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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.05.2026

atmosphärisch, spannend und emotional

When Shadows Darken the Sun
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"When Shadows Darken the Sun" von Nina Schilling erzählt die Geschichte zweier verfeindeter Höfe, die seit Generationen voneinander getrennt sind: der Tageshof, in dem ewiges Licht herrscht, und der Nachthof, ...

"When Shadows Darken the Sun" von Nina Schilling erzählt die Geschichte zweier verfeindeter Höfe, die seit Generationen voneinander getrennt sind: der Tageshof, in dem ewiges Licht herrscht, und der Nachthof, der von endloser Dunkelheit umgeben ist. Ursache dafür ist ein uralter Konflikt der Götter, dessen Folgen bis in die Gegenwart reichen. Um das Gleichgewicht zwischen beiden Seiten aufrechtzuerhalten, treten die Erben der Höfe in gefährlichen Spielen gegeneinander an. Nox, der Thronfolger des Nachthofes, wurde sein ganzes Leben darauf vorbereitet, den Tageshof zu besiegen. Doch als er Cass, einer Zofe der Lichtgeborenen, begegnet, gerät seine bisherige Sichtweise zunehmend ins Wanken. Während die Tag- und Nachtspiele näher rücken und das Schicksal der Höfe entschieden werden soll, müssen beide herausfinden, ob die Feindschaft wirklich unausweichlich ist oder ob es vielleicht einen anderen Weg gibt.

Ich habe dieses Buch wirklich geliebt. Es war eines dieser Bücher, bei denen ich schon nach wenigen Kapiteln gemerkt habe, wie viel Herzblut darin steckt.
Zwar habe ich am Anfang ein wenig gebraucht, um vollständig in die Geschichte hineinzufinden, aber das lag vor allem daran, dass die Welt sehr komplex ist und viele neue Begriffe, Strukturen und Hintergründe eingeführt werden. Sobald ich mich jedoch eingelesen hatte, war ich vollkommen gefesselt. Die Welt, die Nina Schilling erschaffen hat, ist einfach traumhaft. Sie wirkt wunderschön und beeindruckend, gleichzeitig aber auch düster, geheimnisvoll und gefährlich. Besonders der Nachthof hat mich unglaublich fasziniert. Durch den bildhaften Schreibstil konnte ich genau nachvollziehen, was Cass dort sieht: diese verborgene Schönheit, die Ruhe, die stille Anmut hinter all der Dunkelheit.
Die Atmosphäre war durchgehend greifbar und hat mich komplett in ihren Bann gezogen.

Generell hat mir der Schreibstil unglaublich gut gefallen. Alles liest sich flüssig, emotional und sehr lebendig. Die Autorin schafft es, Szenen so detailliert zu beschreiben, dass ich ständig das Gefühl hatte, selbst mitten in dieser Welt zu stehen.
Gleichzeitig verliert sich die Geschichte aber nie in unnötigen Beschreibungen, sondern bleibt spannend und dynamisch. Es passiert eigentlich immer etwas. Prüfungen, Intrigen, Geheimnisse oder emotionale Konflikte sorgen dafür, dass keinerlei Längen entstehen. Besonders die Spiele und die damit verbundene Spannung haben mich total gepackt. Immer wieder gab es Momente, in denen ich unbedingt weiterlesen musste, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht.
Natürlich war manches vorhersehbar, gerade was Cass’ Entwicklung betrifft. Aber ehrlich gesagt hat mich das überhaupt nicht gestört. Im Gegenteil: Gerade weil gewisse Entwicklungen angedeutet wurden, war es umso spannender zu verfolgen, wie sich alles entfaltet.

Vor allem die Beziehung zwischen Cass und Nox hat mich komplett überzeugt. Zwischen den beiden war von Anfang an diese starke Anziehung spürbar, und dennoch entwickelt sich ihre Verbindung eher leise und langsam. Genau das mochte ich so sehr. Diese ständige Zerrissenheit zwischen ihren Gefühlen und den Erwartungen ihrer Familien und Höfe war unglaublich intensiv dargestellt. Beide wissen eigentlich, dass sie sich nicht näherkommen dürfen, und trotzdem merkt man mit jeder Begegnung stärker, wie sehr sie sich gegenseitig verändern. Diese emotionale Spannung war für mich eines der Highlights des Buches.

