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Veröffentlicht am 01.05.2026

Das "Rebenbeben"

Heimatsommer
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Jahrelang habe ich die historischen Romane von Petra Durst-Benning gelesen und geliebt. Auch ihre Maierhofen Saga war nett zu lesen und genau in diesem Genre hat sie nun wieder einen Wohlfühlroman geschrieben.
In ...

Jahrelang habe ich die historischen Romane von Petra Durst-Benning gelesen und geliebt. Auch ihre Maierhofen Saga war nett zu lesen und genau in diesem Genre hat sie nun wieder einen Wohlfühlroman geschrieben.
In "Heimatsommer" sind wir im deutschen Remstal im fiktiven Städtchen Goldberg. Hier leben viele vom Weinbau. Der zurückgehende Weinkonsum, wie auch das Winzersterben, macht nicht nur den örtlichen Winzern zu schaffen, sondern der ganzen Gegend.
Als Jean Claude, Weltenbummler und Koch, in seinem Heimatort auf Besuch kommt, trifft ihn der Tod von Helene, der besten Freundin seiner Mutter Agnes, heftig. Seine Kindheit hat er mit ihr, seiner Schwester Eleonore und Helenes Tochter Fleur verbracht. Bald erkennt er, dass im Städtchen zur Zeit einiges nicht rund läuft. Eleonore, die als Landrätin, die Sorgen der Region kennt, bringt die Menschen auf eine tolle Idee: das Rebenbeben entsteht. Bis in den Spätherbst sollen alle zusammenhelfen und einiges auf die Füße stellen, um den Ort wieder zu beleben. Als krönenden Abschluss soll das "Rebenbeben" stattfinden. Jean Claude, der früher eine Ausbildung zum Winzer gemacht hat, tritt die vakante Stelle des Kellermeisters an, Eleonore übernimmt die Schirmherrschaft und bemüht sich um Fördermittel und die jungen Leute im Ort planen Events und wollen diese auf Social Media posten. Die Dorfgemeinschaft ist plötzlich wie ausgewechselt und Feuer und Flamme für das Projekt....

Wie schon in ihrer Maierhofen-Reihe hat Petra Durst-Benning das Thema Gemeinschaft, Nachbarschaftshilfe und Zusammenhalt als Grundthema gewählt. Man erlebt, wie ein Dorf zusammenrückt und gemeinsam etwas auf die Beine stellt.

"Heimatsommer" vermittelt Wärme und Wohlfühlmomente....man möchte sich am liebsten in die Geschichte "einkuscheln".

Trotz der lockeren Atmosphäre und den manchmal klischeehaften Wendungen, bietet die Geschichte auch Themen zum Nachdenken und Innehalten. Sie inspiriert dazu, neue Wege zu gehen und Gewohntes hinter sich zu lassen.

Der Roman lebt von den einzelnen Figuren, die alle sehr lebendig und herzlich sind und dem locker leichten Schreibstil der Autorin. Sie versteht es Genüsse und Empfindungen bildhaft darzustellen.

Das stimmungsvolle Setting und die bildhafte Beschreibung der Kleinstadt Goldberg und den umliegenden Weinbergen war sehr atmosphärisch dargestellt. Mein Kopfkino lief auf Dauerschleife und ich hatte die Fachwerkhäuser und die Weingärten direkt vor meinem inneren Auge. Natürlich hilft es auch, dass ich selbst nicht weit vom Weinbaugebiet der Region Wachau wohne.
Natürlich werden den Einwohnern von Goldberg auch Steine in den Weg gelegt. Manche Probleme lösten sich dabei etwas zu schnell. Sehr gerne gelesen habe ich die Rückblicke in die Achziger Jahre, die ich leider viel zu kurz empfand. Hier hätte ich gerne mehr davon gehabt.

Im weiteren Verlauf verliert die Geschichte auch etwas an Tiefe, Konflikte lösen sich zu schnell auf und manche Handlungsstränge verlaufen sich.

Das Buch greift sich toll an. Es wirkt edel, die Innenklappen und -seiten sind wunderschön gestaltet und am Ende gibt es noch einige Rezepte, die in der Geschichte vorkommen. Nachdem die Temperaturen jetzt endlich ansteigen, werde ich mir demnächst einen "Heimatsommer-Schorle" mixen.

