Tod im Urlaubsparadies
Salute - Die letzte FahrtAuch wenn der Gardasee und seine Umgebung als Urlaubsparadies gesehen wird, passieren aber auch dort Verbrechen. Allerdings viel weniger als in der Heimatregion München unseres Protagonisten Paul Zeitler, ...
Auch wenn der Gardasee und seine Umgebung als Urlaubsparadies gesehen wird, passieren aber auch dort Verbrechen. Allerdings viel weniger als in der Heimatregion München unseres Protagonisten Paul Zeitler, der dort als Kommissar gearbeitet hat und jetzt sozusagen inkognito als Barista ein kleines Cafe übernommen hat. Er ist mir total sympathisch, wie er - ohne große Sprachkenntnisse - den Alltag als Cafebetreiber in Bardolino bewältigt und auf keinen Fall möchte, dass jemand über seinen alten Beruf informiert ist. Er möchte eben nichts mehr mit Verbrechen zu tun haben, aber leider schlittert er immer ungeplant in Gewaltverbrechen hinein. Diesmal hilft er einen Leichnam aus dem See zu ziehen und sofort kann er seine vorherige Berufung als Ermittler nicht ganz unterdrücken. Er bemerkt und schlußfolgert sofort aus den Umständen des Leichenfundes und des Toten heraus alles mögliche. Sehr zum Leidwesen des ermittelnden Kommissars Lanza, der die vermeintliche Einmischung des Deutschen überhaupt nicht leiden kann. Auch er ist ein spezieller Typ und es macht Spaß das Zusammentreffen der beiden Männer zu beobachten. Aber nicht nur diese beiden Protagonisten sind interessante Persönlichkeiten. Denn das Cafe von Paul liegt ja nicht isoliert, sondern umgeben von anderen Lokalen sehr zentral. Und daher kennen wir auch die nette Dame aus der Boutique neben dem Cafe; Lisa und ihren kleinen , für Aufregung sorgenden Hund. Lisa ist auch eine lebhafte Frau, die auch mal für Paul einspringt. Man hilft sich eben gegenseitig. Daneben gibt es auch die Reporterin Antonia, die Paul sozusagen auch als Insiderin manchmal Informationen übergibt oder selber einiges aus dem undercover ermittelnden Paul herausbekommen möchte. Aber auch die anderen Restaurantbesitzer, Ex-Frauen, Lieferanten oder Stammgäste sind es Wert genau betrachtet zu werden. Sie bringen Abwechslung ins Geschehen und manchmal auch Aufregung und nicht nur die interessanten Fälle, die unser Neu-Barista dann doch versucht zu lösen. Besonders die beiden Schachspieler im Cafe sind in meinen Augen erwähnenswert. Sie sind wie ein altes Ehepaar und treffen sich dort jeden Tag zum Schachspielen und sich gegenseitig zu "veräppeln". Es ist jedenfalls spannend und nie langweilig Paul bei seinen Ermittlungen zu beobachten, denn hier hat er ja kein "System" im Rücken, das für ihn Informationen sammelt. Und so muss er wohl oder übel alles selbst herausfinden und das geht nicht immer gefahrlos ab. Aber auch zwischenmenschlich geht es hier rund. Die Ex-Frau taucht zu oft auf - die anderen Damen im Umfeld sind auch noch da und es gibt überall interessante Ereignisse zu beobachten. Dazu kommt natürlich auch die schöne Natur und die Beschreibungen dazu. Man macht wirklich einen Ausflug an den Gardasee und erlebt hier aber nicht nur das schöne Urlaubsfeeling, sondern auch die authentische Lebensweise der Einheimischen. Auch Paul fühlt sich hier wohl, obwohl auch er jetzt doch ab und zu in den Alltagsmodus fällt. Es ist eben nicht alles nur Friede, Freude, Heiterkeit. Aber gerade diese Mischung macht es hier so interessant und lesenswert. Dieser zweite Teil hat mir sehr gut gefallen, da ich jetzt auch die Protagonisten und ihre Geschichten kenne. Abwechslungsreich und immer spannend zu lesen. Allerdings staune ich immer noch, dass Paul die Landessprache noch nicht beherrscht. Ich bin mal gespannt, ob diese Tatsache sich in einem der nächsten Bände ändert. Es gäbe sicher genug Interessenten, die ihm die Sprache beibringen würden.
Ich kann diese Serie, um den ehemaligen Kommissar und jetzigen Barista Paul Zeitler mit ermittelnden Tendenzen, mit einem guten Gewissen weiterempfehlen. Hier wechseln sich spannende Ermittlungen mit Wohlfühlmomenten ab und bringen genau die richtige Stimmung für eine gute Lesezeit mit sich.