Auch die Charaktere selbst haben mir wahnsinnig gut gefallen. Cass ist eine starke, loyale Protagonistin mit enormem Kampfgeist, ohne dabei unrealistisch perfekt zu wirken. Sie zweifelt, macht Fehler und trägt ihre eigenen Unsicherheiten mit sich herum, wodurch sie unglaublich nahbar wird. Dasselbe gilt für Nox. Gerade seine innere Zerrissenheit fand ich unglaublich spannend. Er wurde jahrelang mit bestimmten Vorstellungen erzogen und beginnt nun langsam, diese zu hinterfragen. Ich konnte beide Figuren in ihren Beweggründen und ihren Konflikten wirklich gut nachvollziehen, besonders im Hinblick auf ihre Familien und ihre Loyalitäten. Dadurch wirkten ihre Entscheidungen emotional nachvollziehbar und authentisch.

Was ich außerdem besonders schön fand, war der Freundschaftsaspekt im Buch. Die Bindungen zwischen den Hauptfiguren und den Nebencharakteren fühlten sich ehrlich und wichtig an. Oft geraten Nebenfiguren in Fantasyromanen eher in den Hintergrund, aber hier hatte ich wirklich das Gefühl, dass viele Beziehungen Bedeutung haben und zur Geschichte beitragen. Dadurch wirkte die Welt noch lebendiger.

Und obwohl mich das Buch ohnehin schon komplett überzeugt hatte, hat das Ende es geschafft, mich noch einmal richtig zu überraschen. Es war spannend, emotional und hat definitiv dafür gesorgt, dass ich sofort wissen möchte, wie es weitergeht. Ich freue mich jetzt schon unglaublich auf den nächsten Band, weil noch so viele Fragen offen sind und ich unbedingt wieder in diese Welt zurückkehren möchte.

Fazit

Für mich war "When Shadows Darken the Sun" eine atmosphärische, spannende und emotionale Fantasygeschichte mit großartigem Worldbuilding, viel Gefühl und Figuren, die einem wirklich ans Herz wachsen. Man merkt auf jeder Seite, wie viel Liebe zum Detail in dieser Geschichte steckt. Ein absolut gelungener Auftakt, der mich komplett begeistern konnte.

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Ich hab jede einzelne Seite genossen

Terms of Attraction 1. The Knockout Contract
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Lainey steckt in einer ziemlich ausweglosen Situation: Die Hochzeit ihrer Stiefschwester steht an und der Bräutigam ist ausgerechnet ihr Ex, der sie damals tief verletzt hat. Um die Feier zu überstehen ...

Lainey steckt in einer ziemlich ausweglosen Situation: Die Hochzeit ihrer Stiefschwester steht an und der Bräutigam ist ausgerechnet ihr Ex, der sie damals tief verletzt hat. Um die Feier zu überstehen und den ständigen Verkupplungsversuchen ihrer Mutter mit reichen, überheblichen Männern zu entgehen, braucht sie dringend eine Begleitung. Unerwartet bietet sich dafür Parker Westfield an, ein erfolgreicher Box-Champion, der selbst einen guten Grund hat, ein paar Wochen abzutauchen: Eine Schulterverletzung zwingt ihn zu einer Trainingspause, die niemand erfahren darf.
Eine Fake-Beziehung scheint für beide die perfekte Lösung zu sein, wäre da nicht ihre gemeinsame Vergangenheit, die alles andere als unkompliziert ist. Denn seit einer folgenschweren Nacht im Krankenhaus kann Lainey Parker eigentlich nicht ausstehen.
Doch je überzeugender er seine Rolle spielt, desto mehr beginnt sie zu zweifeln, ob hinter seiner arroganten Fassade nicht doch mehr steckt.

Ich kann es nicht anders sagen: „Terms of Attraction – The Knockout Contract“ von Stefanie Sante ist eines meiner liebsten Bücher dieses Jahr. Ich habe wirklich alles daran geliebt - von der ersten bis zur letzten Seite. Ich bin unglaublich schnell in die Geschichte reingekommen, hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl von Längen und habe jede einzelne Szene, jeden Dialog und jede Entwicklung einfach nur genossen.

