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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.05.2022

6. Ermittlung für Madame le Commissaire

Madame le Commissaire und der tote Liebhaber
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Nach ihrer Rückenoperation und die Reha in Saint-Rémy-de-Provence ist Isabelle Bonnet zurück in Fragolin. Urlaub ist leider nicht angesagt, denn Fragolins Bürgermeister Thierry Blès wurde in Sanary-sur-Mer ...

Nach ihrer Rückenoperation und die Reha in Saint-Rémy-de-Provence ist Isabelle Bonnet zurück in Fragolin. Urlaub ist leider nicht angesagt, denn Fragolins Bürgermeister Thierry Blès wurde in Sanary-sur-Mer ermordet. Obwohl Isabelle und Thierry vor ihrer OP noch eine Beziehung hatten, gelingt es Maurice Balancourt Isabelle zu überzeugen, den Fall zu übernehmen.
Wer hat Thierry ermordet und wieso? Geld? Liebe? Ruhm?
Madame le Commissaire und ihr Assistent Apollinaire ermitteln am Tatort in Sanary und in Fragolin.

Es ist immer ein Vergnügen, ein Band dieser Krimireihe zu lesen: Spannung und Humor sind immer von der Partie.
Madame le Commissaire wirkt wie immer wie eine Superheldin. Gerade genesen und schon wieder bei der Arbeit mit diesem schwierigen Fall.
Apollinaire mit seinen Macken (und seinen Socken) lässt sich auch guten Ideen einfallen. Mit seiner tollpatschigen Art ist er mir sympathischer als Isabelle.
Pierre Martin gibt uns auch eine kleine Führung im Sanary der 1930. und 1940. Jahren. Die Stadt war nämlich ein wichtiges Exilzentrum für deutsche Emigranten, u.a. aus der Literaturszene.

Ein Frankreich-Krimi, der sich lohnt… Aber, ich empfehle die ersten 5 Bücher im Vorfeld zu lesen. So begreift man viel besser die Beziehung zwischen Isabelle Bonnet und Thierry Blès.

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Veröffentlicht am 11.05.2022

Ungewöhnlich und unterhaltsam

Garmischer Mordstage
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Eine idyllische Landschaft ist der Schauplatz einen ungewöhnlichen Mord: ein Toter wird auf einer Weide entdeckt. Kann der Stier Attila ihn so schlimm zugerichtet haben? Die Tierärztin Laura Schmerlinger ...

Eine idyllische Landschaft ist der Schauplatz einen ungewöhnlichen Mord: ein Toter wird auf einer Weide entdeckt. Kann der Stier Attila ihn so schlimm zugerichtet haben? Die Tierärztin Laura Schmerlinger bezweifelt es.
Wer war überhaupt der Tote und wieso war er in Garmisch? Übernachtet hat er in der Pension der Wieseggers. Gibt es vielleicht eine Verbindung?
Nach zwanzig Jahren wird der Rückkehr von Ben Wiesegger, der Sohn der Pensionsbetreiber, auch nicht gerne gesehen und lässt einige alten Wunden aufplatzen. Was geschah damals, dass heute immer noch Nachwirkungen auf der Gemeinschaft hat?

Mit seinem tollen Cover, das eine Erwähnung verdient hat, ist „Garmischer Mordstage“ ein unkonventioneller Bayern-Krimi mit Spannung und jeder Menge Humor. Schräge Figuren und unerwartete Situationen verleihen der Geschichte Würze. Mit seinem lockerer Schreibstil und zahlreichen köstlichen Stilfiguren und Wortbilder bringt Roland Krause jeden Leser mindestens einmal zum Schmunzeln… Ein Schmaus für das Gehirn… Bereit fürs Auskosten?

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Willkommen im „Coastal Inn“ in Seagull Bay

Mord & Breakfast
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Die schottische Flagge, die Disteln und der Tartan Tam o‘ Shanter auf dem wunderschönen Cover lassen keinen Raum für Zweifel: Der Plot dieses Cosy-Krimis entführt seine Leserinnen nach Schottland. Man ...

Die schottische Flagge, die Disteln und der Tartan Tam o‘ Shanter auf dem wunderschönen Cover lassen keinen Raum für Zweifel: Der Plot dieses Cosy-Krimis entführt seine Leserinnen nach Schottland. Man könnte fast die Rufe der Möwen von Seagull Bay und die Hektik im Bed & Breakfast hören…

Die Protagonistin Melody Moss ist in Schottland verabredet, nachdem sie entlassen wurde. Ihre Tante Mabel, die Besitzerin des Bed & Breakfast „Coastal Inn“ ist verstorben und hat sie als Erbin in ihrem Testament eingetragen, obwohl sie jahrelang keinen Kontakt hatten. Allerdings unter gewissen Bedingungen…

Dieser Roman bedient sich allen Artefakten des Cosy-Crime-Genres. Vom Beruf Journalistin ist Melody eine neugierige Protagonistin, die mit polizeilichen Ermittlungen nichts am Hut hat. Cheddar, der Bulldogge ihrer Tante wird ihr zum liebevollen Gefährten. Der Ort des Geschehens verfügt über eine besondere Stimmung und ist Heimat für eine große Gemeinschaft besonderer Menschen, die fast alle einen Grund hätten haben können, Mabel beseitigen zu wollen. Somit kann Anne Gordon, die Autorin, die Leser
innen auf zahlreichen falschen Fährten schicken und das Lesevegnügen andauern lassen.

