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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.01.2023

Interessante Fortsetzung, die etwas ernster daherkommt.

A love full of magic
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Ein paar Monate sind vergangen, seit sich Aeri den Shaduns angeschlossen und Keelin die Führungsposition des Volks eingenommen hat.
In „A love full of Magic“ geht es nun um Liah und ihren äußerst besorgniserregenden ...

Ein paar Monate sind vergangen, seit sich Aeri den Shaduns angeschlossen und Keelin die Führungsposition des Volks eingenommen hat.
In „A love full of Magic“ geht es nun um Liah und ihren äußerst besorgniserregenden (geistigen) Zustand.

Es ist nicht erforderlich Band 1 zu kennen, um der Handlung zu folgen, denn Liane integriert Erklärungen über die Gegebenheiten der Welt und der Magie(-wesen) stimmig in den Verlauf. Dieser unterteilt sich auf kreative Weise in die Gegenwart und Liahs Vergangenheit, sodass sich uns ungeahnte Hintergründe eröffnen und am Ende der Geschichte Verständnis eintritt … denn die Erinnerungen der Elementarhexe-/ magierin zeugen von dramatischen, verlustreichen und verzweifelten Momenten. …

Nach einem misslungenen „Experiment“, Wochen voller Einsamkeit und dem immer präsenter werdenden Wahnsinn ist es eine unerwartete Begegnung, die Liah dazu bringt, den Schutz des Dorfes und Aeri, die sich in fragwürdigen Zustand befindet, zu verlassen.
Auf ihrer Reise, die von welterschütternden Ereignissen begleitet wird, streift sie nicht nur den Ort, an dem einst alles anfing – oder eben endete – sondern lernt neue Transportmöglichkeiten und die beiden irrwitzigen Obersten der Feyann kennen. Obgleich ich hin und wieder das Gefühl hatte, dass sich viele Szenen zäh zogen, wurde ich doch bestens unterhalten. Was einerseits an Liahs ungestümer, wirrer Persönlichkeit, den berührenden Erinnerungen lag, andererseits an ihren Begleitern und Begegnungen. Spannung kam durch den drohenden Weltuntergang auf, die unberechenbare, dunkle Seite der quirligen Protagonistin und ihre Entwicklung – denn Liah, deren einzige Liebe einem Schwur zum Opfer fiel, muss sich am Ende entscheiden, ob sie sich oder alles Leben retten will …

Liane schreibt bildlich, flapsig und authentisch, trotz der magischen Welt, dem Schmerz der mächtigen Feyann und der drohenden Gefahr verliert „A love full of Magic“ nie an Leichtigkeit und Witz. Es war interessant, die Hintergründe von Liah und dem Dorf der Shadun zu erfahren, Aeri, Keelin, Brahn und Meeha wiederzutreffen und neue Gestalten und Wesen kennenzulernen.

Ich freue mich auf Band 3 – auch wenn die Verweildauer in dieser herzallerliebsten Trilogie danach vorbei ist …

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Veröffentlicht am 03.11.2022

Wohlfühlroman mit besonderen Themen.

Mutausbruch
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Sicher hatte jeder von euch schonmal einen Wutausbruch, einen Moment, in dem Emotionen überkochten und mit einer geballten Ladung Temperament hervorbrachen?

Melanie Amélie Opalka erzählt in ihrem neuen ...

Sicher hatte jeder von euch schonmal einen Wutausbruch, einen Moment, in dem Emotionen überkochten und mit einer geballten Ladung Temperament hervorbrachen?

Melanie Amélie Opalka erzählt in ihrem neuen Roman von einem ähnlichen Ausbruch — bei Valentina brach der Mut aus. Der Mut, andere Wege zu gehen, der Mut, Veränderungen zu wagen.

Doch zuerst landet Val wieder zwischen ihrer Mutter und Oma — als Single und arbeitslos.
Die Hintergründe werden realistisch, gefühlvoll dargelegt und wir kommen nicht umhin, uns vielen Fragen, die sich die junge Frau stellt, selbst anzunehmen.

