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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.06.2026

Drachen als Fluch statt fliegende Wegbegleiter

Dragon Cursed – Zeig keine Gnade
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Die 18-jährige Isola steht kurz vor dem Tribunal, einer tödlichen Prüfung, die alle Träger des gefürchteten Drachenfluchs entlarven soll. In Vingard werden Menschen mit diesem Fluch gnadenlos hingerichtet, ...

Die 18-jährige Isola steht kurz vor dem Tribunal, einer tödlichen Prüfung, die alle Träger des gefürchteten Drachenfluchs entlarven soll. In Vingard werden Menschen mit diesem Fluch gnadenlos hingerichtet, da sie sich in willenlose Drachen verwandeln können. Während Isola versucht, die gefährlichen Prüfungen zu überstehen, wird sie von dem geheimnisvollen Lucan begleitet, dessen Absichten sie nicht einschätzen kann. Doch um zu überleben, müssen die beiden zusammenarbeiten.


"Dragon Cursed – Zeig keine Gnade" hat mich von der ersten Seite an gefesselt.

Besonders überrascht hat mich das Worldbuilding. Drachen werden hier nicht als mächtige oder bewundernswerte Wesen dargestellt, sondern als willenlose Bestien, die aus verfluchten Menschen entstehen. Diese Idee verleiht der Geschichte einen frischen Ansatz und hebt sie von vielen anderen Drachenfantasys ab.

Obwohl der Großteil der Handlung im Kloster beziehungsweise während des Tribunals spielt, wird die Geschichte nie eintönig. Die verschiedenen Prüfungen sorgen für Abwechslung. Das Konzept tödlicher Prüfungen ist zwar nicht neu, wird hier aber äußerst brutal und konsequent umgesetzt. Dadurch hatte ich ständig das Gefühl, dass wirklich niemand sicher ist.

Isola hat mir als Protagonistin sehr gut gefallen. Ihre Entwicklung von einem Mädchen, das Angst vor Drachen hat und davor selbst verflucht zu sein, hin zu jemandem, der für sich selbst und seine Freunde kämpft, wirkt glaubwürdig und nachvollziehbar. Auch Lucan fand ich als Charakter spannend, da hinter ihm deutlich mehr steckt, als zunächst sichtbar wird.

Das Ende ist gut gelungen, ein Teil der Geschehnisse war zwar voraussehbar aber es gab auch einige Überraschungen, die definitiv Lust auf den nächsten Band machen.


Fazit:

"Dragon Cursed – Zeig keine Gnade" ist für mich ein echtes Jahreshighlight. Spannende Prüfungen, ein interessantes Drachenkonzept, starke Figuren und eine fesselnde Handlung sorgen dafür, dass ich unbedingt wissen möchte, wie die Geschichte weitergeht.

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Veröffentlicht am 17.05.2026

Dämonen in Edinburgh

Lucifer Ascending – One Sinful Secret
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Mit Lucifer Ascending – One Sinful Secret entführt Marie Niehoff in ein düsteres, geheimnisvolles Edinburgh voller Dämonen, Intrigen und moralisch grauer Figuren. Im Mittelpunkt steht Lilian, die wegen ...

Mit Lucifer Ascending – One Sinful Secret entführt Marie Niehoff in ein düsteres, geheimnisvolles Edinburgh voller Dämonen, Intrigen und moralisch grauer Figuren. Im Mittelpunkt steht Lilian, die wegen ihrer dämonischen Seite schon als Kind verurteilt wird und erst mit 25 erfähr, ob sie weiter leben darf. Zwischen Hass, Verlust, Machtspielen und gefährlichen Geheimnissen entspinnt sich eine Geschichte, die vor allem von ihren Charakteren lebt.

Die Figuren sind hier ganz klar das Highlight. Lilian ist eine großartige Protagonistin: nicht perfekt, mit vielen Ecken und Kanten und einer Wut, die absolut nachvollziehbar ist, wenn man bedenkt, was sie durch den Orden erleben musste. Gerade ihr Hass auf die Ordensmitglieder wirkt nie übertrieben oder künstlich dramatisch, sondern ehrlich und glaubwürdig. Gleichzeitig mochte ich auch die Beziehung zwischen ihr und Jupiter sehr gerne. Die Verbindung zwischen den beiden war für mich jederzeit spürbar.

