Wirr, verstörend und absurd - konnte mich leider gar nicht erreichen
Es war nicht anders möglichMartina ist Mitte dreißig, lebt in Berlin und ist arbeitslos. Sie lebt in den Tag hinein und verbringt viel Zeit in verschiedenen Kneipen, wo sie meist mehr Alkohol trinkt, als ihr gut tut. Als ihr Vater ...
Martina ist Mitte dreißig, lebt in Berlin und ist arbeitslos. Sie lebt in den Tag hinein und verbringt viel Zeit in verschiedenen Kneipen, wo sie meist mehr Alkohol trinkt, als ihr gut tut. Als ihr Vater stirbt, an den sie kaum Erinnerungen hat und der sich kaum gekümmert hat, als er sie und ihre Mutter verließ, stürzt Martina in ein Loch, das sie versucht, zu erklären. Wie konnte das alles so weit kommen, fragt sich Martina.
Das Cover hat mich erstmal neugierig gemacht und auch der Klappentext versprach eine tiefgründige Geschichte - ich konnte mir der Geschichte allerdings gar nichts anfangen.
Martina erzählt aus der Ich-Perspektive und man ist live "in" ihren Gedanken. Was spannend und aufschlussreich sein könnte, ist schon von Beginn an verwirrend und verstörend. Am Anfang wird noch Martinas Schmerz über den Verlust ihres Vaters deutlich und wie sie versucht, dies aufzuarbeiten. Auch die Kneipengespräche mit Bekannten und Fremden waren teilweise gut zu lesen, stellen sie die Belanglosigkeit und das Vorbeiziehen der Gedanken gut dar. Martina als Erzählerin ist vor allem anstrengend, sie beschreibt ihre wirren Gedanken, die keinem Muster folgen und sehr oft fehlte mir der rote Faden, alles wirkt zusammenhanglos. Sie versinkt zunehmend in Alkohol und Drogen, zwischendurch liest man Briefe an ihren toten Vater, am Ende landet sie in der Psychiatrie. Eine wirkliche Handlung gibt es nicht, irgendwann habe ich mich nur noch durch die Geschichte "gequält". Auch die Ausdrücke und Gedanken, die Martina mitteilt, sind teilweise mehr als eklig und verstörend.
Der Schreibstil ist meist experimentell und anders, inhaltlich konnte mich die Geschichte überhaupt nicht abholen. Der Klappentext ist für mich irreführend geschrieben, eine Suche und Auseinandersetzung mich sich selbst konnte ich nicht entdecken, der Wahrheit ist Martina auch nicht begegnet. Von mir gibt es leider keine Leseempfehlung.