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Veröffentlicht am 16.04.2026

Ein Mord, viele Perspektiven (Hörbuch)

Beth is dead
1

Vier Schwestern stehen plötzlich im Mittelpunkt eines Mordfalls: Beth wird tot aufgefunden, und schnell wird klar, dass jede ihrer Schwestern ein mögliches Motiv hat. Während die Ermittlungen laufen, geraten ...

Vier Schwestern stehen plötzlich im Mittelpunkt eines Mordfalls: Beth wird tot aufgefunden, und schnell wird klar, dass jede ihrer Schwestern ein mögliches Motiv hat. Während die Ermittlungen laufen, geraten nicht nur familiäre Spannungen ans Licht, sondern auch alte Geheimnisse, die lange verborgen geblieben sind. Durch wechselnde Perspektiven und Zeitsprünge setzt sich Stück für Stück ein komplexes Bild zusammen, in dem Wahrheit und Lüge immer schwerer zu unterscheiden sind.

Das Hörbuch zieht einen von Beginn an direkt in die Geschichte hinein und baut schnell eine dichte, leicht beklemmende Atmosphäre auf. Besonders die wechselnden Perspektiven der Schwestern sorgen dafür, dass man sich als Hörerin oder Hörer ständig ein neues Bild von den Figuren machen muss. Jede wirkt auf ihre Weise glaubwürdig, aber nie vollkommen durchschaubar, was die Spannung durchgehend aufrechterhält.

Die Handlung entwickelt sich dynamisch und lebt stark von den vielen kleinen Enthüllungen, die nach und nach ans Licht kommen. Durch die geschickte Verknüpfung von Vergangenheit und Gegenwart bleibt man aufmerksam und beginnt automatisch, eigene Theorien zu entwickeln. Dabei geht es nicht nur um die Frage, was mit Beth passiert ist, sondern auch um die komplexen Beziehungen innerhalb der Familie und die Auswirkungen von lange verdrängten Ereignissen.

Auch die Umsetzung als Hörbuch funktioniert gut. Die Sprecherleistung transportiert die unterschiedlichen Stimmungen überzeugend und verleiht den Figuren eine passende emotionale Tiefe. Gerade in intensiveren Momenten wirkt das Geschehen authentisch und nahbar. Teilweise hätte der Geschichte jedoch etwas mehr Raum gutgetan, da die vielen Wendungen recht dicht aufeinander folgen. Nicht jede Entwicklung kommt völlig überraschend, und einige Auflösungen wirken leicht konstruiert. Dennoch bleibt das Hörbuch bis zum Schluss spannend und bietet eine insgesamt fesselnde Mischung aus Thriller und Familiendrama.

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Wenn Geheimnisse live eskalieren

Guilty Pleasure
1

Ein luxuriöses Inselresort, das damit wirbt, wirklich jeden Wunsch zu erfüllen. Was zunächst nach exklusiver Auszeit klingt, entpuppt sich schnell als gefährliches Spiel: Fünf Menschen mit ganz unterschiedlichen ...

Ein luxuriöses Inselresort, das damit wirbt, wirklich jeden Wunsch zu erfüllen. Was zunächst nach exklusiver Auszeit klingt, entpuppt sich schnell als gefährliches Spiel: Fünf Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen und Geheimnissen treffen aufeinander, ohne zu ahnen, dass ihr Aufenthalt Teil einer skrupellosen Reality-Show ist. Beobachtet von einem unsichtbaren Publikum geraten ihre Entscheidungen immer mehr außer Kontrolle ... bis die Situation schließlich eskaliert.

Das Hörbuch hat mich ziemlich schnell reingezogen. Die Grundidee ist stark: dieses isolierte Luxus-Setting gepaart mit dunklen Geheimnissen und der Reality-Show-Komponente sorgt direkt für Spannung und ein leicht unangenehmes, aber genau deshalb fesselndes Gefühl.

Besonders positiv aufgefallen ist mir die Umsetzung im Hörbuch: Die Sprecher*innen machen wirklich einen richtig guten Job. Die Charaktere lassen sich klar auseinanderhalten, was bei mehreren Perspektiven nicht selbstverständlich ist. Gerade die wechselnden Sichtweisen bringen Dynamik rein und sorgen dafür, dass man immer wieder neue Puzzleteile bekommt.

