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Veröffentlicht am 09.04.2026

Zweifeln nimmt Vertrauen

Wer die Zweifel sät
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"Der Gläubige, der nie gezweifelt hat, wird schwerlich einen Zweifler bekehren." (Marie von Ebner-Eschenbach)
Nach einem schweren Schicksalsschlag, den Lindsey Barnes nur knapp überlebt hat, wagte sie ...

"Der Gläubige, der nie gezweifelt hat, wird schwerlich einen Zweifler bekehren." (Marie von Ebner-Eschenbach)
Nach einem schweren Schicksalsschlag, den Lindsey Barnes nur knapp überlebt hat, wagte sie einen Neuanfang in St. Louis. Sie ist jetzt als Privatköchin in verschiedenen Haushalten tätig und engagiert sich auch in der christlichen Gemeinde der Stadt. Nie hätte sie gedacht, dass eine Unachtsamkeit sie wieder in Schwierigkeiten bringt. In der Küche ihres ehemaligen Jobs begegnet sie einem Leichnam und erhascht kurz einen Blick auf den Mörder. Detective Jack Tucker kümmert sich um diesen Fall und betrachtet Lindsey als eine bedeutende Zeugin. Lindsey scheint jedoch nicht erfreut über Jack zu sein. Er fragt sich, ob er Lindsey schon begegnet ist. Zudem wirkt es so, als wäre Lindsey psychisch instabil. Oder wird dieses absichtlich provoziert, um Jack zu veranlassen, an ihr zu zweifeln? Aber je intensiver Jack sich mit dem Fall beschäftigt, desto mehr verdichtet sich ein Netz aus Lügen und Intrigen.

Meine Meinung:
Im zweiten Band der Unerschrockener Mut-Reihe geht es erneut um die Familie Tucker. Im ersten Band stand Bri Tucker im Mittelpunkt, während sich dieser um ihren Bruder Jack dreht. Der sehr enge Zusammenhalt der Geschwister Tucker ist auch im zweiten Band dieser Krimireihe spürbar. Vermutlich, da alle drei vor ihrer Adoption eine schwere Zeit durchlebt haben. Darüber hinaus verbindet sie ihr intensiver Glaube. Vermutlich wird Jack sich deshalb auch über Lindseys distanzierte Verhalten wundern. Doch insgeheim kann ich gar nicht verstehen, warum jemand den sympathischen Jack nicht mögen sollte. Lindsey hat jedoch tatsächlich einen Grund, den wir im Verlauf der Geschichte erfahren. Aber je näher sich die beiden kommen, umso mehr ist Jack überzeugt, dass Lindsey tatsächlich die Wahrheit spricht. Die Autorin präsentiert erneut einen Kriminalfall, der mit viel Geschick und überraschenden Wendungen aufwartet. Zunächst war ich von Lindseys Abneigung gegen Jack etwas verwirrt, doch als Leser erfahren wir recht schnell, warum sie so reagiert. Es gefiel mir wieder einmal gut, nicht nur einen Kriminalfall zu haben, sondern auch mehr über die Familie Tucker zu erfahren. Besonders schockiert hat mich Jacks Kindheit, in der er viel durchgemacht hat, bevor er ins Heim kam. Was mir an ihm besonders gefällt, ist seine positive Ausstrahlung und Herzlichkeit, die er nicht nur seiner Familie gegenüber zeigt. Zunächst wirkt Lindsey auf mich sehr seltsam, labil und introvertiert. Je besser Jack und sie sich allerdings kennenlernen, desto mehr öffnet sie sich ihm gegenüber. Jedoch ahnt Jack noch nicht, dass Lindsey in größerer Gefahr schwebt. Auch dieser zweite Band überzeugt mit seinem großartigen Plot, dem Einfluss des Glaubens und den persönlichen Lebensumständen der Protagonisten. Für mich hat dieser Kriminalroman dadurch eine ausgeglichene Wirkung und er fesselt bis zum Ende. Ich freue mich auf den dritten Band über Cara Tucker und vergebe ihm 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 09.04.2026

Adventsfreuden auf moderne Art

Sparks of Christmas
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"Die Geburt Jesu in Bethlehem ist keine einmalige Geschichte, sondern ein Geschenk, das ewig bleibt." (Martin Luther)
Eigentlich hat sich die Lehramtsstudentin Sofie schon sehr auf Weihnachten im Familienkreis ...

