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Veröffentlicht am 22.09.2024

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Die außergewöhnlichen Abenteuer der Alice Tonks
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Sie hätte es wissen müssen! Nach dem misslungenen Willkommenstag ihrer neuen Schule bezweifelt Alice, dass die Pebblewood School das richtige Internat für sie ist. Sie fühlt sich verloren und einsam. Doch ...

Sie hätte es wissen müssen! Nach dem misslungenen Willkommenstag ihrer neuen Schule bezweifelt Alice, dass die Pebblewood School das richtige Internat für sie ist. Sie fühlt sich verloren und einsam. Doch dann findet sie unverhofft Freunde. Und plötzlich kann sie mit Tieren sprechen ...

Die elfjährige Autistin Alice kommt ins noble Internat Pebblewood School. Zunächst plagt sie dort Heimweh, da sie sich mit Veränderungen schwertut und auch nicht leicht Freunde findet. Doch dann wendet sich eine Möwe in Not an Alice und bittet sie um ihre Hilfe. Zahlreiche Tiere sind spurlos verschwunden und es werden immer mehr. Alice kann Agent T, so nennt sich der Vogel, verstehen und mit ihm reden. Auch mit anderen Tieren kann sie jetzt kommunizieren, was sie gleichermaßen verwirrt und fasziniert. Alice will Agent T helfen und den Tierkidnapper entlarven. Als sie in Tim und Ottie auch zwei menschliche Freunde findet, fühlt sie sich nicht mehr einsam an der neuen Schule. Doch je näher sie dem Tierdieb kommt, desto größer wird die Gefahr, in der sie schwebt.

Emily Kenny hat mit Alice Tonks eine wunderbare Heldin geschaffen, die gleichzeitig ängstlich und mutig ist. Sie fühlt sich von ihren Mitschülern gemobbt und abgelehnt, weil sie anders ist als diese. Trotzdem hat sie die Fähigkeit entwickelt, Freundschaften zu schließen. Die Autorin beschreibt die Schwierigkeiten, die ein autistisches Kind hat, sehr anschaulich. Sie weiß, wie Alice sich fühlt, denn Emily Kenny ist selbst Autistin. Auch ihre anderen Charaktere sind durchweg glaubwürdig und gut getroffen, ob die Freunde Tim und Ottie, die gemeinen „Teuflischen Schwestern“ oder Constance, die kapriziöse Internatskatze.

Ich habe das Buch sehr gern gelesen. Kennys Schreibstil macht Spaß und fesselt die Lesenden. Scheint der Verbrecher zunächst schnell entlarvt, so erweist sich eine Spur nach der anderen als kalt. Hinter den Tierdiebstählen steckt weit Größeres als vermutet. Um das Rätsel zu lösen, muss Alice über sich hinauswachsen und ein gut gehütetes Geheimnis lüften. Auch Tim und Ottie haben ernsthafte Probleme und müssen dafür eine Lösung finden. Für Spannung ist also gesorgt. Das freche Cover rundet den positiven Gesamteindruck hervorragend ab.

„Die außergewöhnlichen Abenteuer der Alice Tonks“ sind ein großer Lesespaß für alle jungen und jung gebliebene Menschen. Ich hoffe, bald neue Abenteuer mit Alice, Tim, Ottie, Granny und der LGPVT, der loyalen Gesellschaft zur Prävention von Vergehen an Tieren, zu erleben.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Mörderjagd auf den Spuren von Byron und Shelley

Ein romantischer Tod
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Commissario Vito Grassi und Ispettore Marta Ricci genießen ein köstliches Menü. Wer hätte gedacht, dass der exzentrische Rechtsmediziner Andrea Penza nicht nur ein Feinschmecker ist, sondern derart gut ...

Commissario Vito Grassi und Ispettore Marta Ricci genießen ein köstliches Menü. Wer hätte gedacht, dass der exzentrische Rechtsmediziner Andrea Penza nicht nur ein Feinschmecker ist, sondern derart gut kochen kann? Leider wird das Essen von einem Leichenfund unterbrochen. Nahe des Sentiero Azzuro wurde ein Toter aufgefunden, offensichtlich erschlagen beim Einsturz einer jahrhundertealten Trockenmauer. Unfall oder Mord? Während Grassi den Fundort betrachtet, hat er das Gefühl eine Inszenierung zu sehen. Dann hört er ein Geräusch, ahnt einen Schatten - und wacht im Krankenhaus wieder auf.