Was für mich sofort herausgestochen ist, war der Schreibstil der Autorin. Er ist modern, locker und humorvoll, ohne dabei übertrieben oder künstlich zu wirken. Die Dialoge sprühen vor Witz, was vor allem daran liegt, dass sich Lainey und Parker absolut nichts schenken. Ihre Schlagabtausche sind scharf, pointiert und einfach unterhaltsam. Beide sind definitiv nicht auf den Mund gefallen. Trotzdem kippt das Ganze nie ins Toxische, sondern bleibt immer auf eine angenehme, respektvolle Weise neckend und echt.
Auch die wechselnden Perspektiven zwischen Lainey und Parker fand ich richtig gut. Dadurch bekommt man einen tiefen Einblick in beide Figuren, versteht ihre Gedanken und Gefühle besser und kann sich viel leichter mit ihnen identifizieren.

Besonders gefallen hat mir zudem, dass das Buch viele typische Klischees und Tropes bewusst nicht bedient oder zumindest anders umsetzt. Klar, das Fake-Dating-Motiv ist vorhanden, aber die Art und Weise, wie die Beziehung zwischen Lainey und Parker aufgebaut ist, fühlt sich erfrischend anders an. Die beiden sind von Anfang an - mehr oder weniger - ehrlich zueinander, und genau das macht einen riesigen Unterschied. Es gibt kein unnötig aufgebauschtes Drama, das nur daraus entsteht, dass jemand nicht die Wahrheit sagt und dann alles eskaliert.
Und ganz ehrlich: Genau das hat mich schon in so vielen anderen Büchern gestört. Dieses ewige „Wir reden einfach nicht miteinander und machen alles schlimmer“-Drama bleibt hier größtenteils aus.
Natürlich gibt es auch hier unausgesprochene Dinge und innere Konflikte, aber die wirken meiner Meinung nach authentisch und nachvollziehbar. Die Probleme liegen viel mehr in den Figuren selbst. Sie müssen sich mit ihren eigenen Unsicherheiten, Verletzungen und Ängsten auseinandersetzen. Und genau das macht die Geschichte für mich so glaubwürdig.

Lainey mochte ich dabei direkt von Anfang an. Sie ist unsicher, trägt einiges mit sich herum, aber gleichzeitig ist sie - besonders Parker gegenüber - alles andere als still oder zurückhaltend. Ich fand es schön zu sehen, wie sie sich im Laufe der Geschichte weiter öffnet, mehr für sich selbst einsteht und an Stärke gewinnt.
Und Parker… ich habe ihn wirklich geliebt. Er ist so weit entfernt vom typischen „Bad Boy“ oder oberflächlichen Playboy. Stattdessen ist er vielschichtig, aufmerksam, sensibel und unglaublich zuvorkommend. Gerade im Umgang mit Lainey zeigt er eine Seite, die einfach nur liebenswert ist. Ehrlich gesagt: So einen Book-Boyfriend kann man sich nur wünschen.

Die Beziehung zwischen den beiden entwickelt sich eher langsam, was ich sehr passend fand. Trotzdem habe ich persönlich schon beim ersten Aufeinandertreffen die Funken gespürt. Diese unterschwellige Anziehung und das Knistern, das war einfach sofort da und hat sich durch das ganze Buch gezogen.

Auch die Nebencharaktere haben die Geschichte für mich noch einmal aufgewertet. Besonders Parkers bester Freund und Jemma sind mir im Gedächtnis geblieben. Ich freue mich jetzt schon unglaublich auf Jemmas eigene Geschichte, weil sie einfach so viel Potenzial hat.

Das Thema Boxen fand ich ebenfalls eine erfrischende Abwechslung. Es war präsent, aber nicht so dominant, dass es alles andere überschattet hat. Genauso mit dem medizinischen Aspekt rund um Lainey. Es war genau die richtige Mischung. Beides hat der Geschichte Tiefe gegeben, ohne sie zu überladen.