"Die Geburt Jesu in Bethlehem ist keine einmalige Geschichte, sondern ein Geschenk, das ewig bleibt." (Martin Luther)
Eigentlich hat sich die Lehramtsstudentin Sofie schon sehr auf Weihnachten im Familienkreis gefreut. Kurz vorher wird sie jedoch aufgrund einer Krankheit ausgeladen. Was soll sie jetzt machen? Sie hat nicht wirklich Lust, Weihnachten allein zu feiern. Sie trifft kurzfristig die Entscheidung, das Angebot von Jo, ihrem besten Freund, anzunehmen. Er lädt sie ein, gemeinsam mit seiner Familie auf einem großen Bauernhof in Bayern zu feiern. Zwar kennen sich beide schon länger, doch zu damaliger Zeit gab es einige Schwierigkeiten in ihrer Freundschaft. Ist es wirklich so klug, mit Jo zu seiner Familie zu fahren? Wird dadurch nicht die Gefahr bestehen, dass alte Wunden wieder aufgerissen werden? Dadurch das Sofie dann auch noch heimlich in Jo verliebt ist, wird das Weihnachtsfest nicht gerade einfacher. Andererseits freut sie sich auf Schnee, eine liebevolle Familie und das Innehalten bei der wahren Bedeutung des Weihnachtsfestes. Wie wird Sofies Entscheidung wohl ausfallen?

Meine Meinung:
Bisher war mir die Sparks-Reihe von Verena Unsin nicht bekannt. Aber ich ließ mich davon nicht abhalten, diesen Adventskalender zu lesen, da ich Weihnachtsgeschichten liebe. Dieser Kalender besticht durch einen stabilen Schuber und 24 separate Büchlein für jedes Kapitel. Außerdem zeigt das Cover jedes Büchleins ein besonderes Symbol in einer Weihnachtskugel. Dabei erfahren wir Sofies und Jos Gedankenwelt abwechselnd, während wir immer tiefer in ihre Freundschaft eintauchen. Sofie ist unschlüssig, ob sie Jos Angebot annehmen soll. Schließlich war ihre Freundschaft nicht immer in einem guten Zustand. Ihre Vorfreude auf Weihnachten wird auch nicht gerade einfacher dadurch, dass sie sich heimlich in Jo verliebt hat und er nichts davon weiß. Aber auf dem idyllischen Sonnleitner Hof in Bayern, mit schneebedeckten Hängen, einem wärmenden Kamin und einer herzlichen, zauberhaften Familie, kann man sich nur wohlfühlen. Abseits der Stadt findet Sofie endlich die Ruhe, die sie braucht. Ich bin nicht nur begeistert von dem einfach traumhaften Setting, sondern vor allem von Jos wirklich toller Familie. Natürlich sollten auch die Spaziergänge durch die verschneite bayerische Landschaft, der Glühwein und das Kaminfeuer nicht fehlen. Mir hat gut gefallen, dass wir Sofies Gedanken und Glauben immer wieder miterleben. Im Alltag scheint ihr Gott wirklich wichtig zu sein, und das sollte allen Lesern besonders vor Weihnachten klar werden. Die Kapitel haben eine angemessene Länge, sodass sie sich für ein tägliches Lesen gut eignen. Diese Faithful New Adult Geschichte eignet sich auch hervorragend als Geschenk, da sie durch ihren Schuber ein echter Eyecatcher ist. Außerdem sind die einzelnen Büchlein leicht transportierbar für den Fall, dass man sie am Morgen vergessen hat zu lesen – sie passen in jede Handtasche. Ich fand die Geschichte bezaubernd und sie haben mich auf Weihnachten eingestimmt. Von daher gebe ich gerne 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 14.03.2026

Eine Hütte zu zweit

Thin Ice
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"Wenn man dir Steine in den Weg legt: Draufstehen, Balance halten, Aussicht geniessen, Lächeln, Weitergehen." (Pinterest)
Livs Leben als Eiskunstläuferin scheint beendet zu sein. Sie musste bisher immer ...

