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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.05.2026

Brillantes Ermittlungsteam

Der Zögling
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Der suspendierte Detective Washington Poe wird zur Aufklärung eines äußerst brutalen Mordes in den Dienst zurückgerufen: Das Opfer wurde gefoltert und verbrannt in einem Steinkreis in der Grafschaft Cumbria ...

Der suspendierte Detective Washington Poe wird zur Aufklärung eines äußerst brutalen Mordes in den Dienst zurückgerufen: Das Opfer wurde gefoltert und verbrannt in einem Steinkreis in der Grafschaft Cumbria aufgefunden. Der Täter scheint unauffindbar zu sein. Zusammen mit der brillanten, aber sozial inkompatiblen Kollegin Tilly Bradshaw macht Poe sich auf die Suche nach dem Brandopferer, wie der Täter bereits genannt wird. Sie ahnen beide noch nicht, wohin sie die Ermittlungen führen werden...

Das Buch ist der erste Band um DS Washington Poe und seine junge Kollegin Tilly. Die beiden ergeben ein äußerst effektives Team, sie ergänzen sich aufs Beste. Da beide Außenseiterpositionen bekleiden, ergibt sich so manche humorvolle Szene, vor allem aber halten sie sich bei ihren Ermittlungen so gar nicht an das, was ihnen von oben vorgegeben wird. Genau das aber macht das Besondere an diesem Buch aus, denn nur so können die beiden genau die wichtigen Informationen finden, die sie in ihren Ermittlungen weiterbringen. Die Auflösung hat mich überrascht, denn obwohl der Autor seine Fährten gelegt hat und ich tüchtig mitgerätselt habe, war auch mir der Täter immer mehrere Schritte voraus. Ich bin schon gespannt auf die weiteren Bände um dieses Ermittlerteam.

Mir hat dieser Kriminalroman von der ersten Seite an spannende Lesestunden beschert. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

Veröffentlicht am 06.05.2026

Wunderschön magisch

Faye Fableheart, Band 1 - Das magische Schloss
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Der Zauberer des Westens ist im Schlaf gestorben. Faye Fableheart soll nun, zusammen mit den anderen Bediensteten des Schlosses, die Vorbereitungen dazu leisten, damit ein Nachfolger gesucht werden kann. ...

Der Zauberer des Westens ist im Schlaf gestorben. Faye Fableheart soll nun, zusammen mit den anderen Bediensteten des Schlosses, die Vorbereitungen dazu leisten, damit ein Nachfolger gesucht werden kann. Die Bewerber müssen sich in einem gegenseitigen Wettbewerb beweisen. Faye wäre ja eigentlich bestens dafür geeignet, die Lehre beim Zauberer anzutreten, doch es darf keine weiblichen Zauberer geben. Da hat aber keiner mit der riesengroßen Gefahr gerechnet, die im Hintergrund lauert...

Das Buch ist der erste Band einer Reihe um Faye, der Tochter des Gärtners im Schloss. Eigentlich ist ihr Vater sehr versiert in Zaubereien, doch er ist aufgebrochen, um weitere Zutaten für die Magie zu holen. Und so überschlagen sich die Ereignisse, denn der Zauberer selbst scheint für seine Aufgaben völlig ungeeignet zu sein. Faye ist ein Mädchen, das sich von Anfang an sehr sympathisch zeigt, verantwortungsbewusst und einfühlsam für alle Bewohner des Schlosses, aber auch sehr kompetent in allen Fragen der Zauberei. Die Geschichte verbreitet schon auf den ersten Blick einen äußerst magischen Charme, schon allein die aufwändige und liebevolle Verarbeitung des Buches, von der äußeren Aufmachung bis hin zu den stimmungsvollen Illustrationen, weist darauf hin. In dieser magischen Atmosphäre gibt es aber ein gefährliches Geheimnis, dem Faye zusammen mit den Prinzengeschwistern Max und Illian auf die Spur kommt. Die vielen magischen Details der Geschichte sind wunderschön zu entdecken, angefangen beim Kompostdrachen Neil bis hin zu den Heckentieren, um diese hier stellvertretend zu benennen.

Dieses magische Kinderbuch ist von der ersten Seite an gelungen. Sehr gerne empfehle ich es für junge Leser ab ca. 9 Jahren und vergebe begeisterte 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 26.04.2026

Berührend

Mo & Moritz
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Als Mo von der Schule fliegt, erhält er die Chance auf eine Friseurlehre. Der Junge aus eher ärmlichen Verhältnissen mit muslimischen Wurzeln und mit den Erlebnissen eines Flüchtlings findet sich in einer ...

Als Mo von der Schule fliegt, erhält er die Chance auf eine Friseurlehre. Der Junge aus eher ärmlichen Verhältnissen mit muslimischen Wurzeln und mit den Erlebnissen eines Flüchtlings findet sich in einer glamourösen Welt wieder. Und er verliebt sich – in Moritz, einen Jungen aus einer jüdischen Familie. Während er die erste Liebe seines Lebens erlebt, muss er sich Gedanken über seine Familie machen. Drohen seine Träume und Hoffnungen schon im Ansatz zu ersticken?