Unsicherheiten, Zweifel werden langsam, aber stetig, von Willen und Entschlossenheit abgelöst. Diese Veränderung zu begleiten gibt Zuversicht, zeigt die innere Kraft, die eine Pause bringen kann.

Zu keiner Zeit verliert sich Melanie in ausschweifenden Beschreibungen, greift, trotz der Ernsthaftigkeit, zu einem lockeren Ton. Witz und Charme runden die Geschichte, die von Selbstliebe erzählt, von unbändigem Mut, ab.

Alltägliche und interessante Themen, wie die Alzheimer-Erkrankung oder das Fasten, sind, genau wie tolle Nebencharaktere, stimmig in den authentisch beschriebenen Verlauf eingebracht. Für Langeweile und Monotonie ist bei „Mutausbruch“ definitiv kein Platz.

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Veröffentlicht am 10.04.2026

Dark-Academia meets YA Suspense-Romance

Nightshade
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Vier Jahre ist es her, seit Ophelia ihre Eltern auf tragische Weise verloren hat. Noch immer kämpft die junge Frau tagtäglich mit ihrer Trauer. Und ihrer Wut. Denn Ophelia glaubt nicht an einen Unfall ...

Vier Jahre ist es her, seit Ophelia ihre Eltern auf tragische Weise verloren hat. Noch immer kämpft die junge Frau tagtäglich mit ihrer Trauer. Und ihrer Wut. Denn Ophelia glaubt nicht an einen Unfall und genau deswegen ist sie nun hier, an der Sorrowsong University. Dem Ort, an dem die beiden wichtigen Menschen ihres Lebens gearbeitet haben und an dem der Nachwuchs der gefährlichen Elite umher schwadroniert.
Statt auf einen Abschluss hofft Ophelia auf Antworten – und auf Rache …
Als sie mit Alex Green Bekanntschaft macht, dem Sohn des CEOs, den die Stipendiatin im engeren Kreis der Verdächtigen sieht, ahnt sie nicht, dass es gerade dieses Rich Kid sein wird, der ihr hilft und sie zu beschützen versucht, als ein Stalker ihre Spurensuche gefährdet und das sowieso schon unangenehme Treiben in den abgelegenen Highlands für Ophelia noch düster erscheinen lässt.

Autumn Woods schuf mit „Nightshade“ eine mitreißende Dark-Academia Story, die weniger durch die Überraschungsmomente glänzt als durch die emotionale Zerrissenheit, zahlreiche Intrigen und die dadurch angespannte, erdrückende Stimmung. Die Frage, wer FeindIn ist und wer nicht, durchdringendes Misstrauen und eine schwer deutbare Art der Melancholie erstrecken sich über die Seiten hinweg.
Die Protagonistin ist weder eine klassische Heldin noch begleitet sie eine Opferrolle. Ophelias Verlust leitet sie, verführt sie zu Impulsivität, lässt sie verschlossen und kalt wirken. Ihr Ziel sind weder Bestnoten noch Freundschaften, schon gar nicht die Liebe, sondern einzig die Wahrheit. Für mich war diese Schülerin, mit ihrem Schmerz, dem Drang nach Gerechtigkeit und ihrem gleichzeitigen Sehnen nach Nähe, durchweg authentisch.
Alex nimmt den Posten als überheblicher Bad Boy ein, dabei versteckt sich hinter Arroganz und Berechnung so viel mehr. Als Sohn eines einflussreichen und mächtigen Mannes lasten Erwartungen, Druck und Verantwortung auf ihn.
Nur langsam entsteht zwischen den beiden ein greifbares Mehr und trotz der Inszenierung einer schön zu lesenden, prickelnden Slow Burn-Romance bleibt Argwohn bestehen, anhaltende Vorsicht.