"Wenn man dir Steine in den Weg legt: Draufstehen, Balance halten, Aussicht geniessen, Lächeln, Weitergehen." (Pinterest)
Livs Leben als Eiskunstläuferin scheint beendet zu sein. Sie musste bisher immer fehlerfrei und diszipliniert in ihrem Sport sein und will das nun als Lehrerin im hiesigen Sportgymnasium an die Schüler weitergeben. Doch statt ihres gemieteten Chalets, erwartet sie eine einfache, einsame Hütte in den verschneiten Bergen. Und selbst von Einsamkeit ist hier nicht die Rede. Denn der verletzte Eishockeyspieler Noah und Erzfeind aus ihrer Kindheit hat sich in dieser Hütte breitgemacht. Noah muss sich von seinem Schock erholen, nicht mehr Eishockey spielen zu können. Doch muss es ausgerechnet Livs Unterkunft sein, in der er seinen Frust auslebt? Doch es kommt noch heftiger für Liv. Denn eine Lawine versperrt jegliches Wegfahren, sodass sie sich notgedrungen mit Noah und ihrer Vergangenheit auseinandersetzen muss. Dabei stellt sie fest, dass Noah gar nicht so schlecht aussieht.

Meine Meinung:
Das Cover deutet bereits subtil an, dass es um das Thema Berge und Schnee geht. Doch auch Sport spielt eine große Rolle. Zwei sportliche Hauptfiguren treffen aufeinander, wobei beide ganz verschiedene Charaktere aufweisen, die für eine Menge Abwechslung sorgen. Jeder von ihnen hat einen ganz individuellen Dickkopf, der in dieser Geschichte für viel Streit und Emotionen sorgt. Dort ist die smarte, selbstständige Liv, die schon in jungen Jahren lernen musste, für ihren Sport als Eiskunstläuferin hart zu arbeiten. Dabei wurde ihr nichts geschenkt. Ganz im Gegenteil, sie musste auf sehr vieles verzichten. Noah ist ganz schön angekratzt. Nachdem man ihm deutlich gemacht hat, dass er nach seiner Verletzung nicht mehr mit Eishockey fortzufahren kann. Natürlich ist er deshalb angefressen und wütend. Obwohl er noch immer gut trainiert ist, soll er ausgemustert werden? Wie soll es nun in seinem Leben weitergehen? Er kann doch nichts anderes als Eishockey spielen. Die Autorin beschreibt hier sehr gut, wie es Sportlern ergeht, wenn es mal nicht mehr so rund läuft und man einen neuen Sinn für sein Leben suchen muss. Da ist es vielleicht gar nicht so schlecht, auf jemanden zu treffen, dem es ähnlich ergeht und der mit seinen Fähigkeiten inzwischen einen Neuanfang als Lehrerin gefunden hat. Natürlich darf es an Humor nicht fehlen, der mich in einigen Szenen zum Schmunzeln brachte. Das Setting mit der einsamen Hütte, und dem Wintereinbruch, der sie notgedrungen dort einsperrt, hat mir gut gefallen. Ich konnte mir diesen Winter gut vorstellen, weil ich eine ähnliche Situation selbst schon in Südtirol erlebt habe. Dass sich beide schon als Kinder kannten und man dadurch Einblick in die Vergangenheit bekommt, war sehr aufschlussreich. Wie immer bei dieser Autorin sind das Setting und die Emotionen detailliert beschrieben. Manche unerwartete Situationen waren wirklich einfallsreich, humorvoll und haben mich zum Schmunzeln gebracht. Insgesamt handelt es sich um eine großartige Sportromanze mit einer einzigartigen Kulisse in den schneebedeckten Bergen der Dolomiten, die von mir 5 Sterne erhält.

