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Veröffentlicht am 10.04.2026

Bewegende Geschichte

Unless you trust
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„...Ja, die Zukunft kann wirklich gut werden, dachte sie und spürte das nervöse Kribbeln in ihrer Magengegend, das sich immer dann breitmachte, wenn sie von diesen lieben Menschen umgeben war, die mittlerweile ...

„...Ja, die Zukunft kann wirklich gut werden, dachte sie und spürte das nervöse Kribbeln in ihrer Magengegend, das sich immer dann breitmachte, wenn sie von diesen lieben Menschen umgeben war, die mittlerweile ihre neue kleine Welt bildeten…“

Miri hat ihre Volleyballkarriere hinter sich gelassen und will sich in Malaga ein neues Leben aufbauen. Obige Gedanken kommen ihr bei Carlys Geburtstag. Carly ist diejenige, die immer ein offenes Ohr für Miri hat.
Die Autorin hat einen bewegenden Jugendroman geschrieben. Er spiegelt das Auf und Ab des Lebens wieder und schließt zeitnah an Teil 1 an. Hier ist es günstig, wenn man den Vorgängerband kennt. Der Schriftstil ist leicht verständlich und lässt sich flott lesen.
Miri bringt sich mit ihrem Hobby in einer Flüchtlingseinrichtung ein. Sie spielt mit den Kindern Volleyball. Deshalb trifft es sie hart, als sie erfährt, das die kleine Yara mit ihrer syrischen Familie nicht bleiben darf. Miri möchte ihr helfen. Doch die Chancen stehen schlecht.
Noch aber sucht Miri ihren eigenen Weg im Leben. Immer wieder kommen ihr Zweifel.

„...War es die richtige Entscheidung, all dem den Rücken zu kehren? Wird es auf die Dauer ausreichen, mit ein paar Kindern zu spielen, nachdem ich so kurz davor war in die Welt der ganz Großen einzutauchen? Was, wenn ich es irgendwann bereue?…“

Auch das zarte Pflänzchen Glauben muss noch wachsen. In vielen ist sich Miri unsicher. Dann erscheint ihre Cousine Anabell, um ein halbes Jahr in Malaga zu studieren. Sie zieht in Miris WG und sorgt für Belebung. Partys und Alkohol gehören dazu. Miri lässt sich mitreißen.
Als es auch noch zu Missverständnissen mit ihrem Freund Max kommt, steht ihr Leben auf dem Kopf.
Nach einer Flutkatastrophe arbeiten beide im betroffenen Gebiet. Hier gibt es Gelegenheit zu ernsthaften Gesprächen. Als es haarig wird, brechen bei Miri alte Wunden wieder auf. Es ist Max´ Glaube, der sie die Hoffnung nicht verlieren lässt.
Gerade im letzten Teil des Buches wird deutlich, wie Miri um ihren Glauben ringt. Glauben hat mit Vertrauen zu tun und genau das fällt Miri nicht leicht. Hier ist es Carly, die sie immer wieder aufbaut.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es spiegelt die Problem der jugendlichen Leser, die auf der Suche nach dem eigenen Weg sind. Es zeigt, dass es auch heute noch Wunder gibt und sich manchmal Wege öffnen, mit denen man nicht gerechnet hat.

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Veröffentlicht am 08.04.2026

Bewegender Roman

Jede Nacht hat ihre Sterne
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„...Weißt du: Jede Nacht hat ihre Sterne. Zähle die Sterne und nicht die Schatten. Zähle die lächelnden Momente im Leben und nicht die Tränen…“

Dieses Zitat steht irgendwo im Buch und ist gleichzeitig ...