Auch Jupiters Entwicklung fand ich stark geschrieben. Manche seiner Entscheidungen sind zwar echt heftig, aber emotional absolut nachvollziehbar – besonders wenn man bedenkt, dass er jahrelang auf Lilian gewartet hat, nur um sie dann wieder zu verlieren.

Mein persönliches Highlight war allerdings Lucifer. Ab dem Moment, in dem er auftaucht, bekommt die Geschichte eine komplett neue Dynamik. Generell wirft sein Verhalten immer wieder die Frage auf, ob er wirklich so grausam ist, wie der Orden seinen Mitgliedern einredet. Oder ob es da nicht noch viel schlimmere im Hintergrund gibt.

Und seine Kommentare in Lilians Büchern? Absolut genial.

Das Worldbuilding steht eher im Hintergrund. Über die Magie und die Dämonen erfährt man meist nur das Nötigste, der Fokus liegt deutlich stärker auf Beziehungen, Geheimnissen und Intrigen. Mich hat das überhaupt nicht gestört, weil genau diese Charakterdynamiken die Geschichte tragen und spannend machen.

Als Schottland-Fan habe ich natürlich außerdem das Edinburgh-Setting geliebt. Die Atmosphäre passt perfekt zur Geschichte. Dazu kommen die drei unterschiedlichen Perspektiven und die gelungenen Dialoge zwischen den Figuren, die das Lesen sehr lebendig machen.

Eine kleine Sache hat mich allerdings irritiert: Anfangs bekommt Jupiter scheinbar nicht mit, was passiert, wenn Lucifer die Kontrolle übernimmt – später scheint das plötzlich doch anders zu sein. Das wirkte etwas unstimmig.

Trotzdem bleibt für mich am Ende ein richtig starkes Buch mit fantastischen Charakteren, spannenden Beziehungen und jeder Menge Geheimnissen und Intrigen. Fantasy und Magie stehen eher im Hintergrund, aber genau das hat für mich hier perfekt funktioniert

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Herrliche Fortsetzung - Chaos vorprogrammiert

Heaven Official's Blessing
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Auch in diesem Band wird die Mission in der Geisterstadt weitergeführt. Dabei lernt Xie Lian nicht nur die „richtige Würfel-Haltung“, sondern trifft auch ein bekanntes Gesicht wieder und stolpert gemeinsam ...

Auch in diesem Band wird die Mission in der Geisterstadt weitergeführt. Dabei lernt Xie Lian nicht nur die „richtige Würfel-Haltung“, sondern trifft auch ein bekanntes Gesicht wieder und stolpert gemeinsam mit dem Windmeister von einer chaotischen Situation in die nächste.

Der siebte Band ist erneut eine wunderbare Fortsetzung mit atemberaubenden Illustrationen und viel Liebe zum Detail. Die Zeichnungen von STARember transportieren die Emotionen der Figuren hervorragend und lassen viele Szenen besonders lebendig wirken.

Obwohl die Handlung – anders als das Cover vielleicht vermuten lässt – größtenteils in der eher düsteren Geisterstadt spielt, gibt es viele humorvolle und chaotische Momente, die die Atmosphäre auflockern. Diese werden durch die zuckersüßen Illustrationen noch einmal besonders hervorgehoben.

Insgesamt wieder eine sehr gelungene Umsetzung der Romanvorlage.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

160 Seiten, die sich wie ein großer Roman anfühlen

The Empress of Salt and Fortune: (Die Chroniken von Chih)
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In The Empress of Salt and Fortune von Nghi Vo reist Chih, eine Person des Klerus, zu einem verlassenen Palast, um mehr über die verstorbene Kaiserin In-yo zu erfahren. Dort trifft dey auf Kaninchen, eine ...

In The Empress of Salt and Fortune von Nghi Vo reist Chih, eine Person des Klerus, zu einem verlassenen Palast, um mehr über die verstorbene Kaiserin In-yo zu erfahren. Dort trifft dey auf Kaninchen, eine ehemalige Dienerin der Kaiserin. Über mehrere Tage erzählt Kaninchen Stück für Stück die Geschichte ihrer Herrin.

