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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.04.2026

80/90er Jahre-Flair, perverse Morde, sonst ganz ok

Tote lächeln nicht
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Um meinen Eindruck zusammenzufassen, würde ich sagen: Der Roman ist in den 80/90ern hängengeblieben. Bruce Willis wird mehrmals erwähnt, welchem der Kraftmeier Sven Schäfer ähneln soll, und so redet er ...

Um meinen Eindruck zusammenzufassen, würde ich sagen: Der Roman ist in den 80/90ern hängengeblieben. Bruce Willis wird mehrmals erwähnt, welchem der Kraftmeier Sven Schäfer ähneln soll, und so redet er auch: viele Kraftausdrücke, viel Spott, ein paar Anzüglichkeiten. Zwischen ihm und Elsa Dorn ist es wie mit Hund und Katz und, wie es der Brauch will, mögen sie sich insgeheim vielleicht ein bißchen. Im ersten Band der Reihe passiert aber noch nichts zwischen den beiden, wenn überhaupt. Das liegt nicht unbedingt daran, dass beide gleich schwer sind und Elsa mit Reiner Calmund verglichen wird, obwohl der mal mehr als doppelt so viele Kilos wie Elsa hatte. Später schafft es Elsa trotzdem, ihre gefesselten Hände über ihren dicken Hintern (ihre Worte) vom Rücken nach vorn zu bringen, und das ist ein Beispiel für verschiedene Stellen, an denen es absurd wird. Besonders absurd fand ich die Haltung, dass es gute Gewalt gäbe oder der Zweck die Mittel heilige; das wird verschiedentlich vertreten. Aber so müssen sie eben sein, die kernigen Ex-Cops der 80/90er. Insgesamt fand ich die Geschichte übertrieben brutal. Ich kann leider keine Spannung daraus ziehen, wenn Taten möglichst pervers dargestellt werden. Auch die Action hat mich nicht angemacht. Die Szenen wären in einem Film gut gewesen. Aber zum Lesen waren sie zu lange und teils auch gestört von Erklärungen. Der Autor geht oft aus einer Szene heraus, um dann etwas später wieder einzusteigen. Die Auslassung muss teils erläutert werden, weil der Fortgang oft unerwartet ist. Besonders an einer Stelle hat es mich irritiert, weil es unrealistisch ist, in diesem Moment zu reden. Dennoch hat Franz Hafermeyer es geschafft, dass ich seinen Krimi zügig durchgelesen habe. Der Text ist lebhaft. Er hat Wendungen. Sprachlich gibt es keine Hemmnisse, die den Lesefluss stören würden. Ich fand gut, wie der Autor durch die Stadt Augsburg führte. Die Ortsangaben und kleinen Angaben zu Sehenswürdigkeiten fügten sich sehr gut in die Geschichte ein. Ich möchte diesem Krimi 3 Sterne geben.

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Veröffentlicht am 10.04.2026

Parlabane hat bei mir nicht gezündet, Mich hat die Geschichte etwas überfordert

Der Gefallen
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Momentan bin ich überrascht von der Inhaltsangabe, die den Titel gerade auf diese Szene bezieht. Denn Gefallen werden verschiedene getan in dieser Geschichte. Jedoch sah Parlabane die Konfrontation mit ...

Momentan bin ich überrascht von der Inhaltsangabe, die den Titel gerade auf diese Szene bezieht. Denn Gefallen werden verschiedene getan in dieser Geschichte. Jedoch sah Parlabane die Konfrontation mit den Männern am Bahnhof nicht als Gefallen, sondern als Möglichkeit, seinen eigenen Frust abzureagieren. Er ist also gar kein Held oder Wohltäter. Auch wenn er einen deutlichen journalistischen Auftrag spürt, unterstützt er Kendra aus eigenen Motiven. Schön, dass auch jemand anderes nicht ganz durchgeblickt hat bei dieser Story. Mir war sie nicht ganz klar. Es gibt verschiedene Wendungen und die Erzählung ist nicht chronologisch. Das ist an sich nicht schwierig. Dennoch fand ich die Vorstellung schräg/unrealistisch, dass Parlabane die Geschichte erzählt, während er im 5. Stock von einem Fensterbrett hängt. Beim Ende wusste ich nicht, ob ich denke, es ist offen oder abgeschnitten. Ganz zufrieden war ich nicht mit dem Text und er hat mich auch nicht begeistert für weitere Parlabane-Storys, obwohl es dem Autor gelungen war, bei mir ein gewisses Interesse zu erzeugen. Thematisch war der Text nicht uninteressant und griff verschiedene aktuelle Problematiken auf. Sprachlich fiel manchmal eine gewisse Derbheit auf, die aber auch lebhaft war und dem entsprach, was ich mir für Parlabane vorgestellt hatte. Für mich war das eher ein grober Klotz, der als früherer Investigativ-Journalist sich für nichts zu schade ist. Ich gebe dieser Geschichte 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 22.03.2026