In „Ein romantischer Tod“ lässt Andrea Bonetto sein Team nicht nur in einem mysteriösen Todesfall ermitteln. Grassi und Ricci werden auch mit dem internen Korruptionsverdacht gegen Questore Feltrinelli konfrontiert. Doch sie lösen unbeirrt ihren dritten Fall und haben mich wieder spannend unterhalten.

Während vor allem der Vize-Questore, der zum ersten Mal eine Ermittlung leitet, von einem Unfall mit Todesfolge ausgeht, wird Grassis Sturz als Missgeschick gewertet. Vito hat mit starken Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen und gelegentlichen Aussetzern zu kämpfen. Außerdem kann er zunächst nur an Krücken gehen. Er ist davon überzeugt, dass der Wanderer ermordet wurde. Warum soll eine uralte Mauer plötzlich einstürzen? Der Fall lässt dem Commissario keine Ruhe und so ermittelt er trotz seiner angeschlagenen Verfassung und den Einwänden von Tochter Lucy und Freundin Tony stur weiter. Dottore Penza gibt alles, um Vitos Mordthese zu beweisen. Bald kann Grassi einige verdächtige Personen ins Visier nehmen. Einen zwielichtigen Italo-Amerikaner, eine Erbin, die ihren Namen geändert hat und einen Dichter, der sich als Nachfahre von Percy Shelley sieht. Doch noch fehlen die Beweise. Der diesjährige Coppa Byron, ein legendären Wettkampf an dem auch Dottore Penza teilnimmt, bringt die Wende. Vito und Marta erleben mit, wie auf einen Verdächtigen ein Mordanschlag verübt wird.

Der neue Ligurien-Krimi hat mich rundum begeistert. Ich liebe die kantigen Charaktere, wie den muffigen, trotzdem sympathischen Commissario, der seine Gefühle verbirgt, aber inzwischen in seiner neuen Heimat angekommen ist. Sein vermeintlicher Unfall macht Grassi noch grantiger als üblich. Da die Ermittlungen nicht vorangehen, befürchtet er seinen Instinkt verloren zu haben und die Nerven liegen blank.

Seine taffe Kollegin Marta Ricci, eine hervorragende Ermittlerin mit vorbildlicher Arbeitsmoral, die mit ihren Tattoos und farbigen Kontaktlinsen eher nicht wie eine Polizistin aussieht. Die Ispettore versucht auf das Wohlbefinden Vitos zu achten und seine Ausfälle und Aggressionen in Schach zu halten. Daneben kümmert sich Marta noch um die Intrige gegen Questore Feltrinelli. Wer steckt dahinter?

Der exzentrische Rechtsmediziner Penza, der leckeres Essen schätzt, sehr gern doziert und sich liebend gern mit dem Commissario zofft. Doch Grassi kann sich auf den Dottore verlassen. Wenn es Spuren zu finden gibt, wird er sie entdecken.

Der Umgangston der Protagonisten veranlasst zum Schmunzeln. Wenn Penza die Allgemeinbildung seiner Kollegen bemängelt oder unerwünscht Küchentipps verteilt. Oder Marta den Commissario fragt, ob er weiß, wie er die Taschenlampe seines Handys aktivieren kann. Auch Vitos kleiner Panda besitzt Persönlichkeit. Spielt er doch ausschließlich Musik der Band Creedence Clearwater Revival (1967-1972), was Vito gefällt, aber Marta gehörig auf die Nerven geht. Das Lokalkolorit mit der herrlichen Landschaft, regionalen Eigenheiten wie den bis zu 500 Jahre alten Trockenmauern, lokaler Geschichte, hier das Kapitel der Dichterfreunde Byron und Shelley, und dem leckeren Essen, rundet den Krimi ab.

Schließlich wird der Fall gelöst und alle Fragen beantwortet. In der Questura geht alles wieder seinen gewohnten Gang und Commissario Vito Grassi ist rundum zufrieden. Er vergleicht sich mit dem alten kampferprobten Kater, den er gelegentlich in Riomaggiore trifft. Wer einen humorvollen, atmosphärischen Krimi sucht, der mit wenig Gewalt auskommt und trotzdem spannend ist, sollte mit Grassi und Ricci auf Verbrecherjagd gehen.

