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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.04.2026

Mehr Gefühl als Klischee

The Scent of Glass (The Wrong Scents: Roman 1)
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The Scent of Glass, der Auftaktband der The Wrong Scents Reihe begleitet Murano, einen Beta, der in einer Welt lebt, in der Alpha, Beta und Omega klare Rollen einnehmen. Statt klassischer Machtspiele geht ...

The Scent of Glass, der Auftaktband der The Wrong Scents Reihe begleitet Murano, einen Beta, der in einer Welt lebt, in der Alpha, Beta und Omega klare Rollen einnehmen. Statt klassischer Machtspiele geht es hier stärker um Selbstbestimmung und den eigenen Platz im System. Im Mittelpunkt steht dabei seine Begegnung mit Amos, einem Alpha, der zunächst stereotyp wirkt, dieses Bild jedoch schnell aufbricht. Zwischen beiden entwickelt sich so eine Beziehung, die von Respekt, vorsichtiger Annäherung und emotionaler Entwicklung geprägt ist. Ergänzt wird die Geschichte durch Nebenfiguren, insbesondere Amos’ Brüder, die zusätzliche Dynamik und Spannung einbringen.

Der Auftakt hebt sich angenehm von typischen Genrevertretern ab und eignet sich auch gut für Neueinsteiger. Die Grundlagen des Omegaverse werden dabei verständlich erklärt, ohne zu überladen. Gut ist auch die Wahl eines Betas als Hauptfigur, denn Murano überzeugt durch seine ruhige, innere Stärke und hebt sich damit deutlich von klassischen Rollenbildern ab. Auch Amos wirkt überraschend vielschichtig, da seine Stärke nicht über Dominanz, sondern über Reflexion und Respekt definiert wird. Der Schreibstil ist zudem flüssig und gut zugänglich und die Dialoge wirken natürlich. Die Handlung selbst entwickelt sich in einem ruhigen, aber stimmigen Tempo und bietet neben emotionaler Tiefe auch Spannung und einzelne überraschende Wendungen. Das Setting wird sinnvoll eingebunden und verleiht der Geschichte zusätzliche Tiefe. Eine dezente Portion Humor und passend eingesetzter Spice runden das Gesamtbild ab.

Ein überzeugender Reihenauftakt, der das Omegaverse frisch und zugänglich interpretiert und mit starken Figuren, einer glaubwürdigen Entwicklung und einer guten Balance aus Emotion und Spannung überzeugt. Das Buch ist sowohl für Fans des Genre als auch für Neueinsteiger gut geeignet und zu empfehlen.

Veröffentlicht am 17.04.2026

Wenn Moral bröckelt und Dunkelheit wächst

Schlammlerche (Lichter unter London) | mit gestaltetem Farbschnitt
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Schlammlerche erzählt die Vorgeschichte einer Figur, die Leser der Reihe bereits als Antagonistin kennen. Man kann das Buch allerdings auch ohne Vorwissen lesen.

Im Zentrum steht die 17-jährige Phoebe, ...

Schlammlerche erzählt die Vorgeschichte einer Figur, die Leser der Reihe bereits als Antagonistin kennen. Man kann das Buch allerdings auch ohne Vorwissen lesen.

Im Zentrum steht die 17-jährige Phoebe, die geprägt ist von Verlust, Verrat und einem harten Überlebenskampf. In den düsteren Katakomben Londons schlägt sie sich als Diebin durch, bis sie entdeckt wird und vor eine Entscheidung gestellt wird: Gefängnis oder ein Leben als sogenannte Mudlark, Teil einer Gruppe, die die Unterwelt systematisch durchstreift. Phoebe entscheidet sich für letzteres und taucht immer tiefer in diese raue, gefährliche Welt ein. Dort muss sie sich nicht nur behaupten, sondern auch in einer Umgebung beweisen, die von Härte, Konkurrenz und moralischen Grauzonen geprägt ist. Während sie an Stärke gewinnt, verändert sich gleichzeitig ihr Blick auf richtig und falsch. Dabei entstehen Beziehungen, Vertrauen wächst und wird ebenso auf die Probe gestellt.

