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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.04.2026

Wohlfühlbuch

Ein Zuhause im Frühling
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Bücher von Autorin Julie Caplin sind für mich vor allem eins: Orte zum Wohlfühlen und Entspannen. Und auch ihr nesutes Buch "Ein Zuhause im Frühling", übersetzt durch Christiane Steen hat genau diesen ...

Bücher von Autorin Julie Caplin sind für mich vor allem eins: Orte zum Wohlfühlen und Entspannen. Und auch ihr nesutes Buch "Ein Zuhause im Frühling", übersetzt durch Christiane Steen hat genau diesen Ton treffen können. Nicht umsonst wird das Buch als 'Auftakt einer romantischen Serie mit Happy-End-Garantie in der englischen Countryside' beworben. Die "Countr Escapes" Reihe wird in sich geschlossene Romane, die unabhängig voneinander lesbar sind enthalten.

Die Story in diesem Buch ist vorhersehbar, der Plot nicht neu erfunden und harsche Wendungen oder Überraschungen gibt es nicht. Und das ist vollkommen okay, denn hier geht es vielmehr um eine cozy Stimmung, gut gestaltete Charaktere und der Charme von Dörflichkeit. Dieses Buch war für mich wie ein kleiner Urlaub: Raus aus London ins ländliche Wilsgrave begleiten Lesende Protagonistin Ella bei Entschleunigung und Selbstfindung. Dabei stecken hinter dem eingängigen und seichten Schreibstil knallharte Themen, die sensibel aufgegriffen wurden. Auch die Charakterentwicklung von Protagonistin Ella fand ich nachvollziehbar und im Rahmen der Handlung realistisch. Auch die Beziehung zu Devon ist unaufgeregt, ehrlich und knisternd. Die Handlung wird überwiegend durch Ellas Perspektive geschildert, aber auch Devons Sicht wird von Zeit zu Zeit geschildert. Somit bekommen beide Charaktere mehr Tiefe.

Insgesamt war das Buch eines zum Wohlfühlen, das sich gut zwichendurch lesen lässt und nicht zu sehr nachhallt.

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Manospehere

Alpha-Boys
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Aurel Mertz kannte ich bisher vorrangig aus der Comedy Szene, umso interessanter fand ich zunächst die Thematik des Buches: Ein Blick in die Manosphere. Je mehr ich gelesen habe, desto klarer wird, dass ...

Aurel Mertz kannte ich bisher vorrangig aus der Comedy Szene, umso interessanter fand ich zunächst die Thematik des Buches: Ein Blick in die Manosphere. Je mehr ich gelesen habe, desto klarer wird, dass es durchaus möglich ist, einen humoristischen und ernsten Blick auf dieses Thema zu vereinen. Mertz berichtet durchaus lakonisch, dennoch geprägt von Witz und Charme von eigenen Erlebnissen auf einer Rundreise durch die Manosphere.
Die einzelnen Kapitel sind kurzweilig und lassen sich flüssig lesen. Ich habe einige Ausschnitte aus dem Hörbuch (gelesen vom Autor selbst) gehört und tatsächlich kann dies helfen den Humor besser zu verstehen/wahrzunehmen. Beim reinen Lesen könnten humoristische Bilder an einigen Stellen misinterpretiert werden. In diesem Buch geben sich Humor und bitterer Ernst mehrfach die Klinke in die Hand, so dass es Aurel Mertz gelingt trotz gesellschaftskritischen Perspektiven zu unterhalten. An einigen Stellen konnten aufgrund eigener Erfahrungen tatsächlich Vorurteile abgebaut, an anderen Fassaden entlarvt werden. Diese Mischung liest sich unterhaltsam und ist meiner Meinung nach ein gutes Buch, um un diese Thematik einzusteigen. Eine ausführliche theoretische Untermauerung findet sich in diesem Buch nicht, wenngleich einige Querverweise gegeben werden.
"Alpha-Boys" ist für mich eine gelungene Perspektive auf Männlichkeit. Die persönlichen Erzählungen wirken authentisch und nahbar, zeitgleich hilft die spitze Humoristik eine gewisse Distanz herzustellen.

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Ente

Keeping it casual
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"Keeping it casual" von Karina May wird als "ein feinfühlig-witziger Roman übers Daten, Selbstliebe und zweite Chancen" beworben und das ist auch alles stimmig. Dieses Buch ist sehr tief von Humor und ...