Wer leichte Cosy-Krimis mag, der wird von dieser literarischen Reise nach Schottland begeistert sein. Tee, sowie Scones und Shortbread stehen bereit: Das „Coastal Inn“ in Seagull Bay heißt euch Willkommen.

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Veröffentlicht am 24.12.2025

Ein Schreibstil à la Van Gogh

Lass mich dir von einem Mann erzählen, den ich kannte
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Erst nach seinem Tod wurde Vincent Van Gogh ein der weltberühmtesten Künstler, wie seine Werke heutzutage zelebriert werden. In seiner Lebenszeit sah es für ihn ganz anders aus. 1889 kommt er als Patient ...

Erst nach seinem Tod wurde Vincent Van Gogh ein der weltberühmtesten Künstler, wie seine Werke heutzutage zelebriert werden. In seiner Lebenszeit sah es für ihn ganz anders aus. 1889 kommt er als Patient nach Saint-Rémy-de-Provence in die von Charles Trabuc geleiteten Heilanstalt. Dieses Ereignis ändert das Leben seiner Frau Jeanne Trabuc, zwischen Erinnerungen und neue Erfahrungen, sich wiederentdeckt.

Dieser Roman ist keine Romanbiographie von Vincent Van Gogh. Schon das schöne Cover macht es klar: Eine unkenntlich gemachte Frau, die Richtung Zukunft zugucken scheint, steht im Vordergrund. Van Goghs Sternennacht, halb verdeckt, wurde in den Hintergrund gedrängt.

Es handelt sich auch nicht um eine Romanbiographie von Jeanne Trabuc. Wie die Autorin im Nachwort erklärt, hat sie einfach zu wenig Anhaltspunkte gelassen. Es ist also eine Fiktion, die Susan Fletchers Feder entsprang. Die nicht mehr so junge, aber auch noch nicht so alte Protagonistin, Jeanne Trabuc, ist bereit gegen langjährige Regel zu verstoßen, um den neuen faszinierenden Patienten kennenzulernen.

Die Autorin hat einen besonderen und sehr angenehmen Schreibstil: Sie schreibt ihre Geschichte wie ein Gemälde. Durch ihre Pinselführung entsteht die rührende Geschichte einer Frau, die sich sucht und wiederfindet. Verziert wird diese Geschichte mit einigen bunten Szenen, die das Entstehen einiger Werke Van Goghs beschreiben. Auch die provenzalische Atmosphäre trägt zum Zauber dieses Romans bei.

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Veröffentlicht am 13.12.2025

Die Hoffnung wächst aus den Trümmern

In den Scherben das Licht
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Der hoffnungsvolle Titel und das pastellfarbene Cover haben mich auf Anhieb begeistert. Auch der Klappentext war für mich eine Offenbarung: Diesen Roman mit seiner Geschichte im Hamburg der Nachkriegszeit ...

Der hoffnungsvolle Titel und das pastellfarbene Cover haben mich auf Anhieb begeistert. Auch der Klappentext war für mich eine Offenbarung: Diesen Roman mit seiner Geschichte im Hamburg der Nachkriegszeit würde ich lesen!

Seite für Seite, Monat für Monat folgt der Leser die Jugendlichen Gert und Gisela, sowie Frieda Wahrlich, die einstige Schauspielerin, die den beiden ein Dach gegeben hat. Über die Jahre nimmt diese kleine Gemeinschaft verletzter Seelen zu und baut sich in den Trümmern eine Zukunft.

Dieser Roman gleicht einer Zeitgemälde und beschreibt akkurat diverse Szenen des Alltags der Hansestadt Hamburg, die kurz nach dem Zweiten Weltkrieg aus ihren Aschen erwacht. Die Geschichte vermittelt Hoffnung und zeigt wie wichtig Verbundenheit in schweren Zeiten ist.

Die Protagonisten sind sehr verschieden und wirken mit ihren Marotten authentisch, auch wenn einige ihrer Reaktionen mir fraglich erscheinen. Das Ende fühlt sich irgendwie auch aufgesetzt, als ob die Geschichte unbedingt eine Ende finden musste.

Der Roman wirkt durch die wachsende Anzahl der Gemeinschaftsmitglieder teilweise planlos. Genau diese Figuren teilen sich nur durch leere Zeilen getrennte Absätze innerhalb eines Kapitels, was das Lesen zwischendurch erschwert.

So auch zwischendurch der Schreibstil. Ziemlich abgehackt. Oft ohne Verb. Nicht so meins. Gewöhnungsbedürftig. Aber zum Glück nicht durchgehend so.

Fazit: Eine ansprechende und hoffnungsvolle Geschichte mit einigen stilistischen Schwächen.

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