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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.05.2026

Was im Leben wirklich glücklich macht

Zeit für meine Träume
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Das Buch „Zeit für meine Träume“ von Tessa Randau ist ein sehr kurzer Roman – eher eine Kurzgeschichte – zum Thema, was im Leben wirklich glücklich macht. Die zentrale Frage des Buches, die sich jede/r ...

Das Buch „Zeit für meine Träume“ von Tessa Randau ist ein sehr kurzer Roman – eher eine Kurzgeschichte – zum Thema, was im Leben wirklich glücklich macht. Die zentrale Frage des Buches, die sich jede/r Leser/in stellen soll(te), finden wir bereits am Anfang: „Welches Leben willst du gelebt haben?“

Die Protagonistin, welche namenlos bleibt, lernt nach einem Schicksalsschlag ein Seniorentrio kennen. Mittels warmherziger Gespräche bringen sie die drei dazu, ihr Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen und ihre Träume zu verwirklichen.

Die Geschichte liest sich angenehm flüssig und vermittelt viele positive Gedanken über persönliche Wünsche, den eigenen Lebensweg und den Wert von Freundschaften. Besonders gelungen finde ich die warme, entspannte Atmosphäre, die ein Wohlgefühl vermittelt und dennoch zum Nachdenken anregt.

Allerdings blieb die Handlung für mich stellenweise etwas vorhersehbar und oberflächlich. Die Figuren waren mir zu wenig tief ausgearbeitet. Hier hätte ich mir einige Buchseiten mehr gewünscht.
Wer bereits viele Bücher oder inspirierende Romane aus dem Bereich Lebenshilfe gelesen hat, wird vermutlich wenig neue Erkenntnisse finden.
Trotzdem gibt das Buch schöne Impulse und eignet sich gut für Leserinnen und Leser, die eine leichte, motivierende Geschichte mit positiven Denkanstößen suchen. Insgesamt ein schnell zu lesendes Wohlfühlbuch mit kleinen Schwächen.

Veröffentlicht am 12.04.2026

Magische Sommervögelein

Das Jahr der Schmetterlinge
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Das Buch „Das Jahr der Schmetterlinge“ erzählt von einem ungewöhnlichen Versuch: Innerhalb eines Jahres will die Autorin Lea Korsgaard alle 64 in Dänemark heimischen Tagfalterarten entdecken. Die Schwierigkeit ...

Das Buch „Das Jahr der Schmetterlinge“ erzählt von einem ungewöhnlichen Versuch: Innerhalb eines Jahres will die Autorin Lea Korsgaard alle 64 in Dänemark heimischen Tagfalterarten entdecken. Die Schwierigkeit dabei ist, dass manche Arten vom Aussterben bedroht und nur noch an einem Ort zu finden sind. Außerdem können sie nur innerhalb einer bestimmten Zeit gesichtet werden, da jede Art ihre bestimmte Flugzeit hat.
Ohne Vorkenntnisse begibt sie sich auf eine Reise durch die Natur – und gleichzeitig zu sich selbst.
Sie lernt bei ihrer Suche, ihre Umgebung auf andere, genauere Art zu betrachten.
Besonders gelungen ist die Mischung aus Tagebuch, Naturbeobachtung und philosophischen Gedanken.
Das Buch verbindet persönliche und auch familiäre Erlebnisse mit fundiertem Wissen über Artenvielfalt und ökologische Zusammenhänge. Es führt uns durch die Welt der Mythologie, Theologie, Kunst, Geschichte u.a.
Der Schreibstil ist leicht zugänglich und zugleich reflektiert, wodurch man sich der Autorin sehr nah fühlt – auch wenn ich nicht verstehen konnte, warum sie den Fund einer Art nicht mehr genießt und ihr Vorhaben lieber auf zwei Jahre aufteilt.
Der Leser wird angeregt, über seinen eigenen Lebensrhythmus und den Umgang mit der Natur nachzudenken und ggf. sein Verhalten zu ändern.
Allerdings wirkt die Handlung auf mich stellenweise etwas zu ruhig und mir hat die Spannung gefehlt, sodass ich das Buch in mehreren Etappen und nicht auf einmal gelesen habe.
Schön finde ich die verschiedenen Zeichnungen im Buch. So weiß man auch als Laie, wie eine erwähnte Art aussieht. Vermisst habe ich weitere Informationen zu den einzelnen Arten.
Insgesamt ist es für mich ein wunderschönes, poetisches Sachbuch, das Naturwissen mit Sinnsuche verbindet und ich kann es wärmstens empfehlen. Einen Punktabzug gab es, da es teilweise etwas langatmig war.

Veröffentlicht am 25.02.2026

Aufruf zum Kampf für eine bessere, gerechtere Welt

Funkenschwestern
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„Funkenschwestern“ macht deutlich, warum wir von tatsächlicher Gleichberechtigung noch weit entfernt sind. Barbara Blaha will aufzeigen, dass das, was uns Frauen vermeintlich „privat“ passiert, in Wahrheit ...

„Funkenschwestern“ macht deutlich, warum wir von tatsächlicher Gleichberechtigung noch weit entfernt sind. Barbara Blaha will aufzeigen, dass das, was uns Frauen vermeintlich „privat“ passiert, in Wahrheit „geteilte politische Realitäten“ sind.
In sieben Kapiteln untersucht sie diese näher und verbindet sie mit persönlichen Geschichten. So schafft sie es, komplexe Themen verständlich darzustellen und einen persönlichen Bezug zum/r Leser:in zu finden. Die meisten Frauen haben eine oder mehrere in „ Funkenschwestern“ geschilderte Situationen sicher bereits selbst erlebt.
Die Autorin erzählt die Geschichte des Patriarchats, von geschlechterspezifischer Gewalt, finanzieller Ungleichheit und vielem mehr.

