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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.04.2026

Toxisch lässt grüßen

Ultramarin
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Die Geschichte gibt mir massive Saltburn-Vibes: Lou als Sozialprojekt der Geschwister Raf und Sophie, der sich auf eine toxische Beziehung mit Raf einlässt, geprägt von dem starken Machtgefälle zwischen ...

Die Geschichte gibt mir massive Saltburn-Vibes: Lou als Sozialprojekt der Geschwister Raf und Sophie, der sich auf eine toxische Beziehung mit Raf einlässt, geprägt von dem starken Machtgefälle zwischen den beiden und einfach nicht loskommt, obwohl es ihn zunehmend ins Verderben stürzt. Ich wollte das Buch mehrmals gegen die Wand werfen, so sehr hat es mich aufgeregt, wie Lou mich sich umspringen lässt und trotzdem jedes Mal wieder ergeben angelaufen kommt, sobald Raf pfeift. So vieles an der Story war dermaßen toxisch, das kann ich gar nicht in Worte fassen.

Ich fand den Schreibstil anfangs ein bisschen gewöhnungsbedürftig, fast schon abgehackt und durch die nicht gekennzeichnete wörtliche Rede auch nicht ganz so angenehm zu lesen. Aber man kommt da dann doch recht schnell rein und dann passt auch zur Stimmung. Die knappen Sätzen, die teilweise derben Beschreibungen, das dezidierte Auseinandernehmen von Lous Innenleben- das alles trägt zur Atmosphäre bei.

Die Geschichte ist der Inbegriff eines trägen Sommer und des Müßiggangs, aber schon Anfang an ist die Stimmung angespannt, unterschwellig brodelnd durch all das Ungesagte, die stille Hoffnung Lous und Raf völliger Ich-Zentrierung. Ich fand Raf irgendwie unheimlich und konnte null nachvollziehen, was Lou an ihm findet. Auch in den Rückblenden vom ersten Aufeinandertreffen bis zu Gegenwart erfährt der Leser die kleinen, leisen Demütigungen, die Raf Lou beifügt, das absolut schäbige Verhalten ihm gegenüber.

Der Beginn des Buches deutet ja bereits an, dass vermutlich irgendwas aus dem rüder läuft, mit dem Ende hätte ich trotzdem niemals gerechnet, das fand ich absolut grandios. Ich fands unerwartet gut.

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Guter zweiter Band und schöner Abschluss

Palace of Ink & Illusions, Band 2: Die Nacht des Verrats (Knisternde Romantasy von SPIEGEL-Bestsellerautorin Sabine Schoder)
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Ich fand Band 1 dieser Dilogie mit der Geschichte rund um die Musen und den Schreibwettbewerb richtig stark und hab mich so auf die Fortsetzung dieses mitreißenden Wettbewerbs gefreut. Für mich konnte ...

Ich fand Band 1 dieser Dilogie mit der Geschichte rund um die Musen und den Schreibwettbewerb richtig stark und hab mich so auf die Fortsetzung dieses mitreißenden Wettbewerbs gefreut. Für mich konnte Band 2 da aber nicht mehr so richtig anknüpfen. Es war kein schlechter zweiter Band, aber irgendwie hat mir viel von den intriganten Ränkespielen gefehlt, die Band 1 für mich so packend gemacht haben. Der Fokus dieser Fortsetzung liegt gefühlt einfach auf einem anderen Teil der Erzählung. Ich habe das Buch trotzdem gerne gelesen und auch gemocht, ich habs nur einfach nicht geliebt und gefühlt wie Band 1.

Einerseits wird die Geschichte vor allem in der ersten Hälfte teilweise aus dem bewährten Rahmen rausgeholt, was ich ehrlich gesagt ein bisschen schade fand und andererseits kamen mir die verbleibenden Prüfungen im Vergleich zum ersten Band nicht mehr ganz so spektakulär vor. Dieser band fühlt sich wie eine dauerhafte Manipulation von Livs Gefühlen für Flame an und fokussiert sich stark auf das angeteaserte „Verrats-Element“ aus Band 1. Die Liebesgeschichte selbst steht hier gefühlt stärker im Fokus, wobei mir die Chemie zwischen den Protas stellenweise eher wie Hormonstau vorkam. Das war mir dann teilweise einfach too much.

Und gleichzeitig ist dieses zweite Buch tragischer, die Grundstimmung düsterer und irgendwie hoffnungslos und bedrückend im Vergleich zu Band. Ich hab vor allem zu Anfang des Buches einfach null mitviben können und war vor allem auch den Musen und dem grandiosen plan, der aber null durchblitzt, so ein bisschen angenervt. Und wenn ich angenervt sage, meine ich vor allem im Vergleich zum ersten Band, wo ich die Figuren interessant, unterhaltsam und komplex angelegt fand. Hier hatte ich das Gefühl, es verschmilzt so ein bisschen zu Einheitsbrei.

In der zweiten Hälfte des Buch fand ich den Plot dann wieder deutlich stärker und interessanter und da blitzte dann auch endlich so langsam durch, wo die Reise und Auflösung des Rätsels um den Wettbewerb hingehen soll. Bin ehrlich, der Weg war steinig, aber gegen Ende nehmen Tempo und Spannung wieder so richtig Fahrt auf und ich hab auch wieder mitgefiebert. Zudem gab es ein paar wirklich anrührende Momente. Ich fands gut, dass das Außenseiterteam um Liv bis zum Schluss geschlossen zueinander stand. Und auch sonst stehen zwischenmenschliche Beziehungen, Vertrauen und Loyalität, Freundschaft und Liebe, aber auch Verrat im Fokus dieses zweiten Buches.

