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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.05.2026

Die Welt ist ungerecht, aber muss man das hinnehmen ?

Fair. Ohne Kompromisse
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Avid zieht nach dem Tod seines Vaters mit seiner Mutter Elena in eine neue Stadt. Eine neue Wohnung, eine neue Schule, ein neuer Arbeitsplatz und die Chance für einen Neuanfang, die Idee klingt gut. Pech ...

Avid zieht nach dem Tod seines Vaters mit seiner Mutter Elena in eine neue Stadt. Eine neue Wohnung, eine neue Schule, ein neuer Arbeitsplatz und die Chance für einen Neuanfang, die Idee klingt gut. Pech nur, dass am Einzugstag aus dem Leihwagen vor der Haustür Avid‘s Laptop gestohlen wird. Avid ist außer sich, befinden sich doch unersetzbare letzte Erinnerungen an seinen Vater auf dem Gerät. Die Chance, dass die Polizei die Täter schnappt, ist äußerst gering und so begibt sich Avid selbst auf Spurensuche und entdeckt das Versteck der jugendlichen Diebesbande. Ist er anfänglich nur daran interessiert seinen Laptop wiederzubekommen und die Bande auffliegen zu lassen, ändert sich seine Einstellung zu den Jugendlichen, die auf ihre Weise versuchen zu einer gerechteren Welt beizutragen. Wie schon Robin Hood behaupten sie nur Reiche zu bestehlen, um es den Armen ein wenig leichter zu machen, Umverteilung eben.



Mir ist die Geschichte von Nina Weger wirklich unter die Haut gegangen. Sie ist klug konstruiert, bestens recherchiert und spannend erzählt. Themen wie Altersarmut, Fast Fashion, Privatisierung der Trinkwasserversorgung, Lebensmittelverschwendung kommen zur Sprache. Der Wunsch die Ungerechtigkeiten in der Welt nicht einfach hinzunehmen ist nachvollziehbar.

Aber darf man mit guten Motiven einfach Straftaten begehen? Avid verändert sich mit dem näheren Kennenlernen der Bandenmitglieder, die bis zum Schluß alle ihre richtigen Namen hinter einem Pseudonym verstecken. Er hinterfragt mehr und wird politischer.

Das Buch bietet sich wunderbar an für Gespräche zwischen Eltern und ihren heranwachsenden Kindern.

Ich denke es ist für Jugendliche im Alter von 12 Jahren gut geeignet und ich empfehle es sehr gerne weiter.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Eine Geschichte, die das Herz erwärmt

Pina fällt aus
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Pina ist eine alleinerziehende Mutter, was an sich ja schon herausfordernd ist. Ihr Sohn ist Anfang 20 und Autist, was bedeutet, dass er auch weiterhin seine Mutter braucht, um irgendwie mit der für ihn ...

Pina ist eine alleinerziehende Mutter, was an sich ja schon herausfordernd ist. Ihr Sohn ist Anfang 20 und Autist, was bedeutet, dass er auch weiterhin seine Mutter braucht, um irgendwie mit der für ihn doch sehr verwirrenden Welt klarzukommen.

Als Pina eines Tages einfach umfällt und somit wie der Buchtitel schon sagt, ausfällt, muss ganz dringend eine Lösung für Leo gefunden werden. Pina liegt also bewusstlos im Krankenhaus, Angehörige sind nicht bekannt und die schräge Hausgemeinschaft bestehend aus einer alten Dame (Inge), einer Schulabrecherin (Zola) und einem sehr zurückgezogenen Mann mittleren Alters (Woitek), tun sich zusammen, um Leo zu unterstützen, der die Welt nicht mehr versteht, weil seine Mutter nach dem Einkaufen nicht nach Hause zurückgekommen ist.

Am Anfang ist das natürlich ein großes Chaos. Soll man sich da wirklich einmischen? Gelingt es sich in Leo hineinzudenken? Es entstehen skurrile Situationen und diese schrägen Vögel aus der Hansastraße wachsen über sich hinaus und mir als Leserin ins Herz.

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen. Es wärmt von innen, was gerade in diesen Zeiten einfach mal guttut.

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Veröffentlicht am 21.03.2026

Sehr gelungen - Lieblingsbuchpotential

Spiegelland
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Nachdem mir „Stromlinien“ von Rebecca Frank so gut gefallen hat, war ich sehr neugierig auf ihr neuestes Buch „ Spiegelland“. Der neue Schauplatz ist die faszinierende Landschaft des Teufelsmoors, nahe ...

Nachdem mir „Stromlinien“ von Rebecca Frank so gut gefallen hat, war ich sehr neugierig auf ihr neuestes Buch „ Spiegelland“. Der neue Schauplatz ist die faszinierende Landschaft des Teufelsmoors, nahe Bremen und des Künstlerstädtchen Worpswede, welches ebenfalls eine Rolle spielen wird in dem Buch.

In der Gegenwart von 2025 wächst Elias auf und nachdem er einen großen Fehler gemacht hat, flieht er zu seiner Oma Catherina (Cato), die ein Haus in Teufelsmoor besitzt. In dieses Haus ist ihre Oma viele Jahre zuvor selbst geflohen zusammen mit Elias‘s Mutter Kira. Sie wollte das Zusammenleben mit einem gewalttätigen Ehemann nicht länger ertragen, und da bot ihr das Haus, dass sie überraschenderweise geerbt hatte eine Zuflucht und war der Start für einen Neuanfang.

Ein weiterer Erzählstrang führt weit zurück in die Vergangenheit zum Beginn der Besiedlungsgeschichte des Moors 1976. Hier lebt Aletta, die als Frau außer Heirat oder das Leben als Tante auf dem Hof ihres Bruders keine Möglichkeiten hatte zu überleben. Auch sie erlebte Gewalt als sie sich nämlich gegen die Heirat mit einem einflußreichen Bauern entschied.

Eindrücklich erzählt Rebecca Frank über die Folgen des Patriarchiats auf nachfolgende Generationen. Ich liebe Mehrgenerationen-Romane und kann nur staunen, wie einfühlsam und kunstvoll die Autorin die verschiedenen Geschichten hier miteinander verwebt. Mir hat das Buch große Freude gemacht. Ich hatte es als Hörbuch vorliegen und mochte auch die Vertonung durch Verena Wolfen, Jana Kozewa und Marian Funk sehr.

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Veröffentlicht am 27.02.2026

Hat Spaß gemacht

Verstand und Gefühl
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Schon länger hatte ich mir diesen Klassiker vorgenommen und jetzt endlich mein Vorhaben auch mal umgesetzt.

Es geht um die Schwestern Elinor und Marianne, die beide im heiratsfähigen Alter sind. Beide ...

Schon länger hatte ich mir diesen Klassiker vorgenommen und jetzt endlich mein Vorhaben auch mal umgesetzt.

Es geht um die Schwestern Elinor und Marianne, die beide im heiratsfähigen Alter sind. Beide Damen haben Verehrer, die sie umwerben, doch turbulente Verwicklungen verhindern den Gang zum Traualtar, den Mrs Dashwood , ihre Mutter, gedanklich schon durchgespielt hatte. Das ist besonders tragisch, da die Mutter mit ihren Töchtern nach dem Tod des Mannes quasi mittellos wird.

Jane Austen analysiert genau die Gefühle und Beweggründe ihrer Protagonisten und übt auch fleißig Gesellschaftskritik aus in ihrem ersten und persönlichsten Roman.

Marianne ist die emotionalere Schwester, die sich ausschließlich von ihren Gefühlen leiten lässt, die laut und ausdauernd leidet, als ihr das Herz gebrochen wird. Elenor ist da viel rationaler. Auch sie leidet, aber sie tut dies leise im Inneren,und lässt Platz für Argumente und Gegenargumente. Marianne macht aber im Laufe der Geschichte eine Entwicklung durch zu einer weniger naiven Frau, die ihre Balance zwischen Gefühl und Verstand gefunden hat, die Voraussetzung, um das eigene Glück zu finden.

Was soll ich sagen, das Buch war ein Genuss. Besonders die satirischen Passagen, in denen die Autorin die damalige Gesellschaft beschreibt, mochte ich sehr.

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Veröffentlicht am 07.02.2026

Highlight

Der gefrorene Fluss
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Dies ist die beeindruckende Geschichte einer Hebamme aus dem 18.Jahrhundert, die mich als Hörbuch knappe 16 Stunden begleitet hat und die ich von Anfang bis Ende geliebt habe.

Martha Ballard ist eine ...

Dies ist die beeindruckende Geschichte einer Hebamme aus dem 18.Jahrhundert, die mich als Hörbuch knappe 16 Stunden begleitet hat und die ich von Anfang bis Ende geliebt habe.

Martha Ballard ist eine empathische, zupackende Persönlichkeit, die mit ihren 50 Jahren einen großen Erfahrungsschatz gesammelt hat und bei den vielen Geburten, die sie begleitet hat, nie eine Frau verloren hat.

Ihr medizinisches Wissen ist umfangreich, so dass sie auch zu einer Untersuchung gerufen wird, als aus dem gefrorenen Fluss des Städtchens eine Leiche geborgen wird. Sie attestiert Mord an dem Kerl, dem Keiner im Ort eine Träne nachweint. Denn er war beteiligt an der Vergewaltigung der Pfarrersfrau, die nun zu allem Übel auch noch schwanger ist. Der aufgeblasene Arzt, Dr. Pears widerspricht ihrer Einschätzung später, doch Martha lässt sich nicht beirren.

Die Autorin baut von Anfang an Spannung auf, wobei ihr Roman auf historischen Fakten basiert, sie diese aber mit fiktiven Elementen weitererzählt. Martha Ballard war eine kluge Frau, sie konnte lesen und schreiben, kämpfte für Frauenrechte und begehrte gegen die Ungerechtigkeiten ihrer Zeit auf. Unterstützung bekam sie uneingeschränkt von ihrem Ehemann Ephraim und ihren inzwischen erwachsenen Kindern. Die Kombination zwischen historischem Roman und Kriminalgeschichte konnte mich überzeugen.

Ich könnte mir diese Geschichte so gut verfilmt vorstellen und das winterliche Setting in Maine passte gerade wunderbar in die Jahreszeit.

Eine große Empfehlung für dieses Hörbuchhighlight, welches mich nicht zuletzt durch die wunderbare Erzählstimme von Sandrine Mittelstädt begeistern konnte.

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