Profilbild von Tine_1980

Tine_1980

Lesejury Star
offline

Tine_1980 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Tine_1980 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.04.2026

Schöner Start!

Blue Sparrow Girls – The Melody of You and Me
0

Zwei verfeindete WGs! Ganz viel Musik und Herzschmerz und die Regel: Verliebe dich nicht in deinen Nachbarn.
Olive ist nach dem Unfalltod ihrer Mutter nach Nashville gezogen, um ihren Traum, Songwriterin ...

Zwei verfeindete WGs! Ganz viel Musik und Herzschmerz und die Regel: Verliebe dich nicht in deinen Nachbarn.
Olive ist nach dem Unfalltod ihrer Mutter nach Nashville gezogen, um ihren Traum, Songwriterin zu werden, zu verwirklichen. Mit ihren Mitbewohnerinnen versteht sie sich super und doch gibt es die eine Regel, sich nicht mit den Nachbarn einzulassen. Doch Drew hat sie schon kennengelernt, bevor sie in die Wohnung gezogen ist. Zusammen mit ihm kommt sie ihrem Traum immer näher.

Olive steht vor einem Scherbenhaufen, als ihre Mutter plötzlich stirbt. Der Start ist von der Trauerthematik her nicht einfach, aber man kann verstehen, dass sie umzieht. So geht es für sie nach Nashville und sie erstmal auf der Suche nach einer Wohnung. Da die Suche nicht ganz so einfach ist, trifft sie beim Besuch einer Bar auf Drew und versteht sich super. Doch dann kommt sie in die WG, die perfekt ist, aber eben diese einzelne Regel hat, sich mit keinem der Jungs der Nachbar-WG einzulassen.
Ich mochte beide WGs, die Mädels haben eine harmonische Verbindung gehabt und es war schön zu sehen, wie Olive sich immer mehr öffnet, der Trauerprozess durch das gesamte Hörbuch realistisch thematisiert wird und auch die Jungs-WG hatte ihren ganz eigenen Charme. Drew war ein sehr sympathischer Charakter, der sich sehr für Olive interessiert und ihr viel Unterstützung anbietet.
Mir gefielen alle Charaktere und sie fügten sich perfekt in die Story ein. Auch das Setting, New Orleans als Kulisse waren detailliert beschrieben.
Dass es am Ende mit den Zweien herauskommt, war klar, aber ich fand die Lösung, die gefunden wurde, gut gewählt.
Die Hörbuchsprecher Tim Gössler und Josephine Hochbruck haben gut zu den Charakteren gepasst und ich haben den angenehmen Stimmen gerne gelauscht. Die Emotionen wurden gut zum Hörer gebracht und es war kein Problem sich in die Protagonisten einzufühlen. Auch die Feiern auf der Dachterrasse mit ihrer ganzen Dynamik wurden perfekt von ihnen eingefangen.
Besonders gut hat mir auch der Schreibeprozess mit all seinen Höhen und Tiefen gefallen.

Ein schöner Start in diese Reihe, die mich gut unterhalten hat. Die Thematik der Trauerverarbeitung, die emotionale Tiefe und gleichzeitig die humorvollen, leichten Stellen haben sich hier zu einem schönen Mix verbunden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.04.2026

Eher mit ernsteren Themen

Sommer, Glück und Ringelblumen
0

Blade kümmert sich in London um seine an Alzheimer erkrankte Mutter, die ihn darum bittet, nach Schweden zu reisen, um die Liebe seines Lebens Sven zu finden, den sie vor 27 Jahren an einer Bushaltestelle ...

Blade kümmert sich in London um seine an Alzheimer erkrankte Mutter, die ihn darum bittet, nach Schweden zu reisen, um die Liebe seines Lebens Sven zu finden, den sie vor 27 Jahren an einer Bushaltestelle treffen wollte, um mit ihm durchzubrennen.
In Schweden lebt Sophia und arbeitet als Floristin in einem Blumengeschäft, den sie von ihrem Onkel vermacht bekommen hat. Ihre Familie möchte das Geschäft loswerden, doch sie versucht alles, um ihn zu halten.
So kommt es, dass beide aufeinandertreffen und ihren ganz eigenen Roadtrip machen.