Die Qualität des Textes ist für mich nicht eindeutig bestimmbar

Eine Lüge, die Liebe, meine Familie und ich 1
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Leider bezieht sich die Inhaltsangabe des Verlags auf den gesamten Roman und nicht auf seinen ersten Teil, der lange abbricht, bevor Ninas Familie insgesamt aufgetaucht ist. Im ersten Teil kommt Nina irgendwann ...

Leider bezieht sich die Inhaltsangabe des Verlags auf den gesamten Roman und nicht auf seinen ersten Teil, der lange abbricht, bevor Ninas Familie insgesamt aufgetaucht ist. Im ersten Teil kommt Nina irgendwann nachmittags an in Kanada, trifft ihren Ex, ihre Cousine und ihren Vater, und die Story hört auf, als sie am nächsten Tag in einem Café ihren Onkel trifft. Mehr als die halbe Familie fehlt dann noch. Was hat sie also innerhalb der vielen Seiten getan? Sie hat sich vor allem an frühere Aufenthalte am Blueberry-See erinnert, sich aber auch Gedanken über ihre aktuelle Situation gemacht, die beruflich und beziehungstechnisch Wünsche offen lässt. Eigentlich mag ich, wenn Zeitebenen mit einander verflochten werden. Allerdings finde ich ungeschickt, wenn man eine davon im Präsenz erzählen möchte. Dadurch dehnen sich Augenblicke unschön, wenn Nina von der Gegenwart abschweift. Das Buch zu lesen fiel mir schwer. Da gibt es für mich einen Widerspruch, den ich nicht begreife. Einerseits hatte die Autorin kreative Ideen für die Handlung und die sprachliche Umsetzung. Andererseits steht daneben so vieles, was ein Klischee oder eine Floskel ist. Das fängt an bei Nina, für die die Autorin meint, mit Naturkrause, Speckrolle und dickem Hintern wäre alles gesagt; damit könne man sich als Frau nur hässlich fühlen. Es geht weiter bei Matt, der so gebaut ist, dass Nina in eine Schwärmerei verfällt, die mir pubertär-übertrieben bis schmierig vorkam. Nina wurde mir unsympathisch. Ich habe das Schwierige an ihrer Lage nicht verstanden, welche mir dramatisiert erschien. Zusammengenommen bewerte ich dieses Buch mit 3 Sternen, werde die Reihe jedoch nicht weiter verfolgen.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Lustige Streiche darf man nicht erwarten, es ist ein Einblick in eine Lebensweise

Vom Hühnerstehlen und anderen Lausbubenstreichen
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Der Titel und das Cover-Bild geben Max und Moritz-Vibes ab. Aber wie bei Max und Moritz, die letztendlich durchgemöllert wurden, enden viele von den Streichen übel für Fidaim oder seine Cousins. Es gibt ...

