Eine Geschichte, die. im Kopf bleibt
ZugwindInhalt
Mira Zehmann ist Hausärztin, Mutter, Ehefrau. Sie stammt aus einer jüdischen Familie in Odesa, vor Jahren hat sie zusammen mit ihrem Mann die Ukraine verlassen, um in Deutschland ihr eigenes Leben ...
Inhalt
Mira Zehmann ist Hausärztin, Mutter, Ehefrau. Sie stammt aus einer jüdischen Familie in Odesa, vor Jahren hat sie zusammen mit ihrem Mann die Ukraine verlassen, um in Deutschland ihr eigenes Leben zu leben – für sich und ihre kleine Tochter. Doch als in ihrer alten Heimat Bomben explodieren, gerät ihre Welt aus den Fugen, und ein erbarmungsloser Zugwind weht durch ihr Leben.
Die Hausarztpraxis wird zur Anlaufstelle, lang ist die Schlange der ukrainischen Patienten, die alle zu Mira wollen auf der Suche nach Trost, nach Heilung und Mitgefühl. Ob eine Affäre hilft, Miras Unmut über den unendlich langen Besuch der Schwiegermutter zu überwinden? Als Mira verfolgt, wie ihre Patienten zwischen den Welten reisen, steht für sie fest: Sie muss nach Odesa, muss ihre über neunzigjährige Oma besuchen, das Meer sehen, mit ihren Freunden tanzen gehen.
Rezension
Als das Buch "Zugwind" bei mir einzog, war ich sehr gespannt darauf, wie es sein wird. Die Leseprobe hatte mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen. Der Schreibstil, die Erzählung, die Worte an sich waren total inspirierend und zugleich erschütternd vor Intensität, die nicht nur zwischen den Zeilen mitschwang, sondern die die Geschichte an sich trug.
Die Protagonistin erzählt von ihrem Leben als Ärztin. In Deutschland und in Odesa. Zu ihr kommen Patienten, die vom Krieg gezeichnet sind und sich nach ihrem alten Leben sehnen. Durch diese Sehnsucht entstehen die Beschwerden. Manche, nicht alle. Im Grunde wollen sie reden, sich verstanden fühlen und nicht allein sein. Mit ihren Gefühlen, ihren Gedanken – ihrer Angst, die seit dem Krieg in der Ukraine ihr ständiger Begleiter ist.
Das hat die Autorin schön bildlich zusammengefasst. Die Geschichte ist mit so viel Gefühl geschrieben, dass man von Seite zu Seite schwingt. Zwischen dem Beschwingtsein und dem Schwerwerden, aber immer mit einem Lichtblick auf die Hoffnung, dass sich alles wieder ändern, zum Guten wenden, könnte. Sie zeigt uns, was wir verloren haben, was wir nicht sehen und was es uns manchmal kostet, wenn wir uns verlieren. Vor allem, wenn wir den Mut verloren haben, wir selbst zu sein, um für uns einzustehen. Uns schlecht zu fühlen für Dinge, die sich manchmal einfach so ergeben. Aus Umständen, aus Wünschen oder Träumen.