Fazit:
Ein leichter Wohlfühlroman zum Eintauchen, Abschalten und Genießen. Gerade jetzt, wo die ganze Welt verrückt spielt, nimmt man sich gerne eine kleine Auszeit. "Heimatsommer" ist der perfekte Roman dafür.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Was hält Freundschaft aus?

Der Sommer, der uns blieb
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Als Kinder waren Martin, Pia und Britta unzertrennlich. Aufgewachsen in den Neunziger Jahren verbringen die Nachbarskinder ihre gemeinsame Zeit am See, beim Picknick oder bei Britta zuhause. Der Sommer ...

Als Kinder waren Martin, Pia und Britta unzertrennlich. Aufgewachsen in den Neunziger Jahren verbringen die Nachbarskinder ihre gemeinsame Zeit am See, beim Picknick oder bei Britta zuhause. Der Sommer nach dem Abitur sollte nochmal richtig unbeschwert werden, doch er verändert alles. Kurz nach der Abifeier verschwindet Pia - ohne sich von Martin und Britta zu verabschieden. Martin und Britta sind geschockt und kommen mit ihren verletzten Gefühlen nicht klar. Warum hat Pia sie so Knall auf Fall verlassen?
Die drei verlieren sich aus den Augen. Von Pia hört niemand mehr etwas und Britta arbeitet in einem Krankenhaus in Frankfurt. Nur Martin ist in der Kleinstadt geblieben. Er hat nie geheiratet und wohnt noch immer im Nachbarhaus bei seiner Mutter. Er arbeitet im eigenen Familienbetrieb, den er übernommen hat.
Erst zwanzig Jahre später kommt Britta von Frankfurt wieder in ihre alte Heimat, um ihren dementen Vater zu unterstützen, der seit dem Tod der Mutter alleine lebt und nur mehr schwer zurechtkommt.
Als Martin ein Flyer in die Hände fällt, der über eine Foto-Ausstellung berichtet, ist er sicher, dass die Frau am Foto Pia ist. Und es dauert nicht lange, bis sich die Wege der drei ehemaligen Freunde wieder kreuzen. Als sie sich wieder begegnen, wird schnell deutlich, dass etwas Unausgesprochenes zwischen ihnen liegt.....

Die Geschichte wird in zwei verschiedenen Zeitebenen und abwechselnd aus der Sicht von Britta, Martin und Pia erzählt. Wir sind in der Vergangenheit in den Neunziger Jahren und in der Gegenwart im März 2020, dem Beginn der Pandemie, die ab und zu aufgegriffen wird, aber eher als Randerscheinung "mitläuft". Ab und an habe ich mich über einige Begebenheiten zu dieser Zeit gewundert, die ich nicht ganz passend fand.
Die langsame Annäherung der Drei fand ich hingegen gelungen und sehr authentisch. Die damaligen und späteren Entscheidungen der Charaktere, zeigen Spuren und Folgen bis in die Gegenwart. Die Themen Schuld und Vergebung ziehen sich als roter Faden durch die ganze Handlung.
Das im Klappentext angekündigte große Geheimnis aus der Vergangenheit war für mich jedoch nicht wirklich eine Überraschung. Inhaltlich vielversprechend, bleibt die Geschichte jedoch in der Umsetzung hinter seinen Möglichkeiten zurück.

Ich habe die Geschichte als weniger tiefgründig empfunden, als sie hätte sein können. Denn die Fülle an schweren Themen und Konflikten sind doch einige. Manche wurden daher nur angerissen. Dennoch schafft Greta Herrlicher es, eine angenehme Leichtigkeit zu bewahren, was das Lesen erleichtert.


Optisch kann man an diesem Buch aus dem Vani Verlag nicht vorbeigehen. Es ist ein Träumchen! Unter dem Umschlag verbirgt sich ein wunderschöner Leineneinband, der das Bild des Covers nochmals abbildet. Rundherum gibt es einen bezaubernden Farbschnitt in denselben zarten Farben und im Buch gibt es ein Page Overlay (eine illustrierte, transparente Seite), sowie ein Farbbändchen. Leserherz, was willst du mehr!?