Dieser Roman schafft eine interessante Perspektive auf die Welt der Lichter unter London Dilogie. Statt einer klassischen Heldengeschichte begleitet man hier den Weg einer Figur, die sich Schritt für Schritt von moralischen Grenzen entfernt. Gerade das macht die Geschichte so intensiv, denn es gibt kein klares Schwarz-Weiß, sondern viele Grautöne, die zum Nachdenken anregen. Phoebe ist dabei eine vielschichtige Protagonistin. Ihre Härte wirkt nie grundlos, sondern nachvollziehbar aus ihrer Vergangenheit heraus. Gleichzeitig zeigt die Geschichte sehr deutlich, wie sich Schutzmechanismen in Kälte und schließlich in Grausamkeit verwandeln können. Das erzeugt eine spannende, aber auch bedrückende Dynamik, weil man ihre Entwicklung versteht, ohne sie gutheißen zu können. Gut gelungen ist dabei auch die düstere Atmosphäre der Londoner Unterwelt. Die Katakomben, das Leben der Mudlarks und die ständige Bedrohung wirken greifbar und verleihen der Geschichte eine intensive, fast beklemmende Stimmung. Auch die Nebenfiguren, vor allem diejenigen, die Phoebe nahestehen, bringen emotionale Tiefe in die Geschichte und zeigen, was auf dem Spiel steht. Gerade der moralische Konflikt und die ungewöhnliche Erzählperspektive sind die große Stärke der Geschichte. Es wird bewusst mit Erwartungen gebrochen und es findet keine klassische Wohlfühlentwicklung stattfindet. Die Geschichte ist in jedem Fall emotional schwerer und stellenweise schonungslos.

Eine düstere, eindringliche Charakterstudie über Verlust, Überleben und den schleichenden Wandel von Moral, die weniger auf klassische Spannung setzt, sondern auf emotionale Wucht und unbequeme Fragen.

Veröffentlicht am 17.04.2026

Leise Liebe in einer lauten Welt

Upside Down - Die Welt steht Kopf
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Jordan O’Neill ist ein eher unsicherer, leicht überforderter Bibliothekar, der sich im Leben oft fehl am Platz fühlt. Auf Anraten seiner besten Freundin besucht er eine Selbsthilfegruppe für Asexualität ...

Jordan O’Neill ist ein eher unsicherer, leicht überforderter Bibliothekar, der sich im Leben oft fehl am Platz fühlt. Auf Anraten seiner besten Freundin besucht er eine Selbsthilfegruppe für Asexualität und trifft dort auf Hennessy, den charismatischen Leiter der Gruppe. Zwischen kurzen Begegnungen im Bus, gemeinsamen Gesprächen und vorsichtigen Annäherungen entwickelt sich dabei langsam eine besondere Verbindung zwischen den beiden. Dabei geht es nicht nur um Gefühle, sondern auch um Selbstakzeptanz, Identität und den eigenen Platz in einer oft missverstehenden Welt.

Dieses Buch überrascht auf eine sehr angenehme Weise, denn was zunächst wie eine leichte, humorvolle Geschichte wirkt, bietet schnell eine bemerkenswerte emotionale Tiefe. Vor allem die sensible und authentische Darstellung von Asexualität ist dabei hervorzuheben, da sie hier nicht nur thematisiert, sondern wirklich greifbar gemacht wird. Die Figuren wirken lebendig und nahbar, allen voran Jordan, der mit seiner nervösen, leicht chaotischen Art immer wieder für humorvolle Momente sorgt, gleichzeitig aber auch eine große Verletzlichkeit zeigt. Die Dynamik zwischen ihm und Hennessy ist ruhig, fast zart erzählt und die Love Story kommt ohne große Dramatik aus und kann gerade dadurch überzeugen. Auch die Nebenfiguren und Dialoge tragen viel zur Atmosphäre bei. Der Humor ist schlagfertig, durchzogen von Nerd-Kultur und literarischen Anspielungen, was dem Ganzen eine besondere Leichtigkeit verleiht. Gleichzeitig schafft es die Geschichte, wichtige gesellschaftliche Fragen aufzuwerfen, ohne belehrend zu wirken.

Eine warmherzige, kluge und berührende Geschichte über Identität, Akzeptanz und leise Liebe. Der Roman überzeugt durch seine authentischen Figuren, dem feinen Humor und seiner wichtigen, einfühlsamen Thematik.

Veröffentlicht am 06.04.2026

Ein Schloss voller Wunder und ein Mädchen, das Regeln sprengt

Faye Fableheart, Band 1 - Das magische Schloss
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Faye wächst in einem magischen Schloss auf, umgeben von außergewöhnlichen Wesen, sprechenden Wasserspeiern und lebendiger Magie. Als der Zauberer des Schlosses einen Nachfolger sucht, wird ein Turnier ...

Faye wächst in einem magischen Schloss auf, umgeben von außergewöhnlichen Wesen, sprechenden Wasserspeiern und lebendiger Magie. Als der Zauberer des Schlosses einen Nachfolger sucht, wird ein Turnier ausgerufen, allerdings dürfen nur Jungen teilnehmen. Für Faye, die selbst über großes Talent und Wissen verfügt, ist das kaum zu akzeptieren. Entschlossen, ihren eigenen Weg zu gehen, stellt sie sich den Herausforderungen auf ihre ganz eigene Weise. Während das Turnier an Fahrt aufnimmt, treten nicht nur unerwartete Prüfungen auf, sondern auch eine größere Bedrohung, die das Schloss und seine Bewohner in Gefahr bringt.