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Veröffentlicht am 19.01.2026

Raffinierter Raub im Hafen von Gran Canaria

Jagd unter Palmen
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"Die Jagd selbst ist nicht so gefährlich wie das Teilen der Beute." (Alexander Kulitsch)
Ihr letzter Fall hat der Stuttgarter Kriminalhauptkommissarin Sofia Bittner hart zugesetzt. Körperlich ist sie bei ...

"Die Jagd selbst ist nicht so gefährlich wie das Teilen der Beute." (Alexander Kulitsch)
Ihr letzter Fall hat der Stuttgarter Kriminalhauptkommissarin Sofia Bittner hart zugesetzt. Körperlich ist sie bei dem Schusswechsel gerade noch mal glimpflich davongekommen. Die Verletzung und das daraus resultierende Trauma verfolgen sie jedoch weiterhin. Aus diesem Grund hat die 50-Jährige ihren Vorruhestand in Anspruch genommen, um sich im Häuschen ihrer Großeltern auf Gran Canaria zu erholen. Nur hatte sie nicht damit gerechnet, schneller wieder in einen Fall verwickelt zu werden, als ihr lieb ist. Sofia trifft am Flughafen auf Jefe Garcia, den Polizeichef von Gran Canaria. Dort ereignete sich ein Diebstahl bei einem Passagier, und dieser fragt sich, wie es zu ihrem energischen Auftreten kommt. Er hat zu diesem Zeitpunkt allerdings noch keine Ahnung, dass er die LKA-Beamtin schneller als gedacht wiedersehen wird. Um einen schwierigen Raubüberfall zu klären, müssen die beiden plötzlich kooperieren.

Meine Meinung:
Ich kenne den Autor bisher nur von seinen Kriminalromanen aus meiner Heimatstadt Stuttgart, diesmal jedoch geht es nach Gran Canaria. Sofort spüre ich, dass der Autor ein Faible für diese Insel hegt. Selbst ich, die ich diese Insel noch nicht kenne, bin von den Beschreibungen fasziniert. Egal ob die Straßennamen, die Besonderheiten der Inselbewohner und der Insel selbst oder die Gastronomie. Bei allem überkommt mich sofort das Gefühl, mit Sofia Bittner mitten im Urlaub auf den Kanaren zu sein. Die erwartete Ruhe, auf die sie gehofft hatte, wird gleich am Flughafen zerstört. Da ein Passagier bestohlen wurde, bietet Sofia sofort ihre Hilfe an. Dort lernt sie dann auch den örtlichen Polizeichef, Jefe Garcia, kennen. Ein ganzer Kerl, würde man sagen. Und bei ihrer ersten Begegnung demonstriert er auch diese Männlichkeit. Mein unmittelbarer Eindruck war, dass er kein echtes Interesse daran hat, sich mit Sofias Anliegen auseinanderzusetzen. Vermutlich dachte er, da komme so eine selbstgefällige deutsche Kommissarin, die glaube, sie sei etwas Besseres als er. Zunächst versucht Sofia, sich einzugewöhnen, doch sie gerät immer wieder in Schwierigkeiten. Vor allem, als sie zufällig ein Gespräch aufnimmt und es sie aufmerksam werden lässt. Als sie diese beiden verfolgt und beobachtet, gerät dabei sie fast selbst noch in Gefahr. Als im Hafen jedoch ein spektakulärer Raubüberfall geschieht, wird Garcia klar, dass er Sofias Hilfe und Expertise braucht. Ein Krimi, der neben spannungsgeladenen und actionreichen Szenen auch noch durch andere Aspekte überzeugt. Besonders hervorzuheben sind die großartigen Eindrücke des Settings, der kurzweilige Humor und die zahlreichen Wendungen, die mich bis zum Ende dieses Krimis fesseln. Ich hoffe, es gibt noch mehr Krimis, in denen die beiden Ermittler Bittner/Garcia demonstrieren, was sie zusammen erreichen können. Ich jedenfalls bin schon jetzt überzeugt von ihnen und gebe 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 19.01.2026

Rache beendet die Ohnmacht der Wut

Der Tote an der Alster
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"Man muss von Staatswegen bisweilen strafen, soll aber nie sich rächen, oder seiner üblen Laune freien Lauf lassen." (Friedrich von Raumer)
Hamburg 1906:
In einer Suite des noblen Grandhotels „Vier Jahreszeiten“ ...