„...Weißt du: Jede Nacht hat ihre Sterne. Zähle die Sterne und nicht die Schatten. Zähle die lächelnden Momente im Leben und nicht die Tränen…“

Dieses Zitat steht irgendwo im Buch und ist gleichzeitig die Quintessenz der Geschichte.
Die Autorin hat einen berührenden Roman geschrieben. Das Geschehen wird in zwei Handlungssträngen erzählt. Der eine beginnt 1897, der andere im Jahre 1961. Beide unterscheiden sich in der Schriftart. Die Handlung wird jeweils von der weiblichen Protagonistin erzählt. Der Schriftstil ist fein ausgearbeitet. Er lässt viel Platz für Emotionen.
Audrey Whitefields und ihr Vater arbeiten 1961 im Maxwell House Hotel in Nashville. Nach dem Tode der Mutter hat Audrey ihr Studium unterbrochen, um den Vater zu unterstützen und sich um den Bruder zu kümmern, der eine Behinderung hat. Sie erinnert sich:

„...Mamas Welt hatte sich nicht um mich gedreht, sondern um meinen Bruder, Emmett. Die beiden waren unzertrennlich gewesen…“

Manche Gäste des Hotels wohnen schon Jahre hier. Als eine von ihnen ins Krankenhaus kommt und abzusehen ist, dass sie nie wieder das Zimmer brauchen wird, soll Audrey ihre Sachen sortieren und zwischenlagern. Dabei fällt ihr ein Album in die Hände, dass Bilder der Weltausstellung von 1897 enthält. Jason Summer, ein eben angekommener Gast des Hotels, geht mit Audrey den Fragen nach, die das Album aufwirft.
Im Jahre 1897 hat Priscilla mit ihrer Familie die Ausstellung besucht. Das Hotel stellt ihnen einen Fahrer zur Verfügung. Seine Schwester Gia wird Priscillas Zofe. Eines Tages aber ist sie verschwunden.
Priscilla ist eine selbstbewusste junge Dame. Sie sperrt sich gegen die Hochzeitswünsche ihrer Eltern.

„...Eine moderne Frau brauchte keinen Mann, um auf der Welt etwas zu bewirken, fand ich. Und ganz gewiss keinen Mann, der nicht die geringste Zuneigung zu ihr empfand…“

Beiden Erzählsträngen ist eins gemeinsam. Es geht um Vorurteile und Diskriminierung. Während dies 1897 die Italiener erfahren haben, die in den USA auf eine neue Heimat hofften, gibt es 1961 immer wieder Hinweise darauf, wie sich Vertreter der schwarzen Bevölkerung gegen die Ausgrenzung stemmen.
Sehr behutsam werden Fragen des Glaubens in das Geschehen integriert. Die Gespräche gehen in die Tiefe und wenden sich auch schwierigen Fragen zu.

„...Wer sind wir, dass wir Gott vorschreiben wollen, was er tun soll und was nicht? Ich wünschte auch, dass es anders gekommen wäre, aber wir dürfen nicht ständig bedauern, was geschehen ist…“

Spannend fand ich die Beschreibung der Weltausstellung. An Audreys Seite erfahre ich dann, was viele Jahre später davon noch übrig ist.
Das Buch lebt durch die inneren Spannungen, die sich aus den komplexen Beziehungen der Protagonisten ergeben.
Die Geschichte hat mir ausgezeichnet gefallen.

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Veröffentlicht am 07.04.2026

In den Slums von Kolkata

Wo Jesus barfuß geht
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„...Wir fliegen weit von unserer Heimat weg, nach Südasien, um uns in den Slum von Kolkata, früher Kalkutta, niederzulassen. Mit nur je einen 20 Kilogramm schweren Koffer machen wir uns auf den Weg in ...

„...Wir fliegen weit von unserer Heimat weg, nach Südasien, um uns in den Slum von Kolkata, früher Kalkutta, niederzulassen. Mit nur je einen 20 Kilogramm schweren Koffer machen wir uns auf den Weg in eine neues Leben…“

So beginnt der Lebensbericht eines Schweizer Ehepaars. Die beiden möchten Menschen Hoffnung schenken, die keine Perspektive haben.
Das Autorenpaar hat einen fesselnden Bericht über ihre Erfahrungen geschrieben. Dabei kommen beide zu Wort und können ihre Sicht der Dinge erläutern.
Die beiden jungen Schweizer haben schon Erfahrung mit dem Leben in fremden Kulturen. Außerdem haben sie eine Ausbildung hinter sich. Markus ist Schreiner, Katharina Erzieherin.
Es war Katharina, die sich berufen gefühlt hat, nach Indien zu gehen. Damit war der Weg für beide klar. Im Gegensatz zu manch anderen Helfern wollen sie selbst im Slum von Kolkata leben, um dann zu sehen, welche Hilfe für die Einwohner notwendig und nachhaltig ist. Ihnen ist klar, dass es wenig bringt, Geschenke zu verteilen. Gefragt ist Hilfe zur Selbsthilfe. Halt und Motivation gibt ihnen ihr christlicher Glaube.

„...Nachhaltigkeit braucht auch Deut. Allzu oft meinen wir aus westlicher Perspektive, anderen unseren Weg aufzwingen zu können oder es zumindest besser zu wissen….2

Im Slum lernen sie die siebzehnjährige Jaya kennen. Das Mädchen hat ein bewegtes Leben hinter sich. Allerdings verfügt sie über eine gute Schulbildung und kann Englisch. Damit ist sie als Dolmetscher unentbehrlich für das Ehepaar. Sie lernen auch ihre Aufgeschlossenheit und ihre Intelligenz zu schätzen. Als Kastenlose hart sie in der vom Hinduismus geprägten Umgebung aber kaum eine Zukunft.
Markus und Katharina entscheiden sich, eine Ausbildungsstätte zu errichten, in der Grußkarten und andere Produkte hergestellt werden und die sie über eine Webseite weltweit vermarkten. Das Projekt wird zu einem Erfolg. Es gibt Frauen nicht nur Arbeit, sondern Selbstbewusstsein und läuft bald unter eigener indischer Regie. Einen entscheidenden den Anteil daran hat Jaya.
Sehr eindringlich wird dargestellt, wie sich die Armut in Indien zeigt und welchen Anteil daran die Einteilung in Kasten hat. Auffallend ist, dass das Ehepaar vor allem durch ihr Handeln und nicht nur durch Worte das Interesse am christlichen Glauben weckt.
Kurz vor der Geburt des zweiten Kindes kehren sie in die Schweiz zurück. Nun kümmern sie sich aus der Ferne um ihr Werk.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es zeigt, wie wirksame Hilfe für die Ärmsten der Armen wirklich Früchte trägt.

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Veröffentlicht am 05.04.2026

Spannende Fortsetzung

Hotel Vier Jahreszeiten – Der Glanz des neuen Morgens
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„...Der Patron hat den Grafen schnell davon überzeugen können, dass deine Ausbildung bei uns noch längst nicht beendet ist…“

Mit diesen Zeilen schließt der zweite Band zeitnah an seinen Vorgänger an. ...

„...Der Patron hat den Grafen schnell davon überzeugen können, dass deine Ausbildung bei uns noch längst nicht beendet ist…“

Mit diesen Zeilen schließt der zweite Band zeitnah an seinen Vorgänger an. Louise darf im Hotel bleiben.
Die Autorin hat eine spannende und penibel recherchierte Fortsetzung ihre Saga um das Grandhotel in Hamburg geschrieben. Der Schriftstil passt sich den historischen Gegebenheiten an.
Nach den ersten Kapiteln, die 1919 spielen, wechselt die Geschichte ins Jahr 1923. Für das Hotel beginnt ein erneuter Aufschwung. Gut wird die Arbeit im Hotel beschrieben. Doch auch für manchen Gast findet die Autorin Raum.

„...Osborne ist ein Dandy, dessen Lebenszweck darin besteht, Kleidung zu tragen. Er opfert alles, seine Seele, seinen Geist, die Geldbörse seines Vaters, selbst Menschen, nur um seiner eigenen Person Gutes zu tun…“

Die Zwanziger Jahre bringen auch für Louise manch Neues. Sie lernt Tanzen und wird mit immer neuen Aufgaben betreut. Doch schon ziehen am Horizont dunkle Schatten herauf. Fritz, der jetzige Chef im Haus, möchte die Politik aus dem Hotel heraushalten. Persönlich aber muss er sich mit den neuen Machthabern arrangieren, wenn er weiter an Reitturnieren teilnehmen will.
Auch für Louise brechen harte Zeiten an.Sie hat Max, einen Musiker, kennengelernt. Beide wollen heiraten. Doch Louise besitzt weder Papiere von ihrer Mutter, noch hat sich der Graf schriftlich zu ihr bekannt. Ohne Ariernachweis ist aber keine Ehe möglich.
Die Leiterin der Haushaltsschule, die Jüdin ist und rechtzeitig Deutschland verlassen wird, ahnt, dass es nur schlimmer kommen kann.

„..Der Mensch bleibt Mensch, Fräulein Eckart, egal zu welcher Zeit. Er ist dumm und lässt sich also gern verführen, um ja nicht denken zu müssen…“

Louise führt das Hotel als stellvertretende Hausdame durch die Zeiten des Krieges, da Fritz eingezogen wird. Max hat das Land verlassen. Wird sie ihn je wiedersehen?
Ich darf die Geschichte des Hotels bis zur Neueröffnung nach dem Krieg begleiten. Dabei warten einige Überraschungen.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 04.04.2026

Spannende Fortsetzung

Unter fremden Himmeln
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„...Ihr neues Haus war nicht das einzige, das hier in den letzten Wochen gebaut worden war, doch mit Sicherheit wurde es eines der schönsten. Vater ließ sich nicht lumpen…“

Diese Gedanken gehen Hedwig ...

„...Ihr neues Haus war nicht das einzige, das hier in den letzten Wochen gebaut worden war, doch mit Sicherheit wurde es eines der schönsten. Vater ließ sich nicht lumpen…“

Diese Gedanken gehen Hedwig im Oktober 1884 in Finschhafen in Neuguinea durch den Kopf. Die Ankunft in der neuen Welt war nicht einfach.
Die Autorin hat eine spannende Fortsetzung ihrer Saga geschrieben. Der neue Band schließt relativ zeitnah an den Vorgänger an. Der Schriftstil ist fein ausgearbeitet. Das zeigt sich in der Beschreibung von Land und Leuten, aber auch n der Wiedergabe der Konflikte.
Clara hat eine Krankenstation aufgebaut. Sie findet ihre Berufung darin, den Menschen zu helfen und gewinnt das Vertrauen der Einheimischen. Sie zeigt sich aufgeschlossen gegenüber deren Heilmethoden. Ihr Mann Ludwig versucht, mit Musik die Menschen von Jesus zu begeistern. Doch das Ehepaar lebt mehr nebeneinander als miteinander.
Anna erweist sich auch unter fremden Himmel als geschäftstüchtig. Es gelingt ihr, Land zu erwerben. Ob aber ihre Liebe zu Raba eine Chance hat?
Hedwig ist von Max schwanger. Sie hat Angst, wie er reagiert und schweigt deshalb.
Deutlich wird, wie das Leben von der Natur bestimmt wird. Die Ankömmlinge lernen, mit den Widrigkeiten fertig zu werden. Kontakte zu Einheimischen funktionieren gut. Daran hat nicht zuletzt Raba, der älteste Sohn des Häuptlings, einen entscheidenden Anteil.
Dann erscheint Oberst Theodor Frohnhof mit Soldaten. Das Land erhält durch ihn Schutzstatus. Aber der Herr Oberst legt sich zuerst mit den Siedlern an. Sie müssen ihr Land erneut registrieren und vermessen lassen.

„...Die bisherigen kartografischen Erfassungen sind ungenau. Eine neue Ordnung ist daher unabdinglich...“

Das ist allerdings nicht der letzte Konflikt. Die Überheblichkeit der Soldaten sorgt dafür, dass sich die Einheimischen nicht mehr blicken lassen. Die Siedler beobachten das Geschehen und denken sich ihren Teil.

„...Vor ihr, auf der zum Dschungelrand freien Fläche, rangen die Soldaten erneut mit dem Pfahlbau, den sie schon seit zwei Tagen zu errichten versuchten. Es war ein Schauspiel aus Ungeschicklichkeit und falschen Stolz…“

Es ist Clara, die das von der Krankenstation aus beobachtet. Es sollte noch viel passieren, bis wieder Ruhe in der Siedlung einkehrt.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen.

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