Der Auftaktband von Faye kann mit jeder Menge Fantasie und der besonderen Atmosphäre überzeugen. Das magische Schloss ist voller origineller Ideen von Keksdrachen bis zu singenden Pflanzen und wirkt dadurch lebendig und fast greifbar. Die detailreichen Beschreibungen sorgen für starkes Kopfkino und laden dazu ein, komplett in diese Welt einzutauchen. Faye ist eine Protagonistin, die einem schnell ans Herz wächst. Mutig, eigensinnig und mit einem starken Gerechtigkeitssinn ausgestattet, widersetzt sie sich den vorgegebenen Regeln, ohne dabei überzeichnet zu wirken. Gerade dieser Aspekt verleiht der Geschichte eine klare Botschaft, die sich organisch in die Handlung einfügt. Auch die Nebenfiguren, insbesondere die Dynamik mit dem Zauberer West, bringen viel Humor und Leben in die Geschichte. Der Schreibstil ist leicht, bildhaft und zugänglich, wodurch das Buch sowohl für jüngere Leser als auch für Erwachsene gut funktioniert. Die Handlung bietet eine gelungene Mischung aus Abenteuer, Spannung und humorvollen Momenten. Vor allem das Turnier sorgt für Dynamik und abwechslungsreiche Szenen. Hervorzuheben ist zudem die liebevolle Gestaltung des Buches, die das Leseerlebnis zusätzlich unterstreicht und den magischen Charakter der Geschichte auch optisch einfängt.

Ein fantasievoller, charmanter Auftakt mit einer starken Heldin und einer Welt voller kreativer Ideen. Das magische Schloss überzeugt durch Atmosphäre, Herz und eine wichtige Botschaft und bietet ein rundum gelungenes Abenteuer, das Lust auf mehr macht.

Veröffentlicht am 04.04.2026

Frühling fürs Herz

When I kiss you in Spring
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Skylar kehrt nach Sun Valley zurück, um sich um ihren Vater und das heruntergekommene Elternhaus zu kümmern, eigentlich nur widerwillig und auf Zeit. Dort trifft sie auf Cody, der im Ort keinen guten Ruf ...

Skylar kehrt nach Sun Valley zurück, um sich um ihren Vater und das heruntergekommene Elternhaus zu kümmern, eigentlich nur widerwillig und auf Zeit. Dort trifft sie auf Cody, der im Ort keinen guten Ruf hat und sich selbst längst aufgegeben zu haben scheint. Doch während sie gemeinsam am Haus arbeiten, nähern sich sich vorsichtig an und zwischen alten Verletzungen, Unsicherheiten und der Angst, wieder enttäuscht zu werden, entwickelt sich Stück für Stück eine Verbindung, die beide verändert.

Die Geschichte entfaltet eine ruhige, fast schon behagliche Atmosphäre, die einen beim Lesen einfach ankommen lässt. Statt großer Dramatik stehen leise Momente im Vordergrund, wie Blicke, Gespräche, kleine Gesten, die nach und nach an Bedeutung gewinnen. Schön ist zudem, wie viel Raum sich die Geschichte für die Entwicklung der Figuren nimmt. Die Annäherung zwischen Skylar und Cody passiert langsam, vorsichtig und wirkt dadurch sehr echt. Beide bringen ihre eigenen Päckchen mit, und genau das macht ihre Dynamik so greifbar. Es ist kein lautes, übertriebenes Verlieben, sondern eher ein vorsichtiges Wieder-Öffnen. Natürlich trägt auch das Setting viel zum Gesamtgefühl bei. Die Kleinstadtatmosphäre, die Renovierungsarbeiten und Begegnungen im Alltag, all das sorgt für eine besondere Nähe und Vertrautheit. Es ist eines dieser Bücher, in die man sich einfach fallen lassen kann. Doch Konflikte gibt es auch und diese bringen zusätzlich eine schöne Dynamik in das Buch und vor allem Cody bekommt so richtig schön Tiefe. Am Ende geht es vor allem um Heilung, Vertrauen und darum, sich langsam wieder auf jemanden einzulassen.

Eine unglaublich cozy und gefühlvolle Liebesgeschichte, die vor allem durch ihre ruhige Art und ihre Wärme überzeugt und so zum Abschalten, Einkuscheln und einfach Wohlfühlen einlädt.