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Veröffentlicht am 12.04.2026

Tolle Message kreativ vermittelt - aber die Illustrationen gefallen mir nicht

Dein magisches Buch. Fantasy, die Achtsamkeit & Selbstbewusstsein stärkt. Kinderbuch ab 8 Jahren
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Eine mutmachende Geschichte voller Magie mit kniffligen Rätseln – Dein magisches Buch passt perfekt für die Altersgruppe!

Zunächst war ich etwas besorgt, wie Dein magisches Buch die eigentliche Geschichte ...

Eine mutmachende Geschichte voller Magie mit kniffligen Rätseln – Dein magisches Buch passt perfekt für die Altersgruppe!

Zunächst war ich etwas besorgt, wie Dein magisches Buch die eigentliche Geschichte mit der Botschaft von Selbstbewusstsein und Mut verknüpfen würde: sehr oft wirkt es dick aufgetragen und wie ein nachträglich eingefügter Gedanke, damit ein Buch nicht einfach nur ein Abenteuer enthält, sondern auch eine Moral. Dadurch erscheinen mir solche Elemente oft irgendwie unpassend zur Geschichte.

Hier hat Nica Stevens aber einen ganz guten Mittelweg gefunden: Die Geschichte von Milo dient als Beispiel, als Vorbild, während Dein magisches Buch im Anschluss an jedes Kapitel die „Lektionen“ aufgreift und etwas deutlicher formuliert. In Form von „Pandoras Weisheiten“ sind dann noch weitere Ratschläge eingestreut. Das hat zwar stellenweise einen ziemlich belehrenden Charakter, aber weil es außerhalb der eigentlichen Story passiert, stört es mich nicht so sehr wie erwartet.

Besonders in Kombination mit den 14 Rätseln, aus deren Ergebnissen ein Lösungswort gebildet werden soll, passen diese ergänzenden Elemente ziemlich gut. Ich muss gestehen, bei einigen der Rätselaufgaben bin ich doch etwas ins Knobeln gekommen oder musste in meiner eBook-Version an die Suchbilder heranzoomen, was mit dem gedruckten Buch nicht möglich sein wird. Ich hoffe, die Bilder werden eine hervorragende Auflösung haben, denn die Lösung ist im Buch nicht enthalten. Sie ergibt sich zwar am Ende aus dem Zusammenhang, doch für die rätselnden Kinder könnte es frustrierend werden, die Lösung für einzelne Aufgaben nicht herausfinden zu können – zumal Selbstzweifel mit diesem Buch eigentlich abgebaut werden sollen.

Milos Geschichte ist an sich nichts total Besonderes; ich habe einige Elemente aus anderen Büchern wiedererkannt: Eragon, Harry Potter (lies auch: meine Rezension zur Schmuckausgabe von Harry Potter und der Stein der Weisen) und noch etwas drittes, das mir bekannt vorkommt, ich aber nicht klar benennen kann. Das Design von Milo erinnert mich an den Animationsfilm Arthur und die Minimoys. Für diesen Umfang und die Zielgruppe aus achtjährigen Lesenden ist das aber meiner Meinung nach in Ordnung.

Die Message ist klar und deutlich zu erkennen und es gibt viele Szenen, mit denen sich die jungen Lesenden identifizieren können: das Gefühl vom Anders-Sein durch Aussehen, Herkunft oder Fähigkeiten, Zweifel an den eigenen Fähigkeiten, Ängste, fehlender Zuspruch, um nur die offensichtlichsten zu nennen. An diesen Punkten setzt Dein magisches Buch an und reicht die helfende Hand voller Empathie und „du bist gut so, wie du bist. Glaub an dich.“