Jedes Kapitel beginnt mit einem kleinen Zitat, wie z.B.: "Ein kleiner Stein der Erkenntnis kann eine Lawine auslösen" oder "Entscheidungen verschwinden nicht, sondern begleiten uns leise weiter". Drunter steht der jeweilige Name des erzählenden Protagonisten.

Der Schreibstil ist flüssig, bildhaft und lässt sich leicht lesen. Der heutige Zeitgeist ist gut eingefangen. Obwohl oftmals Zitate und Gedanken eingebracht sind, die nachdenklich machen, wirkt manches etwas oberflächlich. Die Figuren sind gut gezeichnet, wobei ich Martin nicht wirklich gemocht habe, was aber keine Rolle spielt. Was mir ein bisschen fehlte, war der Unterschied im Sprachstil der Protagonisten als Kinder und als Erwachsene. Die Rückblicke in die Neunziger Jahre fangen das damalige Lebensgefühl perfekt ein. Die sommerliche Kleinstadt-Atmosphäre hat mir ebenfalls gut gefallen.

Fazit:
Ein Kompliment an den Vani Verlag für diese Augenweide! Inhaltlich ist die Geschichte eher ruhig und nicht wirklich etwas Neues. Sie wird jedoch - trotz mancher schweren Themen - mit einer Leichtigkeit erzählt und versprüht Emotionen und Atmosphäre. Ich habe es gerne gelesen!

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Veröffentlicht am 05.04.2026

Wer spricht die Wahrheit?

Don't Believe Her
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Ellie kommt nach dem Tod ihres Vaters zurück in ihre Heimatstadt, wo sie alles an ihre beste Freundin Carla erinnert, die vor zwölf Jahren verschwunden ist. Bei ihrer Mutter und Carlas Bruder Nick findet ...

Ellie kommt nach dem Tod ihres Vaters zurück in ihre Heimatstadt, wo sie alles an ihre beste Freundin Carla erinnert, die vor zwölf Jahren verschwunden ist. Bei ihrer Mutter und Carlas Bruder Nick findet sie Verständnis und Geborgenheit. In Nick war sie schon damals verliebt und die Beiden stehen nun kurz vor der Hochzeit als Carla plötzlich wieder auftaucht. Ellie, die alles versucht hat, ihre beste Freundin wiederzufinden, ist jedoch skeptisch. Diese Frau sieht aus wie Carla, aber sie benimmt sich total anders. Außerdem weicht sie immer wieder Fragen nach ihrem früheren Aufenthalt aus und kann sich an bestimmte Dinge nicht erinnern. Wer ist diese Frau? Und was will sie?
Ellie beginnt zu zweifeln, ob nur sie die Dinge klar erkennt oder ob sie selbst langsam den Bezug zur Realität verliert…

Der Einstieg und die Vorstellung der Hauptfigur nimmt etwas Zeit in Anspruch. Dadurch büßt die Handlung etwas an Dynamik ein. Danach gelingt es Nicola Sanders aber immer wieder mit spannenden Wendungen zu überraschen. Ich war mir nie sicher, wer die Wahrheit spricht und wer nicht.
Die Autorin versteht es - wie im Vorgänger - geschickt, Zweifel zu säen und den Leser an der Nase herumzuführen. Wen kann man glauben? Wer spricht die Wahrheit?

Der Aufbau ist ähnlich wie bei "Don't let her stay". Dadurch hat man manchmal das Gefühl den kommenden Plot-Twist zu erahnen.
Die Figuren sind alle eher keine Sympathieträger. Niemand von ihnen wirkt vertrauenswürdig. Carla ist schwer greifbar und Ellie fühlt sich von allen nicht ernst genommen. Man nimmt ihre Zweifel, ihre Angst und ihre Wut deutlich wahr – ebenso wie die zunehmende Verzweiflung darüber, dass ihr anscheinend niemand Glauben schenkt.

Der Schreibstil ist fesselnd und lässt sich superschnell lesen. Die Twists häufen sich am Ende und es wird sehr spannend - jedoch nicht immer realitätsnah. Popcornkino vom Feinsten!


Fazit:
Ein Pageturner, den man schnell gelesen hat und der fesselt. Allerdings wirkt er manchmal auch etwas realitätsfern und überzogen. Trotzallen ein Popcornthriller, der unterhält!