Der Titel und das Cover-Bild geben Max und Moritz-Vibes ab. Aber wie bei Max und Moritz, die letztendlich durchgemöllert wurden, enden viele von den Streichen übel für Fidaim oder seine Cousins. Es gibt oft Schläge und die meisten der sogenannten Streiche sind nach meiner Meinung gar nicht lustig. Schon beim ersten, wo es darum geht, dass Fidaim dem Nachbarn einen Hahn stiehlt, um ihn zu essen, hatte ich den Gedanken, dass er es aus einer Not heraus tut. Denn das Leben dort im Kosovo wurde als sehr karg beschrieben. Doch Fidaim erschien mir auch etwas gierig, als er dem selben Nachbarn gleich drei Hühner innerhalb einer Woche klaut; auch unbegreiflich unvernünftig/leichtsinnig, macht er sonst doch einen sehr intelligenten, vorausschauenden Eindruck mit der Befähigung, sein Umfeld erfolgreich zu manipulieren. Insgesamt war mir der Junge unsympathisch, der rasch zwischen Zuneigung und Verachtung hin und her schwingt und andere gern demütigt. Ein Mädchen, das ihm gefällt, das ihn aber nicht besonders beachtet, trickst er aus (ungefähr wie in der La Boum- Szene im Kino), dass es seinen Pimmel anfasst. Andere Mädchen wollen ihn und die Jungs nicht dabei haben. Für diese "Unhöflichkeit" spannen die Jungs im Klo, glotzen den Mädchen auf den Hintern und verteilen in der Schule davon Karikaturen. Fidaim findet das alles superlustig, denn Schadenfreude ist die größte Freude, findet er. Aufgrund der dargestellten Gewalt und der Demütigung der Mädchen halte ich diese Geschichten als ungeeignet für Kinder. Die Intensität der Gewalt ist meist zwar eher gering. Doch ich denke, man sollte Kindern Ohrfeigen oder dass ein Kind zur Strafe den Hintern verhauen bekommt, nicht als gerechtfertigt darstellen und somit Gewalt in der Kindererziehung nicht normalisieren. Genauso ist falsch, Mädchen als hochmütig darzustellen, weil sie einen Jungen zurückweisen und unter sich bleiben wollen. Das ist ihr Recht und keiner darf sie dafür demütigen. An den Geschichten geschätzt habe ich den Einblick in das Leben zu einer anderen Zeit, an einem anderen Ort. Es wurden viele Lebenaspekte berücksichtigt und dargestellt. Der Text liess sich einfach lesen. Insgesamt gebe ich dem Buch 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 27.02.2026

Nichts Besonderes, klingt bekannt, am Ende abgeschnitten

Herzklopfen im Cottage am Strand (Teil 1)
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Das ... leitet in die Irre, denn an der Stelle ist Schluss und wer wissen möchte, wie es weitergeht, muss die anderen drei Teile lesen. Der Roman wurde nämlich unschön aufgeteilt und man hat es hier nicht ...

Das ... leitet in die Irre, denn an der Stelle ist Schluss und wer wissen möchte, wie es weitergeht, muss die anderen drei Teile lesen. Der Roman wurde nämlich unschön aufgeteilt und man hat es hier nicht mit einem Kurzroman zu tun, der irgendeine Form des Abschlusses hätte. Weder inhaltlich noch sprachlich ist der Text etwas Aussergewöhnliches. Eher hatte ich den Eindruck, dass es Ähnlichkeiten gibt zu den Romanen einer anderen Autorin, die ich eben gelesen hatte. Es wirkt alles austauschbar und konventionell. Wieder haben wir eine Frau vor uns, die ganz toll ist, obwohl sie selbst nicht daran glaubt. Ihre Bescheidenheit und Selbstzweifel nervten mich genauso wie das dicke Lob, das sie von allen Seiten bekommt. Wieder sind die Männer, die Merry trifft, die schönsten überhaupt und man muss sich nicht anstrengen, ihre liebenswerte Seite zu entdecken. Es knistert aber Null, weil mir das zu wenig ist, dass ein Typ wie Clark Kent oder ein Wikinger aussieht, und weil Sie sich wieder gegen die Liebe sperrt, die Liebe angeblich keine Zukunft hat. Die Szene, in der Sie von Ihm kalt-böswillig im Lokal verlassen wird, kam mir ebenso bekannt vor - wie 100x gesehen oder gelesen. Und als Merry über die Trennung dachte, ihr Ex würde angekrochen kommen und um Vergebung betteln, mochte ich sie schon nicht mehr, weil das mehr nach verletztem Stolz als nach gebrochenem Herz klang. Die Nachbarin Sheila machte mich neugierig, die mit 80 immer noch joggt und ein Buch mitgehen lässt. Beschreibungen bedienen sich der üblichen Bilder, die sich zudem öfter wiederholen. Allerdings fand ich interessant, was zu Orkney und den Nachbarinseln bzw. deren Sehenswürdigkeiten berichtet wurde. Die Sätze sind tendenziell eher lang. Trotzdem lässt sich der Text flüssig lesen. Ich gebe ihm 3 Sterne.

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