"Keeping it casual" von Karina May wird als "ein feinfühlig-witziger Roman übers Daten, Selbstliebe und zweite Chancen" beworben und das ist auch alles stimmig. Dieses Buch ist sehr tief von Humor und einer angenehmen Dynamik zwischen den Figuren geprägt. Allem voran Protagonistin Max ist mir beim Lesen ans Herz gewachsen. Sie dabei zu begleiten sich selbst zu finden und durch schwierige Zeiten zu navigieren, dabei stets den Humor zu behalten, war mir eine Freude. Die Hanldung selbst hat den Fokus auf die Beziehungen, die Max pflegt und/oder bricht. Der Mittelteil des Buches, der in Frankreich spielt, hat mir beinahe am Besten gefallen, vermutlich, weil Max hier am ehesten bemerkt, was und wer ihr gut tut und was und wer nicht. Grundsätzlich waren einige Dinge vorhersehbar und nah an gängigen Klischees und Tropes, ich habe das Buch dennoch gern gelesen. Zum Ende des Buches war die Handlung vergleichsweise dicht und beladen, einige Dinge gingen geradezu unter, aber auch das kann als Analaogie aufs Leben gesehen werden. Das Ende hat mich nicht sonderlich überrascht aber in einer guten Stimmung zurück gelassen.
Die Rezepte, an denen sich die initiale digitale Begegnung von Max und Johnny aufhängt, sind am Ende des Buches aufgelistet, so dass sie nachgekocht werden können. Das rundet das Buch auf angenehme Weise ab und bringt die Handlung somit etwas näher ins echte Leben.
Insgesamt hatte ich eine gute Zeit mit diesem Buch. Es ist "comfy" zu lesen, ist eingängig und nicht langweilig.

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Veröffentlicht am 24.03.2026

Salto

Salto
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"Salto" von Kurt Prödel ist in der Hörbuchfassung von Lukas von Horbatschewsky gesprochen. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, bei diesem Buch beinahe in doppelter Geschwindigkeit. ...

"Salto" von Kurt Prödel ist in der Hörbuchfassung von Lukas von Horbatschewsky gesprochen. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, bei diesem Buch beinahe in doppelter Geschwindigkeit. Mir sind Hörbücher meist zu langsam eingesprochen. Die Stimme des Sprechers kann ich daher nur bedingt einschätzen, aber auch bei höherer Geschwindigkeit war diese noch sehr angenehm zu hören, Betonungen kamen gut heraus und auch verschiedene Charaktere waren durch eine gute modulierte Stimmführung erkennbar.
Protagonist Marko ist ein sehr nahbarer Charakter, dessen Lebensrealität von Widrigkeiten geprägt ist. Als Leser:in begleitet man Marko durch den Abschluss der Abiturphase und den Beginn des Studiums. Aufgrund fehlender Zusagen in Ungarn - eine Hürde für eine Person, die mit Armut aufwächst. Dabei schafft es Prödel hervorragend die Schwierigkeiten des Identitätfindens und der Suche nach dem eigenen Platz im Leben im Rahmen der späten Adoleszenz zu beschreiben.
Sowohl bei Marko, als auch bei seiner (Ex-)Freundin Claire kommt es im Handlungsverlauf zu medizinischen Schicksalsschlägen, so dass auch auf dieser Ebene eine Auseinandersetzung stattfindet. Die Schwierigkeiten sich im eigenen eigenenständigen Leben zu navigieren, sich Sorgen um seine Liebsten zu machen und dabei selbst Einschränkungen zu erfahren sind in diesem Coming-of-Age-Roman gut dargestellt.
Die Stimmung des Buches ist meist düster ohne dabei zu deprimierend zu sein. Schwierigkeiten gehören zum Leben dazu und werden in diesem Buch ohne Stigma geschildert.
Insgesamt habe ich eine gute Zeit mit diesem Buch gehabt, zwischendurch gab es einige inhaltliche Längen, dennoch haben mir die Aufmachung und Thematik hervorragend gefallen.

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Veröffentlicht am 25.01.2026

Waldo

Half His Age
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Nachdem ich bereits viel Gutes über Jennette McCurdys erstes Buch gehört habe, war ich sehr auf ihr Romandebüt 'Half His Age' gespannt. Schon auf den ersten Blick wird durch die eindrückliche Covergestaltung ...

Nachdem ich bereits viel Gutes über Jennette McCurdys erstes Buch gehört habe, war ich sehr auf ihr Romandebüt 'Half His Age' gespannt. Schon auf den ersten Blick wird durch die eindrückliche Covergestaltung und einen relativ klaren Klappentext klar, dass in diesem Buch kein Blatt vor den Mund genommen wird. Und so war es auch.
McCurdy schreibt, in der deutschen Übersetzung durch Olivia Kuderewski, in einem schonungslosen, offenen und sehr direkten Stil. Die im Mittelpunkt stehende Beziehung zwischen Schülerin Waldo und ihrem Lehrer Mr. Korgy wird aus Waldos Perspektive geschildert, wodurch unweigerlich ein Bruch in der moralischen Einordnung entsteht. Denn dass diese Beziehung moralisch verwerflich ist, steht außer Frage. Sie wird auch nicht romantisiert, sondern scheint eine rohe, teils verzweifelte, teils anwiedernde Kraft zu haben. Diese Dissonanz finde ich gut herausgearbeitet, dennoch bleibt der Wunsch nach mehr Einordnung, der aber aus der gewählten Erzählperspektive nur schwer geliefert werden kann.
Dabei werden viele Themen offen und direkt thematisiert, neben der moralisch fragwürdigen Beziehung geht es u.a. um Klassenunterschiede, emotionale Vernachlässigung und Armut. McCurdy gelingt es diese Vielzahl an Themen miteinander zu verpflechten, ohne dass es zu viel, zu kitschig wird. Vielmehr wirkt Waldo authentisch und aus dem Leben gegriffen. Dieser Realismus hat mir gefallen und W. zu einer interessanten Protagonistin gemacht, mit der man, trotz all der Widrigkeiten kein Mitleid hat.

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