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Veröffentlicht am 12.03.2026

Das Achtsamkeitsseminar

Einatmen. Ausatmen.
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Vor knapp zwei Jahren habe ich Maxims Leo "Wir werden jung sein" gelesen, welches ich wirklich gut und interessant fand. Deshalb war ich auf seinen neuen Roman sehr gespannt.

Marlene Buchholz lebt für ...

Vor knapp zwei Jahren habe ich Maxims Leo "Wir werden jung sein" gelesen, welches ich wirklich gut und interessant fand. Deshalb war ich auf seinen neuen Roman sehr gespannt.

Marlene Buchholz lebt für ihre Arbeit. Ihr Privatleben existiert nicht, Mitgefühl für ihre Mitarbeiter kennt sie nicht wirklich. Für sie zählt nur der maximale Erfolg. Dass sie bei den Kollegen nicht wirklich beliebt ist und als empathielos gilt, ergibt sich von selbst. Trotzdem hat sie die Firma Aviola zum Erfolg geführt, deren neue Vorstandsvorsitzende sie werden soll. Doch bevor sie den Job endgültig bekommt, muss sie auch auf menschlicher Ebene überzeugen. Deshalb wird sie zu einem Achtsamkeitsseminar ins Brandenburgische geschickt. Der berühmte "Seelenflüsterer" Alex Grow soll sie zu mehr Mitgefühl und Einfühlungsvermögen bekehren. Doch er steckt im Moment selbst in einer existentiellen und finanziellen Krise. Falls er es jedoch schafft, Marlene zu einer empathischen Frau umzuwandeln, winkt ihm ein Großauftrag von Aviola.

Das erste Drittel hat mir sehr gut gefallen. Man lernt die zwei Hauptprotagonisten kennen, die beide an einem Punkt im Leben angelangt sind, der sie fordert. Marlene ist alles andere als begeistert vom Coaching, welches sie über sich ergehen lassen muss, um die gewünschte Beförderung zu erhalten. Alex steckt hingegen in einer Finanzkrise, nachdem er in seinem Schloss auch die vorzeigbaren Mitarbeiter wie Ayurveda-Köche, Yogalehrer und Atemtrainer eingestellt hat. Zusätzlich leidet er unter Bindungsangst, was niemand wissen darf.

Der flüssige und detailreiche Schreibstil und die Situationskomik des Autors hat mich schon in "Wir werden jung sein" überzeugt. Sein neuer Roman ist eher ruhig und lebt von den Begegnungen und Handlungen der Figuren. Abwechselnd wird aus der Sicht von Marlene und Alex erzählt. Man erfährt ihre Gedanken und lernt Marlene und Alex sehr gut kennen. Aber auch die Nebenfiguren wurden mit viel Liebe gezeichnet, wie die Naturschützerin Connie oder Hausmeister Mattissen.
Der trockene Humor hat mir sehr gut gefallen, der allerdings im Laufe des Buches etwas nachlässt. Der Autor nimmt die Branche gekonnt aufs Korn. Dabei wirken manche Handlungen etwas überspitzt.
Marlenes "Verwandlung" kam mir etwas zu schnell und das Ende bietet nicht wirklich eine große Überraschung. Trotzdem fand ich den Roman sehr unterhaltsam und die Aussage, dass es für Veränderungen nie zu spät sei, kann ich nur unterstreichen.

Fazit:
Ein ruhiger und humorvoller Roman über Selbstfindung, der nicht nur gut unterhält, sondern auch nachdenklich macht - jedoch nicht zu tief geht.

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Veröffentlicht am 10.03.2026

Ein Sommer der zweiten Chancen

Sommer, Glück und Ringelblumen
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Hinter dem Klappentext und dem fröhlichen Cover habe ich mir einen sommerlichen und heiteren Roadtrip vorgestellt. Dem ist tatsächlich nicht wirklich so. Meiner Meinung hat Ally Zetterberg in ihrem Roman ...

Hinter dem Klappentext und dem fröhlichen Cover habe ich mir einen sommerlichen und heiteren Roadtrip vorgestellt. Dem ist tatsächlich nicht wirklich so. Meiner Meinung hat Ally Zetterberg in ihrem Roman etwas zu viel Problematik hineingepackt. Es hat auch etwas gedauert, bis ich in die Geschichte fand.