Fazit

Am Ende bleibt für mich ein rundum stimmiges Gesamtbild: eine Geschichte, die emotional berührt, ohne ins Kitschige abzudriften, die humorvoll ist, ohne albern zu wirken, und die Figuren zeigt, die sich echt anfühlen.
Für mich war dieses Buch einfach ein Highlight.

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Veröffentlicht am 11.04.2026

spannend von der ersten bis zur letzten Seite

Missing Page - Tödliche Worte
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„Missing Page – Tödliche Worte“ von Katie Kento erzählt von der 17-jährigen Toni, die nach Schottland reist, um an einem exklusiven Schreibworkshop eines gefeierten Bestsellerautors teilzunehmen. Doch ...

„Missing Page – Tödliche Worte“ von Katie Kento erzählt von der 17-jährigen Toni, die nach Schottland reist, um an einem exklusiven Schreibworkshop eines gefeierten Bestsellerautors teilzunehmen. Doch schnell wird klar, dass hinter dem Workshop weit mehr steckt: Der Autor stellt in Aussicht, sein gesamtes Vermögen einem der Teilnehmenden zu vermachen. Während der Ehrgeiz unter den Jugendlichen wächst, schneidet ein Sturm die Gruppe von der Außenwelt ab und unheimliche Dinge beginnen zu geschehen. Geheimnisse, Albträume und eine immer bedrohlichere Atmosphäre führen schließlich zu einer blutigen Tragödie, die alles verändert.

Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wo ich anfangen soll, denn dieses Buch hat mich wirklich komplett gepackt. Ich habe es tatsächlich fast in einem Rutsch durchgelesen, weil ich einfach nicht mehr aufhören konnte. Dieses typische „nur noch ein Kapitel“-Gefühl war hier extrem stark.

Was mir von Anfang an unglaublich gut gefallen hat, ist der Schreibstil. Katie Kento schreibt sehr flüssig, aber gleichzeitig auch unglaublich atmosphärisch. Es entsteht dieses leise, unterschwellige Unbehagen, das sich wie ein roter Faden durch die ganze Geschichte zieht. Schon früh hatte ich das Gefühl: Hier stimmt irgendetwas ganz und gar nicht. Und genau dieses Gefühl lässt einen einfach nicht mehr los.
Die Atmosphäre ist wirklich ein Highlight. Dieses abgeschottete Setting in Schottland, der Sturm, der die Gruppe isoliert, das geheimnisvolle Anwesen – das alles erzeugt eine düstere und unheimliche Stimmung.

Auch die Handlung hat mich total überzeugt. Es gibt keine Längen, keine langweiligen Passagen, im Gegenteil: Die Spannung baut sich konstant auf und wird immer weiter gesteigert. Besonders stark fand ich, dass man die ganze Zeit miträtselt. Ich hatte unzählige Theorien im Kopf, habe versucht, die Hinweise zusammenzusetzen und trotzdem blieb vieles lange undurchsichtig.
Der „Kriminalfall“ innerhalb der Story ist richtig gut gelungen. Vieles wirkt zunächst unscheinbar, fast beiläufig, und genau das macht es so schwer, den Überblick zu behalten. Ich konnte mir lange keinen richtigen Reim auf alles machen.
Und dann dieses Ende…
Der letzte Abschnitt hat für mich nochmal alles rausgeholt. Die Spannung wird nochmal extrem angezogen, der Plot entwickelt sich richtig stark weiter.
Was ich dabei besonders gelungen fand: Die vielen kleinen Details, die vorher eingestreut wurden, werden am Ende wieder aufgegriffen und sinnvoll erklärt. Alles wirkt stimmig, durchdacht und gut konstruiert. Genau so muss ein guter Thriller für mich sein.

