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Veröffentlicht am 12.04.2026

Wohltuende Auszeit!

Mathilde und Marie
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Um ihrer innerlichen Zerrissenheit, sowie dem Pariser Lärm, mit seiner steten Hektik und Geschäftigkeit zu entfliehen, macht sich die junge Französin Marie auf zu einer Zugreise mit unbekanntem Ziel. ...


Um ihrer innerlichen Zerrissenheit, sowie dem Pariser Lärm, mit seiner steten Hektik und Geschäftigkeit zu entfliehen, macht sich die junge Französin Marie auf zu einer Zugreise mit unbekanntem Ziel. So lernt sie nicht nur die alte Isländerin Jónina kennen, sondern landet mit ihr schließlich auch in Redu, einem kleinen Bücherdorf in den belgischen Ardennen, wo nicht nur die Uhren anders ticken, sondern auch das menschliche Miteinander. Inmitten ländlicher Ruhe und umgeben von beschaulicher Natur findet Marie nicht Mathilde, sondern auch zu sich selbst und ihrer Liebe zu Büchern zurück. Sie erfährt sowohl Gemeinschaft, als auch tiefgreifende Freundschaft und das Glück, das in kleinen Dingen schlummert.

„Mathilde und Marie“ von Torsten Woywod ist kein reißerischer Roman, der mit Spannung und Action um jeden Preis um Aufmerksamkeit heischt. Vielmehr ist er ein stiller Ort des Ankommens und eine inspirierende literarische Auszeit, das genau so genommen werden möchte wie es ist. Ja, es mag sein, dass nicht viel „aufregendes“ passiert - doch genau das ist es doch, was Achtsamkeit und auch die damit einhergehende Entschleunigung ausmacht. Es sind die kleinen Dinge, die uns in unserer oberflächlichen Welt vermehrt als „unwichtig“ erscheinen, die es in diesem Buch wahrzunehmen gilt, denn es muss nicht immer besser, schneller, weiter, spannender und ausgeklügelter sein, um zu berühren.

Die Atmosphäre, die Torsten Woywod durch seine Sprache und die wohlgewählten Worte in diesem Buch erschafft, ist nicht nur so wundervoll ausufernd wie die Landschaft, sondern lässt darüber hinaus auch jede Menge Freiraum zum Atmen. Ich habe gerade selbst einige Schicksalsschläge hinter mir, weshalb es mir vermutlich auch so leicht fiel, mich sowohl in die Protagonisten, als auch in die heilsame Wirkung von „Stille“ hineinzuversetzen. Dem unaufgeregten, verharrenden Schreibstil und der Geschichte zu folgen, hat bei mir jedenfalls merklich Druck rausgenommen, hat mir Mut gemacht und gut getan. Die (Natur)Beschreibungen und menschlichen Beziehungen sind ebenso wie die Charaktere liebevoll, charismatisch und sympathisch gezeichnet. Sie haben mich, wie die Geschichte selbst, komplett abgeholt, berührt und mir gleichermaßen schöne, wie entspannende Lese- bzw. Hörstunden beschert.

Fazit: Ein Roman zum Fallen lassen, auftanken und innehalten. Ein Roman der bewegt, inspiriert und der Seele einfach nur gut tut! Wenn man sich drauf einlässt und Geschichten, Geschichten sein lässt, ohne immer noch mehr zu wollen.

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Veröffentlicht am 04.04.2026

Toller Reihenauftakt mit Spannung, Mythen und liebenswerten Charakteren

Aftermyth – Penelope und die Prüfung der Götter
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Mit „Aftermyth - Penelope und die Prüfung der Götter“ entführt Tracy Wolff in die lebendige Welt der griechischen Mythologie. Genauer genommen nimmt uns die Autorin mit an die Anaximander-Akademie, auf ...

Mit „Aftermyth - Penelope und die Prüfung der Götter“ entführt Tracy Wolff in die lebendige Welt der griechischen Mythologie. Genauer genommen nimmt uns die Autorin mit an die Anaximander-Akademie, auf die Penelope schon ihr ganzes Leben lang hin fiebert, um dort, wie zuvor auch schon ihre Eltern, für das Haus der Athena ausgewählt zu werden. Während es ihrem Zwillingsbruder Paris gelingt die Familientradition in besagtem Haus fortzusetzen, landet sie jedoch bei den Aphroditen. Ausgerechnet in jenem Haus, in dem es scheinbar keine Regeln zu geben scheint und das pure Chaos herrscht. Die strebsame Penelope ist entsetzt, doch während sie noch mit ihrem Schicksal hadert, geschehen merkwürdige Dinge um sie herum. Das Abenteuer beginnt und führt Penelope zu der Erkenntnis, das die Götter sie genau dorthin geschickt haben, wo sie sein soll.

