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Veröffentlicht am 07.04.2026

guter Abschluss dieser Reihe

Der Dorfladen - Wie das Schicksal spielt
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„Der Dorfladen-Wie das Schicksal so spielt“ erschienen bei @penguinrandomhouse ,ist der der dritte Teil der Dorfladen Reihe, die in einem kleinen Dorf im Taunus spielt. Und der mich wieder gut unterhalten ...

„Der Dorfladen-Wie das Schicksal so spielt“ erschienen bei @penguinrandomhouse ,ist der der dritte Teil der Dorfladen Reihe, die in einem kleinen Dorf im Taunus spielt. Und der mich wieder gut unterhalten hat.

Wir treffen wieder auf altbekannte Personen und es hat mir sehr viel Spaß gemacht, ihren Leben weiter zu folgen und zu beobachten, wie sie sich weiter entwickeln.

Wir schreiben das Jahr 1927 und den drei Schwestern aus dem Dingelsbacher Laden stehen turbulente Zeiten bevor.
Der Dorfladen ist immer noch Dreh,- und Angelpunkt für Klatsch und Tratsch und Marthas Töchter stehen immer wieder mitten im Geschehen.Frieda, die Älteste will Schauspielerin werden und geht dafür nach Bochum. Ida absolviert als einzige aus der Familie das Gymnasium, gefährdet ihren Abschluss aber, weil sie sich in den falschen Mann verliebt, der sich bei der KPD politisch engagiert. Und gerade die bravsten und angepasstere von allen, Herta,sorgt für eine Überraschung, die das Geraune in der Dorfgemeinschaft lauter werden lässt.

Ich konnte beim Lesen gleich wieder eintauchen in die Dorfgemeinschaft im Taunus, hatte Spaß daran zu erleben, wie das Leben der drei Schwestern für Aufruhr sorgte und die Dorfgemeinschaft empören ließ. Ich habe so manches Mal geschmunzelt und bin gespannt, ob es noch weitere Bände dieser wirklich unterhaltsamen Reihe geben wird.

Ich empfehle diese Reihe Liebhabern leichter Unterhaltung, denn diese Reihe eignet sich fantastisch um abzuschalten und sich zu entspannen.

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Veröffentlicht am 02.04.2026

ein Buch das mich langsam begeistern konnte

Moosland
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„Moosland“ von Katrin Zipse, erschienen im @dumontbuchverlag , hat mich genauso langsambegeistern und verstehen lassen wie Die Protagonistin Elsa den Rhythmus des Zusammenlebens mit ihrer neuen Familie ...



„Moosland“ von Katrin Zipse, erschienen im @dumontbuchverlag , hat mich genauso langsambegeistern und verstehen lassen wie Die Protagonistin Elsa den Rhythmus des Zusammenlebens mit ihrer neuen Familie begreift und dann überzeugt ihre Entscheidung trifft.

Island war vor dem 2. Weltkrieg das ärmste westliche Land Europas. Erst mit der Stationierung der englischen und später der amerikanischen Soldaten kam etwas Wohlstand auf die Insel, an der aber meistens nur die Stadtbevölkerung partizipieren konnte. Die Bauern in den ländlichen Gegenden verloren Arbeitskräfte, weil viele Frauen mit den Soldaten die Insel und das damit verbundene ärmliche, karge und arbeitsreiche Leben verließen. Daraufhin rief die isländische. Bauernpartei auf, deutsche Frauen als Arbeitskräfte ins Land zu holen, die wohlmöglich bereit waren zu bleiben und isländische Bauern zu heiraten.Auch Elsa, die alles verloren hat, folgt diesem Aufruf und von ihrer Geschichte handelt dieses Buch.
Sie war eine der ca. 300 Esja Frauen , die 1949 von Hamburg aus mit dem Passagierdampfer „Esja“ Kurs auf Reykjavik nahmen.

Sie kommt in eine Familie, die weit weg wohnt von den bescheidenen Annehmlichkeiten des Stadtlebens. Ohne irgendwelche Sprachkenntnisse oder der Vorstellung davon, welche Art von Arbeit sie auf diesem Hof erwartet, oder welchen Widrigkeiten der Natur sie in diesem Teil Europas ausgesetzt ist,erreicht sie den Hof und verzweifelt zu Anfang an ihrer Entscheidung.
In einem ruhigen, manchmal malerischen Schreibstil beschreibt die Autorin Elsas Annäherung an diese Lebensweise und das für sie so fremde Land.

