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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.04.2026

Erwartungen nicht erfüllt

Ein Buchclub zum Verlieben
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Sloane liebt ihren Job als Bibliothekarin. Als sie den knurrigen Arthur kennenlernt, kommt es zu einem steten Gesprächsduell der Beiden. Während die meisten Bibliotheksangestellten vor Arthur flüchten, ...

Sloane liebt ihren Job als Bibliothekarin. Als sie den knurrigen Arthur kennenlernt, kommt es zu einem steten Gesprächsduell der Beiden. Während die meisten Bibliotheksangestellten vor Arthur flüchten, sieht Sloane den Mensch dahinter.
Eine etwas merkwürdige Freundschaft beginnt.

„Ein Buchclub zum Verlieben“ von Lucy Gilmore soll ein humorvoller, aber tiefgängiger Roman sein.
Was hab ich erwartet? Ich habe eine Mischung zwischen „Der Buchspazierer“ und einer sich entwickelnden Liebesgeschichte erwartet, die sich auch ähnlich wie „Ziemlich beste Freunde“ entwickelt.
Was bekommt man? Einen Roman, der aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird, aus der Perspektive der Mitglieder des Buchclubs, Sloane, Maisey, Matheo, Arthur und Greg. Jeder dieser Menschen hat eine tiefere Geschichte, die es zu ergründen gilt. Leider schafft es die Autorin nicht, diese Tiefe darzustellen. Sie kratzt mehr an der Oberfläche und das auch ziemlich langwierig.
Der Titel „…zum Verlieben“ ist auch eine leichte Irreführung. Der englische Titel lautet „The Lonely Hearts Book Club“, also der Buchclub der einsamen Herzen. Dieser Titel ist zutreffender als der deutsche.
Ich habe mich beim Lesen wirklich schwer getan und mich durch die Geschichte duschgequält, wollte dem Ganzen aber eine Chance geben. Mir war beim Lesen schon schleierhaft, wie Sloane, die das verbindende Element der Handlung ist, ihr Leben führt. Eine Beziehung zwischen verlobten in unterschiedlichen Wohnungen, in denen Sloane eher als Projekt von ihrem Verlobten Brett behandelt wird, in der sie sich auch nicht wohlfühlt, führt sie immer weiter. Auch so manche Aussagen zu ihrer Beziehung haben mich nur den Kopf schütteln lassen vor lauter Unglaubwürdigkeit. 
Arthur hat zwar auch mit seinen Aussagen immer den Nagel auf den Kopf getroffen, jedoch die Art und Weise, wie das abgelaufen ist und dass es die anderen so einfach akzeptiert haben, hat mich immer wieder verwundert. Es war teilweise schon arg verletztend.

Fazit: Dieses Buch hat mich absolut nicht abgeholt. Die Ideen der Autorin waren sehr gut, allerdings hat es an der Umsetzung gescheitert. Der Roman lässt an Tiefgründigkeit vermissen, obwohl die Ansätze deutlich erkennbar sind.
Meinerseits gibts dafür drei Sterne.

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Veröffentlicht am 19.03.2026

Enttäuschung

No Cure for Love
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Ellen hat große Pläne. Sie arbeitet mit aller Kraft darauf hin, in die Medizinforschung zu gehen. Doch erst einmal tritt sie übergangsweise eine Assistenzarztstelle am St. Elias-Klinikum an, um nach fünf ...

Ellen hat große Pläne. Sie arbeitet mit aller Kraft darauf hin, in die Medizinforschung zu gehen. Doch erst einmal tritt sie übergangsweise eine Assistenzarztstelle am St. Elias-Klinikum an, um nach fünf Monaten an die Uniklinik zu wechseln, um bessere Bedingungen für ihre Forschungsarbeit zu haben.
Doch der Start im St. Elias erfolgt holpriger als erwartet .

„No Cure for Love“ von Anna Hensel ist ein Buch, das auffällt, denn die Farbe des Covers und vor allem der wunderschöne Farbschnitt fallen auf. 
Auffallen ist das eine, in meinem Fall würde ich sagen, hat mich das Ganze auch geblendet.
Ich habe mich zu Beginn sehr darüber gefreut, dass die Geschichte in Jena spielt. Das war mir vorher gar nicht bewusst und so war es schön, einen Abstecher ins Nachbarbundesland machen zu können.
Doch das war schon fast alles, was ich gut fand.
Ellen als Protagonistin ging mir unwahrscheinlich auf die Nerven mit ihrem ambivalenten Verhalten. Immer, wenn ich dachte, jetzt hat sie sich endlich gefangen, nahm die Geschichte wieder einen gegenteiligen Verlauf.
Kein Mensch kann etwas für seine Kindheit. Ich fand es aber Wahnsinn, wie Ellen sich auch im Erwachsenenalter hat, noch beeinflussen lassen. Gerade sie, die eine ärztliche Ausbildung hat, hätte meiner Meinung nach ihre eigene Vita aus psychologischer Sicht hinterfragen sollen (ja, Ärzte sind keine Psychologen, aber dennoch).
Timo wiederum war der komplette Gegenpol. Zwischenzeitlich habe ich seine Ausgeglichenheit bewundert. Wer dieses hin und her immer wieder mit solcher Empathie aufnimmt, hat einen Preis verdient.
Der Roman insgesamt überschlägt sich nur so mit Ereignissen. Was Ellen in ihrer kurzen Zeit an der Klinik erlebt, das erleben andere in fünf Jahren oder mehr nicht.