Woods überstürzt nichts, verliert sich nicht in hitzigen Diskussionen, setzt auf gezielte Blicke, Heimlichkeit und das Wissen, dass ein Miteinander für beide Gefährlich werden könnte. Während Ophelia Hinweisen und Ahnungen nachgeht, sich durch den Schulalltag schlägt und dabei Alex' und sein oft ambivalentes Verhalten nicht aus dem Kopf bekommt, wird sie von einem Stalker ins Auge gefasst. Unter anderem durch diese Komponente ist das Vorhanden sein einer subtilen Spannung, dem Hauch Bedrohung, nicht von der Hand zu weisen. Ich mochte die Atmosphäre, die malerische und dichte Inszenierung des Akademie-Settings, wenn mir auch die schottische Umgebung fehlte. Mit einem klaren, einfachen Stil, dem es dennoch gelingt die Emotionen zu umschmeicheln, vergeht die Handlung, die stimmig zwischen Ereignis, Information und Tempo balanciert, wie im Flug. Zwar sind manche Reaktionen gen Ende nicht gänzlich authentisch, doch das Finale lässt mich nun gebannt auf Teil zwei warten.

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Veröffentlicht am 11.03.2026

Spannender Jugendthriller mit überraschendem Twist

Liars all around me
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Sheila Parker wird erschossen und für Ryle Caldwell, den Außenseiter der Harborview High, ist sofort klar, wer hinter dem heimtückischen Mord steckt: Vorzeigeschülerin Avery Lee-Whitmore. Immerhin hat ...

Sheila Parker wird erschossen und für Ryle Caldwell, den Außenseiter der Harborview High, ist sofort klar, wer hinter dem heimtückischen Mord steckt: Vorzeigeschülerin Avery Lee-Whitmore. Immerhin hat sie vor wenigen Wochen erfolglos versucht, von ihm, dem berüchtigten Kleinkriminellen, eine Waffe zu kaufen. Aber Avery hält an ihrer Unschuld fest und überzeugt Ryle, ihr dabei zu helfen, diese zu beweisen. Sie will herausfinden, was wirklich geschah und wieso Sheila zum Ziel eines derartigen Angriffs wurde.
Je weiter die beiden den Hinweisen und Spuren, ihren Ahnungen folgen, umso tiefer geraten sie in ein Netz aus Lügen und Intrigen, aus Gerüchten und Geheimnissen, welches sich über die Mauern der Schule hinauserstreckt und eine ganze Kleinstadt zum Verdächtigen macht …

Ich habe schon andere Bücher von Clara Blais gelesen und war sehr auf ihren Jugendthriller „Liars all around me“ gespannt, der aufgrund allerhand potenzieller TäterInnen und verschiedener Motive bis zuletzt fesselt und zum Miträtseln animiert. Erzählt wird aus wechselnder Perspektive von Avery und Ryle, was nicht nur Einblicke in die beiden unterschiedlichen Teenager und in ihre Gedankenwelt, ihre Probleme, gibt, sondern uns auch an ihren Vermutungen, den Veränderungen und dem Misstrauen teilhaben lässt.

Aufgrund der kurzen Kapitel und der einen oder anderen Überraschung ist ein kontinuierliches Vorankommen und ein gewisses Tempo gegeben. Interessant war, wie die Autorin das Thema „Schubladendenken“ & „Vorverurteilung“ samt der daraus entstehenden Gefahren in ihre Story, die klar und schnörkellos geschrieben wurde, einbettet. Auch fand ich die Gegenüberstellung der konträren Charaktere gelungen – Ryle, der allein wegen seiner Herkunft/sozialen Situation abgestempelt wird, und Avery, die unter enormen (Leistungs)Druck steht. Diese Dynamik war feurig und konfliktreich, entwickelt sich zu einem verständnisvollen Miteinander und einem bittersüßem Mehr.
Blais zeichnete zudem das typische Bild einer Kleinstadt-Gemeinschaft, spickt den Verlauf mit Ungereimtheiten und Hürden und lässt ihren Jugendthriller mit einem unvorhergesehenen Twist enden.   