Die Story lebt stark von diesen Perspektivwechseln und den nach und nach aufgedeckten Hintergründen. Dadurch bleibt es lange interessant und man hat das Gefühl, ständig einen Schritt näher an die Wahrheit zu kommen. Gleichzeitig entwickelt sich die Handlung aber in eine Richtung, mit der ich so ehrlich gesagt nicht gerechnet habe. Ich hatte eine andere Erwartung, vielleicht etwas klassischer Thriller stattdessen geht es teilweise deutlich düsterer und überraschender weiter.

Sehr hängen geblieben ist mir auch eine Aussage der Autorin direkt zu Anfang: „Für alle Bookies, die wissen, wie es ausgeht, wetten, dass nicht?“ – eine starke, fast schon herausfordernde Zeile. Und ja, sie hat recht. Gerade weil man denkt, man durchschaut das Ganze, wird man doch immer wieder überrascht.

Das ist einerseits spannend, andererseits hat mich genau dieser Verlauf nicht komplett abgeholt. Es war nicht schlecht – im Gegenteil, oft sogar ziemlich packend – aber es war eben anders als gedacht.

Unterm Strich ist dieser Thriller ein intensives, gut gesprochenes Hörbuch mit einem ungewöhnlichen Ansatz und starken Perspektivwechseln. Kleine Abzüge gibt es für die Richtung, die nicht ganz meinen Erwartungen entsprochen hat, insgesamt aber definitiv hörenswert.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Zwischen Bewusstsein und Stille

Voices. Ich kann euch hören
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Die Ausgangsidee dieses Thrillers ist sofort faszinierend: Eine Frau liegt im Koma, kann sich nicht bewegen oder sprechen, ist jedoch bei vollem Bewusstsein. Tamsin Shaw hört alles, nimmt ihre Umgebung ...

Die Ausgangsidee dieses Thrillers ist sofort faszinierend: Eine Frau liegt im Koma, kann sich nicht bewegen oder sprechen, ist jedoch bei vollem Bewusstsein. Tamsin Shaw hört alles, nimmt ihre Umgebung wahr, ist aber vollständig in ihrem eigenen Körper gefangen. Allein dieser Gedanke sorgt für eine beklemmende Atmosphäre, die sich durch große Teile der Geschichte zieht.

Der Einstieg fiel mir allerdings etwas schwer. Die Handlung entwickelt sich zunächst recht langsam, und ich hätte mir gerade am Anfang deutlich mehr Spannung gewünscht. Die Prämisse bietet so viel Potenzial, dass ich anfangs darauf gewartet habe, dass die Geschichte schneller Fahrt aufnimmt. Dadurch wirkte der Start für mich etwas zäh.

Im Verlauf entfaltet sich die Geschichte jedoch immer stärker. Besonders interessant ist die psychologische Komponente: Tamsin ist Psychiaterin und erkennt selbst, dass ihr Gedächtnisverlust kein Zufall sein könnte. Der Gedanke, dass das eigene Unterbewusstsein eine Erinnerung so sehr verdrängt, dass es den Körper praktisch abschaltet, ist gleichermaßen faszinierend wie unheimlich.

Auch die emotionale Ebene funktioniert gut. Die Sorge um ihre Tochter und die drohende Entscheidung ihres Mannes, die lebenserhaltenden Maßnahmen zu beenden, erzeugen spürbaren Druck. Dadurch entsteht ein Wettlauf gegen die Zeit, allerdings nicht in der Außenwelt, sondern in Tamsins Erinnerungen.

Besonders gelungen fand ich die beklemmende Perspektive: Die völlige Hilflosigkeit der Protagonistin wird sehr eindringlich vermittelt. Gleichzeitig baut sich nach und nach ein Spannungsbogen auf, der immer mehr Fragen aufwirft: Was ist wirklich passiert? Und warum scheint die Wahrheit so gefährlich zu sein?

Insgesamt ist es ein Thriller mit einer starken Idee, interessanten psychologischen Ansätzen und einer düsteren Grundstimmung. Der etwas schleppende Einstieg kostet zwar etwas Tempo, doch im weiteren Verlauf entwickelt sich eine fesselnde Geschichte, die zum Miträtseln einlädt.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Freundschaft als leiser Wendepunkt

Narbenmädchen
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Der Jugendroman erzählt eine intensive Geschichte über Selbstverletzung, Isolation und die vorsichtige Annäherung an Hoffnung. Im Mittelpunkt steht die 15-jährige Lara, die für vier Wochen in eine Kurklinik ...