Mo muss sich mit seiner eigenen Identität auseinandersetzen, ein Thema, das jeden Jugendlichen in der westlichen Welt beschäftigt. Doch Mo hat noch ein weiteres Thema, hat er doch traumatische Erfahrungen hinter sich, und auch Moritz' Familie hat eine tragische Geschichte im Gepäck. Kurz habe ich mich gefragt, ob die Liebe zwischen Mo und Moritz nicht zu sehr konstruiert ist. Doch schnell habe ich mich mitreißen lassen von den Geschehnissen, die so manch überraschende Wendung nehmen. Man fragt sich, ob es wirklich eine Lösung geben kann für die beiden... Die Problematik ist letztendlich spannend gelöst, genau passend zur Geschichte. Die Charaktere sind unterschiedlich angelegt, bei manchen bleibt die Erzählung eher an der Oberfläche, vor allem aber Mo bleibt immer im Blickwinkel des Autors und somit auch des Lesers. Sein Verhalten ist gut nachvollziehbar, seine Sorgen lassen den Leser nicht kalt.

Mich hat diese queere Liebesgeschichte mit ihren problembehafteten Hintergründen schnell in ihren Bann ziehen können. Sehr gerne empfehle ich dieses Jugendbuch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

Veröffentlicht am 09.04.2026

Spannender True Crime um Ötzi

Cold Case Ötzi
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Der Mordfall Ötzi hat seit Auffindung der mumifizierten Leiche sehr viele Menschen bewegt. Viele Spezialisten haben sich Gedanken darüber gemacht, warum Ötzi unterwegs war und warum er umgebracht wurde. ...

Der Mordfall Ötzi hat seit Auffindung der mumifizierten Leiche sehr viele Menschen bewegt. Viele Spezialisten haben sich Gedanken darüber gemacht, warum Ötzi unterwegs war und warum er umgebracht wurde. Ein Profiler, ein Rechtsmediziner, ein Spezialist für hochalpine Archäologie und ein Autor ziehen sich gemeinsam in eine abgeschiedene Selbstversorgerhütte zurück, um die Fakten zu diesem Fall zusammenzutragen. So entsteht ein interessanter Abriss dieses True-Crime-Falls, der den gegenwärtigen Stand der Wissenschaft aufzeigt.

Viele Fragen tauchten auf, als Ötzi im Eis aufgefunden wurde, viele Hypothesen wurden erörtert. Es war auch für den Laien spannend, hier einen Einblick in die Ermittlungen zu erhalten. Der Autor Josef Horn hat die Ergebnisse schriftlich festgehalten, die aus der Sicht von Archäologie, Forensik und Kriminalistik zu Ötzis Fall zusammengetragen wurden. Das Buch ist vielfach bebildert, vieles wird dadurch zusätzlich klarer. Die Zusammenstellung ist auch für Laien gut lesbar.

Auch wenn Ötzis Fall nach 5200 Jahren wohl nie richtig aufgeklärt werden kann, bietet dieses Buch doch einen interessanten Einblick in den Stand der Forschung. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

Veröffentlicht am 09.04.2026

Spannende Ermittlungen im Berlin der Nachkriegszeit

Die weiße Nacht
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Als die junge Fotografin Lou Faber im Schnee eine weibliche Leiche findet, verständigt sie die Polizei, doch sie schießt auch einige Fotos von der jungen Toten. Kriminalkommissar Alfred König übernimmt ...

Als die junge Fotografin Lou Faber im Schnee eine weibliche Leiche findet, verständigt sie die Polizei, doch sie schießt auch einige Fotos von der jungen Toten. Kriminalkommissar Alfred König übernimmt den Fall, so richtig voran kommt er aber erstmal nicht mit seinen Ermittlungen. Anfangs eher widerstrebend, doch zunehmend nimmt er Lous Gedanken über die Tote zur Kenntnis und ist auch an den Fotos interessiert, die die junge Fotografin geschossen hat. Noch ahnen die beiden es nicht, doch nur gemeinsam werden sie den Mordfall lösen.

Es ist der grimmig kalte Winter 1946, zwei Jahre nach Kriegsende in einem geteilten Berlin, wo vieles noch unklar ist und die Menschen vor allem nach Essen und Wärme suchen müssen, oft aber auch noch nach vermissten Personen wie auch nach einer Perspektive für die Zukunft. Schnell lässt die Autorin Anne Stern den Leser in die damalige Zeit eintauchen und miterleben, wie mühsam das Leben in diesem bitterkalten Winter war. Der Mordfall, dem noch weitere folgen werden, wirft die Ermittler zurück in eine düstere Vergangenheit, die jedoch dringend nach Aufklärung schreit. Sowohl Lou Faber wie auch Alfred König haben ihre eigene Geschichte, die ihre Handlungen beeinflusst. Zaghaft beginnt ihre Zusammenarbeit, doch der Leser weiß sehr schnell, wie gut die beiden sich ergänzen. Das ist sehr anschaulich dargestellt und hinterlässt noch weitere Fragen, die neugierig machen auf weitere Fälle dieses Ermittlerduos.

Mich hat dieser historische Kriminalroman nicht nur gut unterhalten können, sondern mich auch die düsteren Nachkriegsjahre nacherleben lassen. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.