Die Geschichte der Kaiserin wird nicht klassisch erzählt. Jedes Kapitel orientiert sich an Gegenständen, die Chih im Exilpalast findet. Diese bilden den Ausgangspunkt für Kaninchens Erzählungen. Anfangs fiel mir diese ungewöhnliche Erzählweise etwas schwer – doch schon nach wenigen Kapiteln war ich vollkommen gefesselt.

Mir ist besonders aufgefallen, wie wichtig Kaninchen als Erzählerin ist: Sie entscheidet, was und wie viel wir erfahren. Einiges wirkt dabei auf den ersten Blick banal und erst nach und nach merkt man, wie alles zusammenhängt.

Trotz der Kürze wachsen einem die Figuren schnell ans Herz, und man fiebert mit ihnen mit. Die Autorin schafft es, auf weniger als 160 Seiten eine Geschichte zu erzählen, die sich viel größer anfühlt.

Gerade deshalb ist das Buch allerdings nichts für „mal eben zwischendurch“. Vieles wird nicht ausführlich erklärt oder offen ausgesprochen. Stattdessen muss man aufmerksam lesen und zwischen den Zeilen verstehen, was wirklich passiert.

Fazit

Eine kurze, aber erstaunlich dichte Fantasy-Novelle, die sich langsam wie ein Puzzle zusammensetzt. Wer sich auf das subtile Storytelling einlässt und gerne zwischen den Zeilen liest, wird von Kaninchen und ihren Erinnerungen an die Kaiserin begeistert sein

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Veröffentlicht am 28.02.2026

Macht hat ihren Preis

The Poet Empress
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Wei wächst als einfache Reisbäuerin auf und scheint zunächst weit entfernt von Macht und Einfluss. Doch ihr Weg führt sie an den kaiserlichen Hof, wo Intrigen, politische Machtspiele und persönliche Abgründe ...

Wei wächst als einfache Reisbäuerin auf und scheint zunächst weit entfernt von Macht und Einfluss. Doch ihr Weg führt sie an den kaiserlichen Hof, wo Intrigen, politische Machtspiele und persönliche Abgründe über Aufstieg oder Fall entscheiden. Zwischen Loyalität, Ehrgeiz und moralischen Abgründen muss Wei ihren eigenen Platz finden.

Dieses Buch hat meine Erwartungen NULL erfüllt – und mich dabei komplett zerstört.

Ich hatte mit einer eher romantisch geprägten Geschichte gerechnet: eine junge Frau niedriger Herkunft, die das Herz des Prinzen gewinnt, gemeinsam mit ihm Intrigen übersteht und sich in einer feindlichen Umgebung behauptet.

Bekommen habe ich: Machtspiele. Intrigen. Brutalität. Grausamkeit. Moralische Abgründe. Eine Geschichte, die deutlich macht, dass Macht ein schleichendes Gift ist.

The Poet Empress klingt edel und romantisch – doch hier wird nichts beschönigt. Menschen tun einander Schreckliches an. Und nicht ihren Feinden sondern der eigenen Familie. Und oft nicht aus Bosheit – sondern aus Überzeugung. Oder Angst. Oder "Notwendigkeit". Meistens jedoch weil das Umfeld es erwartet.

Weis Entwicklung von der Reisbäuerin zu einer Frau, die nicht nur Kaiserin wird, sondern Kaiserin sein will, ist beeindruckend. Ihre innere Zerrissenheit ist greifbar.
Der Zwiespalt bezüglich Terren und dem „richtigen Weg“ ist absolut nachvollziehbar.

Und genau da liegt der Kern: kann erlebtes Leid eine Entschuldigung für Grausamkeit sein?

Und Terren... Er ist beim besten Willen kein Mann, den man heiraten möchte. Grausam und brutal. Ein Monster.
Und trotzdem – auf verstörende Weise – nachvollziehbar. Was ihm angetan wurde, hinterlässt tiefe Spuren.

Und dann steht da noch die Frage im Raum: Ist der vermeintlich „gute Prinz“ wirklich die bessere Wahl?

Fazit
Ein düsteres, beeindruckendes Meisterwerk.

Dieses Buch fragt nicht, ob du dich wohlfühlst. Es fragt:
Was ist gut?Was ist böse?
Heiligt der Zweck die Mittel?

Und es gibt keine einfachen Antworten und bleibt im Gedächtnis. Ich habe jede einzelne Seite geliebt.

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