogen. Aus Angst wurde geschwiegen. Von ihrem alten Freund bekommt sie jetzt alte Tagebücher und Dokumente, die zur Aufklärung beitragen werden. Doch es geht nicht „nur“ um die Leiche. Alte Naziseilschaften und Verbrechen aus dieser Zeit und danach spielen eine große Rolle.
Ich hab schon ein paar Bücher von Anja Jonuleit gelesen und sie konnten mich immer wieder begeistern. Das hat sie auch hier wieder geschafft. Ein bewegender Roman, der auf zwei Zeitebenen spielt und gekonnt die Vergangenheit mit der Gegenwart verbindet. Historische Ereignisse werden in einer fiktiven Geschichte gekonnt erzählt, die mich zutiefst erschüttert hat. Das diese Zeit schrecklich war, das ist alles klar. Trotzdem ist es für mich immer wieder erschreckend über einzelne Ereignisse zu lesen. Die Autorin lässt uns hier noch an den historischen Hintergründen teilhaben und auch daran wie ihr die Idee zu diesem Buch gekommen ist. Die Charaktere sind toll gezeichnet und absolut authentisch. Da gibt’s kein schwarz-weiß. Das trägt gut dazu bei die unruhige und ungeordnete Nachkriegszeit glaubwürdig darzustellen. Die Atmosphäre wirkte auch mich sehr beklemmend, allein die Natur der Lüneburger Heide gab ein paar schöne Eindrücke her. Ein ganz großartiger Roman.
Die Autorin erschafft hier ein eindrucksvolles und emotionales Werk, das sehr gut recherchiert ist. Eine dichte Atmosphäre und starke Figuren runden die Geschichte ab. Eine ganz große Empfehlung!