Unterlegt wird das Ganze mit diversen Studien und Medienberichten, die man im Rahmen der mehr als 400 Quellenangaben auch selbst nachlesen kann.

Besonders interessant fand ich die Informationen zu engagierten Frauen, deren Mut und Beharrlichkeit zu gesellschaftlichen Veränderungen führten, egal, ob es sich um einzelne Frauen wie z.B. Amalie Ryba handelt oder um den „Freien Tag“ der isländischen Frauen.

Das Buch regt zum Nachdenken über soziale Gerechtigkeit im allgemeinen und Zusammenhalt an und macht deutlich, wie viel Veränderungskraft in einer einzelnen Person und in der Gemeinschaft steckt und welch weiten Weg wir noch gehen müssen. Am Schluss legt die Autorin dar, wie wir eine andere Welt schaffen können.
Die Sprache war äußerst angenehm zu lesen. Auch das Design von „Funkenschwestern“ hat mir gut gefallen.
So interessant das Buch war, der emotionale Funke ist bei mir nicht ganz übergesprungen. Die Anmerkung der Autorin „Hier wird gezündelt“ wurde für mich nicht erfüllt.
Insgesamt ist „Funkenschwestern“ ein sehr informatives, gutes Buch, das ich insbesondere Leser:innen empfehlen kann, die sich mit diesem Thema noch nicht tiefer befasst haben.
Ich hoffe, dass es auch viele männliche Leser findet.

Veröffentlicht am 16.02.2026

Amüsant und tiefgründig

Wir Freitagsmänner
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„Wir Freitagsmänner – Wer wird denn gleich alt werden?“ist ein humorvoller, warmherziger Roman von Hans-Gerd Raeth über das Älterwerden, Selbstzweifel und die Sehnsucht nach einem Neuanfang und einer neuen ...

„Wir Freitagsmänner – Wer wird denn gleich alt werden?“ist ein humorvoller, warmherziger Roman von Hans-Gerd Raeth über das Älterwerden, Selbstzweifel und die Sehnsucht nach einem Neuanfang und einer neuen Liebe.
Im Mittelpunkt steht Henri, ein Mann in den Fünfzigern, der seine Ehe durch eine Affäre in den Sand gesetzt hat. Als sein Arzt ihm männliche „Wechseljahre“ diagnostiziert, beginnt Henri, sein Leben und seine Wünsche neu zu überdenken und stellt fest, dass es gar nicht so einfach ist, zu wissen, was man vom Leben (noch) erwartet oder wünscht.
Raeths Schreibstil ist lebendig und oft sehr witzig. Ich musste mehrmals laut lachen. Er macht das Buch zu einer kurzweiligen Lektüre, die einfühlsam und realistisch die kleinen Dramen des Lebens zeigt, obwohl er sich aller Klischees bedient.
Die Figuren sind sehr sympathisch dargestellt. Der Autor zeigt, wie wichtig Freunde im Leben sind.
„Wir Freitagsmänner“ bringt den Leser zum Schmunzeln, regt aber auch zum Nachdenken über Lebensphasen, Erwartungen und Chancen an. Die Idee, das Leben als Woche zu betrachten, bei der es bereits Freitag ist, fand ich sehr gelungen.
Der Roman ist eine empfehlenswerte, unterhaltsame Lektüre über das Leben in der zweiten Lebenshälfte - geeignet nicht nur für Männer. Ich denke, jüngere Leser würden ihn nicht so amüsant finden.

Veröffentlicht am 28.01.2026

Das Wasser bringt es ans Licht

Grenzfall – Ihr Grab in den Fluten
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Mit „Grenzfall – Ihr Grab in den Fluten“, dem sechsten Band zum deutsch-österreichischen Ermittlungsteam Alexa Jahn und Bernhard Kramer, liefert Anna Schneider erneut einen packenden Krimi.
Um mitzukommen, ...

Mit „Grenzfall – Ihr Grab in den Fluten“, dem sechsten Band zum deutsch-österreichischen Ermittlungsteam Alexa Jahn und Bernhard Kramer, liefert Anna Schneider erneut einen packenden Krimi.
Um mitzukommen, muss man die vorgehenden Bände nicht gelesen haben.

Von der ersten Seite an zieht die Geschichte in ihren Bann.
Während schwerer Unwetter und einer damit verbunden Flutkatastrophe werden nicht nur viele Menschen vermisst, es geschehen auch mehrere Mordfälle.

Die Flut erinnert sehr an die Flut im Ahrtal und Anna Schneider schreibt nicht nur einen spannenden Krimi, sondern sie zeigt auf, in welche psychischen und körperliche Ausnahmesituationen sowohl Betroffene als auch die Helfer kommen und wie hilflos der Mensch der Naturgewalt gegenübersteht. Man spürt die Zerrissenheit von Alexa. Sie muss den Überblick über alle eingehenden Notrufe behalten, möchte aber am liebsten selbst tätig werden und jedem einzelnen helfen.
Auch das Thema Gewalt gegen Frauen kommt zur Sprache.

Erzählt werden im Krimi mehrere unterschiedliche Einzelfälle und Perspektiven. Man fragt sich als Leser, was diese miteinander zu tun haben und fiebert auf die Auflösung hin.
Mir hat besonders gut die Verknüpfung von Spannung mit gesellschaftlichen Themen gefallen und wie gut die Autorin die entsprechende Stimmung bzw. Atmosphäre schafft.

Mein Fazit: Ein fesselnder Krimi, den ich nicht mehr aus der Hand legen konnte. Ich freue mich schon auf Band 7.