Profilbild von Kyra112

Kyra112

Lesejury Star
offline

Kyra112 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Kyra112 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.03.2022

Erfolg bedeutet Neid

Dallmayr. Der Traum vom schönen Leben
0

München 1897 - Die Familie Randlkofer führt erfolgreich das bekannte Münchner Delikatessengeschäft Dallmayr. Die Familie Randlkofer besteht aus dem schwerkranken Vater Anton, der Mutter Therese, dem ältesten ...

München 1897 - Die Familie Randlkofer führt erfolgreich das bekannte Münchner Delikatessengeschäft Dallmayr. Die Familie Randlkofer besteht aus dem schwerkranken Vater Anton, der Mutter Therese, dem ältesten Sohn Hermann, der Tochter Elsa und dem jüngsten Sohn Paul.
Nach einem Schicksalsschlag obliegt die Geschäftsführung Therese. Während das für die Kunden des Dallmayr normal ist, gibt es doch einen Neider. Antons Bruder Max möchte sich im Erfolg seines Bruders sonnen und legt Therese nicht nur einen Stein in den Weg. Doch es erweist sich, wie so oft im Leben, Freunde sind der rettende Anker und mit Familienzusammenhalt sind viele Hindernisse überwindbar.

Dallmayr - Der Traum vom schönen Leben ist ein lebendig geschriebenes Buch, welches die Schwierigkeiten der damaligen Zeit gekonnt beschreibt. Die Schwierigkeiten, dass auch Frauen einen Platz in der Gesellschaft möchten, der sie nicht in den häuslichen Bereich verbannt, sondern ihnen eine Aufgabe abseits der Familie im beruflichen Leben zugesteht.
Diesen Zwiespalt beschreibt Lisa Graf in ihrem Buch wunderbar und spiegelt den Weg mutiger und zielstrebiger Frauen der damaligen Zeit wider. Dies findet sich sowohl bei den verheirateten, als auch ledigen und verwitweten Darstellerinnen dieses Buchs wieder.
Ebenso gelingt es ihr den Zusammenhalt innerhalb der Belegschaft des Dallmayrs zu beschreiben. Ich finde, es gelingt ihr wunderbar die wichtigen Werte erfolgreicher Führung aufzuzeigen, Kommunikation, Transparenz, Respekt, Verständnis und Miteinander. Diese Werte sind meines Erachtens bis heute wichtig!!
Besonders gut dargestellt, finde ich die Protagonisten Therese. Sie wirkt zu Beginn des Buches unnahbar, aber mit der Zeit zeigt sich auch ihre weiche Seite. Lisa Graf gelingt es wunderbar eine Frau darzustellen, die als Respektsperson - als Vorbild - dient.

Da ich einige Jahre in München studiert habe, kenne ich die Umgebung des Dallmayrs gut, genauso den einen oder anderen beschriebenen Schauplatz und hatte somit die ganze Zeit die Bilder zur Lisa Grafs Ortsbeschreibungen vor Augen. Das gefiel mir sehr gut.

Dieses Buch ist für mich eine klare Empfehlung für alle die, die historische Romane, aber auch Romane über mutige Frauen sowie über berühmte deutsche Institutionen lieben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.05.2026

Nachhaltiger Umgang

Wo das Feuerkraut blüht (Die Norrland-Saga, Bd. 2)
0

Einige Jahre sind vergangen und Siv und John haben eine Familie gegründet, im Mittelpunkt ihr Sohn Nils, dessen leiblicher Vater Nila ist. Letzterer schwebt nach wie vor durch Sivs Gedanken und auch wenn ...

Einige Jahre sind vergangen und Siv und John haben eine Familie gegründet, im Mittelpunkt ihr Sohn Nils, dessen leiblicher Vater Nila ist. Letzterer schwebt nach wie vor durch Sivs Gedanken und auch wenn Siv John nicht die Wahrheit gesagt hat, ahnt er doch, dass Nils nicht sein Sohn ist.
Eva und ihr Sohn sind nach wie vor bestrebt ihr eigenes Waldgrundstück zu retten, doch jeder auf seine Weise und dabei kollidieren ihrer beider Ansichten nicht gerade wenig. Eva ist trotz allem weiter auf den Spuren ihrer Großmutter Siv.