Wenn ich auch fernab der Zielgruppe bin (Tracy Wolff schreibt hier für ein junges Publikum ab 12 Jahren), so lese ich dennoch gern auch mal das ein oder andere Jugendbuch. Als Fan von Percy Jackson und der griechischen Mythologie, konnte ich von Aftermyth - nicht zuletzt des wunderschönen Farbschnitts und Covers wegen - logischerweise nicht die Finger lassen und das war auch gut so! Schnell hat es mich, dank des fesselnden und bildhaften Schreibstil der Autorin in die mythische, spannende und humorvolle Welt von Penelope hineingezogen und so schnell auch nicht mehr losgelassen. Nicht nur, dass die Charaktere - mein Herz schlug sofort für Fifi - unglaublich liebenswert und greifbar ausgearbeitet sind, sondern auch die Story ist wirklich toll und die Mythen fantasievoll eingebunden, ohne erzwungen zu wirken. So konnte mich Aftermyth nicht nur überzeugen, sondern auch begeistern und mir schöne Lesestunden bescheren. Ich bin schon gespannt wie es weiter geht!

Fazit: Ein tolles Jugendbuch-Abenteuer mit tollen Charakteren und spannender Story, an dem man als Percy Jackson Fan und Liebhaber der griechischen Mythologie definitiv nicht vorbeikommt

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Veröffentlicht am 02.04.2026

Fesselnde Fortsetzung mit wichtiger Botschaft

Die Ärztin – Gefährlicher Besuch
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„Die Ärztin“ ist Meike Dannenbergs Hauptprotagonistin Dr. Eva Mares, Gynäkologin, an einem Bremer Krankenhaus, die mit „Gefährlicher Besuch“ in die zweite Thrillerrunde geht.
Dieses Mal gerät Dr. Mares ...

„Die Ärztin“ ist Meike Dannenbergs Hauptprotagonistin Dr. Eva Mares, Gynäkologin, an einem Bremer Krankenhaus, die mit „Gefährlicher Besuch“ in die zweite Thrillerrunde geht.
Dieses Mal gerät Dr. Mares durch die Untersuchung einer jungen schwangeren Frau, die eines Nachts, in Gesellschaft eines älteren Mannes, hilfesuchend vor ihrer Tür steht, in ein erschreckendes Zusammenspiel aus Gewalt, Misshandlung und Angst. Wobei sie und ihre Familie doch eigentlich noch mit den letzten grausamen Ereignissen zu kämpfen haben.

Auch wenn es sich hier um eine in sich abgeschlossene Story handelt, sollte man den ersten Band um Dr. Eva Mares „Gefährliche Nachtschicht“ besser gelesen haben, um die genauen Zusammenhänge und Anspielungen auch wirklich zu verstehen. Davon abgesehen können sonst auch die vielen unterschiedlichen Charaktere ziemlich verwirrend sein, die aufgrund der komplexen Thematik und Message jedoch notwendig sind. Da ich den ersten Band gelesen habe, hatte ich keinerlei Probleme in die Geschichte hineinzufinden und hab mich im Vorfeld schon sehr auf ein „Wiedersehen“ mit Eva und der Ermittlerin Frauke gefreut. Auch diesmal haben mir die kurzen Kapitel und somit schnellen Perspektivwechsel wieder sehr gut gefallen und dafür gesorgt, dass ich es nicht geschafft habe, das Buch „ach, ein Kapitel geht noch“, aus der Hand zu legen. Die Story macht nachdenklich, ist spannend, erschreckend, fesselnd, ergreifend und dank Linda nochmal zusätzlich rührend, wobei wieder interessante Einblicke in die Vorgehensweise bei der Ermittlung und Hilfe bzgl. Gewalt gegen Frauen, bzw. Gewalt in der Partnerschaft gewährt werden. Ein gelungenes Zusammenspiel aus Spannung und wichtiger Message.

Fazit: Ich hoffe und freue mich schon jetzt auf eine Fortsetzung! Hätte ich den ersten Band nicht schon mit großer Begeisterung gelesen, wäre ich spätestens jetzt ein Fan von Dr. Eva Mares. Zudem finde ich die Botschaft & die durch dieses Buch geleistete Aufklärungsarbeit einfach großartig und unterstützenswert.

Seid ihr Betroffene von Gewalt - bitte holt Euch Hilfe! Bundesweite Notrufnummer bei Gewalt gegen Frauen: 116 016 / bei Gewalt gegen Männer: 0800 1239900

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Veröffentlicht am 02.04.2026

Spannend, mit interessanten Einblicken

Die Ärztin - Gefährliche Nachtschicht
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„Die Ärztin“ ist Meike Dannenbergs Hauptprotagonistin Dr. Eva Mares, Gynäkologin, an einem Bremer Krankenhaus. „Gefährliche Nachtschicht“ ist Band 1 von bislang zwei Veröffentlichungen, in dem Dr. Mares ...