Die Auflösung war ok, ich fand schon ein bisschen sehr dramatisch, das ist halt nicht unbedingt mein Fall. Band 1 war für mich der eindeutig stärkere, aber Band 2 bringt die Geschichte zu einem versöhnlichen Ende, mit dem ich leben kann.

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Schön zum Schmökern aber kein Buch, was ich am Stück lese

Wer hat unsere Lok geklaut?
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Ich finde die Idee hinter diesem Buch richtig cool, vor allem da es sich um ein tatsächliches Unternehmen und reale Ereignisse und Erlebnisse handelt- auch wenn sie sich manchmal fast ein bisschen hanebüchen ...

Ich finde die Idee hinter diesem Buch richtig cool, vor allem da es sich um ein tatsächliches Unternehmen und reale Ereignisse und Erlebnisse handelt- auch wenn sie sich manchmal fast ein bisschen hanebüchen lesen. Aber genau daran liegen auch der Charme und Witz der anekdotenhaften Erzählungen.

Ich fand den Einstieg ins Buch nicht unbedingt einfach, musste mich an die sprunghafte Erzählstruktur, die Einschübe und generell den Ton des Buches erstmal gewöhnen. Ich glaube ich habe noch nie eine derartige Mischung aus Reiseberichten, Firmengeschichte und Biografie gelesen. Hat aber was.

Für mich ist das ein Buch, in dem man gut auch nur mal einzelne Abschnitte lesen kann. Die Kapitel stehen relativ frei und unabhängig voneinander. Für mich ist das auch der Grund, warum ich meist nur 1-2 Kapitel gelesen und dann eine Pause gemacht habe. Sonst hätte ich die ganzen Eindrücke auch gar nicht verarbeiten können.

Das Buch lässt die Reisen sehr witzig, teilweise regelrecht verwegen erscheinen und es macht Lust sich selbst in den Zug zu setzen.

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Magisch und betörend

A Curse of Shadows and Ice
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Die Geschichte erinnert an eine Mischung aus „Die Schöne und das Biest“ und einer Adaption von Hades und Persephonie. Das raue, unwirtliche Setting fand ich sehr gelungen an und es steht in einen schönen ...

Die Geschichte erinnert an eine Mischung aus „Die Schöne und das Biest“ und einer Adaption von Hades und Persephonie. Das raue, unwirtliche Setting fand ich sehr gelungen an und es steht in einen schönen Kontrast zu der sich sanft entwickelnden Beziehung von Felix und Arabella.

Ich mochte das Magiekonzept richtig gern, da gab es einiges zu entdecken und auch den Fluch selbst fand ich sehr spannend angelegt. Generell gefallen mir die Fantasykomponenten der Geschichte richtig gut. Es gibt auch ziemlich viel Spice, den ich jetzt nicht unbedingt gebraucht hätte. Gleichzeitig wird dadurch das Band zwichen Arabella und Felix geformt und gefestigt.

Ich fands so cool, als Arabella ihren Main Character Moment hat und ihr eigenes Schicksal schreibt. Da war sie wahrlich eine Königin. Generell mochte ich ihre Entwicklung, das Überwinden von Vorurteilen und das Erkunden ihrer Macht stark geplottet.

Felix und sein Soft Spot für Arabella bleiben trotzdem mein Highlight an dieser Geschichte, die mir unterm Strich echt gut gefallen hat.

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Wow, stark geplottet

Up in Smoke - Was tust du, wenn die Wahrheit nicht zählt?
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Ich war mir erst nicht ganz sicher, ob mir dieses Buch gefallen würde. Ich mochte zwar die Themen rund um Rassismus, Polizeigewalt und Blacklivesmatter-Demonstrationen, fand aber den Einstieg rund um die ...

Ich war mir erst nicht ganz sicher, ob mir dieses Buch gefallen würde. Ich mochte zwar die Themen rund um Rassismus, Polizeigewalt und Blacklivesmatter-Demonstrationen, fand aber den Einstieg rund um die Plünderung ein bisschen klischeehaft.

Als aber dann Mo und Cooper zu ermitteln beginnen und immer tiefer in das Rabitt-Home um den Tod der verdeckten Ermittlerin eintauchen, da fand ich die Handlung dann doch spannend und total catchy. Neben dem Fall selbst ha mich vor allem Coopers innerer Zwist rund um seine moralische Integrität total abgeholt. Die Angst vor Verurteilung und Strafe, das Zweifeln an seinen Freunden und der Drang, vor dem Mädchen das er mag, gut dazustehen waren sehr nachvollziehbar angelegt.

Die Rolle der Polizei ist in diesem Jugendroman mal wieder belanglos bis enttäuschend. Klar wird das hier auch als stilistisches Mittel genutzt- die Abwesenheit springt einen geradezu an, schließlich haben sie ja einen potentiellen Täter bereits in Gewahrsam. Aber irgendwie hätte ich mir gerade vor diesem Kontext eine Bezugsperson aus den Reihen der Polizei gewünscht.

Es ist ein Roman, der ein wichtiges gesellschaftliches Thema aufgreift und in einen leicht verdaulichen Kontext packt. Hat mir gut gefallen

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