Ein weiterer Pluspunkt waren für mich die Charaktere, vor allem weil man nie ganz sicher sein kann, wem man trauen sollte. Immer wieder hatte ich das Gefühl, dass bestimmte Figuren mehr wissen, als sie zugeben. Besonders bei einigen Nebencharakteren kamen bei mir zunehmend Zweifel auf, was ihre Rolle in der ganzen Geschichte angeht.
Toni fand ich als Hauptfigur besonders gelungen, weil sie gleichzeitig greifbar und geheimnisvoll ist. Einerseits wirkt sie wie eine typische Teilnehmerin des Workshops, andererseits merkt man schnell, dass sie ein eigenes, verborgenes Ziel verfolgt, was ihr Handeln immer wieder in ein anderes Licht rückt.
Vor allem ihre Albträume und das Schlafwandeln machen sie zu einer extrem spannenden Figur. Die Szenen, in denen sie Dinge tut, an die sie sich später kaum erinnern kann, waren für mich richtig intensiv, weil man nie genau weiß, ob man ihrer Wahrnehmung trauen kann. Dadurch entsteht ständig dieses Gefühl von Unsicherheit.

Fazit

Abschließend kann ich nur sagen: „Missing Page – Tödliche Worte“ von Katie Kento hat mich durchgehend gefesselt. Die Spannung bleibt wirklich bis zur letzten Seite erhalten, es gibt keine Durststrecken, und dieses permanente Miträtseln macht einfach unglaublich viel Spaß.
Für mich definitiv ein Highlight – richtig gut gemacht!

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Veröffentlicht am 08.04.2026

Viel Gefühl zwischen den Seiten

Blue Sparrow Girls – The Melody of You and Me
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Nach dem plötzlichen, tragischen Tod ihrer Mutter gerät Olives Leben völlig aus den Fugen. Um Abstand zu gewinnen und gleichzeitig ihrer Mutter näher zu sein, zieht sie nach Nashville, in die Stadt, die ...

Nach dem plötzlichen, tragischen Tod ihrer Mutter gerät Olives Leben völlig aus den Fugen. Um Abstand zu gewinnen und gleichzeitig ihrer Mutter näher zu sein, zieht sie nach Nashville, in die Stadt, die einst eine große Rolle im Leben ihrer Mutter spielte. Dort verfolgt Olive ihren Traum, Songwriterin zu werden. In ihrer neuen WG findet sie schnell Anschluss bei Jules und Emily, mit denen sie nicht nur eine wunderschöne Dachterrasse, sondern auch eine enge Freundschaft teilt. Doch direkt gegenüber wohnt eine Jungs-WG, mit der sich die WG in einer regelrechten Fehde befindet. Streiche, Streit und klare Regeln inklusive: Die Jungs sind tabu. Für Olive eigentlich kein Problem… wäre da nicht Drew, mit dem sie bereits einen besonderen Abend verbracht hat und der sie seitdem nicht mehr loslässt.
Während zwischen ihnen etwas wächst, hilft Drew ihr auch dabei, ihre Gefühle in Songs zu verwandeln und Olive beginnt langsam, ihren Weg zurück ins Leben zu finden.

„Blue Sparrow Girls – The Melody of You and Me“ von Laura Willud hat mich auf eine ganz leise, aber unglaublich intensive Weise berührt. Es ist eines dieser Bücher, das sich nicht laut in den Vordergrund drängt, sondern sich Stück für Stück in mein Herz geschlichen hat.

Der Schreibstil von Laura Willud ist angenehm leicht, fast schon sanft, aber gleichzeitig emotional tief. Ich hatte beim Lesen ständig das Gefühl, ganz nah bei Olive zu sein, als würde ich ihre Gedanken nicht nur lesen, sondern wirklich fühlen. Besonders die Passagen rund um ihre Songs waren für mich ein Highlight. Dort wird ihre Trauer, ihr Schmerz, aber auch ihre Hoffnung so greifbar, dass ich mehrfach innehalten musste. Diese Verbindung von Musik und Emotionen schafft eine unglaublich dichte Atmosphäre, die sich durch das ganze Buch zieht.

Überhaupt ist die Atmosphäre ein großer Pluspunkt: Nashville wird so lebendig beschrieben, dass ich das Gefühl hatte, selbst auf dieser Dachterrasse zu stehen, den Blick über die Stadt schweifen zu lassen und die warme Abendluft zu spüren. Gleichzeitig liegt über allem eine gewisse Melancholie, die perfekt zu Olives Geschichte passt, aber ohne dabei erdrückend zu wirken. Es ist vielmehr ein vorsichtiges, hoffnungsvolles Gefühl, das sich immer weiter entfaltet.