Den Plottwist am Ende habe ich nicht kommen sehen, obwohl ich die ganze Zeit gegrübelt habe, was es denn nun mit diesem namenlosen Buch voller Ratschläge und Rätsel auf sich hat. Das ist sehr gut gelungen!
Auch die nebenbei erwähnte Möglichkeit, das Buch im eigenen Regal stehen zu lassen und wieder danach zu greifen, wenn man sich verloren fühlt und eine Art warme Umarmung braucht, finde ich super. (Besonders in der heutigen Konsumgesellschaft, in der es immer etwas Neues sein muss und die Wertschätzung von Bekanntem verdrängt wird, finde ich diesen deutlichen Hinweis durchaus angemessen. Denn: Die positiven Auswirkungen auf die mentale Gesundheit durch das Lesen oder Schauen eines bereits bekannten Buches, Films oder einer bekannten Serie sind inzwischen erforscht!)

Insgesamt ist der sprachliche Stil gut gelungen. Selbst wenn die deutlichen grafischen Abgrenzungen mit Hintergründen und Schriften nicht wären, könnte man doch deutlich unterscheiden, ob gerade Milos Geschichte erzählt wird oder das Buch mit seinen Rätseln spricht.

Das einzige, was mir an Dein magisches Buch nicht recht gefallen will, sind die Illustrationen. Das ist immer Geschmackssache, natürlich, aber ich möchte es zumindest erwähnen. Die Zeichnungen wirken manchmal unfertig; die Buntstiftstrukturen sind deutlich erkennbar und wahrscheinlich auch gewollt. Ich habe anhand des Covers einfach einen anderen Stil erwartet, mehr perfektionierte, „polierte“ Bilder und weniger diesen etwas kindlich wirkenden Buntstiftstil. Das ist mir insbesondere in den seitenfüllenden Illustrationen in Milos Kapiteln aufgefallen, dort gefällt mir die Darstellung zum Beispiel von Pandoras Haaren oder den Gesichtern nicht; die Rätsel und kleinere Bilder gefallen mir weitaus besser.

Veröffentlicht am 12.04.2026

Rezension zu Band 1 und 2

Türkisgrüner Winter
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Als ich einen Gutschein für einen online-Gebrauchtbuchhändler geschenkt bekommen habe sind mir Kirschroter Sommer und Türkisgrüner Winter aufgefallen. Nicht mehr ganz neu, aber mit einem vielversprechenden ...

Als ich einen Gutschein für einen online-Gebrauchtbuchhändler geschenkt bekommen habe sind mir Kirschroter Sommer und Türkisgrüner Winter aufgefallen. Nicht mehr ganz neu, aber mit einem vielversprechenden Klappentext. Ich wurde neugierig, wie sehr sich New Adult in den letzten paar Jahren verändert hat – vor allem, da diese Bezeichnung damals auf dem deutschen Buchmarkt noch gar nicht so geläufig war.

In dieser Rezension gehe ich auf meine Meinung zu beiden Bänden ein, sodass es keine Spoiler für den zweiten Band Türkisgrüner Winter gibt. Klappentext, inhaltliche Beschreibungen und auch die kurzen Meinungen anderer Rezensent:innen am Ende des Beitrags beziehen sich deshalb nur auf Band 1.

Erwartet habe ich einen sehr kitschigen Collegeroman voller Klischees und eine halbwegs überzeugende Handlung. Kurz: Meine Ansprüche an diese beiden Bücher waren gering und ich war auf Enttäuschung eingestellt. Warum? Weil schon viele Bücher, die sich in erster Linie an junge Frauen richten und von deutschen Autor:innen geschrieben wurden, bei mir diese Eindrücke hinterlassen haben. Insbesondere Bücher, die in den späten 1990ern und frühen 2000ern veröffentlicht wurden, sind (sofern mich meine Erinnerung nicht im Stich lässt) oft betont mädchenhaft, wollen ganz dringend über irgendetwas belehren und am besten noch Verhütungsmittel- oder Zigarettenwerbung machen. Ich war also neugierig, aber auch sehr skeptisch.

