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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.04.2026

Fesselndes Jugendbuch über Mut, Freundschaft und virtuelle Abenteuer

Deepworld
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Auf der Suche nach neuen Büchern für 13-Jährige bin ich auf ein richtig packendes Jugendbuch gestoßen: "Deepworld" von Anja Reumschüssel. Der Klappentext klang schon sehr vielversprechend - ein Computerspiel ...

Auf der Suche nach neuen Büchern für 13-Jährige bin ich auf ein richtig packendes Jugendbuch gestoßen: "Deepworld" von Anja Reumschüssel. Der Klappentext klang schon sehr vielversprechend - ein Computerspiel voller Gefahren, das ein Eigenleben entwickelt hat.
Aber eigentlich steckt in diesem Buch noch so viel mehr. Denn Ruby und Gustav sind sehr interessante Charaktere, die beide unterschiedliche Formen von Einsamkeit erleben und damit auf ihre eigene Art umgehen. Gustav versucht, im Hintergrund zu bleiben und nicht anzuecken. Er hat jedoch keine Freunde mehr in seiner Klasse, seit sein bester Freund weggezogen ist. Ruby hingegen ist es egal, was andere über sie denken, und sie versucht erst gar nicht, Freunde zu finden.
Durch das gemeinsame Computerspielen lernen sie sich aber doch Stück für Stück besser kennen und entwickeln ihre eigene Form der Zusammenarbeit. Aber können sie einander wirklich vertrauen? Was wirklich dahintersteckt und was das Computerspiel Deepworld damit zu tun hat, muss man unbedingt selbst lesen.
Die vielen Gamingsequenzen, in denen auch einige Kampfszenen und monsterhafte Wesen vorkommen, sorgen für eine sehr gute Spannung. Dabei hat das Buch sowohl bei meinem Sohn als auch bei mir eine richtige Sogwirkung entwickelt. Wir konnten es nicht mehr weglegen, bevor wir nicht wussten, wie es ausgeht.
Für uns ist es eine fesselnde Mischung aus Gaming‑Action und tiefergehenden Themen wie Freundschaft und dem Gefühl, allein zu sein. Perfekt für alle ab 10 Jahren, die spannende Geschichten lieben und selbst gerne zocken.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Warmherzige, humorvolle Graphic Novel über Freundschaft und Neuanfänge

How It All Ends
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"How It All Ends" ist eine Graphic Novel für Kinder und Jugendliche ab etwa 10 Jahren von der Autorin und Zeichnerin Emma Hunsinger, die ich sehr gerne für die Schulbücherei anschaffen wollte.
Es geht ...

"How It All Ends" ist eine Graphic Novel für Kinder und Jugendliche ab etwa 10 Jahren von der Autorin und Zeichnerin Emma Hunsinger, die ich sehr gerne für die Schulbücherei anschaffen wollte.
Es geht um die 13-jährige Tara, die eine Stufe überspringen und direkt an die Highschool wechseln soll. Für Tara ein gewagter Schritt, der mit vielen Sorgen verbunden ist. Wird sie die Schule überfordern? Wird sie sich verlaufen? Wird sie überhaupt Freunde unter all den älteren Schülerinnen und Schülern finden?
Erzählt werden Taras Erlebnisse in einer Graphic Novel, die sich ganz nah an Tara hält. Ihre Sorgen, Gedanken und Träume werden in Rot-Tönen dargestellt, während alle anderen Ereignisse in Blau-Grün-Tönen gehalten sind. So wird schnell klar, was sie sich nur vorstellt und was wirklich passiert.
Die Sorgen sind zwar alle überzogen dargestellt - endlos lange Gänge, in denen Tara sich verirrt oder die Hölle, die aufbricht, weil eine Gruppenarbeit in Englisch bevorsteht - aber gerade dadurch werden ihre realen Sorgen sehr deutlich. Gleichzeitig sorgen diese Szenen auch immer wieder für witzige Momente.
Besonders gut gefallen hat mir, wie sich die Freundschaft zwischen Tara und Libby entwickelt. Auch hier hat Tara Sorgen und denkt teilweise noch viel kindlicher als zum Beispiel ihre große Schwester. Aber gerade das ist auch Taras Stärke.
Die Graphic Novel zeigt sehr schön, dass man so sein darf, wie man möchte. Dass man sich nicht allen anderen anpassen muss oder alle das Gleiche mögen müssen. Und vor allem zeigt sie, dass man als Teenager auch noch Kind sein darf und nicht direkt verliebt sein muss, wenn man noch nicht dazu bereit ist.
Das sehr amerikanische Setting mit dem Schulleben an einer Highschool lässt sich vielleicht nicht ganz auf unsere Schulen übertragen. Aber Taras Sorgen und Erlebnisse sind doch so nah am Leben vieler Teenager dran, dass sie sich mit Sicherheit gut in sie hineinversetzen können.
Für alle Kinder und Jugendlichen ab etwa 10 Jahren, die sensible Geschichten mögen, aber auch gerne über einen Comic lachen, ist "How It All Ends" sehr empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Ein witziges schottisches Schafabenteuer für Kinder im Grundschulalter