Zuallererst solltet ihr wissen, dass es kein durchgehend heiteres Buch ist, wie man vom Cover und Klappentext erwartet, es geht mehr in die Tiefe, als gedacht.
Blade ist seit 3 Jahren nur noch für seine Mutter da, die immer mehr in ihre Demenz verfällt, nur die Bushaltestelle, an der ihre große Liebe vor 27 Jahren nicht aufgetaucht ist, hat sie einen festen Punkt. So schickt sie ihren Sohn nach Schweden, damit dieser den vermissten Sven findet.
Dort trifft er auf Sophia, die Autistin ist und den Laden ihres verstorbenen Onkels gerne behalten würde, doch dazu muss sie ihre Brüder ausbezahlen. Um dies zu schaffen, möchte sie bei einer landesweiten Blumenausstellung teilnehmen, um die Einnahmen zu erhöhen.
Da Blade als Leihwagen einen Camper bekommen hat und Sophias Wagen liegen geblieben ist, schließen sie sich zusammen.
Blade merkt dort, wie wenig Zeit er sich für sich selbst genommen hat, wie er nur noch für die Pflege seiner Mutter da ist und was dafür alles auf der Strecke bleibt. Mit Sophia verbringt er gerne Zeit und mit ihrer ganz besonderen Art nimmt sie ihn immer mehr für sich ein. Auch Sophia hat es nicht leicht gehabt im Leben. Von ihrer Familie wurde sie klein gehalten, sie durfte nicht so sein, wie sie war, wurde zu Therapien geschickt und fühlte sich immer ausgegrenzt. Doch bei Blade kann sie endlich so sein, wie sie eben ist. Sie fühlt sich endlich angenommen und ihre Gespräche werden tiefer, genau wie ihre Gefühle. Wird Blade Sven finden?
Die Charaktere sind wundervoll gezeichnet und jede Figur hat seinen ganz eigenen Charme. Auch die Krankheiten werden realistisch dargestellt und egal ob es die ganz eigene Art von Sophia oder die Demenz von Edith ist, man kann sich in die Personen hineinversetzen und verstehen, warum sie so sind.
Die Autorin bringt die Sorgen und Ängste der Charaktere sehr authentisch zum Leser. Es ist aber auch schön zu lesen, wie Blade und Sophia sich im Verlauf des Buchs verändern, selbst merken, dass das nicht das Leben sein kann, das sie sich für sich vorgestellt haben. Auch das Verzeihen nimmt einen Teil ein.

Je nachdem, was man erwartet, kommt man hier auf seine Kosten, doch darf man sich keine leichte Kost wünschen, denn hier bekommt man eher ernstere Themen und eine ruhige Story.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.03.2026

Hörbuchrezi!

Und alles zerbricht (Paper Hearts 1)
0

Milas Leben gerät nach dem Umzug in die Schweiz völlig aus den Fugen. Sie musste ihre beste Freundin Juno, ihr gewohntes Umfeld zurücklassen und geht jetzt an die neue Schule, ihre Mutter ist nur noch ...

Milas Leben gerät nach dem Umzug in die Schweiz völlig aus den Fugen. Sie musste ihre beste Freundin Juno, ihr gewohntes Umfeld zurücklassen und geht jetzt an die neue Schule, ihre Mutter ist nur noch auf der Arbeit und der Vater bekämpft die Einsamkeit auf seine ganz eigene Art. Trost findet sie im Essen, doch als sich das äußerlich bemerkbar macht, rutscht sie in eine gefährliche Spirale einer Essstörung. Nach einem Zusammenbruch wird sie in eine Klinik eingewiesen und trifft dort auf Nicolas, den Sohn des Klinikdirektors, und verliebt sich in ihn. Allerdings ist die Liebe verboten, da Nicolas‘ Vater die Beziehung zu Patienten verbietet.