Ich habe beim Lesen oft an die vielen Menschen gedacht, die geflüchtet sind und auch hier auf eine Sprache treffen, die sie nicht verstehen und eine Kultur, die ihnen fremd ist.Wie einsam und unverstanden müssen sich viele fühlen, wie auch Elsa, denn auch auf Island waren die deutschen Frauen nicht überall willkommen.

Wie schon zu Anfang beschrieben,hat sich meine Begeisterung für das Buch erst langsam entwickelt. Die ruhige Einführung, die auch zum großen Teil durch die Sprachlosigkeit der Protagonistin gekennzeichnet war, brauchte etwas, um auf mich zu wirken.
Was mich sehr begeistern konnte, waren die Beschreibungen der Autorin zwischen der faszinierenden Schönheit der Natur und den Menschen herausfordernden Naturgewalten dieser Insel.

Abschließend kann ich sagen, dass mich das Buch durch seinen Inhalt und seine Schreibweise für sich einnehmen konnte und ich es Menschen empfehle, die Romane lieben, die sich Zeit geben bei der Beobachtung seiner Figuren und Handlungen und sich durch einen schönen Schreibstil auszeichnen.

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Veröffentlicht am 02.04.2026

eine ganz normale Familie?

Alle glücklich
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Mir hat das Buch „Alle glücklich „im Großen und Ganzen gut gefallen. Es gibt Einblick in eine Familie mit ihren ganz normalen Sorgen und Nöten und den Veränderungen innerhalb der Beziehungen, die die Zeit ...

Mir hat das Buch „Alle glücklich „im Großen und Ganzen gut gefallen. Es gibt Einblick in eine Familie mit ihren ganz normalen Sorgen und Nöten und den Veränderungen innerhalb der Beziehungen, die die Zeit mit sich bringen.

Nina und Alexander sind ein Paar das in die Jahre gekommen ist. Beide haben Medizin studiert, er arbeitet heute als Chefarzt mit den dementsprechenden Überstunden, Nina hat ihr Studium der Kinder wegen aufgegeben, ein Schicksal, das wohl nicht wenige Frauen teilen. Sie arbeitet heute deutlich unterqualifiziert in er Arztpraxis als Sprechstundenhilfe. Nebenher hat sie noch einen Job im Supermarkt, um sich ein wenig finanzielle Unabhängigkeit zu schaffen,nachdem ihr Mann ihr den zweiten Friseurbesuch innerhalb kurzer Zeit vorgeworfen hat. Alexander weiß nichts von dieser Stelle.Die beiden Kinder Emilia und Ben sind typische Teenager. Ben ,ein sensibler junger Mann, studiert und verbringt viel Zeit vor dem Computer, weil ihm soziale Kontakte aufgrund seiner Schüchternheit schwer fallen. Emilia macht ihre ersten sexuellen Erfahrungen, die nicht ganz unkompliziert sind.
Nina versucht den Spagat,das Familiengefüge aufrecht zu erhalten,mit gemeinsamen Abendessen den Kontakt zu den Kindern zu behalten, ihre immer mehr zur Routine verkommene Ehe nicht scheitern zu lassen und sich dabei selbst nicht zu verlieren. Das Ganze entgleitet ihr mehr und mehr und sie stellt sich und ihr Leben und ihre Rolle darin immer mehr infrage, nachdem sie sich mit ihrer Kollegin Ansstasia angefreundet hat.Die Kinder nabeln sich immer mehr ab, ihr Mann verbringt immer mehr Zeit auf der Arbeit,entpuppt sich mehr und mehr als Macho , der weder sie noch das was sie leistet anerkennt. Eigentlich das, was in vielen Familien sicher so oder ähnlich nicht selten vorkommt, doch hier endet das Ganze mit einem Knall. Es zeigt auf , wie fragil Beziehungen sein können , wie man sich auch in der Familie verlieren kann, wenn man verlernt miteinander zu reden und auf sich acht zu geben.