Der Jugendroman erzählt eine intensive Geschichte über Selbstverletzung, Isolation und die vorsichtige Annäherung an Hoffnung. Im Mittelpunkt steht die 15-jährige Lara, die für vier Wochen in eine Kurklinik für verhaltensauffällige Jugendliche muss. Schon zu Beginn wird klar: Lara begegnet der Therapie mit Sarkasmus, Widerstand und einer gehörigen Portion Trotz. Dass sie Rasierklingen in die Klinik schmuggelt, zeigt, wie tief sie in ihren eigenen Mustern gefangen ist.

Die Geschichte überzeugt vor allem durch seine direkte und unverstellte Perspektive. Lara wirkt glaubwürdig, widersprüchlich und verletzlich, manchmal hart, manchmal überraschend reflektiert. Gerade diese Mischung macht sie zu einer authentischen Figur. Ihre Gedanken sind oft zynisch, manchmal wütend, aber immer nachvollziehbar. Dadurch entsteht ein realistisches Bild einer Jugendlichen, die zwar Hilfe braucht, sie aber zunächst kaum annehmen kann.

Besonders interessant wird die Geschichte durch Laras Begegnungen mit Neo und Finn. Während die offiziellen Therapiegespräche sie eher frustrieren, entwickeln sich zwischen den Jugendlichen ehrliche Gespräche, in denen plötzlich Dinge ausgesprochen werden, die vorher keinen Platz hatten. Diese Dynamik wirkt natürlich und zeigt, wie wichtig Gleichaltrige und echte Verbindungen im Heilungsprozess sein können.

Das Buch behandelt ein sensibles Thema mit viel Ernsthaftigkeit. Die Darstellung der Selbstverletzung ist deutlich, ohne sensationsheischend zu sein. Statt dramatischer Zuspitzungen setzt die Geschichte eher auf kleine, glaubwürdige Schritte und leise Veränderungen. Genau das macht die Entwicklung der Figuren nachvollziehbar.

Manchmal hätte ich mir noch etwas mehr Tiefe in einzelnen Nebenfiguren oder Therapiesituationen gewünscht. Einige Aspekte bleiben eher angerissen, obwohl sie viel Potenzial gehabt hätten. Trotzdem schafft es das Buch, emotional zu berühren und gleichzeitig eine gewisse Hoffnung zu vermitteln.

"Narbenmädchen" ist kein leichter Roman, aber ein ehrlicher. Er zeigt, dass Heilung selten geradlinig verläuft und dass manchmal gerade unerwartete Begegnungen etwas in Bewegung bringen können.

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Veröffentlicht am 22.02.2026

Emotionen sitzen, Ende nicht ganz

Du gehörst zu uns
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Ich mag Bücher, die weniger durch Action, sondern mehr durch ihre Figuren funktionieren. Genau so eines ist das hier. Die Geschichte nimmt sich Zeit für ihre Charaktere und das zahlt sich aus. Niemand ...

Ich mag Bücher, die weniger durch Action, sondern mehr durch ihre Figuren funktionieren. Genau so eines ist das hier. Die Geschichte nimmt sich Zeit für ihre Charaktere und das zahlt sich aus. Niemand wirkt wie eine bloße Nebenrolle, jede Figur hat Ecken, Kanten und eigene Motive. Das fühlt sich greifbar an und macht es leicht, emotional dranzubleiben.

Besonders gefallen hat mir, wie subtil Spannung aufgebaut wird. Es sind keine lauten Knalleffekte, sondern eher dieses leise Unbehagen zwischen den Zeilen. Immer wieder hatte ich "dieses Gefühl". Und genau dieses Miträtseln mochte ich total, ich habe ständig überlegt, Theorien gesponnen, neu bewertet.

Allerdings: Im letzten Drittel wurde aus meiner Theorie Gewissheit. Meine Ahnung, die sich schleichend entwickelt hatte, hat sich letztlich bestätigt. Das war nicht unlogisch oder schlecht gelöst aber mir fehlte dieser eine Moment, der mich komplett überrascht oder noch mal umgehauen hätte. Ich war vorbereitet, und das nimmt einem Finale einfach etwas Wucht.

Trotzdem bleibt für mich ein positives Gesamtgefühl. Die Figuren tragen die Geschichte, und das auf eine glaubwürdige, moderne Art.

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