Olive selbst habe ich wirklich gefühlt. Ihren Schmerz über den Verlust ihrer Mutter, ihren inneren Kampf, ihre Versuche, irgendwie weiterzumachen – all das wirkte unglaublich authentisch. Besonders berührt hat mich ihr Weg: raus aus der Trauer, raus aus der Einsamkeit und hin zu sich selbst. Wie sie durch das Schreiben ihrer Songs ihre Gefühle verarbeitet und langsam wieder Freude und Sinn im Leben findet, war für mich einer der stärksten Aspekte des Buches. Sie ist einfach ein durch und durch guter Mensch: warmherzig, loyal und ehrlich, jemand, den man sofort ins Herz schließt.

Und dann ist da Drew. Ich mochte ihn wirklich sehr, gerade weil er eben kein typischer Bad Boy ist. Er ist eher dieser „Golden Retriever Boyfriend“ – offen, herzlich, unterstützend. Sein Herz liegt ihm auf der Zunge, und er ist immer für die Menschen da, die ihm wichtig sind. Trotz seiner eigenen Verletzungen durch die Vergangenheit bleibt er weich und ehrlich, was ich unglaublich erfrischend fand. Die Entwicklung zwischen ihm und Olive war für mich genau richtig: zart, intensiv und vor allem echt. Da war keine künstliche Dramatik und kein unnötiger Streit, stattdessen einfach zwei Menschen, die sich gegenseitig Halt geben und zusammen wachsen.

Was ich ebenfalls besonders hervorheben möchte, ist die Freundschaft zwischen Olive, Jules und Emily. Diese Mädels-WG war einfach großartig. So viel Loyalität, Ehrlichkeit und gegenseitiger Support, das hat sich einfach gut angefühlt. Diese „Mädelspower“ war nicht aufgesetzt, sondern wirkte echt und stark. Es tat richtig gut, eine so gesunde und unterstützende Dynamik zu lesen, in der jede für die andere da ist.

Auch die Handlung insgesamt lebt weniger von großen, dramatischen Wendungen, sondern vielmehr von emotionaler Entwicklung. Es geht um Heilung, um Neuanfänge, um das Wiederfinden von sich selbst.
Für mich ist es ein absoluter Feel-Good-Roman, aber auf eine ruhige, tiefgehende Art. Kein Kitsch, keine toxischen Beziehungen, kein unnötiges Drama, sondern ganz viel Herz, Wärme und Echtheit.

Fazit

In „Blue Sparrow Girls – The Melody of You and Me“ von Laura Willud hat für mich einfach alles gepasst: die Charaktere, die Atmosphäre, die emotionale Tiefe und diese besondere Leichtigkeit, die das Buch trotz der schweren Themen vermittelt. Es ist eine Geschichte, die zeigt, dass man auch nach den dunkelsten Momenten wieder Licht finden kann – manchmal durch Musik, manchmal durch andere Menschen und manchmal einfach durch sich selbst.

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Veröffentlicht am 08.04.2026

chaotisch witzige Geisterjagd

The Girls Ghostbusting Agency – Crazy Spooky Love
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Melody Bittersweet besitzt eine außergewöhnliche Gabe: Sie kann Geister sehen und mit ihnen sprechen. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Marina gründet sie deshalb die „Girls Ghostbusting Agency“, um ...

Melody Bittersweet besitzt eine außergewöhnliche Gabe: Sie kann Geister sehen und mit ihnen sprechen. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Marina gründet sie deshalb die „Girls Ghostbusting Agency“, um anderen Menschen bei übernatürlichen Problemen zu helfen.
Ihr erster großer Auftrag führt sie in ein altes Herrenhaus, in dem drei verstorbene Brüder festsitzen – gefangen durch eine ungelöste Familientragödie. Während Melody versucht, die Wahrheit hinter dem Tod des jüngsten Bruders aufzudecken und die Geister zu befreien, gerät sie nicht nur mit ihrem früheren Freund und Rivalen Leo Dark aneinander, sondern auch mit dem skeptischen Journalisten Fletcher Gunn, der sie für eine Hochstaplerin hält. Doch je tiefer sie in den Fall eintaucht, desto komplizierter werden nicht nur die Ermittlungen, sondern auch ihre Gefühle.