Deshalb war ich nicht überrascht, als der Anfang sich etwas schleppend las. Doch schon nach drei oder vier Kapiteln zog die Handlung an und es wurde kontinuierlich besser. Der Schreibstil ist großartig zu lesen und die Figuren realistisch: teilweise komplex und mit Tiefgang, aber doch mit so einigen Klischees bestückt. Es gibt zum Beispiel den sexy Typ, der eigentlich nett und tiefgründig ist, obwohl man Oberflächlichkeit erwartet und die tollpatschige Leseratte mit kleiner Körbchengröße und großer Bodenständigkeit.

Die Handlung ist unterhaltsam, enthält aber auch Szenen, die einen wirklich Schlucken lassen, wenn es doch mal ernst wird. Diese Balance zu halten und nicht von einem Extrem ins andere zu wanken, das muss man als Autor:in erst einmal schaffen. Carina Bartsch gelingt es in beiden Büchern mit viel Fingerspitzengefühl. Was mir aber am besten gefällt ist der durchgehend gute Humor und das Necken zwischen den beiden Protagonist:innen. Ich mag solche Liebesgeschichten, die mit gegenseitigem Piesacken anfangen (was ja grundsätzliche Sympathie impliziert) und sich humorvoll und erst im Lauf der Zeit weiterentwickeln. Sie erscheinen mir realistischer als gegenseitiges Anschmachten ab der ersten Begegnung.

So gut mir aber die Chemie zwischen den beiden Hauptfiguren und auch die Geschichte an sich gefällt: Meiner Meinung nach sind beide Bücher etwas zu lang. Es gab ein paar Durchhänger, in denen nicht genug passierte, um die Seiten zu füllen, und Szenen, die einfach zu lang waren, sodass zwischenzeitlich die Spannung flöten ging. Ich glaube, 50-100 Seiten weniger hätten beiden Büchern, aber insbesondere Türkisgrüner Winter gut getan.

Einige Zeit nach dem Lesen habe ich entdeckt, dass die Reihe um Emely und Elyas tatsächlich noch weitergeht. Weil auf der Seite des Rowohlt Verlags nur diese beiden Bücher aufgelistet werden, war ich davon ausgegangen, dass die Reihe damit beendet ist. Mit großem zeitlichem Abstand von 11 Jahren ist allerdings noch ein dritter Band, Sonnengelber Frühling, erschienen, der die Geschichte fortsetzt. Warum dieser nicht (mehr?) auf der Verlagsseite gelistet wird und auch in den gängigen Online-Shops nicht mit den ersten beiden Büchern verknüpft ist, kann nur vermutet werden. Er steht jedenfalls schon in meinem Regal und wartet auf meine Aufmerksamkeit.

Fazit
Alles in allem wurde ich von dieser Reihe sehr positiv überrascht – auch, weil ich nun wirklich kaum etwas erwartet hatte. Der Schreibstil ist super und der Humor noch besser. Die gesamte Stimmung hat mich ein bisschen an Der letzte erste Blick von Bianca Iosivoni denken lassen, und das ist für mich etwas Gutes. Ich kann Kirschroter Sommer und Türkisgrüner Winter also wirklich sehr empfehlen. Dass diese Bücher schon 12 Jahre alt sind ist nicht spürbar – sie hätten genauso gut jetzt veröffentlich werden können, so gut passen sie in den aktuellen New-Adult-Collegeroman-Trend.

Veröffentlicht am 12.04.2026

Anekdotischer female rage

Die Furien – Frauen, Rache und Gerechtigkeit
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Beim Lesen von Die Furien schwankte ich immer wieder zwischen glühendem Zorn und hilfloser Verzweiflung angesichts der beschriebenen Frauen und ihrer Situationen. Wer Die Furien lesen möchte, sollte sich ...