Auch die weiteren Personen, die eine Nebenrolle spielen, also Katja und Mark, machen das Ganze nicht besser. Auch hier habe ich mich manchmal gefragt, ob ich es hier mit erwachsenen Menschen, noch dazu mit Ärzten zu tun habe, bei denen man ja eigentlich eine gewisse Vernunft erwartet.

Alles in allem hat mich dieses Buch leider enttäuscht. Ich hatte niveauvollere Erwartungen an diese Geschichte.
Wer jedoch Krankenhauslovestorys mag, kommt hier auf seine Kosten.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Nicht wie gewohnt

Fernweh nach dir (Herz über Kopf durch Irland)
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Nora hat sich selbst verloren, Energie und Kreativität sind weg und die tiefe Liebe ist noch viel weiter entfernt als der Nordpol. Als sie eine Wette verliert und eine Wanderung durch Irland antreten muss, ...

Nora hat sich selbst verloren, Energie und Kreativität sind weg und die tiefe Liebe ist noch viel weiter entfernt als der Nordpol. Als sie eine Wette verliert und eine Wanderung durch Irland antreten muss, muss sie sich nicht nur ihren eigenen Dämonen stellen.

„Fernweh nach dir - Herz über Kopf durch Irland“ ist Band zwei der „Herz über Kopf durch Irland“-Reihe von Autorin Hanna Holmgren.
Hanna Holmgrens Figuren befinden sich meist an einem Wendepunkt ihres Lebens. So ist es auch bei Nora. Sie flieht gewissermaßen vor sich, aber versucht sich gleichzeitig wiederzufinden.
Die Idee von Enemies to lovers findet sich in diesem Roman wider und ist eine gute Idee. Allerdings finde ich, dass die Umsetzung nicht wirklich gelungen ist. Hanna Holmgren konnte mich absolut nicht abholen und hat eine, für meinen Geschmack, absolut zähflüssige Geschichte geschrieben.
Ein Teil innerhalb der Geschichte erinnerte mich an eine Episode der „Gilmore Girls“ als Rory und Lorelai im Cheshire Cat Inn übernachtet haben. Ich fühlte mich vollkommen in die Serie zurückversetzt. Vielleicht ist es Zufall, aber das klang mir doch zu sehr danach.
Sowohl Nora als auch Matthew sind sehr gewöhnungsbedürftige Charaktere, die ich wirklich erst im letzten Viertel der Geschichte zu verstehen gelernt habe.

Kurz und knapp: Es handelt sich hierbei um eine Enemies to lovers-Geschichte mit zwei gewöhnungsbedürftigen Charakteren, die sich sehr zieht und der ein bisschen Kreativität fehlt, die lediglich durch einen Rikscha-Fahrer Abwechslung erfährt.
Wer die sonstigen Romane der Autorin kennt, wird hier etwas enttäuscht.

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Gebrochene Herzen

Die Inselschwestern - Meerwasserherzen
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Marina ist jung verwitwet und lebt mit ihrer Tochter in der Wohnung über dem Café, das sie sich einst mit ihrem Mann aufgebaut hat. Viele Jahre ist ihr der Patenonkel ihrer Tochter, Oliver, schon eine ...

Marina ist jung verwitwet und lebt mit ihrer Tochter in der Wohnung über dem Café, das sie sich einst mit ihrem Mann aufgebaut hat. Viele Jahre ist ihr der Patenonkel ihrer Tochter, Oliver, schon eine große Stütze. Doch langsam merkt Marina, dass sich ihr Verhältnis zu Olli geändert hat. Doch Marina wird von Ängsten verfolgt und dann gibt es da noch einen Schatten, der auf der Beziehung liegt.