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Veröffentlicht am 26.01.2026

Atmosphärisch, spannend und düster

The Ordeals
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Sophia De Winter setzt all ihre Hoffnungen auf die geheimnisumwobene Killmarth-Akademie. Denn nur wenn sie in den elitären Hallen ein Zuhause findet, kann sie ihrem tyranischen Onkel, dem Käfig, der ihr ...

Sophia De Winter setzt all ihre Hoffnungen auf die geheimnisumwobene Killmarth-Akademie. Denn nur wenn sie in den elitären Hallen ein Zuhause findet, kann sie ihrem tyranischen Onkel, dem Käfig, der ihr Leben ist, entfliehen … Selbst das Wissen, sich vorab in den potentiell tödlichen „Ordeals“ beweisen zu müssen, hält die junge Illusionistin nicht davon ab, den Versuch zu wagen. Ebenso wenig wie die Tatsache, dass ihre eigenen Fähigkeiten zu schwach sind – und sie ihr Vertrauen einem nicht ganz fremden Rivalen schenken muss. Aber Alden Locke kann kein schlechteres Los sein als der „Sammler“ …

Rachel Greenlaw entführt uns in eine Dark-Academia-Story, deren dichte, bedrückende Atmosphäre die LeserInnen sogleich umfängt. Zu Beginn bekommen wir einen kleinen Eindruck von Sophias Situation, ihrer Gefangenschaft und der Aufträge, zu denen sie gezwungen wird, sind Teil von Verlust und Wahrheiten, die Fragen in der 20-Jährigen aufwerfen.

Voller Details kam das Setting – mit besonderem Augenmerk auf die Prüfungen, die Hallen der Killmarth und deren Umgebung – zur Geltung, während die Storyline durchweg von Mystik, Ehrfurcht und einer subtilen Bedrohung, von Misstrauen und Vorsicht begleitet wird. Das Worldbuilding, die verschiedenen Arten der Wirker und die Gegebenheiten dieser Welt, insbesondere der Universität, werden nach und nach aufgegriffen und verständlich dargelegt.
Zwar waren die wenigsten Figuren nahbar eingebunden, doch der Umstand, dass jedeR eigene Intentionen verfolgt, nie sicher, wer die Wahrheit spricht, gibt der Geschichte einen gewissen Reiz. Sophia war in meinen Augen eine Frau, die sich sowohl ihrer Schwächen als auch ihrer Stärken, ihrer Reize und Ziele bewusst ist, die ihre Fesseln unter allen Umständen lösen und nichts mehr wollte als ein Leben in Freiheit. Dass die Ordeals und ihre Ausbildung an der Killmarth-Akademie nicht das Schwierigste sind, das in den kommenden Wochen auf Sophia wartet, ahnt die ehemalige Jägerin noch nicht.

Im Verlauf lässt De Winter langsam ihre Mauern fallen, lässt von Gedanken, die sie seit ihrer Kindheit begleiten, ab, wächst über sich hinaus und schöpft Hoffnung … eine, die sie zerstören könnte. Sophias Hintergründe bewegen, doch manch ausschweifende, hochtrabende Analyse ihrer Erkenntnisse zerrte die Story unnötig in die Länge. Hingegen hätte der romantischen Entwicklung zwischen ihr und Alden mehr Zeit – mehr Argwohn – gutgetan. Nichtsdestotrotz mochte ich die Protagonistin und den Botaniker, ihre Gespräche und das hier und da spritzige Geplänkel. Stilistisch hält Greenlaw an einem eindringlichen Ton fest, an klaren Worten und greifbaren Beschreibungen, die uns an das düstere Geschehen fesseln.

„The Ordeals“ ist eine Dark-Romantasy, in der Spannung und Konkurrenzkämpfe, Verrat, Magie, Angriffe und etliche Wendungen, Blut und Action samt Gefühl zugegen sind – und ein Ende, das auf die Fortsetzung fiebern lässt.

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