Beim Lesen von Die Furien schwankte ich immer wieder zwischen glühendem Zorn und hilfloser Verzweiflung angesichts der beschriebenen Frauen und ihrer Situationen. Wer Die Furien lesen möchte, sollte sich vorher vergewissern, dass die behandelten Themen vertragen werden können – es wird stellenweise sehr explizite Gewalt in verschiedensten Formen beschrieben. Dieses Buch gibt keine explizite Triggerwarnung, allerdings ist das meiner Meinung nach auch nicht nötig: Klappentext und Titel beschreiben die Inhalte deutlich genug, um von vornherein klarzustellen, dass es hier nicht um leichte Themen geht.

Etwas schwergetan habe ich mich mit dem Schreibstil: sehr anekdotisch springt die Autorin zwischen unterschiedlichen Situationen, Personen und Zeitabschnitten hin und her, wobei sie oft Expert*innen bestimmter Bereiche oder andere Bücher/Artikel zitiert. Für einen allgemeinen Überblick ist das sicherlich förderlich, das hat es aber auch schwieriger gemacht, mich in den jeweiligen Puzzleteilen ihrer Erzählungen zurechtzufinden.

Die Furien hat mir einen Einblick in drei Einzelschicksale verliehen, die exemplarisch für viele Frauen stehen und ebenso viele beeinflusst haben. Ich habe außerdem einen genaueren Überblick über bestimmte geopolitische Konflikte erhalten und die ans Buch angehängte Bibliografie gibt die Möglichkeit, selbst weiter zu recherchieren.

So schwer mir das Lesen zwischendurch wegen der emotional belastenden Inhalte auch fiel, so lange wird das Buch in mir nachhallen. Ich stelle es in eine Reihe mit Alle drei Tage. Warum Männer Frauen töten und was wir dagegen tun müssen, das ich vor einigen Jahren rezensiert habe.

Veröffentlicht am 12.04.2026

Etwas schwächer als Bd. 1 - auch, weil der Rote Faden fehlt

Vows and Ruins
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Der erste Band Blood and Steel hat mich total vom Hocker gehauen. Dieser zweite Teil der vierbändigen Reihe fällt für mich leider etwas schwächer aus, wie es so oft mit zweiten Bänden ist. Das liegt in ...

Der erste Band Blood and Steel hat mich total vom Hocker gehauen. Dieser zweite Teil der vierbändigen Reihe fällt für mich leider etwas schwächer aus, wie es so oft mit zweiten Bänden ist. Das liegt in diesem Fall an zwei Dingen, die beide stark mit der Handlung zusammenhängen. Trotzdem ist Vows and Ruins insgesamt wieder ein richtig gutes Buch, größtenteils genau nach meinem Geschmack.

Positives

Der Schreibstil ist weiterhin super, sodass ich beim Lesen geradezu durch die fast 550 Seiten geflogen bin und Vows and Ruins nach 2 Tagen durch hatte. Die Autorin und auch die beiden Übersetzerinnen beherrschen ihr Handwerk sehr gut.
Auch die Charaktere machen mir weiterhin großen Spaß: Nicht nur die Hauptfiguren, sondern auch die Nebencharaktere wachsen mir zunehmend ans Herz. Und die Charaktere, die man eindeutig nicht mögen soll, bleiben ihren negativen Merkmalen treu. Thea wächst an ihren Aufgaben und der neuen Verantwortung.
Die Welt wird in Vows and Ruins nach und nach größer und die politischen Verflechtungen komplizierter, während sich die mit der Prophezeiung verbundene Vergangenheit langsam offenbart.

So weit, so gut – richtig gut.