"Man muss von Staatswegen bisweilen strafen, soll aber nie sich rächen, oder seiner üblen Laune freien Lauf lassen." (Friedrich von Raumer)
Hamburg 1906:
In einer Suite des noblen Grandhotels „Vier Jahreszeiten“ wird ein Mord verübt. Der Verstorbene, der für ein Geschäft aus Stuttgart angereist war, soll der Kaufmann Eugenius Oppenheimer sein. Es ist seltsam, dass alle seine Papiere fehlen, aber man geht von Raubmord aus. Als Kommissar Hauke Sötje dem Verstorbenen ins Gesicht blickt, wird ihm klar, dass man die Vergangenheit nicht loswerden kann. Bei dem Toten handelt es sich um seinen Widersacher, den Grafen von Lahn. Aber wie will er das beweisen? Während die anderen den Verbrecher im Hotel suchen, macht sich Hauke auf eine eigene Spurensuche. Er begegnet dabei erneut Verrat und Spionage und zunehmend auch einer Spur zu seiner eigenen Vergangenheit. Dass die Verbrecher nicht einmal vor seiner Familie Halt machen, wird für Hauke zum Albtraum. Immer mehr beunruhigende Vorfälle ereignen sich, bis Hauke erkennt, dass es um die Revanche, sein damaliges Schiff geht.

Meine Meinung:
Das große Finale dieser historischen Krimiserie wird diesmal in zwei Bänden ausgetragen. Aus diesem Grund endet der Schluss mit einem Cliffhanger. Es wurde, wie all die anderen dieser Bücher, wieder mit viel Liebe zum Detail erstellt. Für jedes Kapitel gibt es erneut einen eigenen realen Zeitungsausschnitt, für den die Autorin umfangreiche Recherchen in Archiven durchgeführt hat. Bisher kenne ich alle Bücher dieser Serie und bin jedes Mal beeindruckt, wie gut man durch diese Krimis in die damalige Zeit abtauchen kann. In den vorangegangenen Kriminalromanen kommt der tote Graf von Lahn bereits schon mal vor. Er stellte für den Kommissar bereits damals eine Gefahr dar und bereitete ihm Schwierigkeiten. Aber weshalb wurde der Graf nun getötet? Hauke Sötje entdeckt das erst schrittweise. Die beunruhigenden Vorfälle häufen sich und deshalb bringt er seine Familie in Sicherheit. Ehefrau Sophie ist ihm deshalb böse, weil er viele Dinge vor ihr verschweigt. Einige Details aus Haukes Vergangenheit werden nun im Stadthaus auch bei seinen Kollegen und Vorgesetzten Roscher bekannt. Informationen zum Untergang der Revanche, während er als Kapitän fungierte und der einzige Überlebende war. Er hat damals seine Strafe verbüßt und wurde sogar in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen. Jedoch gibt er sich immer noch selbst die Schuld, die nun wieder hochkommt. In den vorangegangenen Bänden lässt sich vieles über Haukes Vergangenheit nachlesen. Aber wer sind die Verbrecher, die Hauke und sogar seiner Familie schaden wollen? Der Autorin gelingt es exzellent, uns mit viel Spannung in das Hamburg des Jahres 1906 eintauchen zu lassen. Wir erleben die besonderen Situationen dieser Zeit und vor allem Haukes innere Zerrissenheit, die hier gut zur Darstellung kommt. Aufgrund der zahlreichen Wendungen in diesem Krimi wurde das Finale auf zwei Bücher verteilt. Jedenfalls hatte ich wieder das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein. Daher vergebe ich 5 Sterne und obendrein eine Leseempfehlung.

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