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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.05.2026

Spannender Krimi mit ein wenig zu viel Ecken und Kanten

Strandopfer
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"Strandopfer" von Frank Goldammer ist der erste Band einer neuen Reihe des Autors, die mit einem deutsch-polnischen Ermittlerduo aufwartet.

Der Kriminalfall an sich gefiel mir recht gut, wobei zum Schluss ...

"Strandopfer" von Frank Goldammer ist der erste Band einer neuen Reihe des Autors, die mit einem deutsch-polnischen Ermittlerduo aufwartet.

Der Kriminalfall an sich gefiel mir recht gut, wobei zum Schluss hin für meinen Geschmack ein wenig die Logik verloren ging. Der Fall ist spannend und bis zur Auflösung wusste ich selbst nicht, wie das Ganze ausgeht. Dabei wurde ich selbst beim Lesen mit meinen eigenen Vorverurteilungen konfrontiert, was dann auch zu den beiden ermittelnden Hauptfiguren passte. Lena Schuldt und Adam Krawczyk versuchen, einen Kriminalfall zu lösen, und schaffen es dabei nicht, ihre eigenen Gedanken, Vorurteile und Vorverurteilungen außer Acht zu lassen. Das liest sich trotz des flüssigen Schreibstils dann stellenweise ein wenig zu behäbig (etwa, wenn Lena zum gefühlt x-ten Mal nachts um ihre Übernachtungsmöglichkeit schleicht, weil sie sich bedroht fühlt).
An sich finde ich es nicht schlecht, dass Frank Goldammer Figuren mit Ecken und Kanten in seinen Romanen porträtiert (man denke hierbei nur an die Bruch-Romane). In "Strandopfer" wurde es mir aber stellenweise zu viel, weil das Fortkommen der Geschichte für mich darunter litt. Keine der im Roman vorkommenden Figuren war mir außerdem ansatzweise sympathisch. Mich stört dies beim Lesen nur bedingt, aber ich kann mir vorstellen, dass dies den einen oder anderen Leser verschreckt.

Insgesamt ein solider und spannender Krimi, der aber nur bedingt für alle Krimifans empfehlenswert ist, da nicht jeder und jede ein Ermittlerduo mag, das sich nicht wirklich versteht.

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Veröffentlicht am 09.04.2026

Von Pflanzen, Wurzeln und Menschen

Ein Ort, der bleibt
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"Ein Ort, der bleibt" von Sandra Lüpkes hat ein sehr schön gestaltetes Cover, das mich von Beginn an in den Bann des Romans zog.

Die Autorin versteht es sehr gut, drei Zeitebenen in diesem Roman zu beschreiben ...

"Ein Ort, der bleibt" von Sandra Lüpkes hat ein sehr schön gestaltetes Cover, das mich von Beginn an in den Bann des Romans zog.

Die Autorin versteht es sehr gut, drei Zeitebenen in diesem Roman zu beschreiben und diese mit vielen Details zu versehen. Sie nutzt hierfür eine berichtartige Sprache, die ein schnelles Lesen ermöglicht. Insgesamt habe ich durch diesen Roman viel über die türkische und die deutsche Geschichte gelernt. Auch die Beschreibungen von Pflanzen, deren Mutationen und Standortbedingungen gefielen mir recht gut und wurden gut mit den jeweiligen Schicksalen der einzelnen Hauptpersonen verknüpft. Entwurzelung, Neuansiedlung und Veränderungen betreffen in diesem Roman Pflanzen und Menschen gleichermaßen. Dies hat die Autorin meiner Meinung nach sehr gut umgesetzt. Dennoch blieben die einzelnen Protagonistinnen und Protagonisten für mich ein wenig blass. Ein wenig mehr Gefühlstiefe und dafür etwas weniger Details und Umfang hätten dem Roman meiner Meinung nach gutgetan.

Insgesamt ist "Ein Ort, der bleibt" ein solider Roman, der viele interessante Informationen zwischen knapp 500 Buchseiten packt, inklusive Porträts der im Roman vorkommenden realen Figuren am Ende des Buchs. Empfehlenswert für Fans historischer Romane, die gerne viele Details beim Lesen mitnehmen möchten.

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Veröffentlicht am 21.03.2026

Spannend und rätselhaft

Nordlicht - Das fremde Gesicht
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"Nordlicht – Das fremde Gesicht" ist bereits der siebte Band aus Anette Hinrichs Reihe, in dem im deutsch-dänischen Grenzgebiet ermittelt wird. Dabei ermitteln auf deutscher Seite Vibeke Boisen und auf ...