„Spicy Romantasy“

Was mir in Vows and Ruins dagegen weniger Spaß gemacht hat als im ersten Band: Die Beziehung zwischen den Hauptcharakteren Thea und Wilder. Sie springen bei jeder Gelegenheit ins Bett – wenn sie keines finden können, dann werden sie kreativ – und in den gemeinsamen Momenten, in denen sie das nicht tun können, fallen sie zumindest in Gedanken übereinander her. Das nahm für mich einfach zu viel Raum ein. Wie soll ich als Leserin denn die angeblich so tiefe emotionale Bindung zwischen den beiden nachvollziehen können, wenn sich alles mit nur sehr wenigen Ausnahmen rein körperlich abspielt?

Du hast dich verletzt und mir nicht Bescheid gesagt? Lass uns in einer Besenkammer übereinander herfallen, um uns lebendig zu fühlen, obwohl du Schmerzen hast. Morgen ist ein wichtiger Kampf, für den wir ausgeruht sein sollten? Lass uns die ganze Nacht wach bleiben und Sex haben, bis die Sonne aufgeht, sodass wir absolut nicht genug Schlaf bekommen, was aber nie erwähnt wird oder irgendwelche Konsequenzen hätte. Wir haben eine Woche nicht miteinander geredet, weil wir jeweils unseren eigenen emotionalen Ballast verarbeiten mussten? Sobald wir einander wiedersehen, müssen wir unserem aufgestauten Begehren nachgeben.

Es ist einfach an einigen Stellen so überflüssig! Im letzten Drittel von Vows and Ruins habe ich deshalb einige solcher Szenen wirklich nur noch überflogen, auf der Suche nach inhaltlich wichtigen Dialogfetzen, oder sogar ganz übersprungen.

Viel besser gefallen mir die Momente, in denen Wilder nicht nur in inneren Monologen, sondern auch vor ihren Freunden ihre Beziehung zu akzeptieren beginnt oder Thea schlichte körperliche Nähe und Geborgenheit bei Wilder sucht. Leider scheint der Fokus mehr auf den explizit und detailliert beschriebenen Sexszenen zu liegen, die dann aber insgesamt sehr zahm bleiben und repetitiv werden. Kein Wunder, dass diese Reihe es in die BookTok Trends geschafft hat.

In meiner Rezension zu Band 1 habe ich kritisiert, dass das Buch als Spicy Romantasy beworben wird, weil die dazugehörigen Szenen größtenteils fehlten und es sich dadurch ein bisschen wie fehlgeleitetes Trendmarketing anfühlte. Gleichzeitig habe ich betont, dass mir Blood and Steel gerade durch dieses „Will they, won’t they?“ zwischen Thea und Wilder und die dadurch aufrecht erhaltene Spannung so gut gefällt. Vows and Ruins passt nun sehr viel besser in die Kategorie Spicy Romantasy (obwohl sich „spicy“ eher mild ausdrückt) – leider zu meinem Nachteil.

Kein roter Faden mehr erkennbar

Der zweite Grund, aus dem mir die Handlung in Vows and Ruins nicht so gut gefällt wie in Blood and Steel, ist die Undurchsichtigkeit. Die zunehmend komplizierten politischen Verstrickungen habe ich oben ja schon erwähnt. Das ist eigentlich etwas Gutes, denn es gehört für mich zu einem Fantasyroman wie diesem dazu, besonders bei Themen wie Krieg zwischen verschiedenen Völkern. Doch während Blood and Steel noch einen klaren Fahrplan hatte, wohin die Reise gehen würde und welche Ziele die einzelnen Charaktere verfolgen, verliert Vows and Ruins diesen roten Faden etwas.

Die teilweise sehr überraschenden Wendungen gefallen mir genauso gut wie die zunehmend offenbarten Facetten der Persönlichkeiten unserer Helden. Aber leider gerät die Handlung dadurch etwas ins Schwimmen. Manches lässt sich schon in Band 1 erahnen, wodurch einzelne Entwicklungen und Veränderungen absolut Sinn ergeben. Doch anderes kommt total aus dem Nichts und wirft in Vows and Ruins Dinge über den Haufen, die bisher als feststehende Tatsachen behandelt wurden, ohne dabei einen Ausblick darauf zu bieten, was diese Veränderung nun für die Geschichte bedeutet.