„Die Inselschwestern - Meerwasserherzen“ von Nina Mazur ist Band 1 der „Die Inselschwestern“-Reihe. Das Hörbuch wird von Isabell Korda gesprochen.
Ich hatte allgemein ein paar Probleme mit der Sprecherin. Sie hat mir nicht wirklich zugesagt und war mir einfach zu durchschnittlich, sodass das Hörbuch oft auf mich einprasselte, während meine Gedanken gleichzeitig in einer völlig anderen Richtung unterwegs waren. Ich habe von vielen gelesen, die die Stimmfarbe, die sie für Lisa, die Tochter der Hauptfigur Marina, angewandt hat, extrem anstrengend fanden. Mir jedoch hat gerade diese Stimmfarbe wirklich gut gefallen, weil sie mit der Beschreibung von Lisa absolut kongruent war.
Marina ist die Hauptperson. Ihre Geschichte ist wirklich nicht einfach und es ist bewundernswert, was sie trotz ihres Schicksalsschlags bewältigt hat. Dennoch bin ich bis fast zum Schluss nicht mit ihr warm geworden. Ihre enorme Ängstlichkeit ging mir wirklich auf die Nerven. Sicher, ist das in ihrer Lebenssituation verständlich, aber ich denke, das Thema professionelle Hilfe hätte hier weitergeholfen. Aber so zog sie mich mit ihrer Art und Weise wirklich runter, sodass ich lange für das Hörbuch gebraucht habe. 
Lisa wiederum wirkte für mich in ihren ganzen Einschränkungen sehr real und sie tat mir leid, weil sie unter den Angstzuständen ihrer Mutter ihre Kindheit nicht ausleben darf. Ich fand sie aber auch sehr bemerkenswert.
Oliver wiederum tat mir leid mit dem ganzen Hin und Her. Er hat sich gut geschlagen und vor allem sehr fair. Auch er hat sein Päckchen zu tragen.
Interessant ist der Nebenstrang um die Schwestern Marinas. Hier ist genug Potential für die Folgebände, denn ich glaube jede von ihnen hat eine eigene Geschichte, die erzählt werden will und die mich auch interessiert, ganz besonders Isis.

Das Ende zog sich erst mächtig in die Länge und dann fand ich es mächtig abrupt. Das hätte man sicher irgendwie runder gestalten können.

Ansonsten muss ich sagen, dass das Buch zwar gut war, aber keines, was mir länger im Gedächtnis bleiben wird, vermutlich aufgrund Marinas Art.

Fazit: Ein Buch, das zum Abschalten einlädt, aber manchmal auch sehr zäh ist. Es ist eine interessante Geschichte, die aber doch mehr dahin plätschert. Dennoch sehe ich hier Potential, das die Nebenfiguren zukünftig als Hauptfiguren rausholen können.
Wer die See und Familiengeschichten mag, ist hier auf jeden Fall richtig.

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Veröffentlicht am 30.01.2026

Abschluss der Generationen

Kinder der Freiheit
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Die nächste Generation steht vor den Herausforderungen der Nachkriegszeiten und stolpert damit mitten in den Kalten Krieg. Während George in den USA gegen die Unterdrückung der Schwarzen kämpft, muss sich ...

Die nächste Generation steht vor den Herausforderungen der Nachkriegszeiten und stolpert damit mitten in den Kalten Krieg. Während George in den USA gegen die Unterdrückung der Schwarzen kämpft, muss sich Rebecca mit dem System in der DDR auseinandersetzen, ebenso wie ihr Bruder Walli und auch in Großbritannien gibts die ein oder andere Herausforderung.

„Kinder der Freiheit“ von Ken Follett ist der Abschlussroman der Jahrhunderttrilogie.
Ich habe dieses Buch wirklich mehrere Jahre vor mir hergeschoben. Nicht, weil mich der Roman abschreckt, sondern die Dicke des Buches.
Ken Follett schreibt wirklich sehr realistisch und auch absolut mitreißend. Es gab viele Abschnitte, bei denen ich einfach ganz schnell weiterlesen wollte, weil’s wirklich spannend war. Auch hat mich das Buch animiert, einzelne historische Ereignisse oder Personen noch einmal nachzuschlagen und mich fundierter zu informieren.
Hin und wieder bin ich bei den Figuren durcheinander gekommen. Es sind ja doch einige Personen und damit Handlungsstränge, die hier behandelt werden und manchmal waren mir die Sprünge zu abrupt, sodass ich erstmal kurze Zeit zum Überlegen brauchte, um zu realisieren, über welche Figur ich nun lese.
Nervig waren die vielen Beziehungen oder nicht-Beziehungen. Da war ja wirklich bei der neuen keine Beziehung dabei, die wirklich funktioniert hat. Irgendwie hat jeder es geschafft, das Ganze in den Sand zu setzen.
Mich hat der Teil um die Kennedys etwas gelangweilt. Das war mir alles zu viel, während man zum Schluss das Gefühl hatte, Ken Follett rennt durch die Geschichte, also gerade, was die 70er/80er Jahre betrifft.

Es war ein interessantes Buch, aber es war mir doch etwas zu viel des Guten. Wer gerne solche dicken Wälzer liest, ist hier richtig, aber für jene, die es eher kompakter lieben, ist der Roman gar nichts.

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