„Wo das Feuerkraut blüht“ von Ulrika Lagerlöf ist Band 2 der „Norrland-Saga“.
Band 1, „Wo die Moltebeeren leuchten“ hat mir super gut gefallen. Es war ein leichter Roman und einer, der bei mir beim Lesen auf eine besondere Art für Entspannung gesorgt hat. Bei diesem Band ging es mir aber komplett anders. Er war so trüb und berückend. Ich musste mich regelrecht durch das Buch durchquälen.
Das Buch spielt in zwei Zeitebenen, 1950 und 2022. Die Zeitebene 1950 ist die Erzählebene von Siv und die 2022 die von Eva. Das Buch ist in vier Teile unterteilt.
Siv trägt ihr Schicksal mit sich rum, ohne jemanden an sich ranzulassen und wirkt völlig verwirrt, als ihr Nila wieder begegnet und sie mit ihrer Vergangenheit konfrontiert wird. Das fand ich wirklich schade, da es gar nicht zu der Siv passte, die ich im ersten Band kennengelernt habe.
Eva wiederum wirkte deutlich verletzlicher als im ersten Band. Sie hat sich zu einer Kämpferin entwickelt, die nach wie vor auf den Spuren ihrer Großmutter und damit auf der Suche nach ihrer eigenen Geschichte ist.
Aufgrund der Schwere, die zwischen den Zeilen liegt, haben es mir die langen Kapitel nicht leichter gemacht, beim Lesen voranzukommen. Spannung war auch nicht wirklich vorhanden, vielmehr wirkte es auf mich, als würde die Frustration bei Siv, Nils, John, Nila, Eva und Vilgot immer größer werden.

Mein Fazit: Ich hatte mich riesig auf die Fortsetzung des ersten Teils gefreut und musste zugeben, dass ich eher enttäuscht wurde, da die Leichtigkeit des ersten Bandes verloren gegangen ist. Es handelt sich jedoch um eine Familiengeschichte, die ungeschönt und realistisch wiedergegeben wird und als Nebenbotschaft den nachhaltigen Umgang mit der Umwelt vermittelt.
Ich vergebe daher 3,5 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.05.2026

Empty Nest und Freundschaft

Zeit der Freundinnen
0

Julia ist Goldschmiedin und wohnt mit Mann und ihrem Sohn aus erster Ehe im Münchner Stadtteil Haidhausen. Ihr Sohn ist gerade dabei den Schulabschluss zu machen und das familiäre Nest zu verlassen. Gleichzeitig ...

Julia ist Goldschmiedin und wohnt mit Mann und ihrem Sohn aus erster Ehe im Münchner Stadtteil Haidhausen. Ihr Sohn ist gerade dabei den Schulabschluss zu machen und das familiäre Nest zu verlassen. Gleichzeitig zieht Julias frühere Studienfreundin wieder zurück nach München. Sie lassen ihre Freundschaft langsam wieder aufleben, doch irgendwas schwebt dennoch über den Freundinnen.

