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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.04.2026

Viele tiefe und dunkle Abenteuer – kreativ in Text und Bild umgesetzt

DU und ICH gegen das Erdnussbuttermonster
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Auf 288 Seiten geht es in diesem Kinderbuch als Comic-Roman, empfohlen ab 9 Jahren, um witzige, fantasievolle Situationen von zwei Freunden in urigem Outfit. Die kreative Gestaltung dieser und auch der ...

Auf 288 Seiten geht es in diesem Kinderbuch als Comic-Roman, empfohlen ab 9 Jahren, um witzige, fantasievolle Situationen von zwei Freunden in urigem Outfit. Die kreative Gestaltung dieser und auch der weiteren Figuren, mit fantastischen Eigenschaften bestückt, wird durch jugendlich flotte Wortwahl im Schreibstil ergänzt. Du und ich, zwei mutige, neugierige Hauptfiguren, werden humorvoll dargestellt – z.B. beim Picknick während des Falls im 1. Loch – aber auch ernster und überlegter bei der Suche nach einer soliden Dauerlösung in Sachen Erdnussbuttermonster. Der geschäftstüchtige, kampfsüchtige Charakter von Johnny und Jimmy steht im Kontrast zu den eher freundschaftlichen Bindungen zwischen Batrat, Plotti, dem sprechenden Stein und den Hauptfiguren. Die brenzligen Abenteuer rund um das interessante Erdnussbuttermonster mit äußerst kreativem Innenleben sorgen für manch heikle Dynamik. Manche Schwarz-Weiß-Illustration über zwei Seiten lädt zum Verweilen ein. Insgesamt verteilen sie sich ausgewogen und unterstützend im Text. Die Schriftgröße und Schriftart ist altersgerecht gewählt. Das Kinderbuch ist solide verarbeitet und lädt zum mehrmaligen Vor-/Lesen ein.

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Veröffentlicht am 25.04.2026

Ein gelungener Anfang dieser Trilogie

Am Fluss der Zeiten
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Sowohl das bäuerliche Leben auf Hof Kalmule bei Lüdinghausen als auch der Alltag in der Domkurie zu Münster und auf der Wasserburg Kakesbeck werden detailliert beschrieben und über das Alltagsleben der ...

Sowohl das bäuerliche Leben auf Hof Kalmule bei Lüdinghausen als auch der Alltag in der Domkurie zu Münster und auf der Wasserburg Kakesbeck werden detailliert beschrieben und über das Alltagsleben der Eigenbehörigen Elze in den Jahren 1551 – 1553 sehr lebendig und anschaulich gezeichnet. Das ganze Ausmaß an Abgaben und Frondiensten der Bauernschaft an den jeweiligen Burgherren bzw. Vogt wird ersichtlich. Mit der jungen, unerfahrenen Elze als Erzählerin werden auch die politischen Hintergründe neben den kirchlichen Zwistigkeiten dieser Täuferbewegung im Gesamtverlauf klar. Neben einem Personenregister am Ende des Buches wird in einem umfangreichen Glossar der verwendete Wortschatz dieser Zeit gelistet. Sehr spannend und authentisch wird die Bewirtschaftung eines Bauernhofes bzw. eines Rittersitzes im Wcchsel der Jahreszeiten und Wetterbedingungen präzisiert. Über lang ausgearbeitete Dialoge - z.B. zwischen Stine und Elze – erhalten viele Charaktere überzeugende Tiefe. Dass Kenntnisse im Lesen und Schreiben, hier speziell bei Frauen wie der Eigenbehörigen Elze, eine Besonderheit in damaligen Zeiten war, verwundert heutzutage. Durch viele Abenteuer im Wechsel der Aufenthaltsorte von Elza wird der Spannungsbogen geschickt gespannt gehalten.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Die Befreiung aus der Macht eines magischen Ortes – tiefgehend!

Der letzte Leuchtturm
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Schon der Einstieg mit dem Prolog von Robert Louis Stevenson ist ausdruckstark: "Zu sein, was wir sind, und zu werden, was wir zu werden imstande sind, ist der einzige Lebenszweck." Das ist auch die markante, ...

Schon der Einstieg mit dem Prolog von Robert Louis Stevenson ist ausdruckstark: "Zu sein, was wir sind, und zu werden, was wir zu werden imstande sind, ist der einzige Lebenszweck." Das ist auch die markante, sich wortgewaltig entwickelnde Botschaft dieses Romans mit Ouse als Hauptperson. In dem einzigartigen, tatsächlich existierenden Naturspektakel mit Leuchtturm auf Muckle Flugga, der nördlichsten damals noch bewohnten Insel der Shetlands nahe der Arktis, lebt dieser junge, kreative Mann mit einer besonderen künstlerischen Vorliebe für Textil- und Nadelarbeiten. Während er oft in berührender Zwiesprache mit dem Geist des Schriftstellers Robert Louis Stevenson (RLS) verweilt – Sohn dieses Leuchtturmbauers und dessen einziger, wahrer Freund seit dem Tod der Mutter - , sorgt sein verbitterter, schwermütiger, kontrollierender Vater als einziger Leuchtturmwärter für reichlich viele angespannte Momente des Zusammenlebens. In seiner derben Mundart verbunden mit harschem, rauem Verhalten stellt er im Tauziehen um Ouse mit seiner Erwartungshaltung den unerbittlichen Fels in der Brandung dar. Zwischen diesen zwei extremen Charakteren taucht aus Edinburgh der lebensmüde Autor Firth in dem heutigen Naturschutzgebiet auf. Seine vermeintlich letzte Mission, den Lieblingsvogel seines Großvaters, den Basstölpel, dort zu finden und zu malen vor Beenden seines traurigen Lebens verwandelt sich in eine Befreiungsaktion für seinen neuen Freund Ouse. Die bildhaften Beschreibungen der Naturschönheit, aber auch der Gefahren von Flora, Fauna, Wetterwechseln und dem Ozean konkurrieren mit den intensiven emotionalen Entwicklungen dieser drei Männer, mal zart berührend, mal polternd plump und laut. Der lange Entscheidungsweg von Ouse, den Vater und diesen magischen Ort für Edinburgh zu verlassen, ist fesselnd und einfühlsam beschrieben. Eigentlich stellt sich für alle drei Männer eine neue Sinnfrage.
Eine nachdenkliche Geschichte über Verlust, Freundschaft und Mut zum Neuanfang.

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Veröffentlicht am 03.04.2026

2 Länder, 3 interessante Frauenschicksale

Ein Ort, der bleibt
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Eine detaillierte Aufarbeitung geschichtlicher Ereignisse zwischen der Bundesrepublik und der Türkei in der Zeit zwischen 1929 bis in unsere politische Gegenwart wird am Beispiel der Fam. von Prof. Dr. ...

Eine detaillierte Aufarbeitung geschichtlicher Ereignisse zwischen der Bundesrepublik und der Türkei in der Zeit zwischen 1929 bis in unsere politische Gegenwart wird am Beispiel der Fam. von Prof. Dr. Alfred Heilbronn exemplarisch dargeboten. Durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 folgen wie er mehr als 3000 meist jüdische Wissenschaftler der Einladung des Staatsgründers der heutigen Türkei Kemal Atatürk in die Türkei, den Aufbau des Landes nach westlichem Vorbild zu vollziehen. Ebenso erfolgreich tätig wie in Münster ist Prof. Dr. Heilbronn an der Universität Istanbul und seinem dort gegründeten pharmakologisch-botanischen Institut, mit Schwerpunkt der Genetik und Heilpflanzenkunde. Schon im ersten Zuhause in Münster wird wie auch in Istanbul das Familienleben, speziell der zwei Ehefrauen Magda und Mehpare, einfühlsam eingefangen. Auch viele Pflanzen wie der Akanthus oder das einjährige Bingelkraut schlagen fast wie selbstverständlich Wurzeln. Wie drastisch einschneidend politische Beschlüsse beider Länder sein können, wird klar herausgestellt, sei es Alfreds sog. „Reichsflucht“ mit Enteignung und späterer Ausbürgerung aus Deutschland, sei es der Verlust seiner beruflichen Sonderstellung am Institut durch seine zweite Ehe mit Mehpare und er Türke wird. Dass die Bedrohung durch Hitlerdeutschland selbst vor Ort greifbar ist, beschreiben der Passeintrag „Haymatloz“ sowie das Drama rund um das bulgarische Motorschiff „Struma“, einem schwimmenden Sarg mit 791 jüdischen Flüchtlingen. Auch wie es den in der Türkei mitgenommenen und geborenen Kindern dieser Wissenschaftler:innen ergeht, wird hart angerissen. Wie hat sie das Aufwachsen in der Türkei geprägt? Wo sind sie zu Hause?
Dass der Botanische Garten in Istanbul ein Symbol für eine Zeit ist, die heute politisch nicht gewollt ist, verdeutlicht der dritte Erzählstrang der Gegenwart rund um die dritte Frauenfigur Imke. Für die Erstellung eines Gutachtens recherchiert sie einerseits über ein in Deutschland fast vergessenes Kapitel deutsch-jüdischer-türkischer Geschichte, und gerät dabei in staatliche, religiöse, polizeiliche Repressalien einer Türkei, die diesen Teil der Geschichte wohl vergessen machen will.
Ein Buch zum Nachdenken über Heimat inmitten politischer Hürden, exemplarisch festgezurrt an drei sehr verschiedenen Frauenschicksalen.

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Ein warmherziger, ehrlicher Roman über das Erwachsenwerden

Little Hollywood
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De Atmosphäre des Romans mit der Videothek als zentralem Angelpunkt, mit klassischen Filmtiteln, Kinos, DVDs, CDs voller Musik aus den 90-er Jahren, all das bereitet das passende Szenarium vor für die ...

De Atmosphäre des Romans mit der Videothek als zentralem Angelpunkt, mit klassischen Filmtiteln, Kinos, DVDs, CDs voller Musik aus den 90-er Jahren, all das bereitet das passende Szenarium vor für die Abiturientin Leonie, hier kurz Leo. Zwischen den Monaten Mai und September entfaltet sich langsam ihr Erwachsen-werden inmitten reichlich vieler negativer wie positiver Momente und Lebensumstände. Die zwischenmenschlichen Beziehungen berühren mit Tiefgang, besonders die zarte Annäherung zwischen Leo und Jo. Aber auch das besondere Verhältnis zu ihrem jüngeren Bruder Ben gefällt. Für reichlich Dramatik sorgen die Eltern mit der sehr verängstigten, berufstätigen Mutter und dem bedrohlichen, wenn auch meist abwesenden Vater. Auf der Suche nach mehr Freiheit und weniger Ängsten findet Leo in der nahen Videothek als Rückzugsort nicht nur geliebte Klassiker-Filme mit Happy-End, sondern auch durch Jos besonderer Art liebevolle Momente im Spiel „Wahrheit oder Pflicht“ nebst Zitate-erraten. Dass sie Drehbuch oder Literarisches Schreiben in Köln studieren will, verwundert nicht. Tiefe Einblicke in ihr Gefühlsleben bieten z.B. auch die „Ein-Wort-Poesie“ Einträge in ihr Notizbuch oder die Details zu Jos Kamera mit den letzten noch verbliebenen Fotos. So wie sie schließlich einen sinnvollen Lebensplan für sich erstellt, gelingt es auch dem tief zerrissenen, provokanten Jo.

Ein gefühlvoller, tiefgründiger Sommerroman – in überzeugendem Schreibstil präsentiert.

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