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Veröffentlicht am 09.04.2026

Gemütlicher Einstieg in eine märchenhafte Cosy Fantasy

The House Witch 1
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Der junge Koch Finlay Ashowan tritt seine neue Stelle am Hof von Daxaria an. Was keiner erfahren soll, er ist eine Haushexe! Seine Zauberkräfte bündeln sich in allem, was Heim und Herd betrifft. Zunächst ...

Der junge Koch Finlay Ashowan tritt seine neue Stelle am Hof von Daxaria an. Was keiner erfahren soll, er ist eine Haushexe! Seine Zauberkräfte bündeln sich in allem, was Heim und Herd betrifft. Zunächst bringt er die Schlossküche in Ordnung, dann liefert er sich eine heftige Diskussion mit der Hausdame Ruby, die im deutlich mehr Helfer anträgt als Fin beschäftigen möchte. Je weniger Menschen der Koch um sich hat, um so sicherer fühlt er sich. Doch die geheimnisvolle Adelige Lady Annika und der siebenjährige Prinz Eric scheinen eine Vorliebe für Finlays Gesellschaft zu entwickeln. Und dann stellt ihn auch noch der Hofmagier auf die Probe.

Was ist Cosy Fantasy? Als solche wurde „The House Witch 1: Der Koch des Königs“ in meiner Lieblingsbuchhandlung beworben. Prompt wurde ich neugierig und gab dem Buch eine Chance. Ich habe es nicht bereut.

Finlay ist eine Haushexe. Genau genommen ist er der einzige seiner Art seit 100 Jahren. Viele der anderen Hexen schauen auf ihn herab, da er eine hybride oder „unreine“ Hexe ist, wie fanatische Puristen sagen. Zu diesen gehört auch sein eigener Vater, den er seit 20 Jahren nicht mehr getroffen hat. Die Menschen misstrauen allen Hexen, die erst seit 50 Jahren nicht mehr verfolgt werden. Das erklärt, warum Fin so eigenbrötlerisch ist und häufig unhöflich bis schroff erscheint. Erst im Schloss lernt er Freundschaft, Loyalität und Zuneigung abseits der Mutterliebe kennen. Das beginnt mit seinem tierischen Sidekick, dem kleinen Kater Kraken und setzt sich mit dem blitzgescheiten Prinzen Eric fort. Später beschützt er das Küchenmädchen Hannah vor den derben Späßen übergriffiger Ritter und gewinnt eine loyale Freundin. Dass er sich auch noch verliebt, damit hätte Fin selbst nicht gerechnet. Doch natürlich stehen dieser Verbindung große Hindernisse im Weg. Während dieser Entwicklungen im Schloss mehren sich im Land unheilvolle Zeichen. Das aggressive benachbarte Königreich Troivack rüstet zum Krieg gegen Daxaria. Annikas widerlicher Bruder Lord Piereva und Fins machtgieriger Vater Aidan Helmer, der dort als Militärchef agiert, sind daran maßgeblich beteiligt.

Nach und nach werden die zahlreichen Protagonisten vorgestellt, die dank des gemächlichen Erzähltempos den Leser nicht überfordern. Die Charaktere haben mich schnell begeistert. Der sympathische Fin, der sich seiner Fähigkeiten nicht voll bewusst ist und trotz einer liebevollen Mutter keine schöne Kindheit hatte. Die geheimnisvolle, mutige Annika, die sich als Frau in einer männerdominierten Welt durchsetzen will und eine fähige Spionin ist. Das Küchenmädchen Hannah, eine meiner Lieblingsfiguren, die mit Fins Hilfe ihr Selbstbewusstsein entdeckt und sehr loyal ist. Das sympathische Königspaar, Norman und Ainsley, mit ihrem liebenswürdigen Sohn. Auch die Nebencharaktere sind individuell gezeichnet, bspw. die drei bzw. vier ungehobelten Ritter, die eine erstaunliche Entwicklung durchlaufen.