Das Buch ist in einem sehr ansprechenden Schreibstil geschrieben, ich konnte sofort eintauchen, konnte die hier geschilderte Familie gut verstehen und habe vollstes Verständnis für Nina gehabt.
Die Schilderungen der einzelnen Familienmitgliedern, die in den Kapiteln auch abwechselnd zu Wort kommen, haben mir als Leser die einzelnen Sichtweisen der Figuren nahe gebracht.Ich fand es auch sehr realistisch und wirklichkeitsgetreu geschildert,nur fand ich es zum Schluss etwas themenüberfrachtet. Da wäre vielleicht etwas weniger mehr gewesen 4.5 Sterne

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Veröffentlicht am 12.01.2026

schont den Leser nicht

Adama
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„Adama“ von Lavie Tidhar ist ein Buch das seine Leser nicht schont. Gewalt ist in diesem Buch oft vorhanden.
Erzählt wird eine Familiengeschichte von der Gründung des Staates Israel bis in das Jahr 2009.
Ruth, ...

„Adama“ von Lavie Tidhar ist ein Buch das seine Leser nicht schont. Gewalt ist in diesem Buch oft vorhanden.
Erzählt wird eine Familiengeschichte von der Gründung des Staates Israel bis in das Jahr 2009.
Ruth, eine junge Jüdin, kann vor dem Holocaust aus Budapest nach Palästina fliehen. Dort begründet sie einen Kibbuz mit.
Die Gründung Israels mit all seinen Gräueltaten wird genauso beschrieben,wie die politischen und gesellschaftlichen Spannungen, die die Staatsgründung und auch die weitere Zeit des Landes begleiten.
Ruth‘s Leben, das von Verlust, Hass und Überlebenskampf geprägt war und lässt die Figur sehr hart und unnahbar erscheinen, was mir eine Beziehung zu ihr schwer machte.
Der ganze Tenor des Buches ist kalt, brutal, manchmal über meine Schmerzgrenze hinaus.

Deklariert als Thriller, empfand ich dieses Buch eher als politischen Familienroman, der mich von den Geschichtlichen Aspekten her sehr gut gefallen hat, weil er auch eine gute Recherche zeigt.Die Brutalität war mir aber an manchen Stellen zu viel.

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Veröffentlicht am 12.11.2025

atmosphärischer Südstaatenroman

Unsere letzten wilden Tage
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„Unsere letzten wilden Tage „ist ein Südstaatenroman der anderen Art. Keine Südstaatenromantik wie in „Vom Winde verweht“ sondern eine realistische , nicht immer schöne Schilderung eines kleinen Ortes ...

„Unsere letzten wilden Tage „ist ein Südstaatenroman der anderen Art. Keine Südstaatenromantik wie in „Vom Winde verweht“ sondern eine realistische , nicht immer schöne Schilderung eines kleinen Ortes in Louisiana, namens Jacknife.

Loyal,von Beruf Journalistin, kehrt nach Jahren in ihren Heimatort zurück. Sie verließ mit 15, zusammen mit ihrem Vater den Ort, auch weil sie sich mit ihrer besten Freundin Cutter zerstritten hatte,nun hat sie die Hoffnung die Freundschaft wiederaufleben zu lassen. Als sie zurückkehrt zeigt nicht nur ihre Mutter Anzeichen einer Prädemenz, sondern auch der Ort hat sich verändert. Alkoholismus, Drogensucht und Rechtsradikalismus bestimmen den Alltag und Zeichen der Armut sind zu erkennen in dem Ort, in dem viele von der Alligatorenjagd leben, auch Cutters Familie, die nach dem frühen Tod der Eltern versucht durchzukommen. Cutters jüngster Bruder hat mit Drogen zu kämpfen, ihr ältester Bruder ist für seine Brutalität bekannt.
Eines Tages wird eine weibliche Leiche in den Sümpfen gefunden , die als Cutter identifiziert wird. Die Polizei hat schnell Gründe parat. Unfall oder Selbstmord, doch Loyal hat eine andere Vermutung. Sie versucht hat selbst herauszufinden, was mit ihrer Freundin passiert ist.

Die Stärke dieses Romans sind die atmosphärische Beschreibungen. Man spürt die flirrende feuchte Hitze in jeder Zeile und hat den heruntergekommen Ort vor Augen. Es ist eine bedrückende Stimmung , die die Szenerie bestimmt und auch die Geschichte ist tragisch und berührend.
Ich hatte das heutige ländliche Amerika vor Augen, das zur Wiederwahl seines Präsidenten geführt hat.
Es braucht allerdings etwas , um in die Geschichte zu kommen, doch der zweite Teil des Buches ist spannend und flüssig geschrieben.
Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen.

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