„Zeit der Freundinnen - Wundertütentage“ von Tanja Huthmacher ist der erste Band der „Zeit der Freundinnen“-Reihe.
Es handelt sich hier um einen Gegenwartsroman, der geprägt ist von den drei Freundinnen Julia, Sophie und Helen. Julia ist in diesem Band der Hauptcharakter.
Alle drei Freundinnen haben ein Kind bzw. Helen Zwillinge. Die vier Kinder verlassen gerade ihre Elternhäuser, um eine Lehre durchzuführen, zu studieren oder die Welt zu entdecken. Diese Tatsache ist der Angelpunkt der Geschichte. Ich fand diese Thematik am Anfang gut, da ich denke, dass viele Frauen mit diesem Schritt ihrer Kinder in die Selbstständigkeit haben - das Empty Nest Problem. Leider kaut die Autorin auf diesem Thema so doll herum, dass es für mich auf Dauer zu viel des Guten war.
Die Freundschaft zwischen Julia und Sophie ist ausgelassen und ehrlich und die Tatsache, dass sie auch Schwägerinnen sind, macht diese Freundschaft umso tiefer. Als aber Helen dazustößt, wurde es für mich schwierig. Die Freundschaft zwischen Helen und Sophie wächst schnell, während Julia als drittes Rad am Wagen fungiert. Zwischen Helen und Julia empfand ich auch die ganze Zeit eine Distanz, sodass ich bis zuletzt nicht mit Helen warm wurde.
Überhaupt muss ich sagen, dass ich am Anfang gut in das Buch reinkam, aber je weiter die Geschichte voranging, desto weniger konnte mich die Autorin mitnehmen. Die Geschichte plätschert vor sich hin. Immer, wenn ich dachte, jetzt kommt das Highlight, wurde es wieder weich gespült und noch weicher.
Auch habe ich den Fakt der tiefen Freundschaft vermisst. Oberflächlichkeit war hier an der Tagesordnung.
Hinzukommt, dass Julia im Laufe der Geschichte beginnt, ihren Vater zu suchen. Hier werden immer mal Details eingestreut, dann verliert es sich wieder, dann wirkt es, als ob es erwähnt werden muss, damit es in der Geschichte verbleibt, aber so richtig Tiefe kommt auch in diesen Zweig der Geschichte nicht rein.

Fazit: Ein netter Versuch, über Freundschaft und familiäres Loslassen zu berichten, aber leider fehlt Tiefe, Spannung und ein gewisser Funken Ehrlichkeit. 
Daher gebe ich dem Buch 3,5 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Thema
  • Cover
Veröffentlicht am 02.05.2026

Betty und die Spontanität

Croissants im kleinen Café in Cornwall
0

Nachdem Betty keine Wohnmöglichkeit mehr hat, zieht sie kurzerhand in das Feriencottage ihrer Schwester und ihres Schwagers. Was ihr Schwager ihrer Schwester aber nicht erzählt hat, Miles, ein Freund des ...

Nachdem Betty keine Wohnmöglichkeit mehr hat, zieht sie kurzerhand in das Feriencottage ihrer Schwester und ihres Schwagers. Was ihr Schwager ihrer Schwester aber nicht erzählt hat, Miles, ein Freund des Paares wohnt ebenfalls im Cottage. Nur Betty kann Miles nicht ausstehen, nachdem er sie auf der Hochzeit ihrer Schwester brüskiert hat.
Dennoch machen die beiden einen gemeinsamen Ausflug ins Backgewerbe.

„Croissants im kleinen Cafe in Cornwall“ ist ein Roman der Autorin Jane Linfoot, deren Geschichten durchaus mit denen von Jenny Colgan mithalten können.
Wie fand ich diesen Roman? Diese Frage ist schwierig zu beantworten.
Vielleicht beginne ich mit dem Rahmen: Die Autorin entführt die Leser zurück ins fiktive St. Aidan in Cornwall. Stammleser werden hier die ein oder andere bekannte Figur, wie z.B. die Meerjungfrauen wiederfinden (Plum, Clemmie etc.). Sowas trifft voll meinen Geschmack, weil ich in eine bekannte Atmosphäre zurückgeführt werden und mich dadurch „heimisch“ fühle.
Die weibliche Protagonistin Betty würde ich als verrückte Nudel bezeichnen. Sie ist zurückhaltend, freundlich und lieb und was ihren Kleidungsstil angeht, ein bisschen verrückt und durchgedreht. Sie hat allgemein Angst vor Verantwortung und geht aus gutem Grund Beziehungen zu Männern aus dem Weg. Was sie sehr sympathisch macht, ist ihr süßes Pony Pumpkin, mit dem sie regelmäßig am Stand unterwegs ist.
Miles ist ebenso ein sehr zurückgezogener Charakter. Er ist erfolgreicher Geschäftsmann, der jedoch mehr aus dem Homeoffice führt und sich neuerdings als Bäcker betätigt, was ihm Pluspunkte bei Pumpkin einbringt, der ihm dennoch mit einer gewissen Skepsis begegnet.
Dieses Duo aus Miles und Betty hat mich allerdings nicht richtig erreichen können. Miles hat m.E. Betty einerseits nie richtig ernst genommen, aber auf der anderen Seite war er auch zu väterlich zu ihr. Irgendwie hat mir hier das richtige Verhältnis gefehlt.
Bettys Art Miles zu begegnen, war mitunter aber auch sehr anstrengend. Leider kann ich nicht so wirklich sagen, was ich daran so anstrengend fand. Irgendwie harmonieren die beiden für mich nicht miteinander.