Das ist, neben den viel zu häufigen Sexszenen, mein Hauptproblem mit dieser eigentlich guten Fortsetzung: Die Figuren hangeln sich über Missionen und Kämpfe hin zu einem Ziel, das sich nicht mehr richtig erkennen lässt. Klar, die Menschen wollen ihre Königreiche vor den Dämonen und Halbdämonen schützen, aber was will die Gegenseite, deren Perspektive wir zwischendurch auch mal kurz – sehr oberflächlich – einnehmen? Was ist eigentlich der Grund für diesen Krieg?

Als Leserin weiß ich nicht mehr so recht, worum es in dieser Reihe eigentlich geht. Nicht nur fehlt der rote Faden, sondern die wenigen „Richtungsweiser“, wenn man so will, gehen auch noch zwischen den spicy Szenen in Vows and Ruins unter. Es ist klar, dass dies keine reine Gut-gegen-Böse-Geschichte ist, und dass beide Seiten vielschichtig aufgebaut sind. Leider bekommen wir in diesem Band keinen richtigen Einblick in diese Schichten.

Dadurch verliert Vows and Ruins für mich etwas an Spannung. Ich lese gern über die Abenteuer der Hauptfiguren und verfolge interessiert die Entwicklung der jeweiligen Beziehungen, der Freund- und Feindschaften. Aber mit zunehmender Undurchsichtigkeit über das Ziel dieser Reisen und Entwicklungen baut sich für mich eine Distanz auf, die es mir nicht erlaubt, mich so richtig in die Geschichte fallen zu lassen.

Ich hoffe, dass der rote Faden oder zumindest das große Ziel in den beiden noch kommenden Bänden Fate and Furies (erscheint auf deutsch im Februar 2026) und Shadow and Storms (Mai 2026) wieder etwas deutlicher zu erkennen ist.

Weiterlesen möchte ich diese Reihe auf jeden Fall.

Das Cover

Abschließend ein kleiner Exkurs über das Coverdesign, das mir schon bei Blood and Steel nicht gefallen hat und mich auch bei Vows and Ruins wieder stört: Obwohl ich bei näherer Betrachtung der ganzen Reihe mag, dass anhand der Schwerter auf den Titelbildern der einzelnen Bände Theas Entwicklung als Kämpferin und als Wächterin erkennbar ist – das Konzept also einen deutlichen Bezug zum Inhalt hat – wirken die Umsetzung mit den Farbwirbeln und das Design insgesamt auf mich trotzdem irgendwie unfertig, unpassend und uninteressant.

Ich bin mir nicht sicher, ob das daran liegt, dass das Verlagslogo nicht auf dem Cover abgebildet ist und dadurch der Eindruck eines Selfpublishing-Titels entsteht (was, nur um das klarzustellen, nichts Schlechtes ist, sondern schlicht etwas anderes als das, was ich von Verlagstiteln erwarte). Ob es an den intensiven Farben liegt, die so gar nicht zu der mittelalterlichen Welt und den praktisch veranlagten Krieger*innen passen wollen, oder daran, dass der Dolchgriff auf dem Cover von Blood and Steel wie billiges Plastik und das Metall von Dolch, Schilden und Schwertern (mit Ausnahme der Schwerter vom vierten Band) durch den stumpfen Glanz wie silbern angemaltes Holz wirkt.

Ob ich zuletzt einfach zu viele Fantasy-Romane mit Schwertern und Schnörkeln auf dem Cover gesehen und dieses ausgelutschte, nichtssagende Motiv satt habe, zumal bis auf die Gegenstände und den Titelschriftzug nichts auf dem Cover irgendwie zur Geschichte passt.

