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Veröffentlicht am 16.05.2018

Spannend

Phönix und Affe
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von Judith C. Vogt

Bewertet mit 4.5 Sternen

Durch einen flüssigen und detailreichen Schreibstil kommt man sehr gut in die Geschichte hinein und kann sich die Umgebung augenblicklich sehr gut vorstellen ...

von Judith C. Vogt

Bewertet mit 4.5 Sternen

Durch einen flüssigen und detailreichen Schreibstil kommt man sehr gut in die Geschichte hinein und kann sich die Umgebung augenblicklich sehr gut vorstellen und man bekommt das Gefühl anwesend zu sein. Er ist auch emotional, sodass die Gefühle und Gedanken der Charaktere anschaulich übertragen werden. Nur die Kampfszenen wirkten öfters unübersichtlich, ich musste sie manchmal zweimal lesen, um sie mir richtig vorstellen zu können.

Die Charaktere waren sehr facettenreich, jeder hatte mit seinen eigenen Problemen zu kämpfen und verfolgte die Ziele mit unterschiedlichen Beweggründen. So wirkten sie sehr lebendig und bekamen eine eigenständige Persönlichkeit, die sie von den anderen unterschied.

Gegen Ende hatte ich schon befürchtet, dass viele Fragen unbeantwortet bleiben, da nur noch wenige Seiten übrig waren und ich noch vieles wissen wollte. Doch die meisten Fragen wurden tatsächlich noch geklärt, zwar sehr kurzfristig, aber sie wurden dennoch beantwortet.



4,5 Sterne gibt es von mir für ein Buch, dass praktisch gelesen werden und den Leser in einen asiatischen Raum mitnehmen möchte.

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Veröffentlicht am 11.04.2026

Dramenaufbau

Noch fünf Tage
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Innerhalb des Buches ist die Protagonistin aufgrund ihrer Situation stark auf die Uhrzeit fixiert. Dies wird auch visuell sehr gelungen umgesetzt, indem die Zeit zu Beginn jedes Kapitels hervorgehoben ...

Innerhalb des Buches ist die Protagonistin aufgrund ihrer Situation stark auf die Uhrzeit fixiert. Dies wird auch visuell sehr gelungen umgesetzt, indem die Zeit zu Beginn jedes Kapitels hervorgehoben wird oder unbekannte Uhrzeiten mit „??:??“ dargestellt werden. Obwohl sie an ein Krankenhausbett gebunden ist, wird die Suche nach dem Mörder nachvollziehbar und zugleich unterhaltsam dargestellt.

Auch der Aufbau in fünf Tage, angelehnt an die fünf Akte eines Dramas, empfinde ich als literarisch gelungen und spannend gestaltet.

Es gibt zudem einen großen Bezug auf Mode, Parfum etc. und anfangs fande ich dies ein wenig befremdlich, doch zeigt es das Luxusleben solcher Personen leider doch sehr realistisch.

Zu dem Ende/Auflösung des Täters: Dies war überraschend und ein gelungener Twist. Dennoch empfand ich es als etwas konstruiert.

Veröffentlicht am 20.02.2026

Poetische Sprache

Ankica
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Die Geschichte spielt im Ungarn des 19. Jahrhunderts. Anfangs muss man sich erstmal an die altertümliche Sprache gewöhnen. Doch genau das macht es meiner Meinung nach authentisch. Denn sobald unsere Protagonistin ...

Die Geschichte spielt im Ungarn des 19. Jahrhunderts. Anfangs muss man sich erstmal an die altertümliche Sprache gewöhnen. Doch genau das macht es meiner Meinung nach authentisch. Denn sobald unsere Protagonistin in ein anderes Milleu gelangt, ändert sich der Sprachstil, Ankica passt ihre eigene Sprache an. Ankica ist zudem auf ihre Art neugierig und trotzig, aber es passt zu ihrer Art und ihrem Alter.

An ein paar Stellen zieht sich die Handlung etwas, aber insgesamt passt das zur Stimmung und zum historischen Setting

Das Vampirmotiv spielt tatsächlich eine geringere Rolle als gedacht, bzw. auf eine andere Art und Weise als ich es antizipiert hatte. Und das hat mir gefallen. Denn wie man beim Lesen merkt fungiert dies eher als Symbol für verschiedene Aspekte, wie beispielsweise Fremdheit, für das, was Menschen nicht verstehen und deshalb bekämpfen, als ein Schutzschild oder ein Gefängnis, als Grenzen, die von außen gesetzt werden.

Veröffentlicht am 12.02.2026

Fragment

Schleifen
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„Schleifen“ hat mich am Anfang wirklich begeistert. Der Klappentext klang spannend; es ging darum, dass durch die Sprache Krankheiten übertragen werden können. Leider fühlte sich das Buch irgendwann zäh ...

„Schleifen“ hat mich am Anfang wirklich begeistert. Der Klappentext klang spannend; es ging darum, dass durch die Sprache Krankheiten übertragen werden können. Leider fühlte sich das Buch irgendwann zäh an, und vieles wirkte länger, absurder oder sperriger, als ich gehofft hatte.

Man merkt dem Roman an, dass Elias Hirschl ein unglaublich gebildeter Mensch ist. Denn durch den Einbezug und die Kombination von Mathematik, Philosophie, Popkultur und Sprachspielereien fühlten sich an wie ein philosophischer Essay. An anderen Stellen wirkte es wieder wie ein Roman.
Dadurch kann vieles überladen wirken. Ich glaube, so wäre es für mich auch gewesen, hätte ich es nicht in vielen Etappen gelesen. Die spannenden Stellen gingen oft zu schnell vorbein (wie die Kombination von Krankheit und Sprache zu Anfang), während andere Passagen sich gezogen haben.

Die „Handlung“ bleibt also sehr fragmentarisch. Ich hatte selten das Gefühl, einer klaren Geschichte zu folgen. Eher wirkte es wie ein lose zusammenhängendes Sammelsurium aus Ideen, Szenen und sprachlichen Experimenten. Wer einen klassischen Roman erwartet, dürfte hier schnell enttäuscht sein. Wer auf der anderen Seite verschiedene Themengebiete (sowohl gelöst als auch gemischt), ist hier an der richtigen Stelle.

Veröffentlicht am 28.01.2026

Super!

Spicy Files
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Der Roman wirkt zu Anfang nicht überladen und gleichzeitig so geschrieben, dass man durchgehend dranbleibt. Die Spannung wird ruhig, aber konstant aufgebaut.

Besonders gelungen fand ich die Einbettung ...

Der Roman wirkt zu Anfang nicht überladen und gleichzeitig so geschrieben, dass man durchgehend dranbleibt. Die Spannung wird ruhig, aber konstant aufgebaut.

Besonders gelungen fand ich die Einbettung der EU-Thematik. Zwar verfügt man grundsätzlich über ein gewisses Allgemeinwissen, doch hier werden die Strukturen und Hintergründe anschaulich und verständlich vermittelt. Dabei habe ich tatsächlich einige neue Details gelernt, das ist also definitiv ein Pluspunkt. Gleichzeitig war ich an manchen Stellen ein wenig zwiegespalten: Einerseits mochte ich die zusätzlichen Informationen sehr, andererseits ertappte ich mich dabei, wie ich kurz weiterlesen wollte, um zu sehen, wann der eigentliche Fall wieder stärker in den Fokus rückt. Ich hatte das Gefühl, dass er ein wenig zu sehr in den Hintergrund gerückt ist

Was das Ende betrifft, bin ich normalerweise kein Fan offener Enden. In diesem Fall jedoch fügt es sich überraschend gut ins Gesamtbild ein und wirkt stimmig.