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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.06.2026

Was wir Liebe nennen...

Alles Liebe
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Nach Liebe und Anerkennung sehnen wir uns vermutlich alle. Doch wie viel von uns selbst sind wir bereit aufzugeben, um gesehen zu werden? Und können Anerkennung und Liebe anderer wirklich ersetzen, was ...

Nach Liebe und Anerkennung sehnen wir uns vermutlich alle. Doch wie viel von uns selbst sind wir bereit aufzugeben, um gesehen zu werden? Und können Anerkennung und Liebe anderer wirklich ersetzen, was wir uns selbst verweigern? Genau diesen Fragen widmet sich - zumindest meiner Interpretation nach - Ronja von Rönne in ihrem Roman "Alles Liebe“.

Vielschichtig verwoben erzählt sie die Lebensgeschichten unterschiedlicher Charaktere, die auf ihre eigene Weise darum ringen, angenommen zu werden. Da ist Laura, die seit ihrer Kindheit versucht, die Wahrnehmung ihrer Mitmenschen zu manipulieren, oder Heike, bei der erst ein Schicksalsschlag den jahrelang angestauten Groll an die Oberfläche bringt. Getragen von Ronja von Rönnes feinfühligem Blick und ihren facettenreichen Charakteren flog ich mühelos von Seite zu Seite - von Schicksal zu Schicksal. Ihr Roman lädt schmerzhaft dazu ein, zu ergründen, wie wir Liebe definieren und ob sie nicht manchmal nur ein Synonym für emotionale Abhängigkeit ist. Ungeschönt setzt sich die Autorin mit den Abgründen menschlicher Beziehungen auseinander.

Fazit: "Alles Liebe“ ist ein tiefgründiges Spiegelbild menschlicher Sehnsüchte Mich hat der Roman so gefesselt, dass ich ihn innerhalb weniger Tage verschlungen habe. Ein bedrückendes, aber lohnendes Leseerlebnis, das noch lange nachhallen wird und in mir die Frage aufgeworfen hat: Möchte ich die Leinwand für die Erwartungen anderer sein - oder lieber ein eigenes Bild, dessen Farbenreichtum gerade dadurch entsteht, dass ich meine Fähigkeiten und Schwächen miteinander mische, anstatt sie mühsam zu verbergen?

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Veröffentlicht am 17.06.2026

​Ein präziser Kompass für die eigene Psyche

Tiefenpsychologie auf der eigenen Couch
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Das Buch „Tiefenpsychologie auf der eigenen Couch. Das Begleitbuch für Therapie und persönliche Entwicklung.“ erweist sich für mich als ein unheimlich präziser Kompass im eigenen Seelenlabyrinth. Es bietet ...

Das Buch „Tiefenpsychologie auf der eigenen Couch. Das Begleitbuch für Therapie und persönliche Entwicklung.“ erweist sich für mich als ein unheimlich präziser Kompass im eigenen Seelenlabyrinth. Es bietet einerseits eine gelungene Einführung in die Wirkweisen von Psychotherapie und deckt zugleich zahlreiche psychische Probleme und Blockaden ab. Jens Winkler vermittelt selbst komplexe Inhalte verständlich und durch die vielen praktischen Beispiele fühlt sich das Lesen an keiner Stelle trocken an. Im Gegenteil: Es ist fast wie ein Gespräch auf Augenhöhe mit einem Therapeuten.

Schon während des ersten Lesedurchgangs lichtete sich bei mir immer wieder der Schleier aus Alltag und Automatismen und bescherte mir spontan einige Aha-Erlebnisse sowie tiefe Einsichten. Deshalb steht für mich fest, dass ich das Buch nun noch einmal ganz in Ruhe als Arbeitsbuch nutzen werde. Dabei werde ich allerdings nicht chronologisch vorgehen, sondern mich je nach Relevanz durch die Kapitel bewegen, die für mich gerade wichtig sind.

Besonders aufschlussreich waren für mich die Vorstellung der verschiedenen therapeutischen Ansätze sowie die Definitionen von psychischer Krankheit und psychischer Gesundheit. Auch der Bereich "Gefühle verstehen und regulieren lernen“ hat mich stark beschäftigt, insbesondere der Abschnitt "Regulierst du dich wieder oder machst du dich weg?“. Im Kapitel über persönliche Entwicklung und Achtsamkeit wurde mir außerdem eine Methode von Tara Brach wieder ins Bewusstsein gerückt, die mir früher bereits sehr geholfen hat. Die zahlreichen Übungsaufgaben und Reflexionsfragen sind zudem hervorragend geeignet, um tiefer in die eigene Vergangenheit sowie die eigenen Motivationen und Verhaltensmuster einzutauchen. Diese Fragen intensiv zu bearbeiten, wird Zeit und Kraft kosten. Ich bin mir jedoch sicher, dass sich dieser durch das Buch so gut vorbereitete und angeleitete Weg lohnen wird.

Fazit: Eine uneingeschränkte Empfehlung für alle, die bereit sind, ehrlich in den Spiegel zu schauen. Auch für Ratsuchende, die sich fragen, ob sie von einer Psychotherapie profitieren könnten, eignet sich dieses thematisch umfangreiche Buch als wertvolle Orientierungshilfe.

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Veröffentlicht am 22.05.2026

Besser zwischenmenschlich kommunizieren durch zielgerichtetes Prompten

Abenteuer: Kommunikation! Miteinander reden in der KI-Realität.
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"Abenteuer Kommunikation! Miteinander reden in der KI-Realität" schafft einen spannenden Spagat: Das Buch geht in seinen 13 Kapiteln in die Tiefe und erklärt das Prinzip des "People-Promptings“ sehr detailliert. ...

"Abenteuer Kommunikation! Miteinander reden in der KI-Realität" schafft einen spannenden Spagat: Das Buch geht in seinen 13 Kapiteln in die Tiefe und erklärt das Prinzip des "People-Promptings“ sehr detailliert. Dabei ist es ein anspruchsvolles Fachbuch für den Beruf, verliert aber den normalen Alltag nie aus den Augen. Herr Professor Hamm schreibt angenehm lesbar, humorvoll und sorgt durch Beispiele aus dem Familien- und Berufsleben für echte Aha-Momente. Aufgrund der kompakten Zusammenfassungen und der "Sofort-Umsetzbar-Tipps“ am Ende jedes Kapitels werde ich es auch später sicher noch oft als Nachschlagewerk nutzen.

Besonders hängen geblieben ist bei mir, wie die Welt des KI-Promptings als Spiegel für unser eigenes Verhalten dient. Ich habe beim Lesen erst gemerkt, wie wichtig Rollenklarheit, Kontext und Werkzeuge wie der "W-Check“ sind, um Missverständnisse im Alltag zu vermeiden. Auch die Lektion zum Umgang mit schwierigen Gesprächspartnern war für mich extrem hilfreich.

Mein Fazit: Sich mit dem Prompten zu beschäftigen, ist im Grunde ein Spiegel für die eigene Kommunikation. Vor einem schwierigen Gespräch kurz zu überlegen: "Wie würde ich das einer KI prompten?“, hilft ungemein, sich auf das Wesentliche zu fokussieren. Um das Wie besser zu verstehen, hilft dieses Buch Kapitel für Kapitel langsam aufeinander aufbauend wirklich weiter. Ein unentbehrliches Buch für alle, die im Job und Alltag bewusster und zielgerichteter miteinander sprechen wollen.

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Veröffentlicht am 22.04.2026

Viel mehr als nur Eierlieferanten: Ein faszinierender Blick auf das Huhn

Mein Leben mit Hühnern
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Während die Regale voller Ratgeber über Hunde und Katzen stehen, hat man bei Hühnern oft das Gefühl, es sei schon alles gesagt. Sie sind eben Nutztiere, die Eier liefern. Obwohl ich selbst ländlich aufgewachsen ...

Während die Regale voller Ratgeber über Hunde und Katzen stehen, hat man bei Hühnern oft das Gefühl, es sei schon alles gesagt. Sie sind eben Nutztiere, die Eier liefern. Obwohl ich selbst ländlich aufgewachsen bin und Hühner dort fest zum Alltag gehörten, musste ich mir eingestehen, dass mein Wissen über diese Gefährten eigentlich ziemlich oberflächlich war. Das wollte ich ändern und bin so bei Arthur Parkinson gelandet.

Er ist Gärtner und Influencer, aber vor allem merkt man seinem Buch an, dass seine Faszination für Hühner schon seit der Kindheit besteht. Er verbindet seine persönlichen Geschichten so lebendig mit fundiertem Wissen, dass man sofort in seine Welt hineingezogen wird. Besonders beeindruckt hat mich die Darstellung der enormen Rassenvielfalt. Durch die wunderschönen Aquarelle und Fotografien im Buch wird erst richtig klar, dass Huhn eben nicht gleich Huhn ist. Jede Art hat ganz eigene optische Merkmale und spezifische Bedürfnisse, die man beim flüchtigen Blick über den Gartenzaun völlig übersieht. Was mir aber am meisten gefallen hat: Es ist weit mehr als ein reines Fachbuch. Es ist ein Plädoyer für eine tierfreundliche Haltung. Der Autor gibt nicht nur wertvolle Tipps für ein gesundes Hühnerleben, sondern lässt auch hinterfragen, warum wir eigentlich so eine klare Grenze zwischen geliebten Haustieren wie Hunden oder Katzen und sogenannten Nutztieren ziehen? Die lesenswerte Mischung aus gelebten Geschichten und Fachwissen macht deutlich, dass auch jedes Huhn eine respektvolle Behandlung verdient.

Fazit: Ein faszinierendes Buch, das dazu inspiriert, Hühner nicht länger nur als Eierlieferanten, sondern als schützenswerte Gefährten mit eigener Persönlichkeit zu sehen. Absolut lesenswert für alle, die ihren Horizont über die klassischen Haustiere hinaus erweitern wollen.

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Veröffentlicht am 11.04.2026

Kaleidoskop der Buchleidenschaft

Eine Seite noch
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In meinem Bekannten- und Familienkreis bin ich die einzige Leseratte. Vermutlich zieht mich Literatur über die Liebe zum geschriebenen Wort deshalb magisch an. Meike Winnemuths Enthusiasmus wäre absolut ...

In meinem Bekannten- und Familienkreis bin ich die einzige Leseratte. Vermutlich zieht mich Literatur über die Liebe zum geschriebenen Wort deshalb magisch an. Meike Winnemuths Enthusiasmus wäre absolut ansteckend, wenn ich nicht ohnehin schon längst „infiziert“ wäre.

In ihrem Werk „Eine Seite noch. Warum Lesen uns so glücklich macht“ beleuchtet die Autorin die verschiedensten Facetten dieser Leidenschaft. Sie geht der Frage nach, wie und warum Geschichten uns bewegen und durch das Leben begleiten. Dabei regt sie dazu an, auch die eigenen Lesegewohnheiten zu hinterfragen. So beginne ich nun tatsächlich damit, den inneren Druck abzubauen und frage mich: Muss ich wirklich jedes Kanonwerk gelesen haben? Oder darf ich einen Schmöker auch guten Gewissens zuklappen, bevor ich die letzte Seite erreicht habe? Frau Winnemuth erinnert daran, dass man beim Lesen die Regeln selbst bestimmt. Sie macht deutlich, dass Bücher Kaleidoskope der eigenen Wirklichkeit sind, die – abhängig von unseren subjektiven Erfahrungen – immer wieder neu gelesen und interpretiert werden können.

Fazit: Für jeden, der Geschichten nicht nur konsumiert, sondern sie fühlt, ist dieses Werk eine wunderbare Empfehlung. Indem es aufzeigt, wie facettenreich auch andere Menschen ihre Verbindung zu Büchern leben, gibt es einem die Erlaubnis, genau so zu lesen, wie es für einen selbst stimmig ist.

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