„The Girls Ghostbusting Agency“ von Josie Silver hat mich auf eine sehr eigene, charmante und überraschend vielschichtige Weise abgeholt.
Ich muss aber direkt zugeben: Der Schreibstil war für mich am Anfang wirklich gewöhnungsbedürftig. Er ist extrem humorvoll, sehr (selbst)ironisch und stellenweise fast schon ein bisschen „zu viel des Guten“. Ich habe anfangs ein paar Seiten gebraucht, um mich darauf einzulassen, weil die Erzählstimme so präsent und verspielt ist. Aber genau das hat sich dann als große Stärke herausgestellt. Sobald ich mich daran gewöhnt hatte, fand ich diesen Stil einfach großartig. Er macht das Buch unglaublich besonders, bringt so viel Witz und Charme mit und lockert die Geschichte auf eine ganz eigene Weise auf.

Die Atmosphäre ist dabei eine richtig gelungene Mischung: Einerseits haben wir diese leicht düstere, geheimnisvolle Geistergeschichte rund um das alte Herrenhaus und die drei Brüder, andererseits ist alles durchzogen von Humor, Schlagfertigkeit und skurrilen Momenten. Genau diese Balance hat mir richtig gut gefallen, weil das Buch dadurch nie schwer wirkt, obwohl es eigentlich auch um tragische Hintergründe und ungelöste Konflikte geht.

Was mich aber am meisten begeistert hat, waren die Charaktere. Ich fand sie wirklich absolut umwerfend und liebenswert und zwar jeden auf seine ganz eigene Art.
Besonders die „Crew“ der Ghostbusting Agency ist mir total ans Herz gewachsen: Melody als Protagonistin, die gleichzeitig stark, chaotisch und unglaublich witzig ist; Marina als beste Freundin, die immer da ist und einen schlagfertigen Kommentar auf der Zunge hat; und natürlich der anfangs etwas unsichere Praktikant Artie. Selbst Dinge wie das Auto Barb bekommen so viel Persönlichkeit, dass man sie einfach mögen muss. Die Figuren wirken alle so lebendig, natürlich und individuell, dass ich beim Lesen ständig schmunzeln musste.
Auch die Entwicklung der Charaktere hat mir sehr gefallen. Man merkt, wie sie an ihren Aufgaben wachsen, sich verändern und dabei trotzdem sie selbst bleiben. Es gibt so viele schräge, witzige und gleichzeitig authentische Figuren, dass das Lesen einfach Spaß macht.

Die Handlung rund um die Geisterbrüder fand ich ebenfalls richtig gelungen. Der Fall hatte genau die richtige Mischung aus Humor, Spannung und emotionalem Kern. Ich habe wirklich mitgefiebert und mir ständig Fragen gestellt: Wer hat Douglas wirklich ermordet? Wie hängt alles zusammen? Und wie lassen sich die Konflikte zwischen den Brüdern lösen?
Das Ganze war originell erzählt und hat mich bis zum Ende neugierig gehalten.

Die Liebesgeschichte – beziehungsweise das Zusammenspiel zwischen Melody, Fletcher und Leo – fand ich ebenfalls spannend. Ich habe das emotional auf jeden Fall gespürt und hatte auch relativ schnell meinen Favoriten. Gleichzeitig fand ich es aber richtig gut, dass dieser Aspekt nicht die gesamte Handlung dominiert hat. Die Romance ist da, sie ist wichtig und trägt zur Geschichte bei, aber sie drängt sich nicht in den Vordergrund. Der Fokus bleibt klar auf der Ghostbusting Agency, ihrer Entstehung und Entwicklung sowie auf dem ersten großen Fall und genau das fand ich sehr angenehm.

Fazit

Insgesamt war das Buch für mich zu keinem Zeitpunkt langweilig. Es hat mich konstant unterhalten, zum Schmunzeln gebracht, manchmal auch den Kopf schütteln lassen – im besten Sinne. Es ist witzig, charmant, ein bisschen verrückt und gleichzeitig spannend erzählt.
Ich kann auf jeden Fall sagen: Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Fall der Agency.

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