Edith ist 64 Jahre alt und leidet unter starker Demenz. Jeden Tag macht sie sich auf zur Bushaltestelle Hornton Street in London. Die Menschen, die täglich dort vorbeikommen, kennen Edith und denken, sie wäre eine Obdachlose. Doch Edith wartet seit 27 Jahren auf ihre große Liebe Sven. Der Schwede ist damals nicht zum vereinten Treffpunkt gekommen und Edith hat ihn bis heute nicht vergessen.
Ihr Sohn Blade betreut seine Mutter seit drei Jahren rund um die Uhr und hat keine Kraft mehr. Trotzdem möchte er Edith nicht in ein Heim geben. Eines Tages macht sie ihm jedoch den Vorschlag ihn zu entlasten, wenn er nach Schweden fahren und Sven suchen würde. Danach würde sie in ein Heim gehen und Blade könnte seinen alten Job wieder aufnehmen. Nach kurzer Recherche und einigen Zweifeln macht sich Blade auf, um Sven zu suchen und seiner Mutter ihren vielleicht letzten Wunsch zu erfüllen....

Sophia hat gemeinsam mit ihren Brüdern den Blumenladen ihres Onkel geerbt. Sie hat fünf Jahre Zeit ihn erfolgreich zu führen, damit sie ihre Brüder auszahlen kann oder sie muss ihn nach dieser Frist verkaufen. Sophia liebt ihre Blumen, kennt alle bei ihren lateinischen Namen und war die Einzige der Familie, die auch darin ihre Zukunft sieht. Die autistische junge Frau hasst Veränderungen und trotzdem muss sie versuchen mit Großaufträgen ihre Erträge zu steigern, um den Blumenladen halten zu können. Deshalb nimmt sie den Auftrag, bei einer Blumenmesse in verschiedenen schwedischen Städten auszustellen, an. Als ihr Auto schon auf dem Weg zur ersten Messe-Location liegen bleibt, sieht sie ihr Vorhaben als gescheitert an. Doch dann hält ein junger Mann mit seinem Wohnmobil neben ihr und bietet ihr eine Lösung an....

Blade hat statt dem gebuchten Fiat 500 einen Camper bei der Autovermietung bekommen, was sich bald als Glücksgriff ergibt. Er trifft auf Sophie, der er zuvor schon in ihrem Laden über den Weg gelaufen ist.
Der einfühlsame junge Mann nimmt Sophia genauso an, wie sie ist. Durch den gemeinsamen Roadtrip lernen sie sich besser kennen und werden Freunde.
Blade erkennt, dass er die letzten Jahre kein eigenes Leben mehr geführt hat. Er kann Edith zwar beistehen, darf sich selbst aber nicht aufzugeben.
Sophia bekam von ihren Eltern und Brüdern nie Bestätigung - im Gegenteil: Sie wurde immer wieder ausgegrenzt und fühlte sich unverstanden. Die Therapeutin, die ihre Eltern für sie besorgten, damit sie "normal" wird, hat sie zusätzlich traumatisiert. Dabei ist Sophie eine wahnsinnig starke junge Frau, die über sich hinaus wächst.

Die Figuren sind sehr liebevoll gezeichnet. Neben Blade, Sophia und Edith sind Zara, Line und Eliza spannende Nebenfiguren, die mich überzeugen konnten.
Ally Zetterbergs Roman erzählt von Ängsten und Sorgen, aber auch von Selbstfindung, Familie und den Mut, für sich selbst zu sprechen. Für Sophia ist ihr Blumenladen ihr Safe Space, genauso wie für Edith die Bushaltestelle an der Horton Street.
Für Blade und Sophia ist der Roadtrip quer durch Schweden eine Reise zu sich selbst, die ihr weiteres Leben verändern wird.

Das Thema Demenz wurde sehr feinfühlig behandelt, ebenso Sophias Autismus. Für mich hätte jedoch eine der beiden Krankheiten als Schwerpunkt der Geschichte genügt. Trotzdem ist die Atmosphäre immer hoffnungsvoll und angenehm.

Fazit:
Ein sehr feinfühliger und ruhiger Roman, von dem ich einen leichten Inhalt erwartet hatte, der aber mit ernsten Themen aufwartet.

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