Das Worldbuilding überzeugt, wir finden uns in einer mittelalterlichen Zeit wieder, die magische Elemente aufweist. Besonders gefallen hat mir die märchenhafte Atmosphäre und die gemütliche Entwicklung der Erzählung. Für manchen Leser kommt vermutlich die Spannung zu kurz, aber die Autorin stellt im Einstiegsband ihre Charaktere und die Schauplätze vor. Damit füllt sie locker die 624 Seiten des ersten Bandes, ohne dass bei mir Langeweile aufkam. Vielmehr hatte ich den Eindruck, dass nun die Weichen für den Fortgang der Geschichte gestellt sind. Lediglich mehr Raum für Kätzchen Krakens eigene Geschichte hat mir gefehlt. Insgesamt hat mich diese warme, märchenhafte Cosy Fantasy aber bestens unterhalten. Im englischen Original existieren bereits zwei weitere Bände, was mich auf eine baldige Fortsetzung der Reihe hoffen lässt.

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Plötzlich Königin!

Red as Royal Blood
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Die junge Ruby wurde vor 20 Jahren von der Köchin Mellie auf der Schwelle des Schlosses gefunden. Seither lebt das Findelkind am Hof und wurde zur Dienstmagd ausgebildet. Da sie schon immer sehr wissbegierig ...

Die junge Ruby wurde vor 20 Jahren von der Köchin Mellie auf der Schwelle des Schlosses gefunden. Seither lebt das Findelkind am Hof und wurde zur Dienstmagd ausgebildet. Da sie schon immer sehr wissbegierig war, hat Mellie dafür gesorgt, dass der Hauslehrer der Prinzen Ruby, unterrichtete. Das erweist sich bald als sehr nützlich. Denn nach König Octavius` plötzlichem Tod, legt sie eine Blitzkarriere hin. Von der Dienstmagd zur Königin. Keiner der Prinzen, sondern Ruby wurde vom Herrscher als Erbe auserwählt. Ab sofort befindet sich die ehemalige Dienstmagd in Lebensgefahr. Denn der König wurde vergiftet und sein Mörder hat es auch auf Ruby abgesehen.

Wie reagiert eine intelligente junge Frau, deren Zukunftsaussichten sich plötzlich grundlegend ändern? Ruby verfügt über großes Talent für das Schachspiel und ist mit Taktik und strategischem Denken vertraut. Dies und ihre für eine Dienstmagd ungewöhnlich gute Erziehung erleichtern ihr die ersten Schritte im „neuen Beruf“. Worauf mag sich die kryptische Nachricht des Königs beziehen, „Die Antwort liegt in der Vergangenheit“? In seiner oder ihrer? Sie beginnt zu ermitteln und wird durch einen Mordanschlag auf sich zusätzlich motiviert. Zunächst gelingt es ihr, die Tagebücher des Königs aufzuspüren und zu lesen.Ruby kommt bald der Verdacht, dass der Tod des Thronfolgers vor wenigen Monaten keineswegs ein Unfall, sondern bereits der erste Mord war.

Die ehemalige Dienstmagd Ruby ist eine kluge junge Frau, der kein Rätsel zu schwierig und keine Herausforderung zu groß ist. Sie versucht das Beste aus ihrer Situation zu machen, bleibt bodenständig und wählt ihre Vertrauten sorgfältig aus. Am meisten zu schaffen macht ihr, dass sie für den naheliegendsten Verdächtigen romantische Gefühle empfindet. Die Geschichte wird aus Rubys Perspektive erzählt und so erleben wir diese Entwicklung hautnah mit.

Elisabeth Hart hat mit „Red as Royal Blood“ eine Geschichte geschrieben, die alles enthält, was spannende Unterhaltung garantiert. Intrigen, Geheimgänge, Verschwörer, unglückliche Liebe, rätselhafte Abstammung, rauschende Bälle, gefahrvolle Situationen und romantische Gefühle. Dazu das königliche Ambiente und eine bezaubernde kleine Katze.

Letztlich werden alle Rätsel gelöst. Dem Geheimnis um Rubys Abstammung bin ich auf die Spur gekommen, aber das Mordkomplott konnte ich nicht aufklären. Dabei ist die Lösung logisch und nachvollziehbar. Es macht Spaß, Ruby bei ihren Ermittlungen zu begleiten. Sie scheint für die Nachfolge von König Octavius bestens geeignet und ist auch gewillt, sich mit den Rebellen zu verständigen.