Mäc Mief und die rätselhafte Schafentführung
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Für meinen 8-jährigen Sohn und mich ging es gerade mit dem Buch "Mäc Mief und die rätselhafte Schafentführung" von Carola Becker nach Schottland. Wir mussten unbedingt noch einmal auf die Olifant-Farm ...

Für meinen 8-jährigen Sohn und mich ging es gerade mit dem Buch "Mäc Mief und die rätselhafte Schafentführung" von Carola Becker nach Schottland. Wir mussten unbedingt noch einmal auf die Olifant-Farm und ein witziges Schafabenteuer erleben, nachdem uns der letzte Band schon so gut gefallen hat.
Natürlich waren wir wieder mit dem einzigartigen Schaf Mäc Mief und der Hütehündin Bonnie unterwegs. Zusammen mit den beiden mutigen Tieren haben wir uns auf die rätselhafte Suche nach dem supernetten Schafmädchen Malvina gemacht. Ob wir sie gefunden haben, muss man unbedingt selbst lesen.
Denn das Abenteuer ist witzig und ereignisreich zugleich. Dabei eignet sich das Buch wunderbar zum Vorlesen. Durch die vielen tollen Illustrationen von Ina Krabbe gibt es auf jeder Seite passende Bilder, bei denen auch die schottische Umgebung schön gezeigt wird inklusive verregneter Schafweiden und dem Viadukt bei Glenfinnan.
Da meinem Sohn die Geschichte so gut gefallen hat, hat er bei uns das nächste Vorlesen gar nicht abgewartet und das Buch schon einmal alleine zu Ende gelesen. Es eignet sich nämlich auch sehr gut zum Selberlesen für Kinder, die einfachen Erstlesebüchern schon entwachsen sind. Die Textlänge, Sprache und Gestaltung sind perfekt für alle Kinder ab etwa 7 Jahren.
Besonders gut gefallen hat uns, wie mutig Mäc Mief diesmal war. Er konnte seine Angst überwinden und hatte dabei immer die Unterstützung seiner Freundin Bonnie. Die zwei sind wirklich ein tolles Team. Wir werden sie hoffentlich noch bei weiteren Abenteuern in Schottland begleiten. Für alle, die die Reihe noch nicht kennen, ist der Einstieg mit jedem Band möglich, denn sie sind komplett unabhängig voneinander lesbar.
Wir empfehlen "Mäc Mief und die rätselhafte Schafentführung" daher allen Kindern im Grundschulalter, die Tiergeschichten mögen und sich schon immer einmal gefragt haben, was Tiere machen, wenn wir Menschen nicht dabei sind. Das kann nämlich unglaublich witzig werden.

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Veröffentlicht am 10.04.2026

Perfekter Abschluss einer großartigen Trilogie

Sepia 3: Sepia und der Fluch des Tintendrachen
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Fast zwei Jahre ist es her, da sind wir das erste Mal in die Welt von Sepia eingetaucht und blieben fasziniert zurück. Jetzt ist endlich der dritte abschließende Band "Sepia und der Fluch des Tintendrachen" ...