„Die Ärztin“ ist Meike Dannenbergs Hauptprotagonistin Dr. Eva Mares, Gynäkologin, an einem Bremer Krankenhaus. „Gefährliche Nachtschicht“ ist Band 1 von bislang zwei Veröffentlichungen, in dem Dr. Mares an einer jungen Frau eine anonyme Spurensicherung vornimmt, nachdem diese brutal vergewaltigt wurde. Als wenig später eine weitere junge Frau Opfer einer ähnlichen Tat wird, hegt Dr. Mares den Verdacht eines Serientäters und schwebt plötzlich selbst in größter Gefahr.

Zugegebenermaßen hatte ich zunächst meine Problemchen mit den vielen Charakteren und den schnellen Perspektivwechseln, durch zumeist sehr kurze Kapitel. Da mich die Story jedoch vom ersten Moment an Extrem gefesselt hat, war dies schnell überwunden und ich konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen. Auch die kurzen Kapitel wusste ich sehr schnell zu schätzen, da diese, trotz bildhafter, ausführlicher Beschreibungen, die Spannung stets aufrecht erhalten haben und Tempo reingebracht haben, so habe ich an keiner Stelle unnötige Längen empfunden! Sowohl Dr. Mares samt Familie, als auch die Ermittler seitens der Kriminalpolizei empfand ich als überaus authentisch, nahbar und sympathisch. Neben dem Lesen eines spannenden Thrillers, fand ich es insgesamt auch wahnsinnig interessant Einblicke in deren Arbeit zu erhalten und im Nachwort über die Inspiration und Intention der Autorin aufgeklärt zu werden.

Fazit: Spannender Thriller mit interessanten Einblicken in Arbeitsbereiche, die sich sowohl mit der Hilfe, als auch der Aufklärung bei „Gewalt an Frauen“ beschäftigen. Zudem eine großartige, wichtige und unterstützenswerte Botschaft der Autorin - bitte holt Euch Hilfe! Bundesweite Notrufnummer für Betroffene von Gewalt: 116 016

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Veröffentlicht am 29.03.2026

Achtsames Einatmen, unterhaltsames Ausatmen!

Einatmen. Ausatmen.
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Spitzenmanagerin Marlene Buchholz ist ebenso erfolgreich, wie empathielos. Für ihre große Chance, die oberste Stufe der Karriereleiter zu erklimmen, ist sie jedoch angehalten, an ihrer Sozialkompetenz ...

Spitzenmanagerin Marlene Buchholz ist ebenso erfolgreich, wie empathielos. Für ihre große Chance, die oberste Stufe der Karriereleiter zu erklimmen, ist sie jedoch angehalten, an ihrer Sozialkompetenz und ihrem fehlenden Einfühlungsvermögen zu arbeiten. Kurzerhand wird Marlene zu Alex Grow - DEM Seelenguru schlechthin - geschickt, um bei ihm an einem Achtsamkeitsseminar teilzunehmen. Doch was, wenn besagter Guru gerade selbst, in einer von Panikattacken begleiteten Sinnkrise steckt und kurz vor dem Bankrott steht?

Dann kommt dabei eine humorvolle Sinnsuche und ein absolut wundervoller Roman heraus! Bis zu „Einatmen. Ausatmen.“ war mir Autor Maxim Leo eigentlich gar kein Begriff, vielmehr waren es Titel, Klappentext und das wunderschöne Cover, die mich sofort angesprochen haben und mir ins Auge gesprungen sind. Von der ersten Seite an hatte mich der Autor dann jedoch auch gleich mit seinem tollen Schreibstil eingefangen und lies mich, mit einem bunten Potpourri an Emotionen, auch bis zum Ende des Buches nicht mehr los. Die Charaktere sind gegensätzlich, sympathisch, eigenwillig und dadurch auch irgendwie skurril. Doch im Verlauf der durchaus auch tiefgreifenden, berührenden Geschichte, entwickeln sie sich und es hat einen wahnsinnigen Spaß gemacht, sie auf ihrem Weg zu begleiten.

Fazit: Ich bin begeistert und habe mich daher auch direkt schon nach anderen Büchern des Autors umgeschaut. „Einatmen. Ausatmen.“ ist nicht nur herzerfrischend humorvoll und unterhaltsam, sondern ebenso tiefsinnig, wie metaphorisch und absolut lesenswert!

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