Das Hörbuch hat mich direkt abgeholt. Zu Beginn ist auch noch alles perfekt für Mila. Sie lebt glücklich in Berlin, ihre beste Freundin direkt nebenan, ein schönes Haus und ein tolles Leben für ein 16-jähriges Mädchen. Doch dann kommt die Hiobsbotschaft, dass ihre Mutter eine neue Stelle in der Schweiz bekommen hat.
Dort angekommen ist alles doof, das Haus, der Abstand zu Juno, ihr Vater, der das Trinken anfängt, die neue Schule und auch wenn sie neue Freunde findet, ist es nicht dasselbe. Ihr Vater verliert sich im Kochen und Mila im Essen und so passiert es, dass sie sich in einer Essstörung verliert und in einer Klinik landet.
Das Thema Essstörung wird hier sehr realistisch und in all seiner Dramatik beschrieben. Es zeigt auch, wie schnell man sich in solchen Gedankenspiralen verliert und wie einfach es ist, dementsprechende Infos oder Foren und somit Gleichgesinnte zu finden. Man konnte die Gefühle und Gedanken von Mila verstehen, aber man hat auch gemerkt, wie fragil ihr Gedankengerüst ist und wie schnell sie in dieser Welt gefangen ist.
Auch der Klinikalltag war gut beschrieben und die Gespräche, die zur Heilung führen sollten, waren gut geführt. Man spürte, wie sie langsam wieder etwas mehr zu sich findet, aber auch hier kann ein Ereignis wieder zum Rückfall führen.
Die Liebesgeschichte war nett, aber mir fast etwas zu rasant, kaum getroffen gibt es schon das erste Picknickdate. Ich hätte mich gefreut, wenn es zuerst ein paar mehr Gespräche gegeben hätte.
Die Sprecher haben einen sehr guten Job gemacht, die Stimmungen und Gefühle wurden perfekt eingefangen und waren für den Hörer zu jeder Zeit greifbar.
Die Thematik rund um Essstörungen wurden gut erfasst. Ich war teilweise doch immer hin- und hergerissen, da ich es wichtig finde, solche Themen für junge Hörer sichtbar zu machen. Wie einfach ist es doch, in solch eine Abwärtsspirale zu rutschen. Deswegen ist es richtig und wichtig, Essstörungen zu thematisieren. Dennoch war es erschreckend, wie genau es beschrieben wurde, so dass ich Bedenken hätte, dass Jugendliche sich so Ideen holen könnten. Ich denke trotzdem, dass die Hörer es eher als abschreckende Story sehen und es nicht als Anreiz finden, sich Informationen zu holen.
Zu Beginn geht alles etwas langsamer vonstatten, ab dem Klinikaufenthalt empfand ich das Tempo stetig ansteigend und die Lovestory ging mir auch etwas zu schnell voran. Trotzdem lässt sich das Hörbuch prima hören.
Wichtig zu wissen, dass es eine Dilogie ist und ich schon gespannt auf die Fortsetzung bin.

Ein Hörbuch, dass die Gefühlswelt von Mila realistisch wiedergibt und zeigt, wie schnell man abstürzen kann. Das Thema Essstörungen wird sehr gut aufgegriffen. Schwierige Themen, gut verpackt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.03.2026

Leichte Lektüre mit Dorfromantik!

Ein Zuhause im Frühling
0

Ella, die als Illustratorin unbedingt eine Auszeit aus ihrem Londoner Leben braucht, nutzt die Chance und zieht in das Cottage ihrer verreisten Patentante in Wilsgrave. Doch die Dorfbewohner hat sie unterschätzt ...

Ella, die als Illustratorin unbedingt eine Auszeit aus ihrem Londoner Leben braucht, nutzt die Chance und zieht in das Cottage ihrer verreisten Patentante in Wilsgrave. Doch die Dorfbewohner hat sie unterschätzt und als dann auch noch ein vierbeiniger Mitbewohner im Cottage auf sie wartet, ist doch alles etwas anders. Der grummelige Dorftierarzt Devon merkt gleich, dass sie keine Ahnung von Hunden hat und so lernt sie auf gemeinsamen Spaziergängen einiges.