Fast zwei Jahre ist es her, da sind wir das erste Mal in die Welt von Sepia eingetaucht und blieben fasziniert zurück. Jetzt ist endlich der dritte abschließende Band "Sepia und der Fluch des Tintendrachen" von Theresa Bell erschienen.
Wieder waren wir so gefesselt, dass wir das Buch nicht beiseitelegen konnten, denn es wird gefährlich für Flohall und alle seine Bewohnerinnen und Bewohner. Die Stadt versinkt in zerstörerischem Nebel, der etwas mit dem Tintendrachen und Flo, der Stadtgründerin, zu tun haben muss. Sepia, Sanzio und Niki stehen wieder vor einem atemberaubenden Abenteuer, das sie noch mehr fordert als alles je zuvor.
Ganz besonders begeistert waren wir wieder von Theresa Bells Schreibstil. Alles war so deutlich erlebbar, dass wir den tückischen Nebel und die Kälte spüren konnten. Wir haben mit Sepia und ihren Freunden gezittert, gebangt und doch wieder Mut geschöpft. Wir sind mit ihnen in eine unglaubliche Welt eingetaucht, sodass wir alles andere um uns herum vergessen haben.
Dabei hat uns wieder diese ganz besondere Art der Tintenmagie und Alchemie verzaubert, die die Sepia-Reihe so einzigartig machen. Und selbst in den dunkelsten Augenblicken gab es ruhige Momente, die vor Hoffnung nur so gestrahlt haben. Außerdem hat uns sehr gefallen, wie Sepia, Sanzio und Niki zusammen agieren, wie ihre Freundschaft noch weiter wächst und wie sie füreinander einstehen.
Besonders beeindruckend war für uns, wie Theresa Bell die vielen kleinen Hinweise und Fäden schon in den ersten beiden Bänden ausgelegt hat, die sie im abschließenden Band gekonnt zusammenführt. Alles ergibt Sinn und setzt sich zu einem kleinen Kunstwerk zusammen.
Am besten, man liest direkt alle drei Bände kurz hintereinander. Dann findet man bestimmt noch mehr Details, die uns entgangen sind, weil der Leseabstand bei uns so groß war. Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt, um mit dieser abgeschlossenen Trilogie zu starten. Von uns gibt es von Herzen eine Leseempfehlung an alle Kinder ab etwa 10 Jahren, die fantastische Welten lieben und ein starkes Team bei einem spannenden Abenteuer begleiten wollen.

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Veröffentlicht am 08.04.2026

Dem Neandertaler auf der Spur - für alle geschichtsinteressierten Kinder

Der rätselhafte Verwandte aus der Eiszeit
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Woher kommen die Menschen? Wie sahen unsere frühesten Verwandten aus? Und woher wissen wir das überhaupt? Meine Kinder und ich haben schon einiges über die Vorfahren der Menschen gelesen und Museen besucht. ...

Woher kommen die Menschen? Wie sahen unsere frühesten Verwandten aus? Und woher wissen wir das überhaupt? Meine Kinder und ich haben schon einiges über die Vorfahren der Menschen gelesen und Museen besucht. Das Buch "Dusty Diggers. Der rätselhafte Verwandte aus der Eiszeit - Das Geheimnis vom Neandertaler" von Silke Vry und Marie Geissler ist für uns eine tolle Ergänzung.
Der Fokus des Buches liegt zunächst auf der Entdeckung des Neandertalers. Es beschreibt, wie zwei italienische Bergarbeiter auf Knochen gestoßen sind und wie diese dann von den ersten Wissenschaftlern im 19. Jahrhundert untersucht wurden. Dabei wird deutlich, vor welchen Schwierigkeiten die damaligen Forscher standen und wie sich erst langsam die Theorie der Evolution durchsetzte.
Im zweiten Teil lernt man noch mehr über die Neandertaler und ihre Lebensweise. Hier wird einiges aus der Sicht der Menschen geschildert, die sich intensiv mit dem Neandertaler beschäftigt haben. Zum Beispiel erklärt eine Archäogenetikerin, dass die Unterschiede in der DNA gar nicht groß sind, und eine Künstlerin beschreibt, wie sie das Aussehen eines Neandertalers anhand der Knochenfunde rekonstruiert. Dieser Teil hat uns besonders gut gefallen, da die Einblicke in die Forschung besonders neugierig machen und den Blick für die Wissenschaft öffnen.
Auch die Illustrationen haben uns gut gefallen. Sie zeigen natürlich die gefundenen Knochen und die Menschen, die daran beteiligt waren, aber auch immer wieder sympathische Kinder, die lustige Kommentare abgeben.
Es ist für Kinder einfach genug erklärt und zugleich voller spannender Fakten über den Neandertaler und seine Entdeckung. Alle, die sich für die Geschichte des Menschen und für die Arbeit der Forschenden interessieren, kommen hier voll auf ihre Kosten.

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