Woran es auch liegen mag: Wenn es keinen extra Newsletter von NetGalley für den ersten Band gegeben hätte und der Klappentext von Blood and Steel mich nicht angesprochen hätte, dann wäre diese Reihe allein aufgrund seines Äußeren garantiert an mir vorbeigegangen – obwohl sie inhaltlich doch so gut meinen Geschmack trifft.

Der Blick ins Impressum von Vows and Ruins zeigt übrigens, dass das Originaldesign von Maria Spada stammt und dass die Agentur Guter Punkt, deren Arbeit ich bisher sehr positiv wahrgenommen habe, mit der Anpassung für die deutsche Ausgabe beauftragt wurde.

Eine kurze Recherche offenbart: Auch die anderen Buchcover der Künstlerin gefallen mir nicht so gut. Es ist ein Einheitsbrei mit einigen sehr schönen Designs, aber insgesamt sehr nichtssagend und mit vielen wiederholten Motiven in minimaler Abwandlung. Im Vergleich mit ihrem restlichen Portfolio ist dieses Cover eines der – meiner Meinung nach – schwächeren. Guter Punkt hat nur die Schriften übersetzt und angepasst, soweit ich es beurteilen kann.

Ich verstehe, dass man einem Buch, das im Original – mit dem Originalcover – in visuellen Medien wie TikTok Bekanntheit erlangt hat, in der Übersetzung nur ungern ein neues Cover zuordnet. Meiner Meinung nach passt es einfach nicht zum Buch – bzw. zur ganzen Reihe – und für mich wird es diesem in seiner Qualität auch nicht gerecht.

Aus welchem Grund das Droemer Knaur Verlagsimprint Bramble außerdem sein Logo auf all seinen Büchern nur auf dem Buchrücken, nicht aber auf dem Cover sehen will, das ja insbesondere auf TikTok und Instagram – wo sich die Hauptzielgruppe von Bramble aufhält – genau der Teil des Buches ist, der in die Kamera gehalten wird und dem Zielpublikum dadurch erlauben würde, den Bezug zum Verlag herzustellen: Das würde mich sehr interessieren.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Manchmal etwas langatmig, aber insgesamt ein gutes Buch. Sehr "character-driven"

Shades of Magic
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Shades of Magic von V. E. Schwab – diese Trilogie steht schon lange auf meiner „Irgendwann mal lesen“-Liste und eine Freundin hat mir doch recht deutlich nahegelegt, dass ich das besser früher als später ...

Shades of Magic von V. E. Schwab – diese Trilogie steht schon lange auf meiner „Irgendwann mal lesen“-Liste und eine Freundin hat mir doch recht deutlich nahegelegt, dass ich das besser früher als später tun sollte. Mit diesem Sammelband habe ich nun endlich die Ausrede gefunden, ihn anderen Büchern vorzuziehen, sodass mich die vier verschiedenen Londons in den letzten Monaten fast täglich auf dem Weg zur Arbeit und zurück begleitet haben.

Und meine Freundin hat mit ihrer Einschätzung recht: Die Geschichte lebt von ihren Figuren. Sie sagte: „Die Story an sich ist sehr character-driven, also erwarte keine mega spannende Handlung.“ Das würde ich unterstreichen. Obwohl die Handlung viel bietet, hängt in Shades of Magic alles an den Charakteren. Wenn die in eine sprichwörtliche Sackgasse laufen, dann geht auch die Handlung nicht weiter.

Man könnte die Geschichte dieser drei Bände recht einfach zusammen fassen: Gut gegen Böse, wobei Böse ab und zu den Körper wechselt und scheinbar viel mächtiger als Gut ist, aber Gut hat mehr Leute, deshalb muss Gut ja eigentlich gewinnen – oder? Dazu jede Menge Piraten, komplexe Magie und eine Prise Beziehung und Gefühle, wobei ich mich sehr über die gleichgeschlechtliche Beziehung wichtiger Charaktere gefreut habe und die Art, wie diese vom Umfeld akzeptiert oder auch abgelehnt wird.