Das Buch liest sich flott weg und der Schreibstil ist sehr angenehm. Man erlebt Ella, die zu Beginn noch sehr genervt vom Dorfleben ist, um sich mit der Zeit immer mehr einzuleben.
Es ist eine besondere Gemeinschaft, die man in diesem Ort kennenlernen darf. Vom Dorfladen, festlichen Aktivitäten bis hin zu nachbarschaftlichen Hilfen gibt es alles, was man sich so vorstellen kann. Ich kann es nachvollziehen, dass einem diese Nähe am Anfang nicht geheuer ist, gerade wenn man aus einer Großstadt kommt. Dass sich Dinge schnell rumsprechen ist unumgänglich und so lernt sie die Sitten und Gebräuche immer besser kennen.
Ella macht in der Geschichte eine besondere Entwicklung durch. Zu Beginn ist sie nicht gerade offen mit ihren Mitmenschen, man merkt ihr an, dass sie Menschen nicht unbedingt vertraut, doch mit jeder Seite wird dies besser und sie lässt sich auf das Dorfleben, die Bewohner und die Labradorhündin Tess ein. Gerade mit den Menschen des Ortes wird sie immer wärmer und so kommt es auch zu mehr Kontakten zu Devon, der ebenso sein Päckchen zu tragen hat und eher grummelig und nicht besonders nett zu seinen Mitmenschen und Tierbesitzern ist. Doch auch er taut immer mehr auf und die langen Spaziergänge führen dazu, dass beide sich immer mehr öffnen und einander besser kennenlernen.
Auch die Dorfbewohner schließt man als Leser immer mehr ins Herz. Natürlich ist auch Tess als vierbeiniger Bewohner besonders wichtig für die Story.
Das Buch beinhaltet eine warmherzige Geschichte über einen Neuanfang, Entscheidungen, die getroffen werden müssen und das Ganze in einer schönen Kulisse. So bekommt man einen guten Mix und kann durch das Buch Abschalten und hat gleichzeitig einen Wohlfühlfaktor.

Eine leichte Story, die gerade für Tierliebhaber und Menschen, die gerne die Dorfromantik mögen, passend ist. Eine schöne Entwicklung der Protagonisten!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.02.2026

Dystopie für Leser ab 12

The Factory – Es gibt kein Entkommen
0

Der 13.-jährige Asher nimmt für ein Jahr an einem Experiment in der geheimnisvollen Factory teil. Eine Forschungseinrichtung, die für saubere Energie, gute Bildung und großzügige Bezahlung verspricht. ...

Der 13.-jährige Asher nimmt für ein Jahr an einem Experiment in der geheimnisvollen Factory teil. Eine Forschungseinrichtung, die für saubere Energie, gute Bildung und großzügige Bezahlung verspricht. Asher braucht das Geld, doch hat er etwas Anderes erwartet, denn Stacheldraht, schwer bewaffnete Wachen und totale Kontrolle hat er nicht erwartet. Die Experimente sind nicht ungefährlich, doch zusammen mit seinen neuen Freunden Vi, Faith und Troy versucht er die Wahrheit herauszufinden.

Eine Welt die durch den Klimawandel gezeichnet ist und in der die Zukunft ungewiss ist. So ist die Factory eine Institution, die für Verbesserung steht. Die Kinder sind diejenigen, die hergenommen werden, um die Welt zu retten und noch dazu bekommt man dafür viel Geld. So landet Asher dort und soll ein Jahr dort verbringen. Doch die Experimente sind nicht ungefährlich und so stellt sich die Frage, was in den Kapseln tatsächlich extrahiert wird. Antworten auf ihre Fragen bekommen Asher und seine Freunde nicht und so fangen sie an, selbst nachzuforschen, was hinter der Factory tatsächlich steht, warum nur eine bestimmte Altersklasse benutzt wird und was mit den Kindern passiert, die mit Schwierigkeiten zu tun haben.
Asher war für mich ein sympathischer Junge, der zuverlässig, neugierig und nett ist. Die Factory ist ganz anders als Asher sie sich vorgestellt hat, denn mit Stacheldraht und bewaffneten Wachen hat er nicht gerechnet. Aber es gibt auch für ihn positive Seiten, denn er lernt dort echte Freunde kennen. Vi, die sehr selbstbewusst und taff ist, Faith, die neugierig, aber auch eher vorsichtig ist und Troy, der ein gutes Bindeglied zwischen den Freunden ist.
Die Autorin hat die „Extraktion“ sehr detailliert beschrieben und man wird mit jeder Seite neugieriger, was es mit dem Gerät auf sich hat. Auch die Welt rund um die Factory wird immer wieder etwas beschrieben, so erfährt man auch Dinge über das Leben und die Städte außerhalb der Factory und bekommt so ein gutes Gesamtbild.
Man fiebert mit, was hinter all dem steckt und ich mochte die geheimen nächtlichen Unternehmungen und abendlichen Treffen, das Geheimnisvolle und die Spannung.
Die Sprache fand ich eher einfach gehalten und so war es für mich einfach, durch die Seiten zu schmökern.

Ein guter Start in diese Dilogie, der mit einem gemeinen Cliffhanger endet. Ich bin gespannt, wie es in der Fortsetzung weitergeht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere