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Annikii

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.04.2026

Viel Potenzial, aber zu wenig Struktur

Tödliche Begegnung
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Der Einstieg in den Krimi hat mir gut gefallen: Atmosphäre, Setting am Comer See und der grundsätzliche Fallaufbau waren vielversprechend. Auch die Idee, einen aktuellen Mord mit einem alten, ungeklärten ...

Der Einstieg in den Krimi hat mir gut gefallen: Atmosphäre, Setting am Comer See und der grundsätzliche Fallaufbau waren vielversprechend. Auch die Idee, einen aktuellen Mord mit einem alten, ungeklärten Verschwinden zu verknüpfen, fand ich spannend und reizvoll.
Leider hat sich dieser positive Eindruck im Verlauf der Geschichte für mich nicht vollständig gehalten. Vor allem die Vielzahl an Figuren und neuen Spuren hat es mir zunehmend schwer gemacht, den Überblick zu behalten. Oft hatte ich das Gefühl, dass die Handlung ihren roten Faden verliert und sich zu sehr verzweigt, statt klar auf ein Ziel zuzusteuern. Die Rückblenden wirkten dabei für mich eher verwirrend als erklärend.
Auch die Auflösung kam mir am Ende zu schnell und teilweise konstruiert vor. Der Täter und die entscheidenden Hinweise wurden sehr plötzlich präsentiert, sodass kaum Raum blieb, die Zusammenhänge wirklich nachzuvollziehen. Die Grundidee fand ich zwar interessant, die Umsetzung konnte mich jedoch nicht ganz überzeugen.
Positiv hervorheben möchte ich die sympathischen Hauptfiguren, insbesondere das Zusammenspiel von Giovanna und Maria, sowie das grundsätzlich stimmige Setting – auch wenn das italienische Flair im Verlauf etwas in den Hintergrund rückte.
Insgesamt ein solides Buch mit guten Ansätzen, das mich jedoch durch seine fehlende Struktur und den hektischen Abschluss eher enttäuscht zurückgelassen hat.

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Veröffentlicht am 04.04.2026

Ein realistischer Blick unter die Meeresoberfläche – informativ, aber emotional distanziert

Das geheime Leben der Tiere (Meer) - Das Lied der Orcas
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“Das geheime Leben der Tiere (Meer) - Das Lied der Orcas“ bietet einen sehr realistischen Einblick in das Leben dieser faszinierenden Meeressäuger. Viele Szenen basieren deutlich auf echten Verhaltensweisen ...

“Das geheime Leben der Tiere (Meer) - Das Lied der Orcas“ bietet einen sehr realistischen Einblick in das Leben dieser faszinierenden Meeressäuger. Viele Szenen basieren deutlich auf echten Verhaltensweisen und Problemen, mit denen Orcas in freier Wildbahn konfrontiert sind. Dadurch hat die Geschichte einen starken Sachbuchcharakter, der informativ und lehrreich ist, besonders für Kinder, die sich für Natur und Meeresbiologie interessieren.

Allerdings merkt man schnell, dass der Erzählstil eher nüchtern gehalten ist. Echo bleibt als Protagonist etwas unnahbar, man beobachtet ihn eher von außen, statt wirklich mit ihm mitzuleben. Dadurch fällt es schwer, eine emotionale Bindung zu den Figuren aufzubauen, obwohl die Erlebnisse – Verlust, Gefahr, Begegnungen mit anderen Meerestieren – durchaus Potenzial dafür gehabt hätten.

Mehrfach werden ernste und auch traurige Themen angesprochen: gestrandete Wale, verletzte Tiere, getrennte Orcafamilien. Das ist zwar realistisch, kann für manche Kinder aber sehr schwer und bedrückend wirken. Gerade zu Beginn häufen sich diese Szenen, weshalb es nicht unbedingt als leichter Einstieg in die Unterwasserwelt geeignet ist.

Positiv hervorzuheben ist die Authentizität: Die unterschiedlichen Orcaarten, das Jagdverhalten, Echolokation, soziale Strukturen – all das wird gut erklärt und kindgerecht eingebettet. Auch das Ende bringt noch einmal etwas Wärme zurück und zeigt, dass sowohl Echo als auch Kelp ihren Platz gefunden haben.

Insgesamt ist das Buch vor allem für Leser*innen geeignet, die Interesse an echten Naturthemen haben und weniger eine klassische, emotional getragene Tiergeschichte erwarten. Für Romanliebhaber könnte es hingegen etwas distanziert wirken.

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Veröffentlicht am 09.03.2026

Atmosphäre top, Erzählfluss holprig – zu viel Ballast im Watt

Einsames Watt
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Der zwölfte Fall für John Benthien startet verheißungsvoll: ein herrenloses Segelboot vor Amrum, eine Tote mit Kopfverletzung, dazu Spuren in einen alten Cold Case von 2005 – eigentlich perfektes Krimistoff. ...

Der zwölfte Fall für John Benthien startet verheißungsvoll: ein herrenloses Segelboot vor Amrum, eine Tote mit Kopfverletzung, dazu Spuren in einen alten Cold Case von 2005 – eigentlich perfektes Krimistoff. Die Grundidee ist spannend und die Nordsee‑Atmosphäre funktioniert. Man spürt die Kulisse, das raue Setting und den Reiz der Inselwelt.

Was mich gestört hat, ist die Überfrachtung: Der Roman ist sehr umfangreich (je nach Ausgabe 450–590+ Seiten) und wirkt dadurch zerfasert. Das Tempo hängt immer wieder durch, weil Rückblenden und Ermittlungsstränge in die Vergangenheit ausufern. Statt Sog entsteht Leerlauf. Für einen Regionalkrimi hätte hier Kürzen gutgetan.

Hinzu kommen häufige Perspektivwechsel (u. a. Kapitel aus Sicht von „John“ bzw. „Lilly“) und Zeitsprünge. Das ist grundsätzlich okay, aber die Übergänge sind nicht immer klar, wodurch der rote Faden verloren geht. Gerade Leser*innen, die die Reihe nicht in jedem Detail präsent haben, könnten sich streckenweise orientierungslos fühlen.

Positiv bleiben die Atmosphäre und einzelne emotionale Momente rund um Benthiens Vergangenheit. Die Parallelen zum ungeklärten Fall aus 2005 bringen Tiefe, aber sie werden zu breit ausgewalzt. Weniger wäre mehr gewesen – dann hätte der Fall um das Segelboot deutlich mehr Wucht entfaltet.

Fazit: Ein stimmungsvoller Küstenkrimi mit starkem Setup, der sich im eigenen Plot verheddert. Wer die Reihe liebt und Geduld für lange Erzählbögen mitbringt, findet seine Momente. Für alle anderen ist das zu viel Watt unter den Füßen und zu wenig Grip.

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