Ich hätte gern noch mehr über Holland gelernt und auch Rhys Eltern sind mir etwas fremd geblieben, trotz der kleinen Einblicke gegen Ende der Geschichte. Die Bonuskapitel waren nice-to-have, aber sie waren meiner Meinung nach nicht so umfassend oder für die Geschichte relevant, als dass sie besonders hervorgehoben werden müssten. Nur die kurze Geschichte über Kells Herkunft, wie er zur Königsfamilie kam, die hat mir richtig gut gefallen. Sie führt einige lose Fäden der drei Bände zusammen und ich frage mich, warum sie nicht in der Geschichte selbst enthalten ist.

Was mir dagegen richtig, richtig gut gefallen hat, war die Figur Lila Bard. In Band 1 hatte ich den Eindruck gewonnen, dass Kell die Hauptperson der Geschichte ist und bleiben wird, aber das hat sich schnell verändert, als man das erste Mal in Lilas Kopf schauen, also aus ihrer Perspektive lesen konnte. Lila will mehr von der Welt, sie giert regelrecht nach neuen Eindrücken, neuen Erlebnissen, neuem Wissen und geht dabei buchstäblich über Leichen.

Und im Gegensatz zu vielen anderen Geschichten, in denen die starke, selbstständige und „morally grey“ weibliche Kämpferin ab dem Zeitpunkt, in dem sie ihrem Love Interest begegnet, weich zu werden beginnt und sich selbst sehr verändert; im Gegensatz dazu bleibt Lila Bard wer sie war und ist: Straßenkämpferin, Diebin und im Herzen schon immer eine Piratin. Damit eckt sie immer wieder an und die männlichen Hauptfiguren ertappen sich öfter dabei, eine weichere Lila zu erwarten, nur um wieder einmal davon überrascht zu werden, dass man bei Lila Bard genau das bekommt, was man sieht.

Ich habe die Story gern verfolgt, aber ein paar Hundert Seiten weniger hätten diesem Sammelband vielleicht gut getan. Insbesondere in Band 3 habe ich einige Passagen irgendwann überblättert, weil manche Dinge aus den vorherigen Bänden wiederholt wurden (das ist gut, wenn man die Bücher einzeln und mit Monaten oder Jahren dazwischen liest, aber gebündelt wie hier war es eher störend) oder weil einzelne Szenen sich zu lang hinzogen, ohne wirklich etwas zum großen Ganzen hinzuzufügen.

Ja, es war ein toller Weltenbau mit all diesen Details, aber manchmal wollte ich einfach wissen, wie es weitergeht und nicht, wie diese eine Straße aussieht. Das Problem habe ich mit vielen Romanen, oft High Fantasy, die vielleicht einfach epischer erscheinen wollen als sie tatsächlich sind.

Sprachlich hat mir Shades of Magic sehr gefallen. Das Buch ließ sich sehr einfach lesen und die mit Kästen abgesetzten Rückblicke waren gut von der gegenwärtigen Handlung zu trennen. Normalerweise bin ich kein Fan von kurzen Kapiteln, aber die Aufteilung in Unterkapitel hat für mich bei Shades of Magic mit den vielen verschiedenen Erzählperspektiven Sinn ergeben. Durch diese Strukturierung war es relativ einfach, den Überblick zu behalten und der Geschichte mit all ihren Facetten zu folgen.

Fazit
Es hat mir Spaß gemacht, Shades of Magic zu lesen. Besonders genossen habe ich Lila Bard, Alucard Emery und Rhy. Es war mir stellenweise zu viel Weltenbau, wodurch die Story verlangsamt wurde, und generell hätte man die Handlung etwas komplexer aufziehen können. Insgesamt wurde ich gut unterhalten, aber es ist für mich eine durchschnittlich gute Geschichte gewesen, kein unvergleichlich tolles Werk.

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