"Nordlicht – Das fremde Gesicht" ist bereits der siebte Band aus Anette Hinrichs Reihe, in dem im deutsch-dänischen Grenzgebiet ermittelt wird. Dabei ermitteln auf deutscher Seite Vibeke Boisen und auf dänischer Rasmus Nyborg. Obwohl es sich um eine Krimireihe handelt, lässt sich dieser Band auch ohne Kenntnisse der vorhergehenden Bücher gut lesen, da auf wichtige Punkte der vorherigen Bände eingegangen wird. Die Printausgabe wartet außerdem in der Klappe mit Kurzporträts der beiden Hauptfiguren auf. Ich selbst habe die Reihe bisher lose gelesen, je nachdem, ob mich der jeweilige Fall gereizt hat, und konnte dem Verlauf von "Das fremde Gesicht" sehr gut folgen.

Anette Hinrichs hat mit dem siebten Band der Reihe einen sehr spannenden Krimi vorgelegt, der an realen Schauplätzen spielt und dadurch sehr authentisch wirkt. Hinzu kommt das Ermittlerpaar, das Ecken und Kanten aufweist und somit für mich auch nicht so "glatt" oder "perfekt" wirkt, sondern nahbar. Zudem hat die Autorin einen flüssigen Schreibstil, der ein schnelles Lesen und einen guten Einstieg in die Handlung ermöglicht. Anette Hinrichs schaffte es überdies mühelos, Orts- und Zeitwechsel zu vollziehen, ohne dass ich den roten Faden beim Lesen verloren habe.

Der Fall im Krimi wirkt zudem nicht konstruiert, sondern die Geschehnisse sind für mich schlüssig, sodass ich auch hier mit gespannter Freude weitergelesen habe. Ein insgesamt sehr gelungener Kriminalroman, der nicht nur Fans der Reihe, sondern auch Neulinge für "Nordlicht" begeistern dürfte.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Selbstreflexion während einer Autofahrt

Grüne Welle
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Esther Schüttpelz kannte ich bisher nicht, somit war "Grüne Welle" diesbezüglich eine Premiere für mich.

Die Autorin hat eine spezielle Art zu schreiben; einerseits distanziert, indem keine Namen genannt ...

Esther Schüttpelz kannte ich bisher nicht, somit war "Grüne Welle" diesbezüglich eine Premiere für mich.

Die Autorin hat eine spezielle Art zu schreiben; einerseits distanziert, indem keine Namen genannt werden und relativ unpersönlich von den handelnden Personen erzählt wird: "die Frau", "die Freundin der Frau", "der Mann" usw. Andererseits werden Gedankengänge teilweise detailliert beschrieben. Auf dieses, ich nenne es mal "Lesespiel", muss man bereit sein, sich einzulassen. Tut man das, kann man sich auf ein kurzweiliges Lesevergnügen einstellen, das sich nach und nach entfaltet. So nähert man sich mit jedem gefahrenen Kilometer der zunächst unpersönlich erscheinenden Hauptfigur an und beginnt, ihre Beweggründe nachzuvollziehen. Mir gefiel dieser Ansatz sehr gut, und mich hat die Autorin damit abgeholt. Von Vorteil war dabei sicherlich, dass nach einem für mich etwas schleppenden Beginn die Geschichte buchstäblich Fahrt aufnimmt und mit einigen Überraschungen aufwartet.

Insgesamt kann ich "Grüne Welle" allen ans Herz legen, die mal etwas Neues bzw. Anderes beim Lesen ausprobieren möchten. Esther Schüttpelz forderte meine Lesegewohnheiten heraus, aber die Lektüre hat sich definitiv gelohnt.

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Veröffentlicht am 07.02.2026

Gewohnt spannend bis zum Schluss

Grenzfall – Ihr Grab in den Fluten
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Der sechste Grenzfall-Krimi von Anna Schneider trägt den sehr passenden Titel "Ihr Grab in den Fluten" und weiß, wie gewohnt, mit viel Spannung zu überzeugen.

Dank einer flüssigen Sprache und einer guten ...

Der sechste Grenzfall-Krimi von Anna Schneider trägt den sehr passenden Titel "Ihr Grab in den Fluten" und weiß, wie gewohnt, mit viel Spannung zu überzeugen.

Dank einer flüssigen Sprache und einer guten Kapitellänge gelingt es der Autorin erneut, mich in den Bann eines Kriminalfalls zu ziehen, der während einer Flutkatastrophe spielt. Sie schafft es dabei gekonnt, sowohl die Auswirkungen der Naturkatastrophe als auch den Fall so zu beschreiben, dass ich mir alles vor meinem inneren Auge vorstellen konnte.

Hinzu kommen zwei für mich tolle Ermittlerduos, dies- und jenseits der Grenze. Und ein interessantes Vater-Tochter-Gespann, das sehr harmonisch agiert. Somit bleibt die Reihe stark, obwohl dies bereits das sechste Buch der Serie ist. Nur einen Stern muss ich bei der Bewertung abziehen, weil es mir zum Schluss hin etwas zu schnell ging und ich nicht alle Stränge der einzelnen Handlungen sinnvoll abschließend zusammenbringen konnte.

Es insgesamt gelungener Kriminalroman, der meiner Meinung nach die meisten Krimifans und Fans der Reihe zufriedenstellen sollte.

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