Alles in allem dennoch ein schöner Roman für zwischendurch, der bei mir aber nicht hängen bleiben wird, weil die Figuren meiner Meinung nach nicht wirklich zueinander gepasst haben. Hier fehlte für mich ein bisschen Romantik. 
Ich gebe dem Roman 3,5 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.04.2026

Ein Sommer in St. Ives

Summer Tides
0

Scarlett ist auf der Suche nach ihrem „eigenen“ Leben und versucht sich als Kioskbesitzerin in Cornwall. Als das gründlich schief geht, versucht sie es auf andere Art und Weise. Dabei hilft ihr der eingeschworene ...

Scarlett ist auf der Suche nach ihrem „eigenen“ Leben und versucht sich als Kioskbesitzerin in Cornwall. Als das gründlich schief geht, versucht sie es auf andere Art und Weise. Dabei hilft ihr der eingeschworene Kreis in St. Ives, aber vor allem Rettungsschwimmer Jonah, der ihr noch aus Kindheitstagen bekannt ist.

„Summer Tides“ ist ein Sommerroman von Sarah Fulmar und der Auftakt der „Seasons by the Sea - Die St. Ives-Reihe“.

Die Optik des Buches ist sehr auffällig und sowohl außen als auch im Inneren toll gestaltet.

Schon der Einstieg in das Buch erschien mir etwas suspekt und naiv. Von nun an hatte es Scarlett schwer, mich von sich zu überzeugen. Wichtig ist hierbei, sich auf sie einzulassen und ihre Geschichte abzuwarten. Auch wenn ich das getan habe und ich sie besser verstehen konnte, muss ich zugeben, dass mich die Geschichte nicht ganz überzeugt hat.
Während Scarlett sehr naiv rüberkommt und sich unberechtigt klein machen lässt, trägt auch Jonah sein Päckchen mit sich herum. Hier konnte ich auch nicht nachvollziehen, warum genau er sich seine Geschichte so zu Herzen genommen hat und warum so viele Jahre innerhalb der Familie nicht miteinander darüber gesprochen wurde.

Was mir sehr gut gefallen hat, ist der Zusammenhalt zwischen den eingeschworenen Menschen in St. Ives. Hier herrscht eine Vertrautheit und Unkompliziertheit, die auch auf Menschen übertragen wird, die nicht von dort stammen. Gleiches gilt für die Herzlichkeit von Jonahs Familie.

Das Ende der Geschichte hat mir wiederum sehr gut gefallen und wirkte sehr versöhnlich. Hier hätte ich gern erfahren, wie es so weitergeht, aber vielleicht erfährt man das in den nachfolgenden Bänden noch.

Mein Fazit: Ein Sommerroman, dem man eine Chance geben muss. Wer jedoch nicht zum pragmatischen und zur Abgeklärtheit neigt, sondern gerne verträumt oder romantisch geprägt ist, der ist hier absolut richtig. 
Meinerseits gibt es 3,5 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere