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Veröffentlicht am 09.04.2026

Kinderbuch mit ganz viel Herz und Socke ;)

Der kleine Rabe Socke: Noch eine Geschichte, bitte-danke!
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Ein kunterbunter Sammelband, der ganz viele kurze Geschichten rund um den kleinen Rabe Socke enthält und schnell zum Liebling im Kinderzimmer oder in der Kita wird- das ist "Der kleine Rabe Socke: Noch ...

Ein kunterbunter Sammelband, der ganz viele kurze Geschichten rund um den kleinen Rabe Socke enthält und schnell zum Liebling im Kinderzimmer oder in der Kita wird- das ist "Der kleine Rabe Socke: Noch eine Geschichte, bitte-danke!" .

Das Buch überzeugt durch niedliche Zeichnungen, die in kräftigen Farben gehalten sind und sofort Jungen und Mädchen ab drei Jahren ansprechen. Selbst der fröhlich-bunte Farbschnitt mit vielen rot-weiß-geringelten Socken setzt auf einen hohen Wiederekennungswert und weckt die Neugier auf den Inhalt.

Kinderaugen beginnen zu strahlen, wenn sie den Kurzgeschichten rund um Rabe Socke und seinen Freunden lauschen können. Die kleinen Buchheld;innen erwachen direkt zum Leben und erzählen aus ihrem Alltag, der viele beaknnte Situationen wiederspiegelt. Ob Chaos im Rabennest oder im Kinderzimmer, die Frage, wer der/die Schnellste im Wettrennen ist, Zusammenhalt, Hilfsbreitschaft und Freundschaft, Angst vor Monstern, ein Streit oder eine ganz besondere Geburtstagsfeier - mit Hilfe von Socke werden alle kleinen und großen Herausforderungen gemeistert und auch die vielen wunderbaren Botschaften vermittelt, die alters- und kindgerecht in den Erzählungen zu finden sind.

"Mit dír wird das Leben richtig bunt", "Wir sind alle Freunde. Egal, ob groß oder klein...", "Wer hätte gedacht, dass Aufräumen so leicht ist und außerdem so viel Spaß mach!", "Danke für deine Hilfe, du bist der Held des Tages" -kleine Sätze mit großer Wirkung, denn durch Rabe Socke bleiben sie im Gedächtnis haften.

Das Buch ist ein liebevolles Geschenk mit ganz viel Herz und Socke und eine Erinnerung dran, für die eigenen Wünsche und Bedürfnisse einzustehen und dass mit Freund:innen alles besser geht.

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Veröffentlicht am 08.04.2026

Bitter Sweet Symphony - The Verve

Mirabellentage
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Nein, so hat sich Anna das wirklich nicht vorgestellt - ihr Leben ist nach dem plötzlichen Tod von Pfarrer Josef nicht mehr das, was es vorher war. Ihr ganzer Tagesbaluaf in dessen Pfarrhaushalt ist komplett ...

Nein, so hat sich Anna das wirklich nicht vorgestellt - ihr Leben ist nach dem plötzlichen Tod von Pfarrer Josef nicht mehr das, was es vorher war. Ihr ganzer Tagesbaluaf in dessen Pfarrhaushalt ist komplett aus den Fugen geraten und es gilt, den letzten Wunsch ihres Arbeitgebers und besten Freundes zu erfüllen. Doch wie soll Anna, die seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr hinter dem Steuer eines Autos gesessen hat, die Reise ans Meer starten ? Da hilft nur göttlicher Beistand, der ihr mit Ersatzpriester Fridtjof an die Seite gestellt wird und eine Art Auffrischung der Fahrkünste bei Ex-Fahrlehrer Tanner. Während das Leben im Dorf weitergeht, erkennt Anna, dass es noch mehr gibt, als Mirabellenmarmelade, Dorftratsch und frisch ondulierte Haare...


"Mirabellentage" erzählt eine bittersüße Geschichte, die mit wundervollen Erinnerungen aus den 1980er-Jahren gepspckt ist, das dörfliche Leben in Bayern ein wenig aufs Korn und dabei sich selbst nicht ganz so ernst nimmt. Während Anna erkennt, dass Erinnerungen zu Marmeladenglasmomenten geworden sind und sie loslassen muss, um endlich leben zu können, geht das Dorfleben einfach wie gewohnt weiter.

Genau darin liegt die Stärke dieses Romans, denn er zeigt auf, dass das Zitat von Herbert Grönemeyer „Heimat ist kein Ort, Heimat ist ein Gefühl“ ein mehr als wahrer Ausspruch ist. Während sich die Erde weiterdreht und Anna zwischen selbstgewählten Verpflichtungen und gefühlter Unentbehrlichkeit schwankt, merkt sie, dass sie in all den Jahren als Haushälterin vergessen hat, zu leben, sich selbst weiter zu entwickeln und neugierig auf das zu sein, was da noch kommt.

Bogdahn zeichnet teilweise mit sehr überspitzter Feder ihre Figuren, legt ihnen den ein oder anderen gepfefferten Dialog in den Mund und kramt in der Geheimnisschublade der Döfler:innen. Dabei verliert sie den eigentlichen Roadtrip fast komplett aus den Augen. Erst auf den letzten Seiten wird die außergewöhnliche Reise zu einer Reise zu sich selbst und bietet jede Menge Impulse, auch über das eigene Leben nachzudenken.

Ein schöner Roman mit vielen tragikomischen Momenten und der Erkenntnis, dass die Wurzeln der Heimat manchmal aus der Erde gerissen werden müssen, damit neue Sichtweisen möglich werden

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Rage Hard (Frankie goes to Hollywood)

Tainted Love
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Während die Sommerhitze Nordhessen wie unter einer Cloche fest im Griff hat, gibt der See ein lang gehütetes Geheimnis frei. Mit dem sinkenden Wasserpegel taucht plötzlich kein Schatz, aber ein Luxuswagen ...

Während die Sommerhitze Nordhessen wie unter einer Cloche fest im Griff hat, gibt der See ein lang gehütetes Geheimnis frei. Mit dem sinkenden Wasserpegel taucht plötzlich kein Schatz, aber ein Luxuswagen auf. Während Martin Ritter und seine Freundin Christine Lehmann nach Antworten suchen, geht der Alltag träge weiter. Doch der Schein trügt, denn die Hitze scheint einen brodelnden Topf zum Überlaufen zu bringen…

Wenn es einen Krimi gibt, der den Stempel „Retrocharme“ verdient hat, dann ist es „Tainted love“ aus der Feder von Vincent Tal. Der Autor fängt die Atmosphäre der 80er wunderbar ein, lässt eigene Erinnerung mit den Ereignissen im Buch verschmelzen und kreiert daraus eine neue erlebbare Realität für seine Leser: innen.

Die leise, getragene Schreibweise, die vielen Lesenden vielleicht zu unaufgeregt ist, fasziniert, denn sie zeigt, dass unter der flirrenden Hitze das Böse schwelt, von dem alle noch nichts ahnen. Es ist die Unschuld eines ganzen Landstrichs, die durch die Hitze wie eine schützende Haube über allem liegt.

Mit der Entdeckung des Wracks im See kommt Spannung auf und es gibt so viele kleine Ungereimtheiten, die beim ersten Lesen vielleicht überflogen werden, aber beim zweiten Lesen deutlich hervorkommen. Auch wechseln sich fast s schon poetische Momente ( …wir hinterlassen Spuren, das Betrachten der Sterne) mit Nervenkitzel ab und genau diese Mischung macht das Buch zu etwas ganz Besonderem.

Die Figuren sind sehr gut ausgearbeitet und bewegen sich sehr sich im Nordhessen der 80er Jahre. Während Martin eher der introvertierte Typ und gerne auf der sicheren Seite ist, ist Christine genau das Gegenteil. Sie kann schon mal forsch sein, weiß was sie will und besitzt trotzdem die Gabe, nicht vorlaut und nervig aufzutreten, sondern auch das gewisse Händchen zu besitzen, nicht nur dann, wenn es um das Einholen von Informationen geht.

Die letzten Seiten bieten einen echten Showdown, der vielleicht etwas mehr ausgedehnt hätte werden können. Denn vieles überschlägt sich, die Lösung kommt ei einigen Fragen etwas zu schnell, während andere Zusammenhänge nicht oder nicht ganz geklärt werden. Da „Tainted love“ der Beginn einer neue Krimireihe ist, bleibt somit noch genügend Stoff für nachfolgende Krimis, damit die Leser:innen auch weiterhin neugierig nach Nordhessen „schielen“ 😊

Passende Playlist zum Buch:

„Jeanny“ - Falco

„Tainted love“ – Soft Cell

„Ich liebe dich“ – Clowns und Helden

„A question of time“ – Depeche Mode

“Sunglasses at night” – Corey Hartb

“Ice In The Sunshine” - Beagle Music Ltd.

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Veröffentlicht am 05.03.2026

...ich sehe Schatten an der Wand - Jule Neigel

Das Gutshaus im Nebel
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Zuerst erscheint Charlotte ihre Situation ausweglos - keine Anstellung, keine Unterkunft und mittellos sind gerade nicht die besten Aussichten für eine junge Frau, um in eine unabhängige Zukunft zu blicken. ...

Zuerst erscheint Charlotte ihre Situation ausweglos - keine Anstellung, keine Unterkunft und mittellos sind gerade nicht die besten Aussichten für eine junge Frau, um in eine unabhängige Zukunft zu blicken. Doch Rettung naht und es verschlägt Charlotte als Gesellschafterin auf Gut Valarin. Was sich zunächst nach der Lösung all ihrer Probleme angefühlt hat, wir schon bald zu einem goldenen Käfig. Zu viele Verbote und Ungereimtheiten bestimmten ihren Tagesablauf. Nicht nur, dass sie die abgelegten Kleider der Tochter des Hauses auftragen soll, auch eine gewisse Ähnlichkeit mit ihr ist nicht abzustreiten. Dazu noch die mysteriösen Schatten und unheimlichen Geräusche...ob Charlotte wirklich am richtigen Ort ist ??


"Das Gutshaus im Nebel" von Katja Angenent nimmt die Leser;innen mit auf eine atmosphärisch düstere Reise in die Vergangenheit und lässt von Beginn an mysteriöse Nebel wallen, dämonische Schatten an den Wänden tanzen und vermeintliche Geister sprechen. Die plastische Schreibweise ermöglicht es, dass mit dem Betreten von Gut Valarin nicht nur die Geister der Vergangenheit lebendig werden, sondern auch das Gut mitsamt seinen Bewohner:innen.

Es ist, als würde mit dem Öffnen der großen schweren Eingangstür das Herrenhaus die Leseden regerlecht veerschlucken und sie mit Haut und Haaren in seine Geschichte hineinziehen. Wer schon einmal im Disnealand Paris zu Beuch war, wird "The House of the Phantom Manor" direkt vor sich sehen und auch genau diese grsulige Atmosphäre spüren.

Überall scheinen unsichtbare Augen das Geschehen zu verfolgen und selbst beim Lesen entsteht der Eindruck, dauerhauft unter Beobachtung zu stehen und sich diesen Blicken nicht entziehen zu können. Dabei fließt weder literweise Blut, noch ist Gemetzel auf den Buchseiten zu finden und genau darin liegt die Stärke des Romans. Es wird sehr viel über Emotionen und umheimliche Begebenheiten gesteuert, sodass die eiskalte Hand der Spannung immer nach den Leser:innen greift.

Es entsteht eine Mischung aus Kammerspiel, Mystery-Roman und Familensaga, in der Charlotte als weibliche Hauptfigur überzeugen kann. Bis zum Schluss bleibt die düstere Atmosphäre erhalten, jedoch hätte es ab und an ein kleines bisschen mehr Spannung gebraucht, um die Schatten an der Wand noch mehr tanzen zu lassen.

4 Sternchen für einen wirklich gelungenen Roman - der sich auch als Buchempfehlung für Halloween eignet

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Veröffentlicht am 06.12.2025

Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt (Roland Kaiser)

Nur Gundula gärtnerte giftiger
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Auf gute Nachbarschaft ?! Von wegen, denn wer neben Alfred und Gundula Böttinger wohnt, der könnte auch ein Buch mit dem Titel "Meine Horrornachbarn" schreiben. Aber wer geht tatsächlich so weit und vergitet ...

Auf gute Nachbarschaft ?! Von wegen, denn wer neben Alfred und Gundula Böttinger wohnt, der könnte auch ein Buch mit dem Titel "Meine Horrornachbarn" schreiben. Aber wer geht tatsächlich so weit und vergitet Alfred Böttinger ? Und vor allen Dingen,warum ? Denn die treibende Kraft in all den Zwistigkeiten ist und bleibt seine Frau Gundula. Jupp Backes ermittelt, was das Zeug hält und dreht sich doch immer wieder im Kreis....

Der neue Dorfkrimi aus dem Saarland führt erneut skurrile Figuren in bizarren Szenen den Lesenden vor Augen und beweist, dass der Krieg über den Gartenzaun echte Blüten treiben kann. Denn das, was sich auf den ersten Blick als homogene Gemeinschaft entpuppt, wird beim näheren Hinsehen Schauplatz der zertrampelten Beete, gegenseitigen Beschuldigungen und Verwünschungen – ein Frieden ist nicht in Sicht.

Wer Jupp kennt weiß, dass er sich so schnell kein X für ein U vormachen lässt und es bleibt kein Auge trocken, wenn der bekannteste Saarländer ermittelt. Situtationskomik und verbale Schlagabtausche sind wie immer an der Tagesordnunng und sorgen für Lachmuskelkater am laufenden Band.

Auch die Möglichkeiten zur eigenen Ermittlung sind vorhanden, sodass zwischen Bluemenbeeten, Komposthaufen und Wintergarten die Ideen aufblühen, Verdächtige wie Pilze aus dem Boden sprießen und dann doch wieder eifrig niedergetrampelt werden, weil sie ein (vermeintliches) Alibi haben.

Leider ist mit Zieh-Enkel Luan eine doch eher enervierende Figur in den Roman eingezogen. Mit seiner oberlerherhaften Art und Weise s ist der Junge schon für so manches Augenrollen veranwortlich. Seine belehrenden, besserwisserischen und oft herablassenden Kommentare vermitteln nicht gerade das Gefühl, dass er von allen gemocht werden möchte. Vielemehr ist er daran interessiert, seine Einzigartigkeit noch mehr zu betonen und hervorzueheben - das macht ihn immer unsympathischer.

Ansonsten ein gewohnter cooler Regio-Krimi mit Herz, Hirn und Humor

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