Der Einzelband wird ab 14 empfohlen, ist aber auch für Erwachsene als leichte Lektüre gut geeignet.

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Mord in der Lübecker Marienkirche

Ostseehölle
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Jürgen Poscher hat die Ausbildung zum Kirchen-Guide absolviert und die Abschlussprüfung bestanden. Jetzt steht seine erste Führung durch St. Marien an. Leider verläuft Poschners Premiere nicht wie erhofft. ...

Jürgen Poscher hat die Ausbildung zum Kirchen-Guide absolviert und die Abschlussprüfung bestanden. Jetzt steht seine erste Führung durch St. Marien an. Leider verläuft Poschners Premiere nicht wie erhofft. Teilnehmer seiner Gruppe entdecken auf dem Boden des Nordturms eine Leiche.

Eva Almstädt lässt ihre Ermittlerin, Hauptkommissarin Pia Korittki, bereits in ihrem 21. Fall ermitteln. Ich war schon sehr auf meinen Ausflug nach Lübeck gespannt und wurde nicht enttäuscht.

Die Identität des Opfers, das aus 20 m Höhe in den Tod stürzte, ist bald geklärt. Sibylle Freiwald war erst vor einem Jahr von Kiel in einen Vorort Lübecks gezogen. Die Obduktion ergibt, dass sie das Opfer eines Gewaltverbrechens wurde. Pia übernimmt die Leitung der Ermittlungen. Es ergeben sich einige Verdachtsmomente, doch ein echtes Motiv scheint keiner der Beteiligten zu haben. Dann übernimmt das LKA den Fall, da ein lokaler Politiker, der auf einer Todesliste angeblicher Terroristen steht, in den Kirchenmord involviert scheint. Die Lübecker Kripo untersucht einen Cold Case, der während ihrer Ermittlung in den Fokus geraten ist. Dem Leser ist dieser schon aus dem Prolog bekannt. Gehören die beiden Fälle zusammen?

Wie gewohnt, bewegt sich Pias Leben nicht in ruhigen Fahrwassern. Mit Freund Marten gerät sie mehrfach aneinander und auch das Berufsleben weist Turbulenzen auf. Ein Teammitglied scheint Probleme mit Pia zu haben, was zu Kompetenzgerangel führt.

Pia ist eine Frau mit Ecken und Kanten, die schon einiges erlebt hat. Auch dieses Mal überzeugt sie mit ihrem kriminalistischen Instinkt. Ihr Freund Marten ist gewillt, ein neues Kapitel in ihrer Beziehung aufzuschlagen. Ich bin gespannt, wie sich dies weiter entwickelt. Der Krimi weist dieses Mal eine Vielzahl an Personen auf, sodass ein Namensverzeichnis angenehm wäre.

Erneut konnte mich Eva Almstädt mit Pias neuestem Fall fesseln. Mir gefällt ihr ausgewogener Mix aus Ermittlung und Privatleben der Hauptkommissarin. Der flüssige Schreibstil und der anhaltende Spannungsbogen sorgen für großes Lesevergnügen. Das Lokalkolorit, wie die Erwähnung des auf dem Fünfzigmarkschein abgedruckten Holstentors, und die Möglichkeit des Mitratens sind für mich ein zusätzliches Plus.

Nach einigen Verwicklungen und Wendungen können gleich zwei Verbrechen aufgeklärt werden. Ein spannender Showdown läutet die Entlarvung der schuldigen Person ein. Dieses Mal kam ich dem Täter nicht auf die Spur. Die Auflösung war für mich überraschend, aber überzeugend. Die Umstände bzw. das Motiv für die Morde haben mich erschüttert. Der Fall wird logisch aufgeklärt und alle Fragen beantwortet. Nur die Verhaltensweise einer Person, die sich mit ihren miesen Taten brüstete, erschien mir unglaubwürdig. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. „Ostseehölle“ ist ein spannender Krimi, der seinen Titel zu Recht trägt. Ich wurde kurzweilig unterhalten und werde Pia auch bei ihrem nächsten Fall begleiten.

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